Hinter Fenstern tanzen Schatten
fahles Licht weist mir den Weg
Falter fliegen wirr an Lampen
werden still daran verglühn.

Marktplatz - düster, ohne Leben,
grinsend turnen Hausgesichter.
Blumen liegen welk, zertreten
und der Brunnen schimmert grün.

Und das Sehnen ist Begleiter,
Tag und Nacht geh'n Hand in Hand,
rabendunkle Du-Gedanken
lassen nicht den Himmel sehn.

Dann, von fern ein kleines Stimmchen
ruft und klagt, es singt und lacht...
Nachtigall im Park des Lebens
lässt mich lächelnd stille stehn.

Ist es wohl dein Ruf von Jenseits,
der mich rüttelt, wach zu sein,
der mir winkt mit Klang und Farben,
die für uns am Wege blühn.

Nun wird auch der Himmel heller,
Sonne schiebt die Nacht hinweg.
Dankbar atme ich den Morgen,
denn das Leben ist doch schön.


FloravonBistram 1977


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Kommentare (2)

Syrdal


Berührende Ambivalenz der Gefühle. – Schatten im fahlen Licht, vergehende Nachtfalter, welke Blumen… und dann doch leise das betörende Lied der Nachtigall, der Botschafterin herztiefer Liebe, das behutsam hinführt zu Hoffnung und endlicher Sehnsuchtserfüllung an einem neuen, lichtvollen Morgen. – Ein poetisch gemaltes Stimmungsbild mit sehr fein nachklingender Empfindungstiefe…

...als wunderbaren Sonntagsgruß mit Dank aufgenommen von
Syrdal

floravonbistram

@Syrdal  Danke dir 


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