Mein Kompliment


Ich bin schon einige Jahre im ST, habe schon einiges hier lernen dürfen. Vor allem habe ich gelernt, wie gut viele Menschen mit Ihrem Leben umgehen und dies vor allem nach großen Schicksalsschlägen. Diesen Menschen möchte ich an dieser Stelle ein großes Kompliment machen. Wenn der Partner stirbt, so ist dieses ein großer Eingriff in das eigene Leben. Es ergibt sich oft eine Leere, die sich nicht schnell - oder überhaupt nicht füllen lässt. Ich weiß nicht, wie ich mit einer solchen Situation umgehen würde. Aus diesen Kontakten konnte ich aber lernen, dass neue Aufgaben helfen, über die Situation hinweg zu kommen. Aber nicht nur neue Aufgaben sind wichtig, sondern eine Erfüllung für das eigene Leben. Nicht verdrängen, sondern versuchen, neue Inhalte zu finden, die gut tun, einfach nur gut tun. Und so finde ich, dass vor allem die Blogs eine solche Wirkung tun. Man kann sich einiges von der Seele schreiben, Bestätigung finden, Kontakte mit Gleichgesinnten knüpfen.

Es sind vor allem Frauen, die sich in dieser Situation befinden. Ich möchte an dieser Stelle sagen: Ich ziehe den Hut vor diesen Frauen. Ihnen gehört mein größter Respekt. Wenn ich nur ein wenig dazu beitragen kann, den Schmerz zu lindern, so erfüllt mich dieses mit Genugtuung.

Das habe ich einfach aus Überzeugung geschrieben am Ende eines wunderschönen Wochenendes. Ich habe es geschrieben um denjenigen Menschen Mut zu machen, die nicht wissen, wie es weitergeht, wenn sie in eine solche Situation kommen oder bereits mitten in ihr stecken.

Ich wünsche einen guten Wochenstart.
traumvergessen 05.09.2010

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Kommentare (8)

in jeder sekunde eines Mensche sein, kann vieles kommen.
Durch deine zeilen da oben habe ich bemerkt wie wenig ich
und auch andere jede sekunde in unseren Leben täglich es als
Geschenkt zu sehen, vieles zu haben was auch oft dann altäglich
wird, ich meine nicht nur der Menschen an unsere Seite, viele kleine
dinge.
Ja Männer gehen vor den Frauen, aber auch das ändert sich zur Zeit
viele Frauen haben eine Doppelbelastung, und ich kann nur sagen
danke Gott für diese Frau die du uns Geschenkt hast, und das mit dem Apfel
damals ob es wirklich so war. ???????

Die Erde ist unsere Mutter, und unsere Frauen sind unsere Mütter ein Leben lang.
Gott ist Geist und er erschuf auch unser Leben, wie unsere Frauen hier, sind Mütterlich in ihrer Liebe, mehr sage ich nicht... Du hast da oben schon alles geschrieben, Gerd.

Was ich mir wünschen würden für uns alle das wir Leid tragen wollen, auch mal
das Herz für andere öffnen in den Stunden wenn man die Hand des anderen braucht, und nicht nur sagt so ist das Leben, das ist so.

Würden wir uns schützen in der Dunkelheit ein wissen haben der andere fängt dich nun auf, würde diese Welt wohl Mutter heißen, ich wünsche allen das sie ihre Trauerarbeit tun, aber auch wieder Leben wollen, sich nun wieder die Tage Heller machen, alle die gehen vor uns würden es und sehr wünschen das unsere leiden aufhört, und wir in liebe auf die schönen Zeit zurück schauen können, los lassen.
Und wieder bereit sein egal wie alt man ist, lieben zu wollen.

LG Diro
marlenchen gebe dir ein kompliment zurück,
für deine schönen, informativen zeilen,
liebe grüße von deiner freundin marlenchen.
anjeli auseinander setzen.
Obwohl es sehr schlimm für mich war, habe ich mich ganz schnell ins Leben zurück gekämpft. Obwohl ich niemanden hatte, mit dem ich darüber sprechen konnte, habe ich es
aus eigener Kraft geschafft.

Ich bin dankbar,daß ich einen Menschen hatte mit dem ich das Paradies auf Erden hatte.
Ich blicke gerne zurück und meine Erinnerungen sind sehr schön.

Es gibt sehr viele Menschen, die mit Grauen und Schrecken auf ihre Vergangenheit blicken.

Ich habe meinem sterbenden Mann versprochen, mich wieder dem Leben mit allen Varianten,neuer Liebe u.s.w. zu widmen.

Ich war noch keine 50 Jahre alt, ich habe ja eventuell noch 30 Jahre oder auch länger ohne ihn zu leben.
Daß alles und noch viel mehr, sagte mir mein Verstand und blendete mein Gefühl aus.


Schade, daß ich nicht eher den Weg in den ST gefunden habe.
Ich fühle mich hier wohl.

Dabei muß ich sagen, daß ich alleine lebe, aber nie einsam war. Ich genieße einfach
alles was mir das Leben bietet.

Gruß anjeli
outofspain fühle mich angesprochen.
Zunächst fällt man in ein tiefes Loch.Im besten Fall ist die Familie,Freunde oder aber auch "nur" gute Nachbarn da,die uns auffangen in unserer Trauer.
Dann half es, alles nieder zu schreiben,auch hier im ST. Es half Gespräche zu führen,es sind dadurch Freundschaften entstanden,die sich bewährt haben.

Wir fühlen uns wohl im ST, ist es doch wie eine große Familie. Mit Freude, Gedankenaustausch und natürlich auch schon mal Streitereien, wie im richtigen Leben eben.

LG Mo


PS: Käthe Kollwitz eine grandiose Künstlerin.
minu Ich fühle mich auch angesprochen.
Es ist ein schönes Gefühl, wenn man seinen Schmerz, sein Leid mit -teilen darf.
Es ist schön, wenn Menschen da sind die zuhören.
Die Kinder haben ihre eigenen Sorgen,Nachbarn, "Freunde" gehen einem aus dem Weg.
Der Mensch , oder besser gesagt, ich bin ein "Gewohnheitstier", zuerst musste ich mich daran gewöhnen, plötzlich nie mehr allein sein zu können, bei so vielen Kindern.
Hatte ich mich daran gewöhnt, ging eines nach dem andern wieder weg. Das war auch wieder eine schwere Umstellung. Dann plötzlich ist man ganz allein und was jetzt? Ich sah frünf Jahre keine Zukunft mehr, langsam baut sich wieder so etwas wie Lebenswille und Lebenskraft in auf. Ich kann jetzt alle Energie, die ich immer an andere abgegeben habe, für mich nutzen.
Dank Dir Gerd und Deiner Idee, wieder etwas gemeinsames zu wagen, hat mein Leben wieder Sinn. Ich lerne dabei Begebenheiten auf das Wichtigste zu reduzieren und mich auf etwas zu konzentrieren, mich nicht mehr zu verzetteln.
Mein Leben geht weiter und ich bin wieder neugierig auf das Leben.
Dank an alle die mitgeholfen haben.
Emy
tilli † Es ist so wie du schreibst.Die Blogs, das miteinander.Das Gefühl, jemand hört dir zu.
Man weiß nicht wie der Mensch aussieht,man kennt den Namen nicht.Alles das ist so unwichtig, jemand hört dir zu!
Du hast so vieles ausgesprochen, was tief im Herzen vergraben ist.
Wir alle die sich hier wohlfühlen, sind zufrieden.Finden die Ruhe wieder.Finden ein Sinn,weiter zu leben.
Bloß ein Gedanke kommt manchmal auf,warum sind auch solche die, das Schöne zerstören.Wir wollen doch diese Oase des Friedens, ohne Gedanken auf hohe Kunst.
Leben und Leben lassen.
Danke Gerd, deine Worte sind die beste Arznei für die Seele.
Grüße Tilli
Maritt Ich mag hier im ST gerade die Art und Weise, wie man in den Blogs miteinander umgeht.

Es ist wichtig, dass sich so mancher seine Probleme von der Seele schreiben kann. Dabei muss es nicht immer sie schriftstellerisch beste Leistung sein.

Und wir, die wir nicht oder noch nicht in solchen traumatischen Ereignissen leben, sollten einfach nur Zuhörer sein. Verständnisvolle Zuhörer und Gesprächspartner.

Danke für Dein "Kompliment"

Maritt.
ladybird Danke, ich fühle mich sehr angesprochen und Deine so fühlbaren Worte machen mir wieder so richtig bewußt,wie ich mein Leben wieder in eine gute Fahrrinne brachte.Wenn das Schicksal die Tür zugeschlagen hat, sieht man lange nicht das Fenster,daß sich einem öffnet,man muss sich selber erst wwieder öffnen,um das Fenster erst einmal zu entdecken.Zunächst hört das Leben auf.....wenn man Leid erfährt,man gerät in eine Starre.
Ich habe einfach Glück nach einem Pech,und ich bewundere eben so wie Du,hier die Menschen,wie sie eine Trauer durchleben.
Wie sie sich etwas Neuem widmen und wie die Lebensfreude langsam wächst.Dein Kompliment wird ein Balsam auf die Wunden sein und bestimmt Mut machen.So freue ich mich,daß ich hier auch mit aufbauenden Worten etwas ausrichten kann.
Großartig, wie Du fühlst und Deine Gefühle hier mitteilst,herzlichst Renate

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