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Nicht !

Nicht Freunde treffen, nicht ins Kino,
nicht laut in der Kirche singen,
nicht ins Café zum Cappuccino,
nicht ohne Maske rumspringen,
nicht überlegen, auch nicht denken,
nicht zu dritt spazieren gehen,
nicht mal ein liebes Küsschen schenken –
...das kann man
nicht
Leben nennen!

© Syrdal 2020


 


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Kommentare (17)

nnamttor44

Kann ich das überhaupt - NICHTS?

Mit dem Kegelklub wenigstens zum Weihnachtsessen fahren,
meine Tochter mit ihrem Sohn und einem Mitarbeiter, die ich vor meiner Krebsdiagnose täglich besuchte, mich dort in ihrer Firma mehrere Stunden aufhielt, was ich so einstufe als zur Familie gehörend. Einkaufen ist derzeit zu einer Bestellliste für meine Tochter geworden und vergessen darf ich nichts … Hab ich eingestellt.

Sobald ich mein Häuschen oder meinen Pkw verlasse, weil ich einen Arzttermin wahrnehmen muss, diese doofe Maske aufsetzen darf, die mir die Brillengläser beschlägt, da in den Praxen auf jeden Fall eine Maske Bedingung ist, die mir das Atmen schwer macht.

Wenn das Café, wo ich mir etwas Kuchen holen möchte, keine Kundschaft hat, darf ich hineingehen, um mir schnellstens das auszusuchen, was ich kaufen will. Dann warte ich draußen in meinem Pkw, bis ich herein gewunken werden, gehe mit abgezältem Kaufpreis, den ich möglichst passend auf den Tresen lege, herein und nehme meinen Kuchen, verschwinde.

Spazieren ist mir seit 2 Jahren kaum möglich. Da bin ich schon froh, wenn ich mit meinem Rollator meinen gelben Sack, den Bio-Müll die 100 Meter bis zur Straße fahren kann. Das nehme ich dann gleichzeitig auch als Spaziergang – ohne Maske, um nicht auch noch mangelhaft Sauerstoffaufnahme zu spüren, denn meine Atmung ist durch Herzinsuffizienz nicht mehr so toll. Ein lieber Nachbar entsorgt mir den Restmüll!

Aber ich lebe noch, habe auch vor, noch die Chemo und die folgenden Behandlungen zu überstehen – und ich sehe das positiv: wenn mich nicht zuvor die Grippe oder Corona erwischt! Und darüber nachdenken werde ich nicht!!

Doch mein Enkel und meinen Tochter besuchen mich dennoch fast jeden Tag, auch wenn der Drittklässler möglicherweise irgendwie die Grippe erwischt haben sollte … Abstand halten und sich sehen, Handküsschen zuwerfen, gezeigte Fern-Umarmungen werden ausgetauscht und er fühlt sich nicht so weggestoßen, wegen Corona – nachdem er bis 2018 seinen Opa, der ihn erst mit knapp vier Jahren sehen wollte, aber dann für den Kleinen tatsächlich ein lieber Opa wurde, mit seiner tödlichen Krebserkrankung ein wenig aus der Ferne mit gelegentlichen Treffen erlebte und dann verlor. So eine Wiederholung bei mir für meinen Max möchte ich möglichst weit hinaus schieben.

Mein Leben hat viele NICHTS, aber es ist noch schön – trotz allem!

Du hast - ohne Corona - wohl schon so eine Geschichte vor einigen Jahren erlebt.  Da setze ich ein wenig voraus, dass ich meine Situation heute hier doch schildern durfte? Lieben Gruß und bleib gesund!!

Uschi

Syrdal

@nnamttor44

Aber ja, liebe Uschi, freilich „darfst“ du deine Geschichte hier schildern, weshalb denn nicht! Und da wird ja auch vieles deutlich, was deinen Alltag ausfüllt, auch wenn dir manches schwer fällt. Aber du nimmst es an und gehst damit um und hast dabei auch diese und jene Freude am Leben. Du schreibst ja z.B. auch „... meine Enkel und meine Tochter besuchen mich dennoch fast jeden Tag"... – Schön! Genieße es… jede gemeinsame Minute!

Es gibt hier in meinem Umfeld viele alte Leute, die völlig allein sind, total abgeschnitten von Freundschaften, Verwandte gibt es nicht, Kinder leben im Ausland, mit einem PC können sie nicht umgehen, besitzen auch keinen und – was dann noch hinzu kommt – sie haben auch keine Interessen, können zudem wegen getrübter Augen nicht mehr lesen, keine Handarbeiten machen, selbst das Fernsehen ist für sie anstrengend, das Gehör ist auch schwach und spazieren gehen können sie auch nicht mehr, weil die Füße sie nicht mehr gut tragen… – Was bleibt ihnen noch in dieser bedrückenden Zurückgenommenheit? NICHTS!

Ja, ich habe mehrere das Leben tief einschneidende Geschichten erlebt. Und doch bin ich gottlob voller Optimismus, habe viele Interessen, bin ungemein aktiv… lebe zwar allein, fühle mich aber nicht einsam und bin schon gar nicht unzufrieden. Wie sollte es auch anders sein… Man braucht sich ja nur mal in der Welt umzuschauen, dann weiß man, dass wir hier in D. noch immer im Überfluss leben. Und das C-Virus wird sich zwar noch deutlich auswirken, es wird uns aber nicht unterkriegen. Das hat die schlimme Nachkriegszeit auch nicht geschafft!

Dir und allen wünsche ich auch in grauen Herbsttagen eine gesund-fröhliche Zeit.

Liebe Grüße
Syrdal

nnamttor44

@Syrdal  
Dann treffen in diesem Deinen Blog ja zumindest ZWEI OPTIMISTEN aufeinander!

Finde ich sehr schön, wenn das Leben einen mit seinen vielen Prüfungen nicht unterkriegt!!

Danke für Deine Antwort, lieber Syrdal, ein schönes Wochenende für Dich und alle, die sich das wünschen

Uschi

Manfred36

Was blockiert dir in Corona-Zeiten das Überlegen und Denken? Kann ich mir eigentlich bei dir nicht vorstellen.

Syrdal

@Manfred36

Hallo Manfred… ist denn in dem kleinen Marginalien-Gedicht die Rede von mir? Das kann ich nicht entdecken… es ist lediglich die Sicht auf das, was derzeit so in unserem Land umgeht.

LG Syrdal

(Weiter unten in der Antwort zu Monalie steht: Ich selbst habe mit all dem gottlob keine Probleme, aber rundum höre und sehe ich, wie sehr manche Menschen leiden…)  

lillii

              kann noch

Kann noch atmen, kann noch schlafen,
kann  auch noch sparieren gehn --
kann noch essen und noch trinken;
seh auch jetzt noch Blumen blühn.
Gott wirds lenken, Gott wirds richten;
irgedwann sind es Geschichten....

denke ich mit Gottvertrauen...

Abendgrüße  Luzie


 

Syrdal

@lillii  

Dass dir dies alles und auch das Gottvertrauen erhalten bleibe, dazu allzeit Optimismus und Lebensfreude beschieden sei, wünscht dir und allen fröhlich in die Zukunft blickenden Menschen

mit Grüßen zum späten Abend
Syrdal

Rosi65

Lieber Syrdal,

die beste Methode ist wohl das Unangenehme zu ignorieren oder zu verdrängen. Schließlich könnte alles noch viel schlimmer sein!!! 
Ich stelle mir einfach vor, wie man endlich mit neuem Impfstoff dem Virus ein Ende bereiten wird und die Welt von diesem Parasiten befreit. Da bin ich halt optimistisch. Auf diesen Tag freue ich mich schon sehr. Bis dahin muss ich mich allerdings noch etwas in Geduld üben.

Beste Grüße
    Rosi65

Syrdal

@Rosi65

Liebe Rosi, die Hoffnung auf einen Impfstoff haben sicher viele Menschen, vor allem auch die um eine Lösung bemühten Wissenschaftler. Doch Geduld ist da wirklich angesagt, denn normalerweise braucht es Jahre, bis ein wirksames Vakzine entwickelt und zudem gründlich auf Sicherheit überprüft ist. Dann aber muss es auch in entsprechenden Mengen hergestellt werden. Immerhin braucht allein Deutschland über 80 Millionen Spritzen, in der Welt sind es über 7 Milliarden! Und es muss ja alles erst einmal hergestellt, bezahlt, in alle Welt verteilt, dabei gekühlt und freilich auch noch appliziert werden. – Hinzu kommt die ständige Mutation des C-Virus, so dass ein Impfstoff immer wieder angeglichen werden muss (so ist es ja auch bei der Influenza!). Also bis ein Wirkstoff das C-Virus wirklich eradiziert hat, gibt es noch viele Stürme auf den Meeren der Welt… Eine ausdauernde Geduld ist da noch die geringste Übung.
Aber ja, die Hoffnung verlieren wir nicht und auch nicht unsere Geduld.

Dazu wünscht mit Abendgrüßen alles Gute
Syrdal
 

Roxanna

Ich überlege gerade, lieber Syrdal, wie schlimm diese Einschränkungen früher gewesen sein mögen, als es noch kein Telefon, kein Internet, kein Skype, keinen Fernseher oder womöglich noch nicht einmal ein Radio gab und man dann wirklich von der Außenwelt abgeschnitten war. Vielleicht haben sich die Menschen damals aber einfach gar nicht darum geschert und weitergemacht wie immer mit den entsprechenden Folgen. Wir haben so viele Jahre hinter uns, in denen jeder im Rahmen der gesellschaftlichen Regeln machen konnte, was er wollte. Da fällt es schon schwer, sich an Einschränkungen zu gewöhnen. MIr übrigens auch manchmal 😉.

Ich wünsche dir einen schönen Abend und schicke herzliche Grüße mit

Brigitte

Syrdal

@Roxanna

Wie wären solche Einschränkungen wohl zu früheren Zeiten gewesen? Ich denke, liebe Brigitte, dass solche Einschnitt-Situationen längst nicht so gravierend wahrgenommen worden wären. Man war ja doch wesentlich anspruchsloser und auch mit nur wenigem zufrieden. Das ganze Leben spielte sich sowieso hauptsächlich im eigenen kleinen Heim ab und man wusste sich dort zu beschäftigen. Es wurde gestrickt und gehäkelt, aufwändige Handarbeiten waren an der Tagesordnung, Hohlsaumstickereien an Tischdecken, Servietten oder Kopfkissen, Perlstickereien für Kissenplatten und Bilder, Patchworkdecken und auch Kleidung wurden hergestellt, auch Sofakissen und „Paradekissen“ für die Betten, sogar Windeln wurden umhäkelt und jedes Taschentuch bekam ein Buchstaben-Monogramm. Und immer wurden Mützen, Schals, Handschuhe, Strickjacken, Röcke und Strümpfe gebraucht und niemand kam auf die Idee, dies alles einfach zu kaufen… nein, das wurde selbst hergestellt. Wozu also brauchte man da Zerstreuung durch Fernsehen?
Die Väter hatten eine kleine Werkstatt im Keller oder Schuppen und werkelten dort für die Enkel oder für Nachbarn, bauten Puppenstuben, Kaufläden, Schaukelpferde oder kleine Schubkarren usw.. Es gab immer etwas zu tun oder zu reparieren. – Das Leben hat sich grundlegend verändert, aber Langeweile durch Einsamkeit gab es sicher zu früheren Zeiten auch ohne Radio, Fernsehen und Internet kaum und die Einschränkungen heutiger Art hätte man wohl kaum wahrgenommen...

Eine stets mit Schönem und Wichtigem ausgefüllte Zeit wünscht dir mit ebenso herzlichen Grüßen
Syrdal 

Christine62laechel


So ganz schlimm sollte man es wohl doch nicht sehen, lieber Syrdal... Denken und überlegen kann man doch, selbst hier wurde es noch nicht verboten. :) Na ja, es gibt schon viele Einschränkungen, die haben aber im Moment einfach einen Sinn - uns zu schützen. Und möge man von direkten Gefahren und Unannehmlichkeiten frei sein. Alles andere lässt sich schon ertragen. :)

Mit einem virtuellen Küsschen
Christine

Syrdal

@Christine62laechel

Es ist ja auch alles nicht so ernst gemeint… wenn es auch ernst ist mit der ganzen Sache.
Viele kommen ganz gut zurecht, einige aber haben sehr unter der allgemeinen Zurückgenommenheit zu leiden. – Hoffen wir gemeinsam, dass bald wieder Licht am Horizont erscheint und sich dann bald eine passable Normalität einstellt.


Zwei virtuelle Küsschen retour
Syrdal

ladybird

Lieber Syrdal,
ich traue mich nicht, was Monalie sich getraut hat........lach, lach
mit viel Vorsicht und Rücksicht umgehe ich so maches "NICHT" und so hoffe ich lebendig zu bleiben.
Lass uns versuchen gesund zu bleiben und manche Bangemache
in Hoffnung begegnen
herzlichst
Renate

Syrdal

@ladybird

Nun, liebe Renate, rein virtuell gibt es ja keinerlei Ansteckungsgefahr. Aber richtig handelst du ganz bestimmt, wenn du im Alltag gute Vorsicht walten lässt und aufmerksam bleibst bei allem Tun. Und „Bange machen güldet nicht“, sagt der Berliner. Halten wir uns danach und bleiben also gesund…

...das wünscht dir und allen mit heiter-optimistischen Grüßen
Syrdal 

Monalie

Lieber Syrdal komm her ich drücke dich und die Sonne scheint wieder. wie wahr deine Verse sind,gefällt mir lieben Gruß Mona🌹

Syrdal

@Monalie

Liebe Monalie, ich fühle mich virtuell gedrückt… es ist mir eine wahre Ehre!

Nun ja, die wenigen Zeilen sind mehr ironisch gemeint, aber so viele Menschen fühlen sich vereinsamt, eingeschränkt, ausgeschlossen und auch immer mehr bevormundet.
Ich selbst habe mit all dem gottlob keine Probleme, aber rundum höre
und sehe ich, wie sehr manche Menschen leiden… All diesen wünsche ich guten Mut und rechte Zuversicht auf bald wieder virenfreie Zeiten.

Abendlichen Grüße kommen zu dir von
Syrdal  


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