Nikolausabend
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    Nikolausabend

Drussa isch’s doch echt saukalt,
on Schnee liegt scho em Wenderwald.
Au d’Berg ond Bickel glenzed weiß,
dia Pfitza gfriered gladd zu Eis.

Doch en dr Stub ischs angenehm,
mollig warm on mordsbequem.
Heid Nacht, auweia, kommt'r gridda,
dr "liabe" Niklas mit saem Schlidda.

Warsch brav, verdeilt er seine Schätzla,
an Wicklkender, Hosamätzla.
Kloene on au große Leit,
griaget ebbes vonnem heit.

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Oin Blick off’d Uhr, glei kommt der Guad,
mitma großa Sack, abber ... au mit Ruat.
Scho uff dr erschte Blick erkennsch,
ob’s besser isch, wennde glei rennsch.

Grad schlecht dui Uhr, s’isch Middernacht.
Dui Glocka schellt, dass bufft on kracht.
A Fauscht hemmert uffs Türblatt druff:
"Menschenskind, mach endlich uff!"

Oh Gottle, mir bricht aus dr Schweiß,
on durch maen Kopf gehts siadigheiß:
Der wird mi mit saem Blick durchleichda,
on i muaß älle Senda beichda!

Wia Eschbalaub zittred mae Knia.
Da muaß i durch, jetzt oddr nia.
I hol diaf Luft, denn es geht los …
Dui Türa uff .... "Ach Duuu bisch’s blooß?"

"Ha no, hasch uffen And’ra ghofft",
feixt do mae Nachbar, wie so oft.

"Es benn bloooß i, mit was zom Schlecka,
han’s selbergmacht, drom lass dr’s schmecka!
Doch je, gang no fix en dae Bett,
du bisch so blass, dess gfällt mr ned!"


Bevor i mi vom Schregg han gfanga ...
warer leider ao scho widder ganga.




geschwind dasselbe übersetzt :

Draußen ist es bitterkalt,
Schnee liegt schon im Winterwald.
Berg und Höhen glänzen weiß,
Pfützen frieren glatt zu Eis.

Hier in der Stub ist's angenehm,
mollig warm und sehr bequem.
Heut Nacht kommt er noch angeritten,
der Nikolaus mit seinem Schlitten.

Verteilt wie immer seine Schätze,
an Wickelkinder, Hosenmätze.
Kleine und auch große Leute,
kriegen was vom Niklas heute.

Ein Blick zur Uhr, gleich kommt der Gute,
mit großem Sack, doch auch mit Rute.
An seinem Blick kann man erkennen,
ob's besser ist, davon zu rennen.

Die Uhr schlägt eben Mitternacht !
Die Klingel schrillt . . . nicht leis und sacht.
Ne Faust pocht hart, ne Stimme grollt,
dass ich doch endlich öffnen sollt.

Oh weh, mir wird ganz angst und bang.
Ich überleg sekundenlang.
War ich nicht immer lieb und brav?

(Vor allem nachts im tiefen Schlaf!)

Da öffne ich, die Knie sie schlottern,
will atemlos noch "Gnade" stottern,
da steht der Nachbar Klein und lacht:

"Schau her, die hab ich selbstgemacht!"

Mit stolz geschwellter Brust streckt er ...
nen Teller Weihnachtsgutsle her.
Dann meint er noch, als ich ihm dank:

"Mädle, bisch blass, werd blooß ned krank!"444.gif


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Herzlichen Dank für das Lesen, Liken
und den netten Kommentar auf die kleine Geschichte.
Da der Nikolaustag ja nun "überstanden" ist,
werde ich heute Abend die Seite wieder zurück
in die  kleinen Kleinigkeiten  holen.

Frohe Feiertage wünscht
debi

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