Wenn ich nachts nicht schlafen kann,
mache ich die Musen an.


1. Die Klio, Geschichtsschreibung pur
sie geht nach dem Faktenstand nur.
Viel Mythen und Tand kennt sie nicht.,
und mahnet mit strengem Gesicht.
Vermeide die Fakes in den-News,
besinn dich nicht lange und tu's.

2. Euterpe trägt Flöten heut nur
als früherer Tätigkeit Spur.
Herab stieg sie von ihrem Thron
und fand auch Verbindung prompt schon
zum Lyrik-Wort, wenn es auch klingt
recht rau, wenn der Rapper es singt.

3 Tragödie .Melpomene
Nicht hin das Schicksal nehme.
Der Lorbeer, einst zum Ruhme.
Im Welken nur noch Krume.
Noch an „Kalender-Tagen“
nach Ruhm und Leid wir fragen:

4. Die Liebe, Reiz des Lebens.
Sie formt sie nicht vergebens.
Eratos Leier, Harfe Spur;
und das Gedicht, Anbetung pur,
mit Freude am Gebaren
kann sie das Feuer wahren.


5. Terpsichores Ruhm ist auch heut nicht verklungen.
Zum „Reigen“ wird immer noch frei mitgesungen.
Die Band auf der Bühne, sie feuert uns an
und unten bewegt sich ein jeder, der kann,
im Rhythmus der hüpfenden Musengestalt.
Szenarien pur, wie aus Urgewalt.


6. Uarania ist uns kein Mythos geblieben.
Die Menschen hat es in den Weltraum getrieben.
Sie messen und wägen die nackten Gestirne
und zeigen uns, was zu komplex für die Hirne
und trotzdem doch Stoff für das Hinsehen ist
Die Astrophysik, sie wird nicht mehr vermisst.

7. Thalia verrät sich uns nicht.
Sie zeiget uns nicht ihr Gesicht.
Nur Comedy wollen wir spielen,
nicht auf das Gemeinwohl abzielen.
Theater nur ist das, darum ich erwähn's:
Wir sehen das Ende des Anthropozäns.


8. Polyhymnias, krasser Gesang
schon immer entgegen uns klang.
Wo Singen zum Kultlied mutiert
in schlüpfrige Abgründe irrt,
Wo Reichtum dem Zwecke erliegt,
der Muse ihr Können versiegt.


9. Kalliopes Stimme, sie lehret uns nur,
verkörpert die Weisheiten uns'rer Kultur.
Sie will uns vermitteln, was wirklich uns formt
und was uns als Menschen einmal hat genormt.
Die Rolle der Medien, auch sie trägt sie mit,
trotzdem trifft uns aus dieser Richtung „viel Shit“



 

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Kommentare (1)

Roxanna

Wunderschön sind deine Musen, lieber Manfred und interessant, was du dazu gedichtet hast. Schau mal hier, das ist sozusagen das Kontrastprogramm zu deinen sinnlichen Musen. Diese hier, ein Kunstwerk der Schweizer Bildhauerin Bettina Eichin, sind in einem Innnenhof der Universität in Freiburg zu sehen.


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Herzliche Grüße
Brigitte


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