Ich möchte gern noch eines Leben
geschenkt bekommen zu genießen;
da sollt‘ es alles besser geben,
als konnte ich‘s im ersten wissen.

Glückliche Kindheit, gute Lehrer,
der Liebe nur die süßen Blüten,
das Unglück schieße nur daneben,
verwöhne mich des Schicksals Güte.

Wäre das möglich…? Vielleicht besser,
das kann ja sagen jede Sprache:
entweder alles werd‘ vergessen,
oder im Paradies aufwachen.



raj.jpg


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Kommentare (11)

Urseli

Wunderschön, liebe Christine62lächel,
auch das Bild kann ich in meiner jämmerlichen Verfassung gut brauchen.

Dankeschön und LG Urseli

Christine62laechel

@Urseli  

Danke, liebe Urseli, für deine netten Worte. Ich bin nicht die Autorin des Bildes, das habe ich irgendwo im Internet gesehen, und mich auch dafür begeistert.

Ich wünsche dir herzlichst alles Beste.

Mit lieben Grüßen
Christine

werderanerin

...aber wie würde sich solch ein Leben anfühlen, in dem man keine Fehler macht, nur Gutes einem widerfährt ... ist das eigentlich wirklich lebens,-und liebenswert...?

Würde das Tatsache gut sein oder fehlt dann nicht doch etwas...nämlich die Ecken und Kanten, die einen formen, liebe Christine...? 


Kristine

Christine62laechel

@werderanerin  

Nicht ganz ohne Fehler, nicht ganz ohne diese Ecken und Kanten, die einem nur selten erspart werden - damit wäre ich schon einverstanden, liebe Kristine. Hauptsache, wäre es nicht etwas, das alles Wichtige verdirbt, das die Lebenslust vernichtet. Und dass dieses Fehlen nicht zum Alltag wird; man müsste ja letztendlich gleichgültig werden, um sich vor dem unangenehmen Gefühl zu schützen.

Mit Grüßen
Christine

indeed

Liebe Christine,

dein  Wunsch, fände er Erfüllung, dann würdest du wahrscheinlich nicht der Mensch sein in deiner Reife. Mit allem drumherum, denke ich.

Sicher, manches Mal hätte man es etwas leichter gehabt, aber auch diese Erfahrungen trugen dazu bei, uns zu formen.

Nein, ich bin trotz allem ausgesöhnt, denn es gab immer wieder eine neue offene Tür.
Das Glück (was immer man darunter versteht) muss man halt auch reinlassen.

Liebe Grüße von

Ingrid

 

Christine62laechel

@indeed  

Ja, liebe Ingrid, es stimmt schon, dass mein Leben, so wie es war/ist, mir stellenweise auch sehr gut gefallen kann, sogar ich kann mir selbst gut gefallen kann (als Mensch), und das wird man nicht immer nur in komfortablen Umständen.

Eine neue offene Tür immer wieder, nicht unbedingt gleich in den Paradies - das mag ich echt. :)

Mit herzlichen Grüßen
Christine

Manfred36

Du kannst dir für dein zweites (Traum-)Leben alles Mögliche wünschen. Ich würde dir aber raten,  nicht das (langweilige) Paradies.

Christine62laechel

@Manfred36  

Wie könnte der Paradies langweilig sein, lieber Manfred, wenn es ja der Ort sein sollte, wo man glücklich ist? Natürlich haben es sich Manche so vorgestellt, dass man da nur herumspaziert, und kirchliche Lieder singt. Wenn es ihnen so gefällt, bitte schön. Ich könnte auch singen, malen, und vieles Andere tun, ich glaube aber, dass man seelisch irgendwie umgestellt wird, wenn mal da angekommen. Das Glück in einem ganz anderen Sinne, als hier auf Erden. Schade um die Mühe, es sich vorzustellen, man wird nur anthropomorphisieren. 😁

Manfred36

@Christine62laechel  

 
Ein Münchner im Himmel | Bild: Reiner Film Fischbachau
Alois Hingerl, Dienstmann Nr. 172 vom Hauptbahnhof München, kommt in den Himmel. Petrus eröffnet ihm die himmlische Hausordnung: "Frohlocken und Hallelujah singen". Davon ist der "Engel Aloisius" nicht sonderlich erbaut, zumal er statt des Münchner Biers "himmlisches Manna" bekommen soll. Ergrimmt setzt er sich auf eine Wolke, um zu frohlocken und hallelujah zu singen. Das klingt jedoch so, dass den Himmlischen die Haare zu Berge stehen. Da hat der liebe Gott ein Einsehen und beauftragt Aloisius, der Bayerischen Regierung die göttlichen Eingebungen zu überbringen. Er schickt ihn auch gleich mit einem entsprechenden Brief nach München. Als der "Engel Aloisius" wieder Münchner Boden betritt, und als er schließlich - einer alten Gewohnheit gemäß - wieder im Hofbräuhaus landet, vergisst er bei einer "Mass" und noch einer Mass den göttlichen Auftrag samt der Bayerischen Staatsregierung ...
(aus Wikipedia)

Syrdal


Liebe Christine, schon Lucas Cranach d.Ä. malte vor fast 500 Jahren das auch heute noch überaus bekannte BildDer Jungbrunnen“ (1546), in dem ältere Frauen baden und sichtlich verjüngt dem Wasser entsteigen, um sich in jugendlicher Schönheit bei Musik und Tanz und köstlichem Essen des neu gewonnenen Lebens zu erfreuen. Es ist ein alter Menschheitstraum, mit der Weisheit des Alters nochmal ein junges Leben beginnen zu können. Wer möchte das nicht…?

Aber ja, da wäre ich auch gerne bei, bekennt
Syrdal

 
Jungbrunnen.jpg
 
 
L. Cranach d.Ä. "Der Jungbrunnen" (1546)
 

Christine62laechel

@Syrdal  

So ein Brunnen könnte natürlich Viele glücklich machen, lieber Syrdal. :)
Mir geht es aber nicht gerade darum, wieder jung zu werden, sondern - nicht wörtlich natürlich, ein Traum ist es nur, der nicht erfüllt werden könnte - ein Leben noch leben zu können - ja, wie du es nennst, mit der Weisheit des Alters. Ohne die Fehler zu begehen, die für mich echte Schaden brachten. Aber auch von den Umständen, vom Schicksal, besser gefördert. Mal als ein echter Glückspilz wieder zur Welt kommen. Und auch ein alter Glückspilz ruhig werden. Unmöglich? Na dann... Mal sehen, vielleicht wird es den Paradies doch geben. :)


Mit besten Grüßen
Christine


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