Perspektivwechsel (1)



Perspektivwechsel (1)

Viele, viele Jahre ist es her, dass ich schon bei der Vorstellung,
zum Zahnarzt zu müssen, in ziemliche Unruhe geriet.
Der eigentliche Besuch dort verlief für meine Gefühlswelt erwartungsgemäß.
Und so suchte ich auch immer nach „besseren“ Zahnärzten,
um eine weitere Überkronung meiner Zähne bestmöglich zu überstehen.

Dann folgte eine Zeit des Erwach(s)ens ;-).

Eine Freundin von mir war gerade bei unserem örtlichen Zahnarzt in Behandlung
und ich fragte sie, ob ich sie einmal dorthin begleiten könne.
Und ich fragte dann vor allem den Zahnarzt, ob es für ihn in Ordnung sei, dass ich
dabei sei und – was noch wichtiger für mich wurde:
Ich fragte ihn anschließend, ob er mich als Patientin wohl nehmen würde.
Damit begann ein Perspektivwechsel.
Wurde es eine Begegnung auf Augenhöhe?

Einen einzigen Zahn musste er mir wohl noch ziehen und ich beschloss, es
dem kleinen Kind im Kinderwagen, das mir auf dem Weg zum Termin noch begegnete,
gleich zu tun.
Ich ließ im Behandlungsstuhl beide Arme an den Seiten wie Flügel entspannt hängen.
Grundvertrauen für den Arzt im Herzen und eine Zustimmung zu dem, was jetzt passieren musste.

Ich hätte diesen Perspektivwechsel wahrscheinlich vergessen, wären da nicht jedes Jahr
die erstaunlichen Kontrolluntersuchungen, die mit einem Stempel bestätigen, dass alles
in Ordnung ist.

Es hatte nur noch nach dem Entfernen des damaligen Zahnes einer kleinen Teilprothese bedurft.
(Zwei kleine Löcher zu Beginn der Pandemie mal ausgenommen, die repariert werden konnten.)

Wie wohltuend kann doch eine neue Sicht auf die Dinge sein :-).

Adoma


 


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