Raben

Ihre Stimmen sind
Geschrei und Klage.
Mit Flügeln finsterer Engel
sind sie Botschafter
in dürrem Land.
Behaust in Dornen und Disteln,
mit Nattern und Nachtgespenstern
überleben sie
auf verwüsteter Erde
im Rauch der Vergeltung.

Verkannte Lebenskünstler
auf kargem Acker,
sichtbar gewordener Widerstand
in den eisigen Wintern der Zeit.
Dem Menschen
nicht Freund
nicht Feind.

Sie tragen ein Kleid aus
schwarzem Gold.
Gewürdigt und berufen
sind sie auserwählt
Eliaspeise
zu bringen.

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Kommentare (8)

lotte germanisches Symbol
lotte auch ich verfasste vor kurzem einen lyrischen Text, der Hugin und Munin - Wotans Raben-
gewidmet ist.
Du hast Deinen transzendenten Bezug aus dem AT ... ich aus der Mythologie .. wieder eine Übereinstimmung....

Das Bild des Raben scheint kreative Kräfte wach zurufen...
Mit Flügeln finsterer Engel
sind sie Botschafter
in dürrem Land.
Behaust in Dornen und Disteln,
mit Nattern und Nachtgespenstern
überleben sie
auf verwüsteter Erde
im Rauch der Vergeltung.


Das ist ein starkes Bild .... Rabe als Symbol der Vergeltung

Ich hielt mich an das germanische Aymbol: Erinnerung/ Freude und Gedächtnis


Hat mir gefallen, Dein Gedicht: nicht zuletzt der freien Rythmen wegen.


lotte/Marianne
therese Von meinem Fenster konnte ich zwei Raben beobachten wie sie eine kleine Katze, die auf einem Baum sass, zum Narren hielten. Es sah so aus, als würden die beiden auf dem Dach des Nachbarhauses einen Plan aushecken. Der eine flog danach auf einen Ast gegenüber demjenigen auf dem das Kätzchen sass. Der 2. Rabe setzte sich in ca 50cm. Abstand neben das Kätzchen, dieses wurde nun ganz konfus, wusste nicht auf welchen der beiden es sich konzentrieren soll. Die Raben flogen wieder zurück auf das Dach, "besprachen" sich auf`s neue und kamen sogleich wieder angeflogen. Dieses Mal setzten sie der eine links und der andere rechts neben das Kätzchen, dieses wurde durch diese Aktion so aus dem Gleichgewicht gebracht, dass es vom Baum fiel. Es ist ihm nichts passiert aber ich denke - hoffe es hat seine Lehre daraus gezogen, auf jeden Fall habe ich das Kätzchen nie mehr auf dem Baum gesehen obwohl es hier im Hause wohnt.
Britt das Gedicht gefällt mir gut und löst größeres Interesse für Raben aus. Was für ein Zufall. Erst vorgestern habe ich einen Raben beobachtet und ein kleines Video von ihm gemacht und mir gewünscht, dass er mich beachtet. Er war nicht bereit.
immergruen für die Erklärung, liebe pelagia! Auch ich finde Raben faszinierend. Sie haben etwas von" finstren Engeln", aber sie sind auch beeindruckend in ihrer Unvergleichlichkeit. Sie scheinen sich selbst genug zu sein, eben unabhängig, dem Menschen nicht Freund und Feind, wie Du es formulierst.
Ich finde dieses Gedicht sprachlich sehr beeindruckend.
Danke für den Tipp mit dem Stickwort "Raben " . Manchmal sucht man nach dem falschen Begriff.
pelagia die für Dich unklare Textstelle bezieht sich in der Tat auf die Bibel. Der Prophet Elia wurde an den Tagen in der Wüste jeden Tag von einem Raben mit Nahrung versorgt. (1.Könige 17,6)
Ich mag Raben und finde es sind sehr intelligente Vögel. Mit diesem Text wollte ich ihrem schlechten Ruf etwas Positives entgegensetzen. Aber google mal unter Raben, es ist faszinierend, was man über sie erfährt.
Danke für Dein Nachfragen.
Inge
immergruen über das ich erst einmal nachdenken musste.
"Gewürdigt und berufen sind sie auserwählt, Eliasspeise zu bringen" Das verstehe ich nicht, weil ich nicht weiß, was eine Eliasspeise ist. Kannst Du mich aufklären? Ich habe" gegooglt", bin aber nur auf eine unscharfe christlich geprägte Erklärung gestoßen, die mir auch nicht weiter hilft. Ich würde gern verstehen, was Du meinst und vielleicht sind auch andere so unwissend wie ich.
Mich faszinieren Raben. Ich denke, es sind sehr intelligente Vögel. Mein Mann hat auf dem Weg zu seiner Arbeit lange Zeit morgens, immer zur gleichen Zeit, einen Raben auf einer Erderhebung im Feld gesehen. Es sah aus, als begrüsse dieser Vogel meinen Mann. Das ging ca. 2 Wochen so. Dann war der Rabe nicht mehr da. Immer wieder denkt mein Mann an den Vogel, wenn er an dieser Stelle vorbeifährt.

Ich habe auch einmal einen Raben getroffen, der nur einen Meter vor mir stehenblieb. Ich sah ihm direkt in seine Augen. Das Tier machte auf mich den Eindruck, als studiere er mein Gesicht wie ich seins.

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