Schmuckstücke im Museum




 
 
Schmuckstücke im Museum
 
Im Heimatmuseum stehen sie noch,
die Schmuckstücke der alten Schule,
noch immer entströmt ihnen der Geruch
von geölten Dielen der Stube.
 
In Zweierreihen stabile Bänke
mit leicht geneigter Arbeitsplatte,
die Sitze eng, dass man sich verrenkte
bevor man Platz genommen hatte.
 
Obligatorisch die Schiefertafel
mit sauberem Wischläppchen und Schwamm,
im Holzkästchen zerbrechliche Griffel,
womit man auf Schiefer schreiben kann.
 
Vorne am Fenster auf kleinem Podest
thront ehrwürdig Lehrers Katheder,
von dort sich alles beobachten lässt,
denn sehr gut zu sehen ist jeder.
 
Zweiundzwanzig Plätze zählt die Klasse
vom ersten Schuljahr bis hoch zur Vier,
damit kein Schüler etwas verpasse,
war jeder in des Lehrers Visier.
 
Es ist ein Bild aus vergangener Zeit,
das heut' herztief mit Wehmut bewegt,
ach wär man doch nur ein wenig bereit,
zu ehren, was im Museum steht.
 
© Syrdal 2018


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Kommentare (15)

HeCaro
HeCaro
Mitglied

Lieber Syrdal,

Dein Gedicht erinnert mich an meine "brave" Zeit.
Ich bin gerne zur Schule gegangen und es war bei
uns genau so, wie Du es beschreibst.
Der einzige Wermutstropfen waren Ohrfeigen,
wegen ständig zerbrochener Tafeln. Lach

Danke für Dein nostalgisches Gedicht.
Das habe ich sehr gerne gelesen.

Liebe Grüße
Carola 


 

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Naja, liebe Carola, dann war es wohl mit der Bravheit doch nicht ganz so weit her, wenn ab und an die Schiefertafel zu Bruch gegangen ist. Immerhin zeugt das von einer gewissen „Beweglichkeit“, um es gelinde  auszudrücken. Schön aber war es allemal und die „verdienten“ Ohrfeigen waren sicherlich auch zu verschmerzen.
 
Es freut mich, Dir zu einem nostalgischen Moment verholfen zu haben.
 
Liebe Grüße
Syrdal

Dnanidref
Dnanidref
Mitglied


Danke lieber Freund, für diesen wundervollen Beitrag an Erinnerungen der schönen Seiten unserer Schul- und Kindheitszeiten!

Dem könnte man noch viel hinzufügen, was einem beim Lesen dieser Zeilen spontan in den Sinn kommt – und nicht alles war schön, doch im Nachhinein, nach sooo langer Zeit, will man sich möglichst nur an das Schöne erinnern und verdrängt geflissentlich das etwas „Schattigere“.

Ich bin beispielsweise - unter anderem einige Jahre -  im Bayerischen Wald zur Schule „gegangen“, denn damals kannten wir noch keinen Schulbus. Täglich 4 km hin und wieder 4 km nach Hause, bergauf und bergab, egal ob es regnete, stürmte oder schneite oder ob wir Sommerwetter wie jetzt hatten. Und das mit unseren kurzen Kinderbeinchen! Doch „Schwamm“ darüber und über vieles andere, was bei einigen anderen auch so, ein wenig negativ, in Erinnerung haften geblieben ist.

Meine Hochachtung gilt im Nachhinein den damaligen Lehrkräften,  die uns allein in allen Unterrichtsfächern unterrichteten und das bei zwei Jahrgängen mit insgesamt 38 Schülerinnen und Schülern. Trotzdem haben wir nichts versäumt, was fürs spätere Leben von Bedeutung war.

Danke nochmals für Deine Erinnerungen, die uns Anregungen für Rückblicke eröffnet haben,
herzlichen Gruß,
Ferdinand

14c.jpg
3. Kl. Volksschule Schaibing, Bayer. Wald (1955)

ladybird
ladybird
Mitglied

Lieber Ferdinand:
ein "fescher Bub " !!
meint ladybird

Dnanidref
Dnanidref
Mitglied

Danke Renate - hoffe, davon ist heute noch was abgeblieben,
l.G., Ferdinand

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Ferdinand, mein guter Freund,
 
Deine schöne Schilderung erinnert mich an Peter Rossegers wunderbare Erzählung „Als ich noch ein Waldbauernbub war...“, in der er seinen täglichen Weg zur Schule duch die Waldlandschaft sehr ausführlich beschreibt. Auch im Winter musste er dann durch den hohen Schnee stapfen und er hat sich im Schneetreiben auch mal tüchtig verirrt... einfach schöne Geschichten.
 
Und richtig, noch heute muss man den Hut ziehen vor den alten Lehreren, die nicht nur alle Fächer, sondern auch mehrere Klassenstufen in einem Raum gleichzeitig unterrichtet haben. Das ist aus heutiger Sicht eine absolute Höchstleistung, die sich ein moderner Lehrer wohl nicht mehr zumuten würde.
 
Schön, dass Du ein feines Foto aus der 3. Klasse beigegeben hast. Auch bei uns kam einmal ein Fotograf in die Schule und hat richtig schöne Aufnahmen gemacht, die mir noch heute Freude bereiten.
 
Hab vielen Dank, mein Freund, für Deine das Thema „Schulzeit“ so schön ergänzende Kommentierung.
 
Mit gerade von 38° „sonnengereiften“ Gedanken grüßt Dich herzlich
Syrdal  

Tulpenbluete13
Tulpenbluete13
Mitglied

Lieber Syrdal,

wie wären wir so arm an Erinnerungen wenn es nicht die (Heimat)-Museen gäbe. Gut daß es Menschen gibt die eine solche Einrichtung schaffen und fördern...

Bei Deinem Gedicht saß ich wieder auf der Schulbank- wir hatten eine große Bank in die mindestens 4 Kinder passten und manchen Spreißel hat man sich in den Po "gerutscht" wenn man ganz hinten "eingesperrt" saß und raus wollte.

Danke für dieses Gedicht und daß ich in Erinnerung schwelgen konnte.
Lieben Gruß zum Wochenende
schickt Angelika

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Liebe Angelika,
 
es ist wirklich ein Glück, dass es in vielen Regionen liebevoll eingerichtete Heimatmuseen gibt, die ein umfassendes Zeugnis geben vom Leben unserer Vorfahren. Und man sieht ja auch selbst so manches und manchen Gegenstand, den man aus jungen Jahren noch gut kennt. Dann ist die Erinnerung da an all die Dinge, die uns damals wichtig waren und die zu unserem täglichen Leben gehörten. Da darf duchaus auch ein wenig Wehnmut mitschwingen, denn so schwer es früher auch manchmal war, so schön war es aber auch...
 
Schön, dass Du diese Erinnerungen genießen kannst.
Liebe Grüße
Syrdal

ladybird
ladybird
Mitglied

 
101_0064.JPG

Das trifft sich wahrlich gut, Dein wundervoller Beitrag
lieber Syrdal,
unterstreicht gerade meine Erinnerungen, die ich soeben in meinem Urlaub mit "alten" Schulfreundinnen wieder "lebendig" werden ließ.
Die "Gänsehaut" der quitschenden Griffel auf der Schiefertafel ist bleibend, wie ich hier in den Kommentaren schon lesen konnte.
Oben in den Bänken befand sich oftmals ein Tintenfäßchen (nicht mehr in Gebrauch, da die Feder bereits " modernisiert " wurde) dort wurden kleine "Liebesbriefchen" versteckt an die Jungenklasse, die nach uns zum Unterricht kam.


101_0068.JPG
Mit großer Freude und besonderem DANK teile ich mit Dir diese Erinnerung
herzlichst
Renate
 
 

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Liebe Renate,
 
es ist immer wieder schön, wenn man sich in späteren Jahren an die Schulzeit erinnert, wobei sich in unserer Generation – so meine ich – so sehr viel verändert hat. Die Schulen unserer Kinderzeit gibt es schon lange nicht mehr...
Ja, ich erinnere mich freilich noch an die kleinen Tintenfässchen, die oben rechts in einem kleinen Kästchen standen, das man mit einem Deckel verschließen konnte. Das Tintenglas mussten wir mitbringen und ich habe es auch noch benutzt. Ach ja, das ist alles so lange her...

Dir danke ich insbesondere auch für die beiden zum Thema richtig gut passenden Fotos. – Nur gut, dass es in vielen Heimatmuseen noch solche schönen Einblicke in die früheren Klassenstrukturen gibt.
 
Danke und liebe Grüße
Syrdal

protes
protes
Mitglied

habe mich gerade an das geräusch erinnert,
 das so oft mit dem griffel auf der tafel erzeugt wurde
und bei mir jedes mal eine gänsehaut erzeugte
und an die vorgehaltene hände auf die dann der stock herunter sauste
 und natürlich hatte ich gar nx gemacht
schöne idee lieber Syrdal
und fröhlichen gruß
hade

ps. natürlich habe ich auch richtig schöne erinnerungen und treffe mich auch oft mit den     ehemaligen

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Ach ja, lieber hade, das Griffelschaben auf der Schiefertafel habe ich auch noch im Ohr, gottlob hat es mir nichts ausgemacht. Doch erinnere ich mich, dass meine kleine Schulfreundin immer geklagt hat über das grässliche Quietschen... Der Rohrstock allerdings war bei uns längst verboten und wir haben es ehrlich mitfühlend bedauert, wenn wir von der „Westverwandtschaft“ erzählt bekamen, dass dort die Lehrer auf die Hände schlagen dürfen – das tut mir heute noch leid...
 
Schön aber, dass Du dennoch gute Erinnerungen hast an die Schulzeit und auch noch immer die „Ehemaligen“ triffst. – Viel Spaß bei all diesem wünscht Dir
Syrdal

Herbstwind123
Herbstwind123
Mitglied

Lieber Syrdal,

herzlichen Dank für diese schon fast vergessene Erinnerung.

Als ich 1965 eingeschult wurde, nannte auch ich so eine Schiefertafel und einen Griffel mein Eigen.... Die Schiefertafel hatte eine Hülle aus festem Karton und so konnte die darauf geschriebene Hausaufgabe sicher im Ranzel zur Schule transportiert werden. Meine Güte ist das lange her.

Wie schön Du das wieder in Worte gefasst hast. Ich habe es mit Freude und auch mit ein wenig Wehmut gelesen.

Einen schönen Tag wünscht Dir und Deinen Lesern

Brita mit einem t

 

Syrdal
Syrdal
Mitglied



Liebe Brita,
 
nun staune ich aber doch, dass Du Schiefertafel und Griffel noch im Jahr 1965 kennen gelernt hast, denn das gab es bei uns zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr. Ich selbst bin 1948 eingeschult worden, aber schon ab dem zweiten Schuljahr wurde mit Tinte und Federhalter geschrieben und ab der 4. Klasse durften wir ganz stolz einen Füller (toll war das!) benutzen. – Wie auch immer: Es war eine richtig schöne Zeit, an die ich mich immer wieder gerne erinnere.
 
Dass Dir mein kleines Schulzeit-Erinnerunges-Gedicht gefällt, ist mir eine rechte Freude.
 
Danke und liebe Grüße
Syrdal

Herbstwind123
Herbstwind123
Mitglied

Lieber Syrdal,

ich bin auf Sylt geboren und aufgewachsen und die Schiefertafel hat mich noch durch das 1. Schuljahr begleitet und wurde dann vom Bleistift und dem Schreibheft abgelöst. Tinte und Federhalter gab es da nicht aber auf den nachfolgenden Füller war ich auch mächtig stolz.

Meine Schrift ist ist bis heute so kindlich genau und deutlich, dass ich immer wieder darauf angesprochen werde. Ich sage dann immer zwinkernd, dass man sie wenigstens lesen kann. Ich habe immer sehr großen Wert darauf gelegt, dass meine Schulhelfte sauber und ordentlich beschriftet waren und dass auch der Inhalt den gleichen Anforderungen standhalten konnte. Es erinnert mich gerade daran, dass ich, wenn ich mich einmal verschrieben hatte, das ganze Heft noch einmal abgeschrieben hatte weil ich damit nicht leben konnte. Meine Mutter wunderte sich dann immer, dass ich schon wieder ein neues Heft brauchte aber gab es mir immer mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht. 

Es ist so schön, welche Erinnerungen in einem aufsteigen beim Lesen solcher wunderbaren Blogs wie auch dieser wieder von Dir geschriebene . Danke für die Erinnerung.

Herzliche Grüße
Brita mit einem t


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