Schockdiagnose Krebs, doch ich lebe immer noch und habe den Humor nicht verloren


Man hört die Diagnose Krebs und als Betroffener möchte man sich am liebsten einigeln.
Nicht so bei mir, als ich 1980 die Diagnose von meinem KH-Arzt hörte, glaubte ich eher
an eine Fehldiagnose.
Mir tat ja nichts weh und ich hatte keinerlei Beschwerden.

Also, der OP-Termin stand an und ich wurde in Narkose versetzt.
Was dann geschah, ich bekam es nicht mehr mit.
Ich wachte in meinem KH-Zimmer auf und bemerkte, an mir wurde nicht rumgeschnippelt.
Als ich ansprechbar war, kamen 2 Ärzte an mein Bett und klärten mich auf.
Es habe sich ein Unfall im OP-Saal ereignet.
Der Verunfallte war der Chefarzt, der mich operieren wollte.
Also hiess es, Narkose bei mir ausleiten und den CA auf den OP-Tisch packen.

Das Ende vom Lied, ich wurde in die nächstgrößere Uni-Klinik verlegt.
Ich erzählte mein Erlebnis der Aufnahmeärztin und sie sprach: "Das klingt ja wie im Horrorfilm."
Nun hiess es, nochmals alle Voruntersuchungen über mich ergehen lassen.
Die OP fand statt und der Professor sagte, ich hätte nochmals Glück gehabt, der Krebs hätte noch nicht gestreut. D.h. keine Nachbehandlung wie Chemo oder Bestrahlung.
Ich habe den Krebs angenommen und alles gut überstanden.

Ich hatte keine negativen Gedanken. Bei meiner Lebensversicherung war es anders.
Die angesparte Summe wurde nach Fälligkeit ausgezahlt und man schloss mit mir keine neue
Lebensversicherung ab(aufgrund des ihnen vorliegenden Ärztl. Gutachten).
In 5 Jahren könnte ich es nochmals versuchen, ich hatte meinen Stolz, ich tat es nicht.
Und nun komme ich zum Teekessel.

Ein Optimist ist wie ein Teekessel- innen kochend heiss und unter Druck,
aber er pfeift trotzdem.
Liebe Grüsse
Monika

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Kommentare (14)

nixe44 Eine optimistische Lebenseinstellung hatte ich schon immer, sogar noch 2 Stunden vor meiner OP. Ich wusste ja nicht, was mir noch bevor stand.

Meinem Mann geht es den Umständen entsprechend gut. Vielleicht ist Optimismus übertragbar. Doch wie früher, d.h. vor Ausbruch der Krankheit, OP mit entsprechender Nachbehandlung, wird es nicht mehr werden. Man muß Abstriche hinnehmen.

Wir geniessen gemeinsam das Leben, so gut es geht.
Erfreuen uns an den kleinen Dingen des Lebens.
Über Krankheiten reden wir relativ wenig.
Ich habe es auch auf meiner HP vermerkt.
Einen lieben Abendgruß
Monika
anjeli keine fünf Jahre hat dir die Versicherungsvertreterin gegeben. Kann ich nur sagen...Totgesagte leben länger.

Ich finde es schön, dass du noch unter uns weilst. Deine Kraft und dein Optimismus haben
dich diese Krise meistern lassen.

Ich hoffe, dass es deinem Mann gut geht und sich deine Kraft auf ihn überträgt.
Deine positiven Gedanken sind beispielhaft.
Leider gibt es auch Menschen, die nicht so stark sind und es nicht schaffen.

anjeli
nixe44 ich wünsche Dir alles Gute, bei dem, was Dir noch bevor steht.
Man darf sich nie aufgeben, erst dann ist man verloren.

Ich habe viel Leid von anderen Menschen erfahren, bewundere sie immer wieder,
wie sie ihr Leben meistern. Doch ohne fremde Hilfe geht es nicht mehr.

Lieben Gruß
Monika
floravonbistram fordert das Leben von uns Kraft, Du zeigst sie.
Ich kann heute,(noch) vom Rollstuhl aus, Vieles anders betrachten. Ich hoffe, die Eingriffe, denen ich mich nun unterziehe, bessern meine Situation, dass ich wieder alleine gehen kann.

Alles Liebe
Flo

nixe44 nur gab es vor 30 Jahren diese Gruppen noch nicht(nicht bei uns).
Ich brauchte keinen Trost, aber ich hätte vielen Betroffenen, die Schlimmeres erlebt haben, Trost gespendet.

Ich kenne Selbsthilfegruppen und nehme auch regelmäßig am monatlichen Treffen teil,
doch nicht als Betroffene, betroffen ist mein Mann.
Auch er hatte Krebs(Darm und Speiseröhre), mit und ohne Nachbehandlung(Chemo u. Bestrahlung).
Diese Treffen sind ganz wichtig, Du sagst es. Der Erfahrungsaustausch tut allen Betroffenen gut und die Angehörigen fühlen sich mit integriert.

Ich bin sehr erstaunt, mit welcher Freude und Optimismus die Betroffenen zu diesen
Treffen erscheinen. Es wird hier nicht nur über die Krankheit gesprochen, nein das Gegenteil ist der Fall. Man unterhält sich in lockerer Atmosphäre über Alltagsprobleme, Neuigkeiten auf der Welt, über lustige Begebenheiten usw.
Auch habe ich schon über den STreff berichtet.

Eine traurige Situation gab es auch, als unsere Landesvorsitzende(wir nannten sie Landesmutti) mit nicht mal 60 Jahren an Mehrfachkrebs verstarb.
Sie war eine tapfere Frau, käpfte für die finanziellen u. ideellen Belange der Betroffenen.

So ist das Leben, vor Schicksalsschlägen ist keiner befreit.
Ich wünsche ein schönes Wochenende.
Lieben Gruß
Monika
comeback Das war nur gut,daß du dich für das schreiben ins Internet entschlossen hast,ich würde das auch machen,es hilft doch,wenn man etwas von der Seele schreiben und reden kann. Es ensteht ja der Kontakt mit gleichgesinnten,das ist dann doch sowas wie eine Selbsthilfegruppe,finde ich! Ein Erfahrensaustausch unter diesen ist ganz was Wesentliches!
Ich wünsche dir ein schönes und warmes Wochenende mit viel Sonne!
Annemarie!

Comeback
nixe44 ich hatte Glück, wurde von Krankheiten verschont.
Auch habe ich nicht verstanden, wenn sich ältere Menschen, vorwiegend über Krankheiten unterhielten.
Meine Einstellung hat sich bis heute nicht geändert.

Hallo Gerd,
danke für meine Charakteristik, Du hast ins Schwarze getroffen.
Ich lasse nicht so schnell Negatives an mich heran, werde deshalb auch von meinen Bekannten beneidet.
Auf der anderen Seite helfe ich gern meinen Freunden bei der Bewältigung ihrer Probleme. Ratsuchende gibt es genügend.
Mein Vorteil ist, ich arbeite oft im Internet und hier bekommt man auf Vieles eine Antwort.

Einen Wunsch hätte ich noch, nämlich die damalige Versicherungsvertreterin aufzusuchen und ihr mitzuteilen: "Ich lebe noch."
Sie gab mir vor über 30 Jahren nur noch eine Lebenszeit von 5 Jahren.

Liebe Grüße mit optimistischen Hintergrund
Monika
traumvergessen aus der Situation gemacht. Damals - in noch jüngeren Jahren - konnte das nur ein Schock für dich sein. Du hast es gut überstanden. Auf die Lebensversicherung konntest du gut pfeiffen. Es ist sowieso nur eine Anlage für die Versicherung.

Liebe Grüße an die Optimistin
Gerd
nixe44 vieles lässt sich leichter ertragen, wenn man eine positive Einstellung zum Leben hat. Zum Glück, so sage ich heute, dass mir mein Krankheitsbild nicht bekannt war.
Dadurch hatte ich mir auch keine weiteren Gedanken gemacht.
Gewundert habe ich mich nur und nicht nur ich, sondern auch meine Arbeitskollegen,
dass ich damals 1 1/2 Jahre krank geschrieben war.

Nicht, dass es mir zu Hause nicht gefallen hätte, das Gegenteil traf zu.
Ich erholte mich schnell und da ich nicht unter Zeitdruck stand, ging ich regelmäßig in die Schwimmhalle(5mal die Woche). Lernte neue Menschen kennen und hatte viel Spaß am Nass.
Ich glaube, ich hatte viel Glück in meiner Situation, doch die Psyche spielt auch eine große Rolle.

Ich habe lange überlegt, ob ich meine Krankengeschichte hier offen lege.
Doch ich möchte allen direkt/nicht direkt Betroffenen ermutigen, sich nicht auszugrenzen, sondern am Lebensrhythmus teilzunehmen.

Danke für Deinen Kommentar
Liebe Grüße
Monika
comeback Liebe Nixe44!

Du bist zum bewundern,an dir kann man ein sehr gutes Beispiel nehmen. Ich war,Gott sei Dank, noch nie in einer solchen Situation, aber ich glaube nicht,daß ich so positiv handeln könnte wie du. Das hat dir auch geholfen,davon bin ich felsenfest überzeugt.
Ich habe eine Freundin,die hat auch vor einem Jahr eine solche Diagnose erhalten hat, mit Operation und anscließender Chemo-und Strahlentherapie,wo es ihr sehr schlecht gegangen ist,aber den Humor nie verloren hat. Sie strahlt soviel Zuversicht und Hoffnung aus,obwohl noch immer nicht alles überstanden ist, ich bewundere sie einfach!
Ich kann dir nur alles Gute wünschen,aber jetzt hast du ja alles hinter dir und du bist wohlauf,wie man aus deinem Schreiben entnehmen kann.
Sollte ich einmal in diese Lage kommen,dann werde ich an dich denken und versuchen so zu handeln wie du! Traumhaft!

Annemarie!
nixe44 ... ich glaubte noch bis zuletzt an eine Fehldiagnose.
Das hat es alles schon gegeben, wie gesagt, ich hatte keinerlei Beschwerden.

Die OP mußte sein, doch dass der ärztliche Befund "Krebs im Anfangsstadium"
ergab, erfuhr ich erst Jahre später.
Durch das Verhalten meiner Lebensversicherung hatte ich bei einer Nachuntersuchung
meine Ärztin gefragt, die mich dann auch schonungslos aufklärte.
Ziemlich spät finde ich, aber vielleicht war es besser für mich, nicht sofort die
Wahrheit zu wissen.
Ich lebte im guten Glauben, der Tumor sei gutartig gewesen.

Ich erholte mich ziemlich schnell, habe alles gut verkraftet.
Es ist ja auch schon über 30 Jahre her.

Danke liebes Marlenchen für Deinen Kommentar.

LG Monika(das Stehauffrauchen/-männchen)
marlenchen du hattest dich mit der diagnose krebs
auf du und du gestellt,
dass kann nicht jeder, doch dir ist es gelungen!
ich freue mich, dass du alles gut überstanden hast.
wünsche dir nun gute erholung von allem.
liebe grüße vom marlenchen.
nixe44 mein Selbstbewusstsein ist gereift mit den Jahren.
Mir wurde nichts geschenkt, ich musste mir alles selbst erarbeiten, manches sogar erkämpfen.
Ich habe einen ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn und bin manchmal mit meiner Meinung bzw. Handlung auf der Strecke geblieben.
Den Humor habe ich mir bewahrt.
Vielleicht war es auch ein Schutzschild meiner Psyche.
Liebe Grüße
Monika
piggi Du hast es bewiesen, mit Deinem starken Selbstbewusstsein und einem schuss Humor hast Du Deiner Schockdiagnose paroli geboten. Das Glück war Dir auch hold und hat den Krebs noch nicht metastasieren lassen.
Die Probleme mit der Lebensversicherung kenne ich auch, doch gibt es auch andere Möglichkeiten sich für das Rentenalter abzusichern.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht....
Liebe Grüße von meiner Sonneninsel
Birgit

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