Schulden

Jetzt kurbeln wir alles wieder an
und drucken rasch massenhaft Geld,
auf dass die Wirtschaft anlaufen kann,
weil Euro drucken nicht schwer fällt.
Da wagt es einer, fragt ganz leise:
Wer macht die Schulden wieder gut?
Das kümmert uns in keiner Weise,
schließlich gilt: Nach uns die Sintflut!

© Syrdal 2020

 


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Kommentare (6)

Winterrose

Im ersten Quartal des vergangenen Jahres betrug das Geldvermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen 6170 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von über 153 Milliarden Euro gegenüber dem letzten Quartal des Jahres 2018. Trotz der Zinsflaute !

Könnte es sein, dass das den Damen und Herren Regierenden ein Dorn im Auge ist und sie deshalb so unverblümt Schulden machen und Steuergelder in Milliardenhöhe mit der Gießkanne verteilen ?

Sie könnten den Menschen in diesem Land schließlich jederzeit immer mehr Steuern und Abgaben aufs Auge drücken, um nicht zu sagen aus der Tasche stehlen. Oder ist das vielleicht nur meine naive Milchmädchen-Vermutung ?

Was haben „die da oben“ mit diesem Land und Europa vor ? Die EZB stockt jetzt sogar ihr Notkaufprogramm auf 1.350.000.000.000 Euro auf. Wollen die Finanzjongleure den Kontinent endgültig komplett vor die Wand fahren ? Das fragt sich mit einem Kopfschütteln, Laura, die Winterrose, der momentan viele Fragen durch den Kopf gehen.
 

Syrdal

@Winterrose

Liebe Laura, dein Kommentar lässt mich vermuten, dass du einen recht guten Einblick in all die derzeit zu hörenden Finanzgeschichten hast. Ich hingegen kann da überhaupt nicht mitreden, weil das für mich alles „Böhmische Dörfer“ sind und ich die ganze Situation einzig und allein aus meinem Bauchgefühl heraus beurteilen kann. Dieses aber sagt mir, dass wir unsere Nachkommen enorm belasten, selbst wenn es momentan eine gewisse Notwendigkeit gibt, die Wirtschaft zu stützen, damit sie nicht völlig zusammenbricht. Andererseits frage ich mich, ob wir die Wirtschaft wirklich im bisher erfahrenen Leistungsumfang brauchen oder wäre nicht eine gewisse Maßhaltung und vor allem Konzentration auf das wirklich Notwendige unserer Erde verträglicher… Aber schon füllen sich die Medien bereits wieder mit schreienden Werbeangeboten jeglicher Art, angefangen von Immobilien über superteure, riesige SUV‘s bin hin zu Luxus-Fernreisen in alle Regionen dieser Erde. Das alles zeigt mir, man hat nichts gelernt und es geht alles weiter nach der Dvise – „nach uns die Sintflut“!

...mit Nachdenklichkeit grüßt
Syrdal
 

Winterrose

@Syrdal  

Nein, lieber Syrdal, ich habe keineswegs einen guten Einblick in das Finanzwesen. Ich entnehme mein bescheidendes Wissen gelegentlich einigen Tageszeitungen oder informiere mich entsprechend im Internet. Es sind die Informationen über diese Unsummen, die derzeit verteilt werden, welche mich aufhorchen lassen. Wie du, denke auch ich, dass Maßhalten gerade jetzt angesagt wäre, und dass ständiges Wachstum eben nicht das Maß aller Dinge ist. Aber die Gier kennt eben keine Grenzen.
Schon vor Corona sah es in der Industrie- und Finanzwelt nicht gut aus. Jetzt scheint alles aus dem Ruder zu laufen, Arbeitslosigkeit und Armut werden extrem zunehmen. Ja, der Wirtschaft muss geholfen werden, aber die finanzielle Unterstützung ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein und wird, so denke ich, ohne großen Erfolg verpuffen. Wir befinden uns ja erst am Anfang  der Folgen dieser Krise. Außerdem treibt mich mal wieder die Ungerechtigkeit um.
Die besten Jahre in diesem Land scheinen jedenfalls hinter uns zu liegen.

(Wie gut, dass ich „meinen“ Garten habe, „mein“ kleines, stilles Paradies, „meine“ kleine Rückzugsoase ! Wenn die nicht hätte, wäre alles sehr viel schwerer zu ertragen. Bin soooo dankbar für diesen kleinen, grünen, blühenden Ort, in dem ich erst vor ein paar Tagen tatsächlich das von dir beschriebene Schöllkraut entdeckt habe! Ich kannte es vorher nicht.)

Ich frage mich sehr oft, wohin das derzeitige Chaos, welches auf allen Ebenen herrscht, führen soll. Es besteht wirklich Grund, sich um die Zukunft der nachfolgenden Generationen, Sorgen zu machen, denn die Aussichten sind alles andere, als rosig. Andererseits hat die Menschheit schon viel größere Probleme gemeistert.
Vielleicht löst diese Krise bei vielen Menschen sogar ein Umdenken aus.

Danke für deine Zeit und deine Antwort, lieber Syrdal, sagt Laura, die deine Marginalien und Gedichte  immer wieder sehr gerne liest und sich fragt, woher der ungewöhnliche Name „Syrdal“ wohl stammen könnte.

dunkelgraf

@Winterrose  Du hast recht, die privaten Vermögen der Bevölkerung sind riesengroß, und da will der Staat , der nichts als Schulden hat herankommen. Aber man muß unterscheiden in Bürger, die Vermögen in Bargeld, Lebensversicherungen, Sparbüchern und Festgeldkonten haben, und jenen, die ihr Geld in Aktien angelegt haben.
Durch den weiterwachsenden Schuldenberg werden die Zinsen auf lange Zeit niedrig oder sogar negativ werden. Bei negativen Zinsen verdient der Staat an seinen Schulden, denn das Geld wird immer weniger wert. Ich rechne stark damit, daß die Inflation zunehmen wird.  Also werden die erstgenannten Bürger große Einbußen haben.
Die Aktienbesitzer werden sich die Hände reiben, wenn nehmlich Geldvermögen abnehmen, wird das Aktienvermögen steigen.
Und wer hat das größte Vermögen in Aktien? natürlich die oberen 10% der Bevölkerung. Wer werden eine weitere Schere zwischen Arm und Reich erleben.

dunkelgraf

Es ist sogar noch schlimmer. Schulden kann man machen, wenn man die entsprechenden Einnahmen hat, aber die sind nicht da und nicht in Sicht.
Nun werden auch noch die Mehrwertsteuersätze gesenkt, also 20 Millarden € weniger in einem halben Jahr. Auch die Wirtschaft liegt am Boden, so daß auch die Unternehmen und Arbeitnehmer weniger Steuern zahlen.
Unsere Kinder und Enkel werden ein schweres Erbe bekommen.

Syrdal

@dunkelgraf
 
Woher die riesigen Summen, die derzeit am laufenden Band mir nichts dir nichts „locker“ gemacht werden, ist mir nicht ersichtlich, aber ich fürchte, dass wir unseren Nachkommen über mehrere Generationen hin ein schweres Erbe in einer in vielen Bereichen schwer geschundenen und ausgebeuteten Erde hinterlassen. Und das macht mir nun wirklich kein gutes Gewissen…

...meint
Syrdal
 


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