Standhaftigkeit
 
Entsteht ein Werk ohn’ Lust und Liebe,
entbehrt es jedem festen Grund,
es stürzt, sobald nur eine Fliege
sich aufsetzt, in den Höllenschlund.
Das Werk, gebaut mit Herz und Seele
kann kein Sturm nur leicht bewegen,
selbst wenn der Teufel ihn befehle,
es steht unter höchstem Segen.
 
© Syrdal 2019

 


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Kommentare (9)

HeCaro

Lieber Syrdal,
 
ja,  das ist so. Wenn man sich bei einer Arbeit, gleich welcher Art sie ist, nur darauf konzentriert sie gut zu machen.  Wenn man sie gerne tut und  ganz bei der Sache ist,
schafft das nach der Vollendung ein Gefühl der Zufriedenheit.
 
Lieben Gruß zum Abend
Carola.

Syrdal


Das ist eine sehr schöne Bestätigung: Wenn man bei dem, was man tut „ganz bei der Sache ist, schafft das nach der Vollendung ein Gefühl der Zufriedenheit“... Das, liebe Carola, kann ich nur mit aller Überzeugung bestätigen.
 
Danke für diese schöne Formulierung
und liebe Grüße
Syrdal

protes

so recht hast du wieder
lieber Syrdal,
was mit lust und liebe gemacht wird
erfüllt fastimmer seinen zweck
auf sinnvolle art
herzliche grüße
hade

Syrdal


Ja, lieber hade, das ist eine Erfahrung, die ich auch immer wieder gemacht habe, selbst bei Dingen, die ich zunächst gar nicht so gerne anfassen wollte. Doch dann  einmal begonnen, sind sie letztlich gut gelungen.
 
In solchem Sinne
herzliche Grüße
Syrdal  

Manfred36


Was für Werke kann ich „vollbringen“?
Als „Werktätiger“ muss ich effizient, aber nicht unbedingt mit Lust und Liebe arbeiten, auch als Studierender nicht. Mein Werk ist mein Beruf, aber nicht meine Berufung.
Vollbringe ich ein schöpferisches Werk (in der Kunst), dann ist es eben keines, wenn man nicht „meine Lust und Liebe“ dahinter erkennen kann. Alles andere ist nur ein Werk im Sinne von Erzeugnis. Ein „Lebenswerk“ wirst du ja nicht gemeint haben.
Es gibt natürlich auch Machwerke, die von Beginn an auf Demontage ausgerichtet sind.
 

indeed

@Manfred36  

Du schreibst, dass dein Werk dein Beruf ist aber nicht deine Berufung.
Schade eigentlich. Es wäre doch schön, wenn es so gewesen wäre.

Beruf kommt übrigens von Berufung. Natürlich fehlt oftmals die Berufung, sogar bei manchen Ärzten. Eine Berufung beflügelt und das kommt dem Werk immer zugute.

Meine Meinung

Gruß in den Abend von
indeed

Syrdal


„Werk“ steht hier für alles, was man tut, denn auch das Geringste, was man tut, ist ein „Werk“ und sei es z.B. „nur“ das Reinigen der Tasse vom Frühstück. Man kann die Dinge so oder so machen, doch mit Bewusstheit getan, schafft das dem Tuenden Zufriedenheit über sein „Werk“, es ohne „Herz und Seele“ (ohne Lust und Liebe) zu tun, hinterlässt (hier als Beispiel) eine Tasse, aus der man nicht gerne trinken mag, weil die Kaffeeränder von gestern noch immer vorhanden sind... also Unzufriedenheit mit der Leistung.
 
Nun gut, das ist ein ziemlich profanes Beispiel, aber es soll ausreichen, um die Frage nach dem rechten Tun zu beleuchten.
 
Gruß zu dir von
Syrdal 

Roxanna

Mir kam beim Lesen deines Gedichtes, lieber Syrdal, der Baum in den Sinn. Tief verwurzelt steht er fest, auch wenn der Sturm ihn in seinem Geäst noch so schüttelt. Die wahre Liebe gibt Standfestigkeit, dagegen kommt auch der Teufel nicht an.

Danke und herzliche Grüße
Brigitte

Syrdal


Liebe Brigitte, das ist sehr wohl ein passendes Bild, vor allem, wenn man den Baum als die den unendlichen Kosmos tragende Weltesche Yggdrasil sieht. Diesen Weltenbaum kann nichts ins Wanken bringen, denn er ist der Urgrund selbst. Und so kann man das auch übertragen auf alles, was man mit der in Herz und Seele ruhenden kosmischen Kraft erschafft.
 
Danke für deine interessante Betrachtung.
 
Herzlich grüßt
Syrdal


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