Stille – gut und böse … aber mit vielen Erkenntnissen bestückt.


Stille – gut und böse … aber mit vielen Erkenntnissen bestückt.

Ich liebte bereits als Grundschülerin die Stille in der münsterschen Promenade Anfang der 1950er Jahre. Ich zog es oft vor, dort allein zwischen den Bäumen zu spielen, zu klettern oder auch Kleinigkeiten zu sammeln, die mir auffielen und gefielen.

Meine große Schwester, vier Jahre älter als ich, hat bis heute ihre Abneigung gegen mich, ihr den Prinzessinnenstatus mit vier Jahren als Nachgeborene genommen zu haben, nicht überwinden mögen. Ab 1948 ließ sie mich auch immer wieder wissen, ich sei Schuld an der Brustkrebserkrankung unserer Mutter.

Mit meiner fast drei Jahre jüngeren Schwester war in Kindheitstagen auch nicht wirklich der Kontakt als Spielkameradin zu erstellen. Obendrein sorgte die Große immer wieder dafür, dass sie die Kleine abends im gemeinsamen Bett  stets aufhetzte, mich zu beißen, zu schlagen, zu treten, aus dem Bett zu schubsen. Die verstand das noch nicht so recht mit ihren drei bis fünf Jahren, warum die Große das wollte. Ich zog mich dann mit meinem Kopfkissen als Zudecke auf den Bettvorleger zurück, und schlief auf dem Boden.

Auf der Straße vor unserem Haus gab es zwar eine Reihe Kinder, aber damals galt noch: die katholischen Kinder spielen auf der einen Straßenseite und die evangelischen auf der anderen. Wehe, eines der Kinder wechselte – versehentlich – auf die falsche Seite. Kloppereien mochte ich gar nicht, die gab es täglich … Und so kam es, dass ausgerechnet das Mädchen, das ich sympathisch fand, auf der falschen Seite wohnte, nicht meine erste Freundin werden konnte. Auch die Krebskrankheit meiner Mutter sorgte dafür, dass wir Mädchen, meine Schwestern und ich, keine Freundinnen mit nach Hause bringen durften.

Als Teenager habe ich es oft vorgezogen, kleine oder größere Fahrradtouren in Münsters Umgebung zu machen. Ein Internatsjahr auf dem Gymnasium, um den Streitereien meiner großen Schwester zu entgehen, vereinsamte mich noch mehr. Aber ich fand es andererseits schön, meinen Gedanken später auf vielen Fahrradtouren nachhängen zu können. In den darauffolgenden Schuljahren hatte ich damit zu kämpfen (was ich erst 2011 auf dem von mir angezettelten Klassentreffen nach 50 Jahren Schulentlassung erfuhr), den Mitschülerinnen zu zeigen, dass ich mich in ihre Klasse integrieren wollte. Offensichtlich hatten alle natürlich in dem ersten Jahr der weiterführenden Schule schon IHRE Freundin gefunden, so dass ich mich vorsichtig nur in einzelne bereits bestehende Grüppchen einfugen durfte. Auch der bekannte Ruf meines Vaters als Friseur der Damen des Prinzipalmarktes, Geschäftsfrauen, war nicht gerade förderlich, meine Mitschülerinnen sich mir zuwenden zu lassen.

Über diese Einsamkeit half mir in jenen Jahren meine Cousine weg. Doch sie lebte im Sauerland, so dass wir nach einigen ersten Ferien-Besuchen meinerseits bei ihr einige Jahre nur in Briefkontakt blieben. Das förderte meine ansatzweise vorhandene Schreibsucht. Seit wir Jahre später geheiratet hatten und Kinder bekamen, schlief dieser Kontakt ein wenig ein. Aber nachdem fast jede Familie ein Telefon, später auch Handys hatte, lebte unser Kontakt wieder auf.

Und den brauchten wir beide dringend!! Dass ich einen Narzissten geheiratet hatte, wurde mir erst klar, als ich mich – nach 46 Jahren Ehe – von ihm getrennt hatte, in wenigstens 35 Jahren dieser Ehe war meine Cousine mein Ohr für all die Dinge, die ich allein glaubte nicht mehr ertragen zu können. Ihr erging es nicht viel anders.

In diesen Jahren saß ich Abend für Abend allein in meinem Wohnzimmer. Tagsüber hatte ich meinen Beruf, teils die Kinder, die auf ihrem Weg ins selbstbestimmte Leben zu unterstützen waren, teilweise auch die persönliche Begleitung meiner psychisch kranken Schwiegermutter (die Ursache für die narzisstische Entwicklung meines Mannes) über fast 25 Jahre jedes Wochenende plus einer vierwöchigen Zeitspanne jährlich, in der sie meine Familie, meinen Haushalt in Form eines Krankenhaus-Urlaubes durcheinanderwirbelte, alle gegen alle aufhetzte.

Kam mein Mann tatsächlich mal abends in die Wohnung, statt bis oft drei Uhr in der Nacht in seinem Hobbykeller zu verbringen, geschah das nur, um nach einem Toilettengang mit der Fernbedienung das TV-Programm, das ich zu meiner Handarbeit laufen ließ, durchzuzappen, mir Vorwürfe zu machen, was für einen Blödsinn ich da gerade schauen würde. Nur bei Krimis und Boxkämpfen blieb er eine Weile sitzen. Also Stimmungskiller und Kontrolleur. Irgendwann begann ich, in einem nahen Fitness-Studio zweimal die Woche mit Kolleginnen zu trainieren, um etwas für mich zu tun. Aber auch das wurde lächerlich gemacht.

Als ich anfing, wieder in der damals leicht bergigen Umgebung unseres Zuhauses (Teutoburger Wald) nach 30 Jahre ohne Fahrradfahren dieses zu üben, um nicht unangenehm auf dem Betriebsausflug meiner Arbeitsstelle aufzufallen, folgte mir mein Göttergatte plötzlich. Er hatte wohl das Gefühl, ich sei nicht mehr für ihn sicher zuhause zu kontrollieren. Ansprache, Aussprache gab es nicht. Er suchte misstrauisch nach einem Verehrer – so erzählte mir später die Nachbarschaft! Fündig wurde er nicht.

Dafür konnte er, der Sporthasser, sich plötzlich dazu durchringen, bei schönem Wetter mit mir gemeinsam Fahrradtouren zu machen. Durch mein Reden, dass nach ca. 20 Minuten Fahrradfahren der höhere Sauerstoffgehalt in den Lungen für ein gewisses Wohlgefühl des strampelnden „Sportlers“ sich einfinden würde, empfand er tatsächlich so. Das hielt aber nur so lange an, bis er feststellte, er könnte mich für irgendwelche „Untaten“ meinerseits, die gar nicht existierten, mit Entzug von Fahrradtouren bestrafen! Zum Glück ging das nicht so weit, dass er mir mein Rad wegsperrte und so machte ich dann wieder allein meine Touren oder auch lange Spaziergänge in der ländlichen Umgebung.

Endlich – als Rentner – trieb er es mit seiner Streit- und Strafsucht so weit, dass ich ab Frühjahr 2010 es nicht mehr ertrug, wenn er in unsere Wohnung kam, wo ich irgendwo etwas tat. Augenblicklich bekam ich das Gefühl, ein Igel habe sich in meiner Kehle breit gemacht. Ich floh, so bald ich hörte, dass die Korridortür geöffnet wurde, nahm 9 kg in nur vier Wochen ab. Der mir zu dem Zeitpunkt aufgezwungene 1-Cent-Streit an einer Tankstelle sorgte dann dafür, dass er mich noch mehr drangsalieren wollte, mich – bildlich gesehen – unter den Teppich kehren wollte, mich zunehmend belog.

Ich begann umgehend alle für mich wichtigen Papiere zu kopieren, ließ ihm nur die Kopien im Ordner, so dass er mir im Fall, dass er mir das gemeinsame Haus eigennützig und heimlich verkaufen und wegnehmen wollte, dazu keine Chance hatte. Ich ließ mich anwaltlich beraten, besuchte mehrere Monate eine Mediatorin, Familien-Therapeutin, und fand endlich die Möglichkeit, vor meinem Mann zu flüchten, so weit weg, dass ich wusste, dorthin folgt er mir nicht.

Am Weltfrauentag, dem 8. März 2011, räumte ich die Kleidungsstücke, die ich mitnehmen wollte, in Müllsäcke, dazu die Ordner, die ich ja mitzunehmen hatte, packte alles in unseren Pkw, der auf mich zugelassen und über mich versichert war, und ließ ihn seinen nächtlichen Rausch in der Frühlingssonne an diesem Tag ausschlafen.

Das Glücksgefühl, ihm entronnen zu sein, setzte erst nach den ersten Abbiegungen in Richtung Norden ein. Aber einen befreienden, glücklichen Fast-Lachkrampf bekam ich, als ich die Autobahn wieder verlassen hatte und im Radio hörte, welchen Tag ich zur Flucht gewählt hatte ...

Um zu dem Thema zurück zu kommen – diese Ruhe, Stille, die ich seitdem in einer kleinen Wohnung in meinem neuen Domizil erlebe, war ja für mich Jahrzehnte lang eingeübt. Es gab zuvor nur sehr wenige Gespräche, die ich mit meinem Ehemann führen konnte. Dazu hatte er keine Lust. Meine beruflichen Freundinnen machte er, wenn denn mal eine kam, madig!  Lieber grübelte er bei mehreren Flaschen Bier, später auch noch mit Schnaps in seinem Hobbykeller Nacht für Nacht oder sommertags im Garten über sein Leben nach.

Sein Angebot, mit ihm seinem Hobby zu frönen, mochte ich nicht annehmen. Zu gut wusste ich, dass er einen sehr inakzeptablen Lehrmeister abgeben würde (unser Bauphase hatte es mir gezeigt!). Andererseits war es mir nicht möglich, mit meinen Händen in der Gartenerde herumzuwühlen, meine Fingerhaut entzündete sich. Auch Handschuhe zum Schutz sorgten für nässende, entzündete Fingerhaut. Also wandte ich mich meiner eigenen Begabung dem Zeichnen zu. Das allerdings ärgerte ihn, weil er da nicht mithalten konnte. Ich musste es heimlich tun, wenn er nicht zuhause war. Erst Jahre später gestattete er mir, die Kohle-Portraits meiner Kinder in der Wohnung aufzuhängen. Etwa zur gleichen Zeit plünderte er aber meine Pinsel und Farben für Glasmalerei und verwendete sie für seine Schiffsmodellbauten. Den Rest entsorgte er, weil er die Schrankfächer in meinem Hobbykeller nutzen wollte, ohne mich zu fragen ...

Mich hat es dazu gebracht, ab den 1990er Jahren, als ich erstmals eine EDV besaß, dort in aller Stille Tagebuch zu führen. Anfangs habe ich oft in Schimpftiraden, die meine Gefühle des Tages darstellten, geschrieben. Irgendwann schämte ich mich dafür, überarbeitete es und löschte Schimpfworte aus. Aber ich begann auch, mein Leben, das meiner Vorfahren in Erzählform aufzuschreiben, falls einmal mehr aus meiner Niederschrift werden würde.

Als ich dann hier in meiner heutigen Umgebung allein lebend in der Nähe meiner Tochter heimisch wurde, begann ich, nachzuforschen, wieso mein Mann so war, wie er war und entdeckte die teils fürchterlichen Auswirkungen auf die Menschen, die ohne Empathie ihr Leben meistern müssen und daher möglichen Partnern nur Liebe vorspielen. Sie spiegeln diese Gefühle, ohne sie zu empfinden und dann, wenn sie sich des gewünschten Partners sicher sind, zeigen sie ihr manipulatives, eiskaltes, wahres Gesicht!

Die vorangegangenen Zeiten – Kaiserreich, erster Weltkrieg, die Armutszeiten vor und nach dem ersten Weltkrieg sowie die keineswegs Goldenen Zwanziger Jahre mit der daraus resultierenden Hitlerzeit sowie der zweite Weltkrieg und die Nachkriegsjahre mit allen Bitternissen – haben wohl dafür gesorgt, dass viele traumatisierte Menschen den egoistischen Weg lernten zu bevorzugen. Das mag dazu geführt haben, dass es heute in der Wirtschaft sowie in der Politik weltweit so viele Narzissten gibt, die es weltweit den Menschen schwer machen, keine so schrecklichen Kriege mehr aus Machtsucht anzuzetteln! Im Kleinen sind das die Ehe- bzw. Lebenspartner*innen, im großen leider Menschen wie Hitler, Assad, Kim Jong Un, Xi Jinping, der derzeitige chinesische Präsident, Trump, Erdogan, Putin, Lukaschenko und vermutlich noch viele mehr in vielen Staaten dieser Welt.

Nicht nur mein Resümee ist es, dass wir alle diese Erlebnisse, die Ängste und Gefühle, die Vorsicht unserer Vorväter auch noch ein paar Generationen tatsächlich (wissenschaftlich belegt!) weiter vererben!

Nach so lange erduldeter eigener Einsamkeit und Stille habe ich die letzten fast neun Jahre meines Lebens mit viel Lesen und Erkenntnissen, die regelrecht aufgedrängt wurden, werden, vielleicht auch nicht alle richtig sind, verbracht. Und da das Weltgeschehen ja fortschreitet, wird mich die eigene, jetzt bewusst gewählte Stille ganz bestimmt nicht in eine depressive Altersstimmung befördern … Es gibt viel zu erleben, zu lesen usw.!!!
 


Anzeige

Kommentare (10)

Elfi49

Liebe Uschi,
mit großer Empathie habe ich von Deinen verschiedenen "Stillen" gelesen.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du auch die besondere Stille, die durch ein glückliches Innehalten fühlbar wird, erleben darfst. Ich erlebe diese sehr oft, wenn ich mich in die Wiese setze und dort dem lauten Konzert der Natur zuhöre, das ich dann in mir als Stille fühle.

Alles LIebe
Elfi

nnamttor44

@Elfi49  
Liebe Elfi! Ab 11 Uhr wird ab heute in meiner zukünftigen Wohnung der Boden und einige Wände (Küche, Bad) gefliest Spätnachmittags beginnt dort mein Schwiegersohn, die Küche zu tapezieren. Der Einzugstermin rückt als näher!

Dort habe ich einen großen Garten, über den ich weit hinausschauen kann bis an den ersten Deich der Weser!

20200901_071615.jpg

Es ist ein ruhiger schöner Ausblick von meiner zukünftigen Terrasse und den werde ich sehr oft genießen! Die Familie ist tagsüber arbeiten, mein Enkel in der Schule und nachmittags bei seiner Mama in der Firma ... Abends gibt es also Leben, ihr Leben, an dem sie mich immer teilhaben lassen!!

Da wird für mich genussvolle Stille sowie viele Beobachtungen der Natur, der Jahreszeiten, eine ganze Wiese voller junger Frösche aus dem großen Nachbarteich, die Aufzucht diverser Vögel, der Überflug von Raubvögeln und Störchen meine zukünftige Stille bereichern!!

Danke für Deinen mitfühlenden Kommentar 

Uschi

Widderfrau

Habe diesen Zeilen sehr aufmerksam gelesen. Das Leben kann einem übel mitspielen, aber man erkennt auch aus dieser Vergangenheit, wie stark ein Mensch sein kann.

Ich finde es auch beeindruckend, dass fremde Menschen an diesem Schicksal teilnehmen können bzw. dürfen, auch wenn es nur virtuell ist.

Auch wenn man Familie, Partner, Freunde oder Sonstiges hat, kann man doch sehr, sehr einsam und alleine sein.
Denke, die Kraft, die ein Mensch entwickeln kann, hat mit dem Lebenswille etwas zu tun, nicht aufgeben zu wollen.

Dass es schlussendlich doch noch positiv für die Schreiberin ausgegangen ist, freut mich sehr. Ich wünsche noch einige schöne, gesunde und ruhige Jahre.
Man ist sich oftmals "selbst" am nächsten sowie auch alleine auf sich gestellt, leider ist das so.

Die herzlichsten Grüße aus Köln
Beate

nnamttor44

@Widderfrau  
Hallo Beate!

Der Scheuerbeutel des Lebens trifft mich gerade mal wieder heftig. Andererseits darf ich gerade auch erleben, dass die Verbindung zu meiner Tochter mit ihrem Mann und fast neunjährigen Sohn besonders liebevoll für mich ist. Da fällt die andere Variante dann nicht so auf.

Aber ich bin der Meinung, auch so ein Leben, wie ich es führte, ist die Erzählung wert, obwohl ich zuvor schon überlegt habe, ob ich es hier poste.

Alleine auf mich gestellt bin ich hier nicht mehr. Im Grunde bräuchte ich nur "Pieps" sagen und meine Tochter, die wirklich viel um die Ohren hat, steht mir zur Verfügung. Doch bis ich tatsächlich ihre Hilfe in Anspruch nehme, muss schon Außergewöhnliches sein ...

Ich hoffe, die Gesundheit wird zurückkommen und mir noch ein paar Jahre schenken, in denen ich meinen Enkel aufwachsen sehen, erleben kann!

Dir liebe Grüße und Dank für Deinen Kommentar nach Köln

Uschi

Urseli

Liebe Uschi,

danke für Deinen Beitrag, der deutlich zeigt, wie viele Menschen aufgrund
anderer Menschen, die einem nahestehen, oder auch nicht, zu leiden haben
oft über viele Jahre.
Viele haben nicht den Mut, oder die Kraft, sich zu wehren, oder dagegen
auch mit Macht sich zu wehren.

Beeindruckend, wie Du gelitten und gleichzeitig mit großem Mut
Dein Leben gemeistert hast und das noch immer tust.
Ich kann Dir nur großen Respekt zollen.

Ich wünsche Dir weiterhin alles Liebe und Gute!!!

Die andere Uschi (Ursel)

nnamttor44

@Urseli  
Ach weißt Du, liebe andere Uschi, wenn Gegebenheiten dazu führen, dass man weiterhin duldet, was man nicht wirklich dulden sollte, ist so ein - mein - Verhalten zumindest ein wenig verzeihlich.

Hätte ich allerdings geahnt, wie zornig aggressiv sich mein Mann gegenüber seiner damals neunjährigen oder später 12-jährigen Tochter verhalten hat, ich wäre trotzdem mit den Kindern gegangen, hätte mein Erbteil im gemeinsam erbauten Haus sausen lassen, um die Kinder zu schützen. Ich hatte ja gesehen, wie wenig er bereit war, die Bitte seiner kleinen Tochter nach einer Papa-Kuscheleinheit zu akzeptieren. Umso inniger gestaltete ich die Zuwendungen zu meinen heißgeliebten Kindern.

Diese anderen Fakten erfuhr ich erst in den vergangenen neun Jahren - nach meiner Trennung. Seinerzeit wollte ich nicht mit den Kindern auf der Straße stehen, schon gar nicht mit einem Haufen Schulden, die ja vom Hausbau auf beide Eheleute verteilt worden wären. Also hab ich stillgehalten. War allerdings auch für unseren Sohn keine glückliche Lösung!

Ich hab mich weitergebildet, mir eine besser bezahlte Stelle gesucht und dafür gesorgt, dass die Kinder trotz Legasthenie (Sohn) und körperlicher Versehrtheit (Tochter) eine Ausbildung erhielten, die es ihnen ermöglicht/e, ihr eigenes Leben so zu gestalten, wie sie es für richtig hielten, halten.

In meiner letzten Arbeitsstelle ging es mit bis auf die letzten 5 Jahren (Mobbing) so gut, dass ich eigentlich plante, auch noch mit fast 70 Jahren dort zu arbeiten. Musste ich mit 63 kippen. Wenn man den ganzen Tag dort auf der Arbeit sich wohl fühlt, dann zuhause außer dem Haushalt sich zur Ruhe setzen kann, ist die Stille beim Alleinsein kaum schwer erträglich.

War halt mein Leben, hab erreicht, was ich wollte, und kann nun glücklich im Kreise meiner restlichen Lieben mein Dasein genießen!!

Dir wünsche ich einen schönen Sonntag

Uschi - nnammtor44

WurzelFluegel

gerade habe ich dein Resümee über viele Jahre deines Lebens gelesen, eine bewegende Geschichte

interessant dass du es erduldete Stille nennst, das deckt sich so gar nicht, mit meiner Erfahrung von Stille, die ich immer wieder als Geschenk erlebe

wünsche dir eine gute Zeit
WurzelFluegel

nnamttor44

@WurzelFluegel  
Das wird sich auch nicht mit den Erfahrungen vieler alter Menschen decken, wie ich hier im Forum immer mal wieder andeutungsweise lesen kann. Es gibt trotzdem viele Menschen, die sich mehr oder weniger glücklich ihr Leben gestalten, erleben konnten. Dass in solchem Fall natürlich die Stille plötzlich unangenehm, sogar laut werden kann, unerträglich zu sein scheint oder ist, ist mir schon klar.

Dennoch ist mein Erleben diesbezüglich halt anders ... Wie sonst sollte ich es nennen, wenn nicht "erduldete Stille", die mir aufgezwungen wurde. Es hat mich schon gestört, als ich in meiner Ehe immer mehr mir meines Alleinseins trotz verheiratet bewusst wurde. Das begründet eben dann auch eine "erduldete Stille".

Ich wünsch Dir noch viele Gelegenheiten, Dein Geschenk "Stille" zu genießen. Es kann ja auch sehr erholsam, schön sein, liebe WurzelFluegel.

Dir ein schönes Wochenende

Uschi

WurzelFluegel

liebe @nnamttor44  
ist auch völlig okay, dass du es so nennst 😊

und du schreibst, zum Abschluss deines Berichtes auch so schön, dass du die Stille jetzt bewusst gewählt hast

wünsch dir mehr vom Glück 😊
WurzelFluegel

nnamttor44

@WurzelFluegel
Danke, liebe WurzelFluegel


Anzeige