Taube Füße - kein sicheres Zeichen für Polyneuropathie!


Sehr viele und besonders ältere Menschen klagen über taube Füße, zum Teil schmerzfrei, teilweise mit Schmerzen besonders in Ruhephasen, oder verbunden mit dauerhaften Schmerzen, bei einem Teil der Betroffenen auch begleitet von leichtem bis hin zu stechendem Kribbeln. Medizinisch wird öfters ohne intensivere Untersuchungen ein Zusammenhang mit Polyneuropathie gesehen, diagnostiziert und danach behandelt. Doch ist es tatsächlich so? …

Ich bin da ein bisschen skeptisch, denn taube Füße können ursächlich durch unterschiedliche Erkrankungen ausgelöst werden. Darum ist es schon grundsätzlich (auch bei anderen Symptomen!) ganz wichtig, durch gezielte Untersuchungen die Ursachen genauestens festzustellen, um auch die richtige Therapieentscheidung zu treffen und einige möglichen und schweren Erkrankungen auszuschließen. Ansonsten ist eine kostenträchtige Behandlung für „die Katz“ und teilweise durch eingesetzte Pharmazeutika für den Körper unnötig belastend und schädigend.

Wer sollte die Ursachen feststellen?

Das Taubheitsgefühl, zum Beispiel an den Fußsohlen, gehört zu den Sensibilitätsstörungen beziehungsweise Gefühls- oder Empfindungsstörungen. Darum sind bei tauben Füßen zunächst die Neurologie und ihre Fachmediziner erste und richtige Anlaufstelle zur Feststellung der Ursachen! Erst danach sollte möglicherweise die Zuständigkeit an die Orthopädie abgegeben werden, um ggf. Bandscheibenschäden und andere Erkrankungen des Rückgrades auszuloten, denn die ursächlichen Empfindungen für das Taubheitsgefühl, die werden immer von den Nerven weitergeleitet und kann durchaus an anderen Körperteilen und Organen zu finden sein. Bei eigener Verunsicherung durch Feststellung einer schwerwiegenden Erkrankung, ist auch ggf. eine Zweitmeinung sinnvoll.

Wenn es in der Diagnose dann aber z.B. heißt: „diskrete Polyneuropathie“, beginnen aus meiner Sichtweite schon ein bisschen die Alarmglocken zu schrillen, beziehungsweise stellen sich meine Nackenhaare, denn diese Bezeichnung, die gibt es eigentlich nicht! Entweder habe ich eine Polyneuropathie oder ich habe sie nicht! Möglicherweise ist damit eine beginnende oder auch mittelgradige (zeitlich ggf. chronische) Polyneuropathie, mit diskreter Entzündung gemeint und sollte das Anfangsstadium umschreiben. In solch einem Fall wäre eine Ausheilung binnen kürzerer Zeit möglich – oder es ist eine lapidare, also eher vermutete Diagnose ohne genau Ursachenkenntnis, um Therapiemaßnahmen einleiten zu können.

Die Hausärzte befragen zwar den Patienten gezielt zu den Beschwerden und überweisen ihn dann in der Regel an einen Neurologen, mit der Bitte um Abklärung seiner Verdachtsmomente. Rezeptieren aber Hausärzte Medikamente zu den Beschwerden, so ist das schon höchst zweifelhaft.

Übrigens dürfte ja jedem bekannt sein, dass seit der letzten „kleinen“ Gesundheitsreform, eine Überweisung durch den Hausarzt zu einem Facharzt nicht mehr unbedingt erforderlich ist.

Mögliche Ursachen für taube Füße:

Taubheit an den Füßen oder Fußteilen (Sohlen, Zehen) oft einhergehend mit anderen, anfangs schwachen Symptomen (Schmerzen, Kribbeln) können unkompliziert, aber ebenso Symptome für eine ernsthafte oder schwere Erkrankung sein und hier kommen einige als Auslöser in Betracht:

- Bereits ein dauerhaftes, womöglich zunehmendes Übergewicht, kann über die Zeit diese Symptome auslösen. Ebenfalls können zunehmender Alkoholkonsum, andere Rauschmitte (Drogen) und starkes Rauchen, zu solchen Erscheinungen führen.
- Dies können bereits auch Medikamente die man einnimmt sein und die mitunter solche Nebenwirkungen haben (besonders wenn auf ein neues Dauerpräparat – auch nach Gesundheitsreform – gewechselt werden muss). Häufiger passiert dies spezifisch bei Medikamenten gegen Diabetes.
- Verantwortlich können aber auch falsches Schuhwerk oder ein Abklemmen von Nerven (z. B. durch falsches Sitzen) für die Taubheit (eingeschlafene Füße) sein.

Vorangegangene Ausführungen habe ich aber nur nebenbei erwähnt, denn hierbei ist das Taubheitsgefühl eher harmlos. Doch in der Regel sind die ursächlichen Auslöser schwerwiegender:

- Dies wäre zum Beispiel ein länger anhaltender Vitaminmangel bestimmter B-Vitamine, Vitamin C und Vitamin E, dazu oftmals begleitend von einem Spurenelemente-Mangel wie z.B. Calcium-Magnesium oder Ferrum (Fe = Eisen-Mangel). In eher seltenen Fällen kann es auch auf einen Pantothensäuremangel hindeuten.
- Ungleichgewichte im Stoffwechsel und im Hormonhaushalt oder Erkrankungen wie MS oder Diabetes können ebenfalls solche Symptome auslösen.
- Tarsaltunnelsyndrom (auch Nervenengpass- und Nervenkompressions-Syndrom), ist eine Einengung des Nervus tibialis oder des Nervus fibularis. Beide gehen aus dem Nervus ischiadicus (Ischias-Nerv) hervor. Die Auslöser sind u. a. oft zu enges Schuhwerk.
- Bei einem Bandscheibenvorfall können durch Druck auf die Nervenwurzel Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln entstehen. Ebenso durch Verengungen im Spinalkanal, bis hinzu Lähmungserscheinungen.Es kann aber auch eine Nervenwurzelentzündung (Radikulopathie) als Ursache vorliegen. also eine Reizung der spinalen Nervenwurzeln.
- Ebenfalls könnten Tumore der Wirbelsäule, des Rückenmarks oder des Gehirns solche Symptome auslösen.
- Das Taubheitsgefühl kann auch Hinweis auf Durchblutungsstörungen und deren sehr ernste Folgen wie Herzinfarkt und besonders Schlaganfall sein.
- Dazu kommen noch rheumatische Erkrankungen, Nierenerkrankungen u.a.m. ursächlich in Frage.

Ich könnte hierzu noch einige weitere und mögliche Ursachen aufzählen, denke aber dass es zunächst genügen sollte, um den Lesern klar zu machen wie wichtig bei Taubheitsgefühlen (nicht nur in den Füßen!) eine genaue medizinische Ursachenanalyse ist. Anderseits kann Taubheitsgefühl auch eine völlig harmlose Bedeutung haben.

Wann sollte ein Arzt (Facharzt) konsultiert werden?

In der Regel bei Zunahme des Symptoms in der Häufigkeit, auch wenn es sehr lange anhält oder wenn es mit anderen Symptomen (Schmerzen, Kribbeln) einhergeht.

Anmerkung:

Ich selber würde an mir in Selbsttherapie - bei ungenauer Diagnose - es zunächst mit zusätzlichen naturbelassenen, seriösen Vitaminpräparaten und Spurenelementen probieren. Dazu würde ich Vitamin-B-Komplex - nicht einzelne B-Vitamine, Vitamin C gegen eine eventuelle Entzündung und Vitamin E zur besseren Durchblutung auswählen dazu die Calcium-Magnesium-Kombination gegen eine mögliche Unterversorgung der Nervenumhüllung (Myelinschicht oder Markscheide) 2 x täglich einnehmen.

Besser und richtiger wäre allerdings, eine unumstößliche, also medizinisch genaue, ursächliche Diagnose, um danach entsprechend zu therapieren!

Taubheitsgefühl und andere vorgenannte Empfindungen gehen letztendlich nicht von irgendwelchen geschädigten Nerven aus, sondern durch die Nervenendpunkte, den sogenannten Rezeptoren im Unterhautbindegewebe. Ob es tatsächlich solche Taubheitsgefühle gibt, die durch Nervenverletzungen hervorgerufen werden, entzieht sich meinen bisherigen Sichtweiten, glaube es aber aus meiner Logik und meinem Wissensstand eher nicht.

Anmerken möchte ich – wie immer – dass meine Sichtweiten keine Gesundheitsfachbeiträge sind und eine Abklärung und Behandlung durch den Arzt des Vertrauens oder den Facharzt nicht ersetzen! Wecken meine Beiträge trotzdem Interesse oder werfen Fragen auf, sollten Sie diese mit Ihrem Arzt abklären!

Als rechtlich mündiger Patient, haben Sie aber auch das Recht auf die Behandlungswahl und auf „Selbstbehandlung“, doch auch diese würde ich mit dem Arzt des Vertrauens absprechen!

Grundlage der Patientenrechte sind die internationalen Menschenrechte und die nationale Rechtsordnung (Bürgerliches Gesetzbuch, Bundesverfassung, Ärztegesetz), die ich in einem gesonderten Beitrag aufgelistet habe.



@16.09.2015, Ferdinand

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Kommentare (4)

Dnanidref
Dnanidref
Mitglied

und die freundlichen Worte!

Meine Beiträge sind lediglich eigene Sichtweiten zu Erkrankungen und zur richtigen Vorbeuge dagegen, um dem eigenen Gewissen Gerecht zu werden, alles zur Erhaltung der Gesundheit getan zu haben. Sollten Leser dadurch angeregt werden, ist es allemal wichtig, dies auch mit dem Arzt des Vertrauens abzusprechen. Vielleicht helfen ja meine Anregungen aber auch, das Arztgespräch lockerer zu führen und wichtige Fakten zur Gesundheit oder einer Erkrankung zu erfragen. Auch Selbstheilungsversuche sollten immer mit dem Arzt besprochen werden!

Auch ich habe mich früher öfters leichtfertig und nachlässig gegenüber meinem Körper verhalten und tu es auch heute noch ab und an, allerdings maßvoll, so dass mein Körper das auch noch gut wegstecken kann und bisher weggesteckt hat.

Gleichwohl überwiegen allerdings meine gesundheitsfördernden Aktivitäten und bewußt gesteuerten Lebensgewohnheiten bei weitem meine kleinen "Sünden".

Dass es Sinn macht, bestätigt mir mein gesundheitliches Wohlbefinden und die Verschonung vor schweren Erkrankungen,

meint resümierend Ferdinand
minu
minu
Mitglied

Sie sind immer sehr interessant und sehr hilfreich.
Danke für die Zeit, die du dir für uns nimmst, um uns
aufzuklären.

Alles Gute für dich und Gruss

Emy
Dnanidref
Dnanidref
Mitglied

habe ich heute Nacht verfasst und wegen insgesamt 34 Anfragen gleicher Art, um 02:14 Uhr gebloggt. So viele gleiche Anfragen zu „tauben Füßen“ vor allem über meine private E-Mail-Anschrift und PM auf „ST“ einzeln zu beantworten, sprengen mein Zeitgefüge, darum habe ich eine Bitte:

Solche eher allgemeine Anfragen zu meinen Gesundheitsbeiträgen kann man in der Kommentarfunktion des Beitrages neutral formulieren und bloggen, es spart einigen der Leser die schriftliche Anfrage und mir viel Zeit, alle einzeln zu beantworten, das heißt:

Wäre in einem Kommentar unter meinem Beitrag „Die Polyneuropathie – Erkrankung des peripheren Nervensystems“ angefragt worden, ob „taube Füße“, oder wie andere „taube Fußsohlen“ formuliert haben, auch ein ursächliches Symptom ist, hätten es die anderen Leser gesehen und ich müsste die 34 Anfragen nur einmal beantworten.

Was anderes ist es, wenn es ans „Eingemachte“ geht und für die anderen Leser nicht bestimmt sein soll, das kann man auch weiterhin bei mir über PM oder E-Mail abfragen – wenn mir denn eine erschöpfende Antwort dazu einfällt.

Allerdings kann es in der Fülle von Anfragen durchaus zu Verzögerungen bei den Antworten kommen, denn ich habe noch ganz viele private und berufliche Verpflichtungen, denen ich gerecht werden will und auch teilweise muss.

„ST“ soll schließlich - für "Jedermann" - die schönste Nebensache sein und auch bleiben!

Für Euer Verständnis dankend, verbleibe ich mir herzlichem Gruß
Ferdinand
Fiffi
Fiffi
Mitglied

Guten Morgen
bei mir hat ein Neurologe Polineuropathie festgestellt.Mir wurde nur gesagt das man da nichts machen kann und es wird sich verschlimmern.Ich kann nur noch am Rollator gehen.
Viele Grüße sendet 
Fiffi


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