und plötzlich ist sie da.................


... die Vergangenheit mit ihren unangenehmen Erinnerungen.
In meinem Fall eine Frau, der ich in die Augen schaute und schwupp war ich in Erinnerungen zurück versetzt.
Klein und bullig sah sie aus, hellgraue Augenfarbe und die Pupillen stachen schwarz heraus.
Das kann nichts werden, sagte ich zu mir, doch sie sprach mich an.
Meine Ahnung bestätigte sich - ein ehemaliges "Flintenweib".
Noch immer ein Großkotz und Besserwisser - nichts dazu gelernt und dennoch große Töne spucken. Und im "Westen" leben.
Ich schlich mich leise an ihre Lebensgeschichte an und oooh, was war das früher alles schöner und ohne große Arbeitssucherei!
Doch heute ist sie Altenpflegerin........."Hilfe" schrie ich innerlich.
Bei diesem Ton und Diktat - gab ich mich auch als "Ossi" zu erkennen.
Jetzt fielen ihr die Kiemen runter, doch der Redefluß schien vorsichtiger geworden zu sein.
Doch die Vergangenheit und ihre Taten hielten sie nicht ab, damit zu protzen.
Meine Frage, ob sie auch an der Grenze eingesetzt war, die brachte sie zwar aus dem ursprünglichen Konzept, aber nicht zum Schweigen.
Und immer wieder kam der Text: denen habe ich es aber gezeigt - die durften das ganze Auto ausräumen!
Mein kleiner Zwischenruf: ach, daher kenne ich sie.......ließen sie verstummen.
Ein Fragezeichen stand zwischen uns - sie ließ mich in Ruhe und ich schmunzelte vor mich hin. Kein Ton kam mehr über meine Lippen, ich schmunzelte einfach über ihre dramatischen Geschichten.
Verwirrt und zweifelnd schaute sie mich an - ich hatte anderes zu tun.
Bis zu dem Tag, als mir der Kragen platzte und ich sie mitten in der Nacht anbrüllte und ich ihr verbot die Balkontür sperrangelweit zu öffnen. Es war kalt - 3 Grad - in der Nacht - die Decken wirklich nicht auf Winter eingestellt.
Schieb dein Bett auf den Balkon und laß uns schlafen - blöde Kuh.
Sie hielt sich dran und, natürlich nicht ohne Gegentext.....den ich überhörte.
Morgens sah man sie schuften - sie bezog ihr Bett demonstrativ - da sie die ganze Nacht nur geschwitzt hatte!!!!
Ich drehte mich lächelnd um.
Zum Glück velegte man das Flintenweib am nächsten Tag in die neurologische Abteilung und wir konnten wieder einsam und alleine in unserem "Mief ersticken".
Doch wir leben noch...........
Meine kleine alte Dame nahm mich in den Arm und bedankte sich, daß ich ihr soviel geholfen hatte....nicht nur den Hustentee extra ....sondern ihr auch die Person vom Leib gehalten hatte.
Und bei solchen Gegebenheiten fallen immer wieder Geschichten aus der Kindheit ein.
Die Vergangenheit läßt uns nicht los - man zieht Vergleiche.
Wie der Baum, der noch lebt und sich über uns erstreckt....ein wohliges Andenken, wenn er seine Äste streckt.
mit nachdenklichen Grüßen
Euer Moni-Finchen





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