…und plötzlich sind es nicht mehr meine Kinder?



Sechzehn Jahre Ehe

Ein Freund erzählt….

Sechzehn glückliche Jahre lagen hinter uns. Eine Zeit voller Harmonie, gegenseitigem Verständnis und Wohlstand.

Nie war mir vorher bewusst, welches Glück wir in den Händen hielten. Erst heute weiß ich was wir verloren haben.
Heute nach Wochen der Zerwürfnisse, des Streites. Heute nach sechzehn gemeinsamen Jahren.

Mein ältester Sohn ist fünfzehn Jahre alt, der Jüngere dreizehn Jahre. Beide liebevoll auf das Leben vorbereitet.
Beide haben einen guten Notendurchschnitt, sind beliebt bei Freunden.
Freunde, die unseren Kühlschrank mit einer traumwandlerischen Sicherheit plündern.
Meine lapidare Frage dazu: „ Ach waren die Räuber wieder mal hier?“ da grinsen sie nur, meine beiden Helden.
Es war erstaunlich welche Mengen eine solche Bande verdrücken kann.
Egal, darauf kommt es nicht an.
Nicht dass es keine Diskussionen gegeben hätte, aber es blieb im Rahmen.

Wir konnten zufrieden sein, wir sind gesund und größere Katastrophen sind uns bisher erspart geblieben, bis zu diesem verhängnisvollen Tag.
An diesem Tag brach eine Welt für mich zusammen und meine Sicht der Dinge änderte sich grundlegend.

Es begann morgens mit sehr starken Schmerzen im Unterleib. Ich hatte schon seit Tagen leichte Schmerzen, doch heute wurde sie unerträglich.
Langsam, aber stetig wuchs der Schmerz. Nachmittags schaute meine Frau mich besorgt an und meinte: „ Ich bringe dich jetzt zum Arzt, ich mache mir Sorgen um dich.“
„ Ich glaube du hast Recht, lass uns fahren.“
Der Hausarzt konnte die nötigen, weitergehenden Untersuchungen nicht durchführen und überwies mich ins Krankenhaus.

Im Krankenhaus gab es zunächst das übliche Vorgehen. Anmeldung, Voruntersuchungen, röntgen, das ganze Programm.
Ich wurde daraufhin in die urologische Abteilung geschickt. Bei dieser Untersuchung stellten sie eine Vergrößerung der Prostata fest. Durch die Restharnbildung entstanden Blasensteine, diese verursachten die starken Schmerzen. Die Steine wurden auf ihre Zusammensetzung untersucht, sodass der Arzt meint, die könnten zertrümmert werden.
Es wurde eine biochemische Untersuchung der Prostata, der Samenblasen sowie der Nebenhoden durchgeführt, dabei wurde festgestellt, dass ich Zeugungsunfähig bin.

Meine Erleichterung war groß über die relativ einfach zu beseitigenden Blasensteine. Die Unfruchtbarkeit wäre kein Problem ich hätte doch zwei Söhne und wir wollten keine Kinder mehr.

„Ich habe eine tolle Frau und zwei wunderbare Söhne, was will man mehr?“
Zögernd fragt der Arzt: „ Sie haben zwei Söhne?“
Eigentlich eine unnötige Frage, aber ihm fiel nichts Besseres ein in diesem Moment.
„Ja, zwei Söhne.“
„Ihre Frau hat sie nicht mit in die Ehe gebracht?“
„Wieso Fragen sie?“
„Weil sie von Geburt an unfruchtbar sind!“ besorgt beobachtete der Arzt seinen Patienten.
„Zeugungsunfähig?“

Ihm wurde die Tragweite dieser Worte bewusst.
„ Meine Kinder…..?“
„Ich habe doch an ihrem Bett gesessen, wenn sie krank waren. Habe erlebt, als sie ihren ersten Zahn verloren.“
„Nicht meine Kinder?“fragt er hilfesuchend den Arzt. Dieser schüttelt nur den Kopf.

Meine Kinder sollen nicht mehr meine Kinder sein? Das ist doch nicht möglich…
Wieso hat sie mich so lange betrogen?
Mir vorgeheuchelt mich zu lieben?

„…und plötzlich sind es nicht mehr meine Kinder?“



Schlussbemerkung:
Dies ist eine wahre Geschichte, die so einem Freund von uns passierte. Er ließ sich scheiden, mit dieser Lüge konnte er nicht leben.
Aber… es sind immer noch seine Kinder, auch wenn er nicht der leibliche Vater ist. Diese Trennung war ihm nicht möglich.

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Kommentare (8)

ashara
ashara
Mitglied

Ich denke wie Du Darklady, wenn er sie wircklich geliebt hätte dann hätte er ihr verzeihen sollen, vor allem nach sovielen Jahren! Ich denke, die Frau hat ihn ja auch glücklich gemacht mit den zwei Kindern, was wäre geworden wenn sie keine Kinder bekommen hätten, dann wären sie vielleicht längst nicht mehr zusammen geblieben!! Die Frau will ich nicht in Schutze nehmen, es war nicht richtig was sie getan hat...........

Silvy
darklady
darklady
Mitglied

Hätte dieser Mann nicht eigentlich glücklich sein müssen?
Letztendlich hat er nur sein eigenes Glück zerstört.
Eine angeblich so harmonische Ehe, in der aber dann kein Verzeihen möglich ist ????

Darklady
karl
karl
Administrator

Ich bin empört über den unsensiblen Arzt. Er hat eine für alle Familienangehörigen unnötige Familienkrise ausgelöst. Ohne Nachfrage des Mannes hätte der Arzt schweigen sollen.
--
karl
outofspain
outofspain
Mitglied

viele denken das Gleiche wie ich, als ich diese Geschichte erzählt bekam. Die Entscheidung des Vaters zu seinen Kindern zu stehen, fand ich sehr gut. Leiblich oder nicht, er hat an ihrem Bett gesessen, sie getröste bei Schmerzen, ihnen Geschichten vorgelesen. Das alles zählt und nicht der genetische Nachweiß der Vaterschaft.

Danke für eure Kommentare.
immergruen
immergruen
Mitglied

die dieser Mann zu treffen hatte. Ich weiß nicht, wie ich entschieden hätte in einer ähnlichen Situation, aber von meinen Kindern hätte ich mich nicht getrennt. Kinder sind nicht nur eine genetische Bindung, sondern auch ein liebevolles Band, das über die Jahre gewachsen ist und Festigkeit bekommen hat . Was spielt es da für eine Rolle, wer der leibliche Vater (Mutter) ist?! Das tägliche Zusammensein in allen guten und bösen Stunden des Lebens machen für die Kinder das Gefühl aus, dieser Mann ist mein Vater und kein anderer! Wenn er die Größe gehabt hätte, sein Geheimnis für sich zu behalten, wäre vielleicht ihm und seinen Kindern viel Kummer erspart geblieben. Aber ich denke , Männer können in dieser Angelegenheit nicht aus ihrer Haut.
nasti
nasti
Mitglied

Mit meinen jetzigen Erfahrungen wäre ich der Herr, dann stecke ich mein Stolz auf der Seite und bleibe ich bei den Kindern als echter Vater, die Kinder sind mehr Wert wie eine Ehebrecherische Frau.
Scheidung wäre wichtig nachdem die Kinder flügge werden, also wenn Sie von selber das Haus verlassen.

Nasti
nasti
nasti
Mitglied

Ein Herr, mir sehr bekannt, erlebte das gleiche. Bloß er war Zeugungsfähig, seine Frau hat Ihm mit einem betrogen und 2 Kuckuck Kinder in Nest gesetzt.
Er hat sich scheiden lassen, und seine eigene 2 Töchter und ebenfalls die 2 Kukuckskinder verlassen für ewige Zeiten, weil seine eigenen Töchter die Ehe brecherin Mutter bevorzugten.
Das Unglück hat eher Ihm getroffen, er blieb sauer und einsam bis der tote, nicht mal sein Grab haben die Kinder besucht.

Nasti
ehemaliges Mitglied
Ich verstehe sehr gut, dass sich Dein Freund hat scheiden lassen. Zu schlimm war der Vertrauensbruch und Betrug.

Ich denke, dass ein biologischer Vater nicht immer ein guter Vater sein muß. Die Gefühle entscheiden und so scheint es bei Deinem Freund auch gewesen zu sein.

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