...unnahbar und kalt...?


...unnahbar und kalt...?

Als Unerträgliches zu tragen war
schuf sie Kälte
in ihrem tobenden Herz

ließ Tränen gefrieren

bannte so
den glühenden Schmerz
in Eis

nie durfte es tauen

ihr heißes Herz
friert
schon so lange


©️ L.O.J


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Kommentare (28)

WurzelFluegel

da geht noch ein Download.png-chen - Dank hinaus, @Mareike @Jutta und @indeed

danke euch
mit einem lieben Gruß
WurzelFluegel

indeed

und wenn ich deine Worte lese, wird mir bange . . . und es tut mir weh, wenn jemand so "vereist". Wie schade ist dass denn.

Liebe Grüße zu dir, liebe WurzelFlügel von
indeed

WurzelFluegel

@indeed  

zu Manchen ist das Leben besonders hart, ich fragte mich oft, warum das so ist, habe aber bis heute keine befriedigende Antwort darauf gefunden

schön, dass du hereingelesen hast 
lieben Gruß
WurzelFluegel

Mareike

Liebe WurzelFluegel

Dieses Gedicht könnte meiner Schwiegermutter gewidmet sein.
Es gab nur wenige Situationen, wo sie erreichbar war.

Rückblickend glaube ich, die schönsten Jahre hatte sie, als unsere 3 Töchter noch ganz klein waren - mit den Kleinen konnte sie Lachen und auch Liedchen singen.

Mir gegenüber gab es nur einen einzigen Moment der wirklichen Nähe: Sterbenskrank griff sie nach meiner Hand.

Besonders für ihren einzigen Sohn war dieses Unnahbare eine große Belastung.

Immer noch höre ich ihre Worte: "Da muss man aus seinem Herzen einen Stein machen."
Sie sagte das bei unserer Hochzeit, als hunderte Schulkinder uns fröhlich zuwinkten ...

Herzliche Grüße
Mareike

WurzelFluegel

@Mareike  

danke, liebe Mareike für deine Zeilen
und für all das was zwischen ihnen auch noch steht 🌺
sie zeigen so deutlich, welche Kreise der innere Schmerz dieser Menschen zieht und wie schwierig es besonders für die Familie sein kann, damit zu leben

und Veränderungen sind manchmal nicht möglich, weil die Angst so groß ist, an einem wieder Aufleben des Unerträglichen endgültig zu zerbrechen,
zumindest kommt es mir so vor, vlt. irre ich mich auch - bin noch am Denken/Spüren/Überlegen wie du merkst

lieben Gruß
WurzelFluegel

 

2.Rosmarie

Liebe WurzelFluegel,

dein Gedicht jagt mir einen Schauer des Erschreckens und Mitleidens über den Rücken.
Ja, solche Situationen gibt es, die einen so riesigen Schmerz auslösen, dass er für den Betroffenen nur dadurch zu ertragen ist, dass er alles und sich selbst zu einem Eisblock gefrieren lässt.

Schlimm, wenn das Schicksal so zuschlägt!

Liebe Grüße
Rosmarie

WurzelFluegel

@2.Rosmarie  
liebe Rosmarie,
ja es erschreckt und eine Weile leidet man mit. Das geht vielen so, mir auch. Und doch hilft es erst weiter, wenn dass Mitleid zu Mitgefühl wird, und ich kann mir gut vorstellen, dass du es auch so ähnlich gemeint hast 😊.
Auf jeden Fall braucht es Respekt und nicht auch noch das Urteil: kalte Frau

Ich denke so ganz leise bei mir, vielleicht ist ja schon viel gewonnen, wenn Betroffene anfangen zu erzählen, was geschah, auch wenn es nur Bruchteile sind und solche Gespräche oft abrupt wieder abgebrochen werden. 

danke dir für deine Zeilen mit 💛
WurzelFluegel

Allegra

Es kommt von ganz allein, wenn man Furchtbares erlebt hat.
Ein kühles Herz kann man in sich tragen, denn es schlägt nur
noch verhalten.

Allegra

WurzelFluegel

@Allegra  
manchmal ist das wohl so
Es beschäftigt mich immer wieder die Frage, soll man daran noch rütteln oder nicht?
Vielleicht ist es ja schon die beste mögliche Lösung, für diesen Menschen, mit seinem Leid zurechtzukommen.
Ganz sicher gibt es keine Antwort, die für alle gültig sein kann, denn wir Menschen sind viel zu unterschiedlich. 

Vielen Dank für deine Zeilen und das 💚

lieben Gruß
WurzelFluegel

 

WurzelFluegel

schön, dass ihr noch hereingelesen habt ,@Pippa und @brockenhexe - bedanke mich für die 💚💛

lieben Gruß
WurzelFluegel

WurzelFluegel

Danke für die Download.png-chen @Novemberkind  @Monalie  @DIstel1fink7  @alisika  @old_go
und vielen Dank auch für eure Kommentare, die mein Nachspüren und Nachdenken vertieft haben.

CIMG1539.JPG
lieben Gruß
WurzelFluegel
 

Christine62laechel


Nein, nicht ewig kalt, glaube ich... Mal wird das Eis zum Stein. Zu einem warmen Stein. So konnte sie es ertragen. So können es Viele nur ertragen.

Mit lieben Grüßen
Christine

WurzelFluegel

@Christine62laechel  

danke, liebe Christine, 
selbst so ein warmer Stein, wäre tröstlicher als Eis. Aber sie selbst benützt die Metapher vom Eis - deshalb habe ich dieses Bild auch aufgegriffen.

Aber so wie du es schreibst, zeigt es auch deutlich, dass es mehr Menschen betrifft, als man so allgemein annimmt.

Es ging mir auch darum, darauf aufmerksam zu machen, dass ausgeprägt kühlen Verhaltensweisen nicht gleich verurteilt werden sollen, weil ganz tiefgreifende schmerzliche Erfahrungen dahinter stecken können.

lieben Gruß
WurzelFluegel

werderanerin

Manchmal kann es helfen, ist es vielleicht sogar zwingend notwendig, unnahbar und kalt zu sein...es ist ein Schutz für die Seele. 

Irgendwann jedoch kehrt die Wärme zurück !

Kristine

WurzelFluegel

@werderanerin  
liebe Kristine,
natürlich ist es ein Schutz, vlt. sogar Überlebensstrategie. 

Es mitzuerleben und fragmentarisch auch zu erfahren, worin die Kühle begründet ist, ist für mich herausfordernd. 
Die Wärme ist trotz allem nicht komplett weg, aber wie ich unten schon schrieb, sehr gedämpft und kommt nur manchmal und kurz zum Vorschein. 
Auch diese Momente kosten ihr Kraft, es zuzulassen, merke ich. 

Und nun stelle ich mir immer wieder die Frage, ob sie, vlt. mit professioneller Hilfe, noch Erleichterung erleben könnte.
Vielleicht aber hat sie schon das beste aus ihrer Situation gemacht und das ist einfach anzuerkennen.
Vielleicht auch beides?!

lieben Gruß
WurzelFluegel



 

silesio

Muss sie die Kälte erschaffen? Kommt die nicht von ganz alleine, wenn eine Flamme nach der anderen, ein Funke nach dem anderen erlöscht? Schliesslich reicht die eigene Energie nicht mehr, ein neues Feuer zu entfachen. Sie müsste von aussen kommen. Aber von wem?

WurzelFluegel

@silesio  
danke für deine interessante Frage 
aus meiner jetzigen Sicht muss sie die Kälte andauernd erschaffen, denn ihre Flamme ist trotz allem nicht erloschen,
daraus entstand ein Leben, dass ich im letzten Satz versuchte auf den Punkt zu bringen - ein Widerstreit voll Schmerz, Leid und Kühle und ein Kampf gegen die eigene Wärme, die auch da ist, aber ein Dasein am Rande fristen muss,
weil das schreckliche Erlebte traumatische Ausmaße hat und für sie nur aus einer gewissen kühlen Distanz überhaupt auszuhalten ist
(mein Eindruck, muss nicht stimmen)

Jedes Feuer, auch das von außen, wird als bedrohlich wahrgenommen. Das symbolische, schmerzliche Glühen im Eis ist Horror pur.
Es ist schwer zu beschreiben, weil ich mich auch nur herantasten kann.
Vielleicht ist es, so wie es ist, das beste was möglich ist, letztlich kann nur sie es wissen - ich weiß es noch immer nicht.

lieben Gruß
WurzelFluegel
 

lillii

@WurzelFluegel  

meine Gedanken dazu;

sie erträgt das "Unerträgliche" nicht nur, sie klammert sich sogar daran; scheint mir so; so frage ich... warum?

Ist es für sie überlebenswichtig, weil sonst eine Leere entstehen würde und meint, sonst nichts  zum Festhalten fürs Überleben zu haben als dieses Eine auch wenn es Verzweiflung bedeutet, denn auch das ist immerhin noch Leben?

wäre es eine Möglichkeit?

liebenGruß lillii
 

WurzelFluegel

@lillii  
liebe lillii,
mein Eindruck ist es nicht - bitte auch von meinem Versuch es zu beschreiben, nicht allzu viel ableiten - es ist ja nur meine Annährung an eine Situation, die ich immer wieder miterlebe

sie lebt ja und sie trägt ihren Teil zur Gesellschaft bei, ihr Leben ist nicht leer, im Gegenteil, und sie meistert ihr Leben trotz allem - nur diese ausgeprägte Kühle ist da, die es anderen mitunter schwer macht
und diese immense Trauer und Angst, die sie entsetzlich fürchtet, wie mir scheint

ich habe große Achtung vor ihr, das spürt sie auch und es tut ihr gut

lieben Gruß 
WurzelFluegel

 

lillii

@WurzelFluegel  

liebe Wurzelflügel, 
Du schreibst: wie mir scheint

das ist  eben kein Wissen und so rätselt man..
sei  einfach weiterhin für sie da wenn sie Dich braucht, sie weiß es ja zu schätzen, wie Du schreibst

und trotzdem.. ich kann es verstehen..

sei lieb gegrüßt von lillii

Roxanna

Menschen mit Schmerzen im Herzen sind verletztlich, wie man weiß, da hilft manchmal Eis. Doch auf Dauer ist es nicht auszuhalten. Was kann helfen, das Eis wieder zum Tauen zu bringen? Darüber muss nachgedacht werden. Es muss behutsam geschehen, denn wenn beim Tauen Lawinen entstehen, ist das bedrohlich. Herzenswärme auch für sich selbst zu haben, das braucht es unbedingt.

Danke für dein berührendes Gedicht, liebe WuFlue und herzlichen Gruß

Brigitte

WurzelFluegel

@Roxanna  
liebe Brigitte, ich empfand lange Zeit, wie du. Aber ich bin mir nicht mehr sicher.
Vielleicht ist genau dieses Einfrieren, der einzige Weg um es aushalten zu können. Es braucht aber mächtig viel Energie, diesen Zustand über Jahre und Jahrzehnte aufrecht zu erhalten. Es bedeutet auch, fast ein Leben lang, in gewisser Weise zu frieren, aus Angst diesem Schmerz nicht noch einmal standhalten zu können, sollte er seinem eisigen Gefängnis entkommen.
Es geht ja nicht um einen gefühlskalten Menschen, wie mein letzter Satz, klar zum Ausdruck bringt.
Vielleicht ist es sogar genau umgekehrt - es sind besonders empfindungsfähige Menschen, die in solche Situationen geraten können.

lieben Gruß
WurzelFluegel

Roxanna

@WurzelFluegel  

Trotzdem, liebe WuFlue glaube ich, dass es besser ist, sich dem Schmerz zu stellen. Es kostet, wie du schreibst, sehr viel Energie, in diesem eisigen Zustand zu  verbleiben. Das ist kein wirkliches Leben, wenn alles erstarrt ist. Um wieder lebendig zu werden muss ich mich dem Schmerz stellen und darauf vertrauen, dass ich die Kraft bekomme, ihm standzuhalten. Ich weiß wovon ich schreibe. Und doch muss jeder Mensch das für sich selbst entscheiden, man kann ihm das nicht abnehmen. "Alles hat seine Zeit, weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;  Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; ....

LG
Brigitte

WurzelFluegel

@Roxanna  

für mich würde ich es auch so sehen, liebe Brigitte,
und bis vor kurzem habe ich das nie in Frage gestellt, dass das der beste Weg ist. Habe mich ja auch selber mit sehr Schmerzlichem zusammen - und auseinandergesetzt.

Erst seit Kurzem ziehe ich die Möglichkeit in Betracht, dass es so wie es ist, in dieser Situation das beste, was möglich ist, sein könnte.
Ich würde nicht sagen, dass alles erstarrt ist, nein - aber genau das macht es so schwierig, so einen Status aufrecht zu erhalten, denke ich.

sage dir herzliche Danke für dein Mitdenken
WurzelFluegel

JuergenS

da schaudert es einem ja, hoffentlich allgemein gemeint.😶

WurzelFluegel

lieber @JuergenS  
ich habe diese Zeilen einer Frau gewidmet, die ich kenne und schätze

und doch ist es etwas, dass ich manchmal auch an anderen Menschen wahrnehme
ich war/bin auf der Suche nach dem Prozess, der möglicherweise im Inneren abläuft
und meine Intuition sagt mir, dass ich ganz nahe dran bin, am "Verstehen" - weiß aber auch, dass ich es möglicherweise nie ganz begreifen kann, weil ich trotz allem nachspüren, nicht in ihrer Haut stecke

lieben Gruß
WurzelFluegel

Rosenpark2021

@WurzelFluegel  
Wenn ein Herz gefriert ist ein Schmerz auf seinem Weg.
Er sucht sich einen Platz in der Seele, wo er zur Ruhe kommen kann.
Wenn er dort angekommen ist, ist er beschützt und kann zu einem Teil der Persönlichkeit dieser Frau werden.
Dann kann Ihr Herz sich wieder öffnen und Wärme aufnehmen.
Kein anderer als diese Frau kann je begreifen, was in ihr vorgeht, das gehört ihr ganz alleine!
Lieben Gruß
Hildegard
 

WurzelFluegel

@Rosenpark2021  
danke Hildegard, dass du unserem Gedankenaustausch noch ein Facette hinzugefügt hast.
Christine hat vielleicht Ähnliches mit ihrem Bild vom warmen Stein gemeint.
Keiner wird es ganz begreifen, vielleicht nicht mal sie selbst, wer weiß?

lieben Gruß
WurzelFluegel


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