Manchmal ahne ich Dich
am anderen Ufer.
Rufst Du schon?

Warte noch!

Mein Vorrat an Liebe
ist noch nicht aufgebraucht.

Schenke mir noch einen
ungeträumten Augenblick.

Erlaube mir noch eine
Hoffnung zu pflanzen,
die bleibt.

Gönne mir noch Zeit
zum Abschiednehmen;
auch von den Blumen
und von den Worten.

Mach mich bereit
für die Unterbrechung
bevor Neues
beginnt.

8.Februar 2008
IBü


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Kommentare (5)

jo auch bei mir!
Bin tief berührt und beeindruckt, nachdenklich und betroffen.
kugelfisch was bei mir Gänsehaut hervorruft und mir die Augen feucht werden läßt.

...Zeit...für den Menschen eine nicht lenkbare Dimension...

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!...Kf.
therese dieses Gedicht sehr. Es ist treffend geschrieben.
Es kommt genau zu der Zeit, in der ich mich mit meiner eigenen Vergänglichkeit auseinandersetz. Mit der Angst vor dem grossen Loslassen, Abschiednehmen - wie wird es werden, wann wird es sein? Die geheime Bitte, es möge noch lange dauern, es werde einem noch viel Zeit gegönnt.
Liebe Inge, danke für dein Gedicht.
Da ist zum einen die Sehnsucht nach dem geliebten Verstorbenen, den man am anderen Ufer wartend vermutet und auf der anderen Seite der Wunsch, noch bei den Lebenden das noch nicht Erlebte zu erleben. Diesen Zwiespalt kenne ich sehr gut und weiß, wie er einen innerlich zerreissen kann.
immergruen das mir unter die Haut geht. Ein Dialog zwischen gehen und bleiben, wollen, dürfen und bitten um neue Erfahrungen. Ein sehr guter Text! immergruen

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