Urlaub in Sicht

Autor: debi
(unser "Oldie", inzwischen 44 Jahre in der Familie  emoji_heart_eyes)


Manche verreisen ja gerne mehrere Male im Jahr, viele sind sogar das ganze Jahr über auf Achse, mich jedoch erfasst immer ein sehr dumpfes Gefühl, wenn "Urlaub" ansteht.  emoji_flushed

"Mann"   würde gerne  - wie oben geschrieben -  immer wieder und ohne große Vorbereitungen einsteigen und losdüsen. 
Das ist ja mit einem "Wohnraum auf Rädern" auch durchaus möglich, denn dies ist ein kleiner Haushalt, in dem das Lebensnotwendige ständig untergebracht ist. Ein paar zusätzliche Klamöttchen und Notverpflegung eingeräumt und schon könnte es jederzeit losgehen.
 
Nein, ich möchte Dir jetzt nicht die Vor- und evtl. auch Nachteile des Wohnmobilisten-Urlaubes nahebringen, sondern ich möchte Dir eine kleine Episode erzählen, die sich einmal auf der Autobahn, während der Heimfahrt aus dem Urlaub, zugetragen hatte:
 
Endlich war es nun so weit,
man macht sich langsam startbereit.
Mann seufzt: "Wir könnten doch noch länger …"
Doch mir wird's bang und immer bänger.
Mag Urlaub noch so herrlich sein,
mich zieht's nach Haus ins traute Heim.
Ist dann auch 's Lotterleben aus …
Am allerschönsten ist's zu Haus.  emoji_heart_eyes
 
Noch ein allerletzter Kontrollgang im
und um's Fahrzeug, dann war alles startklar ...
 
Irgendwie hatten wir jedoch bei dieser "Endkontrolle" etwas übersehen:

 
Stürmisch war es am Heimreisetag gewesen und es hatte angefangen zu regnen.  Mein Mann saß am Steuer des Fahrzeuges und ich bequem neben ihm. Sehr hohe Geschwindigkeiten sind da nicht drin, man gondelt oftmals mit den Brummis in der Kolonne so dahin. 

Plötzlich hörte ich im Hintergrund, also im Wohnraum des Fahrzeuges ein eigenartiges Geräusch.  War etwas aus einer aufgegangenen Schranktüre gefallen?  Ich beugte mich nach hinten  ... nein, nichts zu sehen … doch wieder knirschte es.  emoji_astonished

Es gibt ja nun die Möglichkeit, während des Fahrens nach hinten zu gehen.  Das war jedoch im ersten Augenblick noch nicht nötig, dachte ich jedenfalls, denn irgendwo gab es immer mal Geschubbel und Gewackel in den Schränken.

Als dann jedoch plötzlich ein lautes Klappern und Schlagen losging,  fuhr ich wie elektrisiert aus der Sicherheitsgurte heraus und lief nach hinten.   
Himmel hilf  ...  die Dachluke im hinteren Teil des "Wohnraumes" hatte sich gegen die Fahrtrichtung aufgestellt und drohte, sich zu verabschieden.  emoji_scream

Nun bin ich ja nicht gerade die Größte, zumindest nicht, was die Körpergröße anbelangt.  emoji_disappointed
Also streckte ich mich verzweifelt und versuchte, das Ding zu erwischen und festzuhalten.
Ich schrie, mit dem Rücken zum Fahrerhaus gewandt  (nicht zu vergessen, es war auf der Autobahn) :

"Manno … fahr langsamer, halt an, halt an ... ich kann das Ding nicht mehr festhalten!!!"  

Auf Zehenspitzen und mit eisigen Fingern hing ich da an der Decke und wußte, dass es nichts mehr zu halten geben würde, wenn ich jetzt versage.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich je so fix und fertig gewesen bin wie in dem Augenblick, als endlich eine Haltebucht auftauchte und angehalten werden konnte. "Erschlagen" saß ich anschließend in einer Ecke und spürte mein armes Herzchen hämmern.  emoji_tired_face Jaaa, vor Erschöpfung ...
 
 
Und weißt Du, was mich bei der ganzen Sache eigentlich am meisten geärgert - und wenn ich nicht so schon an der Decke gehangen hätte, würde ich sagen,  "auf die Palme" gebracht hatte?
Der Fahrer des nachfolgenden Lkw lachte sich am Steuer kaputt und besaß noch die Frechheit, mir prustend zuzuwinken ... dieser  (nein, das darf man nicht sagen, aber denken schon emoji_angry
 
Dabei habe ich diese akrobatischen Verrenkungen nicht zuletzt auch deswegen gemacht, weil ich vor meinem geistigen Auge unser Dachfenster bereits in der Frontscheibe des Kerls landen sah.
Na,  dem wäre das Lachen vergangen ...    (So weit hat der nämlich nicht gedacht)


emoji_wink debi

Kommentare (11)

debi
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debi -

Tja, liebe Ela48  

im großen Ganzen ist es schon so wie Du sagst ...  aber auch die heile Welt auf dem Campingplatz wird manchmal eingetrübt. 

Hier war ein Fernsehgerät infolge Überspannung implodiert oder explodiert  ( ? )  und 3 Wohnwagen von Dauercampern gingen in Flammen auf. Teile von Gasflaschen flogen wie Geschosse durch die Gegend. Glücklicherweise war kein Personenschaden zu beklagen. Die Rauchentwicklung war so stark, dass sogar die naheliegende Autobahn gesperrt werden musste. 
Natürlich gibt's die einen und anderen Missgeschicke, wie eben im normalen Alltag auch. Aber in so einem Falle wie oben zu sehen, da kommt man dann schon mal ins Grübeln.

Unsere Nordlandreise endete vor vielen Jahren in Schweden, aber Norwegen wäre schon ein Traum und vielleicht schafft ihr es noch, dies zu verwirklichen.

Liebe Grüße und danke für das schicke Gefährt, das Du noch angehängt hast. 
Alles Gute wünsche ich Dir -
 emoji_blush herzlichst - debi

 
 

Ela48
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Ela48 -

Hallo Debi,
danke für Deine Antwort.
Ich wollte zitieren. Geht wohl noch nicht?
"dann weißt Du ja über die Vor- und evtl. auch Nachteile des Reisens mit dem Wohnmobil bestens Bescheid.  "..
Also wir denken es gibt für uns  mehr Vor -als Nachteile..Fast ganz Europa haben wir schon besucht. Sind autark und genießen es voll.
Leider haben wir es bis Norwegen noch nicht geschafft. Vielleict eines Tages, wenn es die Gesundheit zulässt..
Danke für Deine Antwort..
Ela
Lach, gemütlich, aber nicht unser Wagen..

debi
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debi -

Liebes seelchen, 
es stimmt schon, es ist oftmals eine aufregende Sache, dieses Reisen mit Wohnwagen oder -mobil.  Da kann man schon allerhand erleben.
Aber es ist einfach so ungeheuer bequem, wenn man wie eine Schnecke sein Haus mitführen kann und am Ziel nicht lange anfangen muss, Plane, Zeltstangen und Mobilar auszupacken und aufzubauen.
Meine Güte, wie oft machten wir uns ganz zu Beginn der ersten gemeinsamen Ferienreisen mit dem Pkw und nem kleinen Motorböötchen  emoji_yum,  dieses dann bepackt mit Zelt und Zubehör, auf den Weg an den Gardasee. War auch wunderschön.

Später dann dasselbe mit dem Wohnmobil … das war schon ein ungeheurer "Fortschritt" .
Wenn es mal geregnet hatte, lief kein Fluss mehr durch den Wohnraum und an kühlen Tagen hatte man einen Ölofen im Fahrzeug.

Ach ja, wenn ich an Südfrankreich denke, habe ich den Duft der riesigen Lavendelfelder in der Nase.
Nun danke ich Dir für Deinen Kommentar und
grüße herzlich - debi

 

debi
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debi -

Hallo, lieber Robin ...  
Dankeschön für das aufmerksame Lesen der Geschichte.
Tja, zu jener Zeit war ich zwar noch keine betagte Dame  ...  aber auch kein so ganz junges Pupperl mehr.  emoji_yum

Doch so etwas wird auf jeden Fall nicht mehr vorkommen.  Da meine ich nun nicht die Sache mit der Dachluke, nein, da meine ich, dass ein Brummifahrer sich evtl. über meine mühsamen  "Turnübungen"  lustig machen könnte.
Seither wird nämlich der dichte Vorhang am Heckfenster des Fahrzeuges unterwegs auf jeden Fall zugezogen und gut isses. 

Aber ganz ehrlich, ich hätte mir vermutlich auch ein Lachen nicht verkneifen können, wenn sich mir dieser Anblick geboten hätte.
Schade, dass Du Deinen Wunschtraum nie erfüllen konntest, aber noch ist doch nicht aller Tage Abend … odder ?  
Das nette Grüßle hab ich dankend vereinnahmt  emoji_smiling_imp
        und ich grüße gleichenmaßen zurück  :-))
        Schönen Abend noch -
        debi


 

debi
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debi -

Liebe Ela, 
dann weißt Du ja über die Vor- und evtl. auch Nachteile des Reisens mit dem Wohnmobil bestens Bescheid.  
Ein paar Kleidungsstücke, eine Notverpflegung und ab geht es …  Heute gibt’s ja überall Aldi & Co - und dort hat man auch genügend Parkmöglichkeiten um Nachschub zu fassen.

Ich wünsche weiterhin gute Fahrt - und immer eine Handbreit Sprit im Tank ...    emoji_yum
Grüßle debi


 

seelchen
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seelchen -

Liebe debi........
deine geschitte hast du nett,....spannend und gut rübergebracht.......
und natürlich....der wirklichkeit entsprechend.......gut beendet........

ja...wenn einer eine reise tut.......vor allem mit womo oder wohnwagen.......da kann schon einiges passieren.....
wir hatten unser womo mal bekannten ausgeliehen....denen ist dann die dachluke aber fortgeflogen....gott sei dank ist nichts passiert......

wir sind mal in südfrankreich durch einen kleinen ort gefahren.....das war noch mit unserm oldi......da war in der strasse ein hügel.....wir sind mit 60 km durchgefahren......und da hatte es s hon gerummst.....die schublade mit dem besteck war nicht geschlossen....und so ist schublade mit messer und gabel durch die gegend geflogen......

vielleicht ein wenig schneller....und alles wäre um die ohren geflogen.....
heut kann man darüber lachen......

ja...wir sind auch gerne ....wom
mofahrer......
vor 14 tagen waren wir zum ersten mal seit 15 jahren wieder in südfrankreich.....es war wunderschön.......
danke für deine ehrliche geschichte.....die trotz ängste gut ausgegangen ist.....und letztenlich auch etwas zum lächeln war.....
liebe grüsse...seelchen..

Robin1
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Robin1 -




Nun, liebe debi, mit der Geschichte hast du meine ganze
Aufmerksamkeit herausgefordert.

Und das mit dem Brummifahrer ist so eine eigene Sache.
Hängt da so hoch oben eine betagte Dame, nun da wär ein Lachen 
nicht verständlich.
Hängt da ein junges Pupperl dran, dann liegt ja ein Lachen recht nah.
Vielleicht wird sie durch den Sog eine wenig hochgezogen aber die Bluse
verhakt sich und das Mädel lugt obenohne aus dem Dach.

Jetzt muss ich selber schmunzeln. 

Aber Spaß beiseite. So eine Luke in der Windschutzscheibe ist alles
nur nicht lustig.

Ich wünsche dir noch viele schöne Ausfahrten/Reisen und du kannst 
gerne davon ausgehen, dass ich im Gedanken bei dir wäre.
Dies schon deshalb, weil diese Art zu reisen war ein ewiger Wunschtraum,
der sich nie erfüllte.

Danke dir sehr für diesen Beitrag.
Ein Küsschen in Ehren von Robin
 

Ela48
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Ela48 -

Toll Deinen Bericht gelesen zu haben.
Wir sind auch Wohnmobilisten und fahren, fahren und fahren.
Wünsche Dir, euch einen schönen sonntag..
lieber Gruß,
Ela
 

debi
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debi -

Liebe Ruth, vielen Dank für den wunderschönen Strauß und überhaupt, dass Du hereingeschaut hast.
Ja, solche Erlebnisse vergisst man nie wieder. Heute lachen wir darüber, wenn ich erzähle, wie ich auf Zehenspitzen dieses Fenster versuchte festzuhalten. Richtig greifen konnte ich es ja gar nicht, ich hatte mich nur am Scharnier festgekrallt.
Der "Oldie" machts ganz sicher noch lange ... bei seiner guten Pflege.  emoji_yum
Schönen Sonntag wünsche ich Dir.
Liebs Grüßle - debi

Komet
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Komet -

Liebe debi, leider hast Du nur die Hälfte vom Stauß bekommen. Ja, ja.....die Technik.

nun habe ich es noch einmal verkleinert. Es macht viel zu viel Arbeit.

Komet
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Komet -

Liebe debi, na das war vielleicht ein Erlebnis, dass man so schnell nicht vergißt, aber ich hoffe, dass Euch Euer "Oldie" noch viele Jahre Freude macht.
Schön.......dem Fahrer wäre das Lachen sicher vergangen, aber den Schaden hättet Ihr zahlen müssen. Was für ein Glück, dass Du das noch verhindern konntest.
einen dicken Strauß für dein tapferes Eingreifen.

Herzliche Grüße und ein friedliches Wochenende wünscht Dir Ruth.