Veränderung
 
Noch gibt es sie, die schönen Höfe
in Dörfern – weitab auf dem Land,
auch geht man sonntags in die Kirche,
anders hat man es nie gekannt,
doch viele Bauernhöfe sterben,
bald gibt’s nur noch die Großwirtschaft,
den kleinen Hof will niemand haben,
die Tradition wird abgeschafft...
 
© Syrdal 2019


 


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Kommentare (7)

Syrdal



Mein Dank für das feine   
Herz 
geht an
kleiber
Muscari
Humorus
Tessie
mit freundlichen Grüßen von
Syrdal

lillii

die kleinen Geschäfte können nicht mithalten,  hier am Ort haben wir aber mehrere Bäckereien die das Brot in den eigenen Backstuben herstellen, teilweise Cafes dazu haben und  morgens Frühstück anbieten.
Ein Bauer hier aus der Bauernschaft kommt jeden Freitag mit Kartoffeln, Gemüse, Obst und auch Wurstwaren aus eigener Schlachtung.
Es wird bei ihm gekauft weil er es selber vermarktet.

Syrdal

Nun ja, der schleichende Abbau der ländlichen Infrastruktur verläuft nun mal in unterschiedlichem Tempo. Solange ein Bauer noch Kraft und Leute genug hat (meistens die eigene Familie), wird er seine Ware möglichst selbst vermarkten, weil der Verdienst dann etwas besser ist und er den Kontak zu seinen unmittelbaren Käufern und Verbrauchern hat. Das ist aber ein zusätzlich hoher Aufwand, der eben auch erst mal erbracht werden will. Außerdem ist das alles auch eine Frage des Käuferaufkommens, denn der Umsatz muss ja gesichert sein. In einem kleinen Dorf reicht das nicht, so dass sich Bäcker, Fleischer und sogar Gaststätten nicht halten können, Fischgeschäfte oder auch Cafès schon gar nicht und Gemüse haben viele Haushalte im eigenen Hausgarten, so dass Marktkäufe vielfach gespart werden. – Mir werden z.B. alle 14 Tage frische Eier gebracht und auch Milch, Butter und Getränke werden (freilich für entsprechend höhere Preise) direkt zum Haus gebracht. Doch all diese Leistungen sind von Ort zu Ort unterschiedlich... Wir müssen halt mit all den Veränderungen leben und uns auf das einstellen, was (noch) geht.
 
Danke für Deine Schilderungen und
liebe Grüße  
Syrdal
 

protes

so geht es mit den Geschäften
in den kleinen dörfern auch

unaufhaltsam verändert sich alles

hast du schön beschrieben
in deiner veränderung

einen gruß zum abend
vom hade
 

Syrdal


Recht hast Du, lieber hade, es ist allweil eine schleichende Veränderung, aber die Bauerhöfe und Geschäfte stehen da nur als Beispiel. Es trifft die gesamte Struktur der Landbevölkerung: Bus, Bahn, Bäcker, Gaststätten, Lebensmittelladen, Schuster, Metzger, Schulen, Schwimmbäder, Postämter, Büchereien, Feuerwehren, Kleingewerbe, Brauereien, Arztpraxen, Sparkassen, selbst Bürgermeisterämter und Kirchen... und dazu auch das Grundwasser... alles verschwindet lautlos ohne Ersatz. Nur die Alten sind bodenständig und bleiben noch ein wenig, doch die verschwinden ja ohnehin rein biologisch dann auch bald lautlos. – Dafür aber platzen die Großstädte und plustern sich mehr und mehr auf, denn dort ist es ja doch so bequem: Milch, Gemüse, Eier, Brot und Brötchen und auch die Kartoffeln und Nudeln, Wurst und Fleisch und Bier und Schnaps und überhaupt alles gibt es ja doch in Fülle billig im Supermarkt. Fragt sich nur, wie lange noch, wenn das Land völlig gestorben ist. Das aber trifft erst die Nächsten ganz da oben, also müssen sich die heutigen Politniks keinerlei Gedanken machen... 
 
...denkt sich mit sorgenvollen Grüßen zum Abend
Syrdal
 

Manfred36

Die Tradition, die schafft's nicht mehr.
Wo nehm' ich Zeit, Ressourcen her?
Seh' ich die alten Land-Maschinen
im Gartenpark, bleib ich bei ihnen
ein Wenig stehn und höre Fragen:
Wie konnt man sich mit so was plagen?
Zu "ihrer Zeit", da dacht man nie,
dass sie mal würden Nostalgie.
Heut müht man sich, Infrastruktur
zu binden an die Städte nur.
Die Kirche, sie bleibt vielmals dort,
sogar noch als Begegnungsort.
Weil man sich kennt, beim Namen nennt,
nach wie vor.

Syrdal


 Und so, lieber Manfred, hat ein jeder seine Sichten, Erfahrungen und Gedanken über die unaufhaltsamen „Veränderungen“ rund um uns herum... solche und solche.
 
Danke und Grüße in den Süden von
Syrdal 


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