Vergänglichkeit


Ein Blatt hat sich auf meine Bank gelegt.
Doch schenkt der Wind ihm keine Ruhe.
Jetzt nässt der Nebel die verwelkte Haut
und legt es sterbend unter meine Schuhe.

Noch einmal leuchtet es im Nebelglanz
in Buchenlaubes rotem Braun.
Ich will es nehmen und gut aufbewahrn,
die Schönheit der Vergänglichkeit beschaun.

Ich leg es zwischen schützendes Papier
und berge es in Büchern, schweren, alten.
Im nächste Jahr, des bin ich mir gewiss,
werd ich nur Staub in meinen Händen halten.

        (AW18)





 


Anzeige

Kommentare (18)

HeCaro

Liebes Immergrün,
Du schreibst wunderbare, tiefgehende Gedichte.
Alles was du postest lese ich mit Freude. Danke

Liebe Grüße
Carola 



 

immergruen

Liebe Carola!

Danke, dass Du Dir die Mühe machst, meine Gedichte zu analysieren.
Einen Gruß
vom immergruen

immergruen

Liebe Tulpenblüte13!

Deine Zustimmung erfreut mich. Ich habe in jedem Jahr schöne Blätter gesammelt und getrocknet, zum Teil auch auf Schmuckkarten verarbeitet.
Aber Du hast recht, lange hält die Pracht nicht.
Im nächsten Jahr sammeln wir wieder und sind wieder genauso traurig, wenn die Schönheit vergangen ist.
Aber der Winter hat auch schöne Seiten.
Heute Morgen hat er sich mit Raureif präsentiert. Zauberhaft!
Liebe Grüße vom immergruen

Tulpenbluete13

Liebes Immergrün,

ja was haben wir früher nicht alles zwischen Buchseiten gepresst, Blumen, Blätter und dergl.
Man durfte es dann nicht zu oft anschauen, sonst ist es auseinander gebröselt und im schlimmsten Fall zu Staub geworden, wie Du es so anschaulich in Deinem wunderschönen Gedicht beschreibst.
Außerdem veränderte sich auch die Farbe eines Blattes- sie wird mit der Zeit unansehnlich...

Aber es gibt ja jedes Jahr neue Blätter und neue Blumen. Deshalb ist es kein Abschied für immer.....und das ist schön..

Danke für Dein Gedichtz und daß ich es lesen durfte.
Lieben Gruß
Angelika





 

immergruen

AllenHerz Spendern meinen Dank!
das immergruen

Clematis

Liebes Immergrün,

hab Dank für so viel Schönheit und Trost!

liebe Grüsse zu Dir
Ingeborg
 

immergruen

Liebe Ingeborg!

Das ist wohl der Novemberblues, der solche Gedanken
aufkommen lässt.
Aber trotzdem denke ich weiterhin positiv.
Ganz liebeb Dank und herzliche Grüße
von Anne
Dank auch für dasHerz
 

protes

alles vergängliche
ist nur ein gleichnis
ist mir dazu eingefallen
aber nur aus meiner erinnerung
weiß nicht mehr von wem
lg hade

immergruen

Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche,
Hier wird's Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist's getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.

 Lieber Protes, das ist ein Zitat aus Faust 2.
Ich habe es gegooglet. Aber nachdem ich mich vor einigen Jahren intensiv mit diesem Text befasst hatte, kam es mit bekannt vor.
Danke für Deine Worte!
das immergruen 

Elbstromerin

Liebes Immergruen, Du hast in Deinem Gedicht die Vergänglichkeit so anschaulich beschrieben und ich dachte, ja, auch wir werden zu Staub werden. Aber letztlich werden Reste dann immer noch da sein, auch, wenn es "nur" Staub" ist.
Aber das Wesentliche von uns wird vielleicht eine Weile im Gedächtnis, und wenn wir Glück haben, im Herzen einiger Menschen bestehen bleiben.
Danke und liebe Grüße
Elbstromerin
 

immergruen

Liebe Elbsromerin!
Ich denke, dass wir an jedem Tag versuchen, unser Leben so zu gestalten, dass irgendwann in ferner Zukunft doch Spuren  von uns bleiben werden.
Zumindest ist es meine Hoffnung.
Mit lieben Grüßen
das immergruen

lillii

liebes immergrün,

ich sehe es so,
dieses Blatt erregte Deine Aufmerksamkeit, Du nimmst es hoch, schaust es an und schenkst ihm einen sicheren Platz zwischen schützendem Papier und birgst es in alten Büchern.

Es ist gleich einer bleibenden Erinnerung, die Dir lieb ist.
so würde ich es sehen... und es macht Sinn.

Deine Vergänglichkeit gefällt mir und nichts vergeht ganz, liebes immergrün.

Herzlichst
Luzie

 

immergruen

Du siehst es völlig richtig, liebe lillii!
Nichts vergeht ganz!
Ich schicke Dir liebe Grüße!
das immergruen

werderanerin

Ja, alles ist vergänglich und so kann auch immer Neues entstehen und das ist auch gut so.

Kristine

immergruen

Auch Dir, liebe werderanerin kann ich nur zustimmen und dankeschön sagen für Dein Interesse an meinen Gedanken.
Liebe Grüße
vom immergruen

Syrdal

Gedanken zu Dein Herbstgedicht, liebe immergruen.
Es beschreibt ein Bild vom Abschied ohne Wiederkehr und ja, diesen Weg gehen wir alle... Aber die Natur ist gottlob so weise eingerichtet, dass sie immer wieder neu erblüht, so dass alle Lebewesen – auch wir Menschen – den Lebensfunken wieder und wieder weiterreichen von Generation zu Generation. „Mutter Erde“ hat uns alle geboren, sie wird uns auch aufnehmen im Tod. „Von der Erde bist du genommen, zur Erde kehrst du zurück“, heißt es bei der christlichen Beerdigungsliturgie. – Dies gilt wohl für alles auf dieser Erde...
 
Liebe Grüße
Syrdal

Syrdal

...pardon, es muss natürlich heißen: Gedanken zu Deinem Herbstgedicht.

immergruen

Ja, lieber Syrdal, diesen Weg gehen wir alle.
Die Vergänglichkeit alles Irdischen bekommen wir besonders zu dieser Jahreszeit zu spüren.
Aber ich sehe, genau wie Du, den Ansatz des Neuen im Alten. Deshalb soll mein Gedicht nicht depressiv wirken.
Es war eben der Augenblick, der die Worte formte.
Vielen Dank und liebe Grüße
vom immergruen


Anzeige