Via Regia: Nie habe ich einen Pilgerpfad betreten, bisher hatte ich durch einen Freund von der Via Sacra hier draußen in der Lausitz erfahren. Aber was das so im Land bedeutet, kaum näher darüber nachgedacht.

Mit meiner lieben kleinen Freundin ging es in den Ort, wo ihre Eltern geboren waren. So in das Gebiet zwischen Niesky und Görlitz, wo es auch noch viele Familien mit Sorbischen Wurzeln inmitten dem überwiegend evangelisch ausgerichteten Landstrich gibt – jenseits der Neiße begann das katholisch ausgerichtete Schlesien.
Es ging nach Arnsdorf(-Hilbersdorf). Schon die Fahrt weg von der Bundesstraße 115 war ein kleines Erlebnis, reichliche Umleitungen zum Ort hin: Kanalisation, Stromversorgung, Straßenüberholung. Die nach der Wende sich ausdünnende Einwohnerzahl: ob man damit genug Arbeit für Alle schafft?

Wir trafen auf Verwandte, fuhren zum „Kirchberg“ – die Kirche ist umgeben von einem Friedhof, dem sich der Pfarrhof anschließt.
Überall wird gewerkelt, ABM-Kräfte helfen beim Ausfüllen der Fugen zwischen den Feld- und Bruchsteinen an Kirche und Kirchhofmauern.
Wir gingen auf die Kirche zu. Eine übergroße „Muschel“, gelb, lehnte in einer Ecke des Kirchengemäuers. Wir sahen kleine Wegweiser mit dem Zeichen der Muschel. Große Tafeln zeigten uns, was diese Markierung bedeutet: Via Regia. Wir konnten den Verlauf des Pilgerpfades studieren.
Der evangelische Pfarrer kam gerade herüber vom Pfarrhof, der Bürgermeister schaute nach dem Fortgang der Restaurierungsarbeiten. Wir erfuhren, was inzwischen so gefunden und restauriert wurde.
Wir wechselten hinüber zum Pfarrhof. In den „Stallungen“ bereitete man sich auf das Erntefest vor, das weithin bekannte Landkino, wo immer der Filmmann zu Vorführungen vorbei kommt, wurde ein „Saal“ installiert, damit die Gemeinden des Kirchspieles recht festlich zusammen sitzen können.
Und auch in der „Herberge“, die von den Pilgern auf der Via Regia genutzt wird, richtet man sich zu der Veranstaltung ein.
Wir sind heimwärts über Königshain zurück nach Niesky gefahren – aber das ist eine andere Geschichte.


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Kommentare (1)

marianne Ist das nicht die Gegend, in der Kloster MARIENSTERN zu finden ist?!
Mit unseren Dresdner Freunden waren wir schon dort.

Viele Grüße dir aus Württemberg, jetzt gehe ich auf deine Seite,
Marianne

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