Von Dubai nach Piräus
Kreuzfahrt Seabourn Encore 17.04. – 06.05.2017

von Dubai nach Piräus


Dubai – eine auf Wüstensand und Öl gebaute Retortenstadt war Ausgangspunkt der 19-tägigen Kreuzfahrt von den Stätten Arabiens, ins Heilige Land und zu den geschichtsträchtigen Orten der griechischen Antike. Höhepunkte der Reise waren mit Sicherheit die Felsenstadt Petra in Jordanien, die Durchquerung des Suezkanals sowie Jerusalem. Ferner natürlich – da für uns neu – die alte Kreuzfahrer Insel Rhodos sowie die märchenhafte Insel Santorin.
Vor Beginn der Kreuzfahrt empfiehlt sich in Dubai ein Besuch des Burj Khalifa, mit 828 Metern das derzeit höchste Gebäude der Welt, der Gewürz- und Goldmarkt beim Dubai Creek sowie eine Wüstentour mit Allradfahrzeugen und anschließendem Beduinen-Nachtessen (Arabian Adventures). Ist zwar etwas touristisch, macht aber Spaß. Übernachtet haben wir im Hyatt Regency Dubai in Deira, idealer Ausgangspunkt für den Gewürz- und Goldmarkt und nahe am Hafen. Im Drehrestaurant gibt es ein gutes Buffet auf Wunsch inklusive Wein und Bier zu einem für Dubai akzeptablen Preis.



Burj Khalifa, mit 828 Metern das derzeit höchste Gebäude der Welt


Eine Wüstentour mit Allradfahrzeugen macht Spaß
Doha, die Hauptstadt von Katar, bietet nicht all zu viel, nur einen neuen „alten“ Falken-Markt, ansonsten noch künstlicher als Dubai, und leider war das Museum für Islamische Kunst dienstags geschlossen.

Die Falkenzucht hat Tradition im mittleren Osten

Das Museum für Islamische Kunst 
Dagegen ist Maskat, die Hauptstadt Omans, wesentlich interessanter, noch authentischer und ein Besuch der Großen-Sultan-Qabus-Moschee sowie des Souqs empfehlenswert. Wir sind auf eigene Faust mit einem Taxi vor Ort losgezogen.

Große-Sultan-Qabus-Moschee

Der knapp 4300 m2 große iranische Gebetsteppich gilt als Meisterwerk der Teppich-Knüpfkunst

Alte portugiesische Festung in Maskat
Salala, ebenfalls Oman ist etwas speziell und dank der afrikanischen Einflüsse Sansibars ganz anders als das arabische Maskat. Diese Tour haben wir über Seabourn gebucht, da die Taxifahrer anscheinend teuer und unzuverlässig seien, was wir weder bestätigen noch dementieren können. Wir hatten die einzige weibliche Fremdenführerin von Salala, die ein bisschen aus dem Nähkästchen über das dortige Leben geplaudert hat. Zwar traditionell in Abaya gekleidet, geht das modere Leben an den dortigen Frauen nicht spurlos vorbei. Frauen können problemlos studieren und soziale Medien wie Facebook und Co. sind ihnen nicht fremd. Salala lebte einst vom Weihrauchhandel.

Die einzige weibliche Fremdenführerin von Salala

Sultan-Qaboos-Moschee in Salala

Der antike Weihrauchhafen Sumhuram oder Khor Rori liegt 40 Kilometer östlich der Stadt und ist UNESCO-Weltkulturerbe

Taqah Castle

Das Museum des Weihrauchlands, hier erfährt man alles über den Weihrauch
Danach folgten fünf Tage auf See, Zeit die Annehmlichkeiten der Seabourn Encore zu genießen. Zur Sicherheit kam zusätzliches Wachpersonal an Bord, kaum sichtbar, aber vorhanden, um die etwas unsichere Küste des Jemens und Somalias zu passieren, was aber ohne Zwischenfall gelang.
Aqaba, Hafen Jordaniens und Ausgangspunkt zur Felsenstadt Petra. Wir haben zuvor online einen Taxifahrer organisiert, mit dem wir sehr zufrieden waren. Einziges Manko war, dass man den Hafen nur im Shuttlebus verlassen, bzw. zurückkommen kann und da waren die Abfahrtszeiten morgens recht spät und abends zu früh, was den Aufenthalt in Petra zeitlich verkürzt hat. Petra ist einmalig und auf jeden Fall ein Muss.

Das wohl berühmteste Bauwerk Petras, das Schatzhaus

Die in den Fels gemeißelte Königswand
Petra war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer. Von 500 vor bis 300 n. Chr.  war sie Kreuzungspunkt mehrerer Karawanenwege zwischen Ägypten, Syrien, Südarabien und dem Mittelmeer, insbesondere kontrollierte Petra den Weihrauchhandel.

Gut erhaltene Ruinen

Das Römische Theater, aus dem Fels gemeißelt

Petra lässt sich zu Fuß, auf Kamelen oder auf Maultieren erkunden
Die Durchquerung des Suezkanals, ein kleines Wunderwerk der Technik, Ägypten links und rechts vom Schiff aus zu betrachten, war für uns ein weiteres Highlight. 
Der Kanal verbindet – durch das Mittelmeer – den Nordatlantik mit dem Indischem Ozean und erspart damit den Weg um Afrika. Der Franzose Ferdinand de Lesseps war die treibende Kraft bei der Umsetzung, des wohl größten Bauprojekts seiner Zeit, das weitab von jeglicher Infrastruktur in der Wüste realisiert wurde. Am 17.11.1869 fand die feierlich Eröffnung des Kanals statt. 

Durchquerung des Suezkanals
In Israel besuchten wir von Ashdod aus die Altstadt von Jerusalem. Neben Petra ein weiteres Muss.
Die Altstadt blickt auf eine lange Geschichte zurück und wird von Christen, Juden und Muslimen als heilige Stadt angesehen. Während der Tempelberg und die Klagemauer, die westliche Umfassungsmauer des Tempelbezirks, ein heiliger Ort für Juden ist, ist den Christen Jerusalem heilig, da Jesus hier gekreuzigt und begraben wurde. Die Grabeskirche zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums. Der Felsendom wiederum ist der älteste monumentale Sakralbau des Islams und eines der islamischen Hauptheiligtümer.

Die Klagemauer – Heiligtum für die Juden

Die Grabeskirche – Wallfahrtsort für die Christenheit

Der Felsendom, ältester monumentaler Sakralbau des Islams und Heiligtum
Von Haifa aus ging es in die Golanhöhen, neben neuerer israelischer Geschichte bot diese Tour die alte römische Stadt Cesarea, den See Genezareth und die Taufstelle Johannes des Täufers am Jordan, beides Ursprünge der Christenheit. Beide Touren haben wir über Seabourn gebucht, da die Preise dafür okay waren.

In Haifa befindet sich das Zentrum der Bahai, Mitglieder einer in Persien entstandenen neuzeitlichen Weltreligion.

Die römische Stadt Cesarea am See Genezareth

Gut erhaltene Mosaiken in der alten römischen Stadt Cesarea

Nach wie vor lassen sich Gläubige im Jordan taufen
Rhodos und Santorin waren die nächsten Anlaufpunkte. Hier wurde getendert und man gelangt sofort ins Zentrum. 
Rhodos, in der Südost-Ägäis, ist die viertgrößte Insel Griechenlands. Im Rahmen der Kreuzzüge, gelangte sie mit Unterstützung des Papstes, als immerwährendes Eigentum in die Hände der Ritter des Ordens Sankt Johannis. Ab 1309 befestigten die Johanniter Rhodos-Stadt und verteidigten sie gegen diverse Attacken der umliegenden muslimischen Staaten. Die Osmanen nahmen die Inselfestung 1522 ein und behaupteten ihre Herrschaft bis zum Mai 1912.

Rhodos – viertgrößte Insel Griechenlands

Der Johanniter-Orden prägte Rhodos-Stadt
Santorin – Trauminsel im südlichen Ägäischen Meer etwa 120 km nördlich von Kreta. Die Insel lebt heute fast ausschließlich vom Tourismus, wobei der Anteil an Chinesen überproportional steigt. In der Landwirtschaft spielt nur noch der Weinbau eine nennenswerte Rolle. 

Kirche auf Santorin

Die Insel lebt heute fast ausschließlich vom Tourismus
Seabourn Encore:
Tolles Schiff, aber größer als die Quest und der Service war nicht ganz so gut. Laut Aussage Seabourn gibt es pro Kopf genau soviel Personal wie auf den kleineren Schiffen. Vermutlich lag es daran, dass das Schiff recht neu war und damit die Besatzung noch nicht eingespielt. Ferner hat noch nicht alles in der Küche funktioniert, erfuhren wir bei der Tour durch die Galley. Die Sushi-Bar war eine tolle Abwechslung, vom Thomas Keller Restaurant waren wir enttäuscht. Der mag zwar in USA ein hochgelobter Sternekoch sein, aber zu einem guten Essen gehört mehr als nur ein zartes Stück Fleisch.

Tolles Schiff, aber mit 635 Passagieren größer als die Seabourn Quest

Elegantes Restaurant mit guter Weinauswahl

Kaviar und Champagner im Pool – all inclusive – so lässt es sich leben

Für Freunde von Kaviar
Fazit:
Eine sehr spannende Reise durch eine geschichtsträchtige Region. Das Leben auf der Seabourn, wie immer abwechslungsreich. Bei Bridge, Malkurs und interessanten Vorträgen kommt keine Langeweile auf. Das Abendprogramm war natürlich super und auf aller höchstem Niveau – Kaviar und Champagner inklusive. Die Reise können wir jederzeit empfehlen.
Christa Stuber

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Kommentare (3)

Pan

Hallo Christa!
Du irrst, wenn Du glaubst, ich würde nur aus der Warmen Stube heraus die Zeit kommentieren! Ich habe viele Jahre damit verbracht, dem Elend entgegenzutreten, immer und immer wieder vergeblich!
Ich kenne die Gesichter der hungernden Kinder sowohl in Somalia als auch in Bangla Desh und davor in Vietnam! Ich sehe die Mütter vor mir, deren Männer Hunderte von Meilen reisen, um eine Arbeit zu finden, damit sie ihre Familien ernähren können.
Aber ich kenne auch die Touristen, die jene Slums voller Enthusiamus besichtigen und fleißig »echte Fotos schießen«, um davon daheim erzählen zu können.
Aus diesem Grunde - und nur deshalb - bin ich gegen die Kreuzfahrtindustrie, weil sie einen falschen Eindruck von der Welt vermittelt. Die Hochglanzfotos dieser Welt zeigen ja nicht das wahre Leben, sondern nur einen Traum-Abglanz davon.
Es mag sein, dass es Eure eigenen Fotos sind, Okay, aber der erste Blick ließ bei mir einen anderen Eindruck entstehen! Dafür entschuldige ich mich dann, selbstverständlich.
Alles andere werde ich stets und immer wieder auf dem »Markt erzählen«, Weil die Kinder in den Slums von Soweto und auch die Menschen, in den Ruinen von Idlib versuchen zu überleben!
Ich grüße Dich - 
~Pan~+
frieden.jpg
 

Pan

Warum - so frage ich, sollte mich solch eine Reise interessieren? Bist vielleicht der Meinung, dass die Kosten dafür so erschwinglich seien, dass sie jeder mal eben so aus der Portokasse zahlen könne?
Selbst wenn es so wäre, würde mir das in der Seele weh tun, die Stätten des vorderen Orients mit ihren unseligen und traurigen Momenten der Kriege und des Elends zu besuchen um mir das Ganze in wohltemperierten Kabinen vor Augen zu führen.
Von den umweltschädlichen Sünden der Kreuzfahrtriesen noch ganz abgesehen!

So ist dieser Artikel, mit tollen Prospektaufnahmen der Kreuzfahrt-Industrie versehen, nichts weiter als eine Werbeaktion, die von "Anonymus" gestartet wurde.
Und auf so etwas kann ich- und viele andere, die noch denken können -
gern verzichten!
_Pan-
👎

Christa Stuber

@Pan  

Lieber Pan,

nur um eines klar zu stellen: Das sind unsere privaten Fotos und absolut keine Werbeaktion von der Kreuzfahrtindustrie.
Ich war in Liberia, als der Bürgerkrieg ausbrach, ich bin 1998 in Indonesien durch die brennenden Straßen gefahren, um meine Familie einzusammeln und ich habe in Colombo gesehen, wie Leichtflugzeuge der Tamil-Tigers anflogen und angriffen. Ich habe genug Elend in dieser Welt erlebt - und nicht vor dem Fernseher. Also darf ich mir solch einen Luxus im Alter gönnen.
Aber du hast ja den Artikel gelesen, also hat er dich doch interessiert. Und die Stätten des Orients sind allemal eine Reise wert.

Gruß,
Christa


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