Warum mag man eigentlich Krimis?


Warum mag man eigentlich Krimis?


Diese Frage wurde gewiss nach gründlichen Erforschungen längst schon von Psychologen und Soziologen beantwortet. Doch, wenn lange her, da sind vielleicht mittlerweile auch noch andere Gründe zum Vorschein gekommen?

Früher waren Krimis gern gelesen/gesehen, denn man löste mit Vergnügen die Rätsel: Wer war der/die Täter/in? Warum hat er/sie eben so, und nicht anders gehandelt? Was hatte dazu beigebracht, dass man ihn/sie doch erwischen können hatte? Selten auf frischer Tat ja.

Ein Kriminalroman, oder ein solcher Film, die galten früher als desto besser, je komplizierter die Handlung war, je schlauer manche Motive, Gegenstände, Äußerungen dargestellt wurden, damit sie nur den sehr aufmerksamen Lesern oder Zuschauern auffallen konnten.

Nun gibt es auch hier welche Erleichterungen; international kann man das bei den Krimiserien beobachten. Jetzt verläuft die Handlung immer sehr ähnlich (Leiche gefunden, untersucht, „mehr nach der Obduktion“, mehrere verdächtigte Personen, davon sich zum Schluss diejenige als schuldig erweist, die anfangs kaum bemerkbar war).

Und damit es die Zuschauer noch leichter haben, gibt es am jeden Revier eine Glastafel, wo alle Fotos, Namen, Vermutungen, aufgetragen werden. Die werden dann immer wieder präsentiert. Na ja, trotzdem kann man nicht immer gleich erraten, wer da hinter die Gitter marschieren müssen wird… Nötig also. :)

Ich mag am meisten nun SOKO Wismar, mit der sympathischen Frau Doktor Helene Sturbeck, und dem SOKO-Chef Jan Reuter, der ihr wahrscheinlich nie näher kommen wollen wird. :)

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Kommentare (13)

Pan

Die Krimis nach deutscher Machart beschäftigen sich meist mehr mit der Tat als nötig ist.
Und jede Region unseres Landes will dabei vertreten sein - Harz, Eifel, Usedom, Bodensee, Ostfriesland usw.usf.
Wenn ich Krimis sehen möchte, dann möglichst diejenige Art, die Aufklärung in den Vordergrund stellt (wie z.B. meist die englischen Machwerke) und nicht die "blutige Tat"! Denn was ist daran spannend?
Horst

Christine62laechel

@Pan  

Ich glaube, oft sind die Krimiserien als eine spezifische Art Unterhaltung gedacht: Eine blutige Tat eben, ein wenig leicht verständlichen Humor, eventuell noch zu verstehen gegeben, dass es keine schlechte Tat ohne Strafe geben kann.
   Ich mag ebenso solche Krimis, wo man sich ein wenig den Kopf brechen muss, wo die Autoren listig welche Hinweise zwischen die Zeilen/Bilder stecken, um die Empfänger weiter zu bringen, oder sie eben irrezuführen... Das ist auch meine Unterhaltung.

Mit Grüßen
Christine

werderanerin

Ich mag auch Krimis, sehe mir aber nicht alles an. Derweile hat man ja eh das Gefühl, dass es nur noch Krimis gibt, jede Stadt hat gefühlt seine, eigene Soko...

Apropos...ich mag die Soko Leipzig sehr, hier mag ich vor allem dieses tolle Team, vor allem aber finde ich es angenehm, wenn Polizisten auch ein Privatleben haben und man nicht das Gefühl hat, wie bei anderen Krimis, Polizisten arbeiten Tag und Nacht. Das würde sowieso nicht der Realität entsprechen.  Für mich ist das Ganze wichtig.

Alles ist Geschmackssache, ich mag auch Filme, Bücher, die ans Herz gehen. Man kann es sich ja aussuchen.

Warum ich aber schon immer Krimis mag..., egal ob Film oder als Buch.., weiß ich nicht, auch heute noch nicht. 

Kristine

Christine62laechel

@werderanerin  

Liebe Kristine,

es gibt einfach Krimis und Krimis. Hier gab es zum Beispiel eine Krimiautorin, die Bücher for allem für Frauen verfasste. Da gab es natürlich eine Leiche, oder sogar mehr, eine Ermittlung und so, mit so viel Humor aber, dass man den Abstand einfach nehmen konnte, und konnte nicht traurig oder betroffen werden. Komisch, denn Tragödien gibt es im Leben auch. Am Beispiel meiner Erfahrung kann ich aber sagen: Man muss es mal vergessen, und alles so leicht nehmen, wie nur möglich. Da bleibt man länger gesund. :)

Mit Grüßen
Christine

werderanerin

Liebe Christine,

wie Recht du hast..., man sollte eh nicht alles zu nahe an sich ranlassen, weil man enttäuscht werden kann. Das lernt man aber mit den Jahren.

Kristine

Pan

Unser tägliches Leben ist eigentlich "Krimi" genug, meint Ihr nicht auch?---
Vielleicht trägt zu dieser Krimi-Sucht auch die Neugier bei?  (Wie gut, die da drüben - und nicht ich!) Darüber wurde schon sooo viel geschrieben, letztlich kam nix dabei heraus. Muss auch nicht, wozu? (Ich schrieb darüber auch schon mal, dazu waren die Kommentare recht negativ!)
Also - no Comment ...augen1.gif
Liebe Sonntagsgrüße,
Horst

Christine62laechel

@Pan  

Upps, lieber Horst, es war nicht meine Absicht, dein Motiv hier zu wiederholen. :) Doch es passiert schon mal: Wer würde sich schon alle Themen und Titel merken können, nicht wahr?
Möge mich der Gelbe da oben nicht so streng anschauen... ;)

Mit Grüßen
Christine

Syrdal


Krimis und auch sogenannte Action-Filme sehe ich mir seit vielen Jahren nicht mehr an, es reichen mir schon pro Tag einmal die Nachrichten, da gibt es Gruselgeschichten zur Genüge…

...sagt schaudernd
Syrdal

Christine62laechel

@Syrdal  

Genau, lieber Syrdal. Im Moment gibt es für mich kaum etwas Schlimmeres, als die Nachrichten, egal ob aus der Welt, oder meinem Städtchen (neulich ein erster Corona-Fall bestätigt). Dann kommt die rot geschriebene Geschichte der Herrschaften K. und K. nicht mehr so schrecklich vor. :)

Mit besten Grüßen
Christine

Roxanna

Mir geht es da wie Rosi, liebe Christine, mir sind die Krimis inzwischen auch zu brutal. Bei manchen Szenen zieht sich mir alles zusammen und ich denke, mit Unterhaltung hat das nichts mehr zu tun, deshalb schaue oder lese ich so gut wie gar keine mehr. Überhaupt, wie ist der Mensch darauf gekommen, sich Filme anzuschauen oder Bücher zu lesen, in denen ein Mensch, inzwischen reicht in den Krimis auch ein Mord nicht mehr aus, es sind meistens Serien, getötet wird. Eigentlich ist das doch im realen Leben ein sehr tragisches Ereignis und deshalb nicht zur Unterhaltung geeignet. Aber darauf haben die Psychologen sicher eine Antwort.

Herzliche Grüße
Brigitte

Christine62laechel

@Roxanna  

Liebe Brigitte,

ich kann es auch kaum begreifen, dass man echt blutige und brutale Filme beim Abendessen sieht, und da schmeckt einem Kechup wunderbar. :)
Und ernst: Das ist gar nicht gut, denn bedeutet, dass man wohl weniger empfinden kann, als es da nötig wäre.

   Wir können nichts dafür... Doch mein Geschmack ist eher "Olsens Bande", als die neuesten Produktionen, die bei den Zuschauern sogar gesundheitliche Probleme hervorrufen können.

Mit lieben Grüßen
Christine

Rosi65

Liebe Christine,

in der letzten Zeit mag ich, bis auf wenige Ausnahmen, gar keine Krimis mehr, weil sie immer brutaler und blutrünstiger werden. Außerdem bin ich als Detektiv gänzlich ungeeignet, da ich immer die Falschen verdächtige.

Viele Grüße
  Rosi65

Christine62laechel

@Rosi65  

Liebe Rosi,

mir geht es ähnlich. Ich hasse Gewalt; und sogenanntes logisches Denken sowie Deduktion sind nicht unbedingt mein Ding. :) Ab und zu lese  ich aber, oder sehe mir an, ein Krimi ohne zu viel Blut. Sage mir dann, ich will auch nicht überempfindlich sein; Gewalt hat es ja schon immer auch in der Schönliteratur gegeben. Seltsam ist diese Welt...

Mit herzlichen Grüßen
Christine


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