Weltgeschehen in mir



Weltgeschehen in mir

Meine Weltaneignungsprozedur sieht aus wie die Rauchwolke eines Vulkans. Unten im Mutterleib noch intensiv und heiß und kompakt wird sie nach oben hin immer breiter, umfassender, aber auch dünner. Man kann sie in Zonen aufteilen, die gewindeartig ineinander hochschrauben.
Am Anfang muss das mit der Mutterliebe stimmen, sonst lässt mich mein evolutionärer Urinstinkt in Angst und Flucht wieder zur Höhle zurückfliehen, so bald es heikel wird: Mama muss mich entängstigen, damit ich auch bestehe, wenn der Zweite, Dritte, Alle drum herum und schließlich die Gesellschaft und die Sinnfrage hinzu kommen. Aber sie kann meinen Urinstinkt natürlich nicht auslöschen, und so hält das mit dem Zurückplumpsen ein Leben lang an. Wichtig: Beim Stolpern an dem, was ich sonst erreicht habe festhalten und wieder hochhangeln. Sonst bin ich „Ver-Rückt“, ein Teil oben, ein Teil unten.
Markus Preiter nennt das in seinem Buch „Die Logik des Verrücktseins“ mein „Seelenlabyrinth“ und die Wolke mein „Binnenvolumen“, untergliedert in die Einzelbereiche im Schraubengewinde, die pulsierend auf und ab wabern. Oben, zum Außenraum Unendlichkeit hin, ist das Gewinde offen.
 


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