Winterfreuden


Winterfreuden

Ach wie freuen sich die Kinder,
endlich gibt es Schnee zuhauf,
ja das ist ein zünft’ger Winter
mit dem flinken Schlittschuhlauf
auf dem See in Pirouetten
und der Schlittenfahrt am Hang
oder schnellen Skiabfahrten,
dabei wird’s niemandem bang,
wenn man mal so halskopfüber
fällt und auf dem Po landet,
es kommt vor im Schneegestöber
dass ’ne Fahrt mal so endet.
Für die Kinder ist das Treiben
eine lust’ge Tollerei,
lange soll es Winter bleiben,

sonst wär dieser Spaß vorbei.


© Syrdal 2017
 


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Kommentare (13)

Dnanidref


Ich glaube, mein guter Freund, dass in unserer „Alterskategorie“ wohl fast jeder viele Erinnerungen zur damaligen Winterzeit hat – gute und auch weniger gute.

In Niederschlesien, im Riesengebirge, empfanden wir die Winter noch als besonders schneereich und kalt, was auch für uns älteren zwei von vier Kindern mit Mehraufwand an Arbeit verbunden war: So gingen wir  das ganze Jahr über mit Vater und Leiterwagen in den Wald, die Holzvorräte besonders für die kalten Tage beizuschaffen, denn wir heizten die ersten Jahre nur mit Holz, da Kohle bei den Polen Mangelware waren. Erst die letzten Jahre wurde es besser und wir kamen auch an Kohle, da Vater nebenberuflich im zentralen Kohlelager als Nachtwächter arbeitete. Auch das Schneeschippen, um zum rund hundert Meter entfernten Brunnen zu gelangen – Leitungswasser gab es noch nicht – und auch um zur Straße zu kommen, war für uns ziemlich anstrengend.

Aber natürlich hatten wir auch unsere Freuden, denn wir waren mit Wintersportgeräten gut ausgerüstet, die noch reichlich vorhanden waren, da wir im Elternhaus meiner Mutter lebten und die Gerätschaft von Mutter und ihren sechs Geschwistern noch gut erhalten war. Da gab es neben Schlitten auch Ski und Schlittschuhe und manches Teil hat Vater wiederhergerichtet.
Später dann im Bayerischen Wald gab es auch noch herrliche Winter, wenngleich der vier Kilometer lange Schulweg doch sehr beschwerlich war, denn Schulbusse gab es noch nicht. Doch im Winter machte der Schulweg mehr Spaß, weil mein Bruder und ich auf Skiern unterwegs waren.

Nach der Schule, dem Essen und den Hausaufgaben, ging es raus zum Ski und Schlittenfahren. Meistens haben sich alle Kinder unseres kleinen Dorfes getroffen, da war dann schon so allerhand los. So haben wir auch Sprungschanzen zum Skispringen, Schneemänner und auch Iglus gebaut. Und abends wenn wir dann verfroren heimkamen, wurde nach dem Abendbrot Hausmusik gemacht und gesungen. Auch hierzu trafen sich viele der Dorfgemeinschaft. Und nebenbei wurde gebastelt gestrickt oder gehäkelt.

Man könnte noch sehr vieles aufzählen, woran unsere Erinnerungen an die „richtigen“ Winter unserer Kindheit noch hängen. Es waren ärmliche aber auch glückliche und zufriedene Zeiten, in denen die Gemeinschaft noch lebte, und an die man gerne zurückdenkt,

meint mit Dank an Deine schön gereimten Zeilen,
Dein Freund Ferdinand
 
 
 

Syrdal

@Dnanidref

O ja, mein lieber Ferdinand, da hast du jetzt so vieles erzählt aus dem Lebens unserer Kindheit. Bei aller Mühsal des damaligen Alltags mit vielen Aufgaben, die wir Kinder auch erbringen mussten, ohne Wasser im Haus, ohne Zentralheizung mit Öl oder Gas und ohne Schulbus und all das andere, was heute als „selbstverständliche Normalität“ gilt, haben wir doch sehr schöne und unbeschwerte Zeiten gehabt und uns an den kleinen Dingen höchlichst erfreut. Gerade bei dem heute wohlbehüteten Leben ist es sehr wichtig, dass wir unseren Kindern und Enkeln erzählen, wie das damals bei uns war. Es kann immer nur ein guter Beitrag zum gegenseitigen Verstehen zwischen jung und alt sein.
Danke für deine interessante und lebensnahe Schilderung mit den schönen Erinnerungen an unsere damaligen Winterzeiten.

Freundschaftlich grüßt dich zum Winterabend
Syrdal  

ladybird

Lieber Syrdal,
.......und alle Schneemänner, die durch die Liebesblicke der Schnee-liebhaberinnen,leider dann schnell darin schmelzten.....
Schneeballschlachten und "Engelchen" (machten meisten die Mädchen)
welch ein Vergnügen, man spürte seine nassen/kalten Füße nicht...und abends gab es aus dem "Schiffchen" vom Herd ein Fußbad mit Salz...mit Deinem so wundervollem Gedicht hasst Du nicht nur meine Kind-Vergangenheit wieder lebendig gemacht, sondern auch anderen Leserinnen/Lesern....
ich genoß diesen herrlichen "Schnee-ausflug" mit Begeisterung und  danke mit Freude.
herzlich Renate

Syrdal

@ladybird

Aber ja, liebe Renate, das sind doch alles wunderbare Erinnerungen an unbeschwerte Kindheitszeiten. Die kalten Hände und Füße und die nassen Hosen und Strümpfe spürten wir doch erst, wenn es dunkel wurde und wir nach Hause kamen. Und dort… warmes Wasser aus dem „Schiffchen“ und dann trockene Strümpfe anziehen und  mit den Füßen hinein in die (von Mutter selbstgemachten) warmen Hausschuhe. – Welch ein himmlisches Geschehen und der ganze Körper „glühte“ bis hin zum Bettchen mit der dicken Federdecke. Nichts Schöneres gab es auf der ganzen Welt, nicht einmal im Himmel!

An all das erinnert sich nur zu gerne – mit lieben Schneemannsgrüßen –
Syrdal  

Tulpenbluete13

Lieber Syrdal,

Dein hübsches Gedicht weckt - wie bei so manchem hier auch - Kindheitserinnerungen....
Ich mochte den Winter nicht..vielleicht weil ich bei meinen ersten (alleinigen) Versuchen in einen Graben fuhr dem am Ende des (unbekannten) Hanges war. Tropfnass und und frierend kam ich nach Hause....und früher hatte man noch einen von der Mutter aus umgedrehtem Stoff gefertigten Mantel an, der sch mit dem Wasser vollsog..von den wollenen Handschuhen will ich mal gar nicht reden...kurzum es gab ja noch kein "Funktions-Kleidung"...lach...
Erst später als ich Skifahren mit den Kindern gemeinsam lernte fing der Winter ab mir Spaß zu machen....lach...
Aber es machte Freude Dein Gedicht zu lesen

mit winterlichen Grüßen
Angelika

Syrdal

@Tulpenbluete13

Na also, liebe Angelika, dann hast du ja doch die Winterfreuden auch noch richtig genießen können und hast heute – wie wir alle – schöne Erinnerungen an „schneeweiße Zeiten“.

Warmen Dank für die „kalten“ Grüße sendet
Syrdal  

protes

ja, so sollte winter sein
meint dazu der hade
mit liebem gruß 
 

Syrdal

@protes

...und so hat er mir und all meinen Freunden richtig Spaß gemacht.

Es grüßt mit einem fröhlichen Schneeballwurf
Syrdal 

werderanerin

Ja, auch bei  mir kommen in erster Linie Kindheitserinnerungen hoch. Da sehe ich noch das tief verschneite Berlin vor mir..., die Straßen kaum beräumt aber wir Kinder waren glücklich. Unser "Sporta" ...Sportplatz war nicht weit weg und somit zogen wir fast jeden Tag mit dem Schlitten dorthin, weil es einen Hang gab, den man runter rodeln konnte. Was für eine Freude war das.

Nur ein Erlebnis habe ich in schlechter Erinnerung...meine jüngere Schwester legte sich, mit Kopf nach vorn drauf und los gings...bis sie übel gebremst wurde....Loch im Kopf. Man kann sich vorstellen, was das bedeutete...

Heute nach so vielen Jahren kann man lächeln, damals brach fast unsere, kleine Kinderwelt zusammen aber es verlief dennoch alles gut.

Ja, lieber Syrdal, heute gibt es kaum noch Schnee und die Großstädte werden sowieso mit der ersten Flocke beräumt, sodass (wenn überhaupt) nur noch rodeln in Parks möglich ist.

Kristine

Syrdal

@werderanerin

Ja, liebe Kristine, das Wort „Schnee“ ist in Berlin nahezu ein Fremdwort, obgleich ich in den 50 Jahren, die ich in Berlin gelebt habe, auch dort, wenn auch selten, mächtigen Schnee erlebt habe.Ein Winter war sogar derart heftig, dass in Mecklenburg Züge steckengeblieben sind, Strommasten umkippten und es weitflächige Stromausfälle gab, auch in teilen von Berlin (Ost).  Ich allerdings wohnte in B.-Mitte, in dem es etliche Minister und solche „Herrschaften“ gab, also hatten wir dort keine Stromabschaltungen und die Heizung lief auf „voller Pulle“… – Nichts im Leben ist gerecht…

...konstatiert
Syrdal  

Roxanna

Dein Gedicht, lieber Syrdal über die Winterfreuden der Kinder hat bei mir eine Kindheitserinnerung geweckt 😁. Ich war mit meiner Freundin Schlittenfahren, sie saß vorne, ich hinten. Der Schlitten kam ziemlich in Fahrt und durch eine Unebenheit im Boden machte er einen kleinen Satz und ich lag im Schnee. Meine Freundin bemerkte noch nicht einmal, dass sie mich verloren hatte und fuhr einfach weiter. Aber ganz übel war, dass meine Hosennaht durch den Sturz aufgeplatzt war. Damals habe ich das gar nicht lustig gefunden, jetzt sitze ich hier lachend vor dem PC.

Schade, dass Kinder heutzutage so selten zum Schlittenfahren kommen. Vor vielen Jahren schenkte ich meinem Sohn mal einen Schlitten zu Weihnachten, der wegen Schneemangels nie zum Einsatz kam.

Herzliche Grüße kommen von
Brigitte

Syrdal

@Roxanna

Nun darf ich gleich mal mitschmunzeln über die geplatzte Hosennaht , weil ich das aus eigener Erfahrung kenne. Damals war ich fürchterlich erschrocken, weil Mutter mir die Hose genäht hatte… und nun war sie kaputt. Doch wurde die aufgeplatzte Stelle rasch wieder repariert.
Bald darauf erhielt ich extra für den oft strengen Rhön-Winter eine schöne neue Hose aus einem dickem Stoff. Das ganz Besondere an ihr aber waren unverwüstliche „Kappnähte“ (seitdem kenne ich diese Bezeichnung für die gedoppelten Nähte), die nun nicht mehr so einfach aufplatzen würden.

Und, liebe Brigitte, wusstest du denn nicht, dass man in manchen Regionen unseres Landes stets den Schnee mitliefern muss, wenn man einen Schlitten verschenkt! Inzwischen und mit fortschreitendem Klimawandel wissen das sogar die Bergführer und Skilehrer oberhalb von Garmisch und auch von Todtnau nahe dem hohen Feldberg...

...hörte kürzlich
Syrdal 

Roxanna

@Syrdal  

Wie sich Kindheitserlebnisse doch ähneln können, lieber Syrdal und es ist doch schön, dass sie immer noch für Erheiterung sorgen. Ja, heute wird der Schnee aus Kanonen geschossen, weil er sich selbst in früher schneereichen Gegenden rar macht. Damals hätte ich mit Petrus ein ernstes Wörtchen reden sollen, vielleicht hätte es dann doch mal mit dem geschenkten Schlitten zu einer Fahrt kommen können.

Herzliche Grüße zu dir von

Brigitte


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