Wir kommen nur um zu schlafen...


Azteken.jpgQuetzalcoatl (Codes Borbonicus, 18. Jahrhundert)
 

"Wir kommen nur zu schlafen, wir kommen nur zu träumen,
jedes einzelne aufschießen des Grases, das wie wir geboren ist, ist nicht wahr.

Es ist nicht wahr das wir um zu leben auf die Erde kamen,
es kommt und sprießt, es kommt und unser Herz macht die Knospen,
die aus unserem Körper wachsen, zu Blumen. Es welkt!
 
Sprechen wir wirklich hier, Schöpfer des Lebens?
Selbst wenn Grünstein, wenn Salben wir dem Schöpfer des Lebens geben,
ihn mit Halsketten die Kraft des Adlers, der Leoparden geben,
könnte es sein, dass niemand auf der Welt die Wahrheit sagt.
 
Kann man auf der Erde leben?
Nicht immer, nur jetzt und hier.
Auch wenn es Jade ist die zerbricht
Auch wenn es Gold ist das zerbricht,
auch wenn es die Quezal Feder ist, die zerfranst,
nicht immer, nur jetzt und hier.
 
Sprechen wir etwas wahres hier, Schöpfer des Lebens?
Wir träumen nur, wir erwachen nur aus einem Traum.

Es ist nur ein Traum.

Niemand spricht die Wahrheit hier."
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www.gedichte.com/showthread.php/15627-Aztekisches-Gedicht

Ich stelle mal den Verfasser dazu:

Biografie: Tochihuitzin Coyolchiuhqui war ein aztekischer Dichter und Philosoph. Laut des mexikanischen Anthropologen und Historikers Miguel León-Portilla war er der Sohn des Herrschers Itzcóatl und wurde in Tenochtitlán geboren. Er lebte vom Ende des 14. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts. In seiner Jugend soll er stark von Nezahualcóyotl beeinflusst worden sein.
- https://gutezitate.com/autor/tochihuitzin-coyolchiuhqui

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Kommentare (9)

APet

was sollen wir erwachen aus unserer Traumwelt.
Es ist doch so bequem oder ist es gar vielleicht unbequem?
Wäre es besser, aufzuwachen?
 

Arni

Ich weiß es nicht.
Die Azteken selber haben wohl zu lange "geträumt", und mit ihrem Untergang bezahlt.

Arni

lillii

aztekisches gedicht..

wir sind nur gekommen,
ein traumbild zu sehen,
wir sind nur gekommen, zu träumen,
nicht wirklich,
nicht wirklich sind wir gekommen,
auf der erde zu leben.

von tochihuitzin coyolchiuhqui (um 1420)

Unsere Zeit ist nur geliehen, im Nu müssen wir sie hinter uns lassen ....
t801e10_maya-kalender.jpgAztekenkalender


 

 

Arni

Das ist eine andere Übersetzung aus dem Nahuatl, eher für das europäische Sprachverständnis gedacht.
Die längere kommt mir authentischer vor, nicht so gerad und verständlich, mehr mäandernd blumig/poetisch und geheimnissvoll, aber wer kann's wissen.
Ich hab beim suchen noch weitere Übersetzungen gefunden, Der Verfasser ist immer derselbe.

LG
Arni 

Silberweide

Wer ist denn der Verfasser? Unter gedichte.com firmiert nur ein "IndianaSenf", der das Gedicht, soweit ich sehe, ohne Quellenangabe reingestellt hat.

Der Name Tochihuitzin Coyolchiuhqui hat da schon bedeutend weitergeholfen. Danke!

 

Roxanna

Das ist ein wunderschöner tiefsinniger Text, Arni, den ich jetzt schon mehrmals gelesen habe. Vielleicht ist es so.

Herzlichen Gruß

Roxanna

 

Arni

Ja, ich finde den Text auch sehr schön. Leider ist von den Texten kaum etwas übrig geblieben. Vernichtet im Namen der "Zivilisation".

Danke und herzlichen Gruß
Arni

Willy

Vielleicht erfahren wir am Ende, dass unser Leben nur ein Traum war und wir bloß eine Figur in den Träumen anderer …  (Meister Chibaba - filousopische Gespräche)
Gruß
Willy

Arni

Wir sind Wanderer
zwischen den Welten.

Danke und
Grüße
Arni


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