Himmel.JPG

Wohin?

 
Wolken im hohen Himmelsblau
wallen in sanftem Schweben,
mal flockigweiß, mal regengrau
in dauerndem Durchweben
ständig erschaffend neue Form
nach eines Meisters Plane,
dessen  göttlich-geheime Norm
man nie jemals erfahre.
Wohin geht eure Reise?
 
Vögel im frischen Ätherwind
fliegen in weiten Kreisen,
die herrlich anzuschauen sind
in ihren schwungvoll leisen
formschönen Rhythmen und Zügen,
wie sie in heiterem Spiel
mit schier sichtbarem Vergnügen
hinstreben zu ihrem Ziel.
Wohin geht eure Reise?
 
Fische in des Meeres Tiefe,
flink und wendig folgen sie
einem unhörbaren Rufe,
dessen heimliche Regie
Führung erfährt von einer Macht,
die in diesem Element
mit Weisheit über alles wacht,
ihnen klare Richtung nennt.
Wohin geht eure Reise?
 
Steine von der Berge Höhen
stürzen schwer hinab ins Tal
hin zum Fluss mit lautem Dröhnen,
lagern dort als Material,
Sturzfluten sie bald mitreißen
weit durchs Land bis hin zum Meer,
einstmals wird die Frage heißen:
Wie wohl kamen sie hierher?
Wohin geht eure Reise?
 
Menschen auf den Erdenwegen
rennen hin und rennen her,
suchen nach dem Sinn im Leben,
aber irren nur verquer,
haben längst ihre Verbindung
zum Göttlichen zerschnitten,
finden nunmehr keine Richtung,
doch Gott wird sie nicht bitten!
Wohin, Mensch, geht DEINE Reise?
 
© Syrdal 2016


 


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Kommentare (17)

protes

meine reise?
irgendwann ist sie einfach zu ende
und  ende  bedeutet für mich
nichts weiter
bei fischen und vögeln denke ich sie wissen es
bei den wolken denke ich der wind treibt sie halt
steine fallen und werden getrieben
menschen im allgemeinen werden verschieden darüber denken,
hoffen und zweifeln
all das denke ich mir halt mal so
lieber Syrdal
lg hade

 

Syrdal


Ja, lieber hade, irgendwann ist die persönliche Reise zuende, aber was ist mit der Menschheit? „Wohin Mensch geht DEINE Reise“? ...lautet die Frage. Was mit uns Einzelnen wird, ist völlig unerheblich, nicht aber, was mit der Menschheit wird. Wenn ich darüber nachdenke, komme ich derzeit (leider) zu keinem positiven Ergebnis, denn alles, was überstrapaziert wird, muss gemäß des unerbittlich waltenden physikalischen Gesetzes kaputt gehen, zusammenbrechen… Doch genau das macht der Mensch: Raubbau in nahezu allen Bereichen, ungezügelter Ressourcenverbrauch, maßlose Verschwendung, massive Vergiftung von Luft, Wasser und Böden, Zerstörung der überlebenswichtigen Waldbestände, Bodenversiegelung und, und, und… Ja richtig, die Menschen denken unterschiedlich, sie hoffen und zweifeln. Doch das genügt nicht. Sie müssen alle was tun… alle! Aber allein die für 2050 prognostizierten 10 Milliarden Menschen sind der programmierte Untergang der Menschheit. In der Medizin nennt man es Apoptose (programmierter Zelluntergang). Dies gilt hier gleichsam für die Spezies Mensch im Allgemeinen. – Was soll ich meinen Enkeln sagen…? Was hinterlassen wir unseren Nachkommen?

...mit sehr nachdenklichen Grüßen zum Wochenende
Syrdal
 

protes

@Syrdal  
ich war gestern mit vielen anderen menschen deshalb
auf der straße
egal ob es nützt aber je mehr es tun, desto eherhilft es
da kannst sehen lieber Syrdal
 ich habe mich als mensch angesprochen gefühlt
und nicht weiter gedacht.
einen schönen ersten advent wünsche ich dir
hade
 

lillii

Diese Frage stelle ich mir häufig:
wohin und wann ist meine Erdenreise zu Ende?
Besonders seit vor einem halben Jahr meine liebe Kusine, Freundin, Vertraute, alles in Einem, ganz plötzlich zu ihrer Reise aufbrach, ohne Abschied, enfach so, miitten aus ein einer Turnstunde in einer Seniorengruppe fällt sie ohne etwas zu sagen um und,  obwohl drei Ärzte, Hubschrauber und alles bereit stand.. sie war gegangen.
Wir waren seit der Schulzeit zusammen, die gleiche Schule, am gleichen Tag unsere Männer geheiratet, sonntags abwechselnd gegenseitige Besuche, fast das ganze Leben, besonders nachdem unsere Männer im Abstand von zwei Jahren starben, hatten wir aneinander Halt.
Nun frage ich mich häufig, wohin und wann ist meine Reise zu Ende, wann komme ich ans Ziel?
Komme ich ???
Deine Verse brachten es mir wieder besonders nahe,

Grüße von Luzie

Syrdal


Liebe Luzie, du hast das Thema des „Wohin“ aus sehr persönlicher Sicht betrachtet. Doch dazu kann ich kaum etwas sagen, auch wenn ich dies alles sehr gut verstehe. Es geht hier aber weniger um den Weg des Einzelnen, es geht um den Weg der Menschen als unseren irdischen Lebensraum maßgeblich gestaltende Spezies.

Wenn du nun aber nach dem Endes des persönlichen Weges und nach dem Ziel fragst, wissen wir ja, dass wir den Zeitpunkt nicht kennen, sehr wohl aber ist uns ein Ende bewusst. Entscheidend jedoch ist vor allem, was wir aus der uns gegebenen Lebenszeit machen, wie wir sie gestalten. Und da zählt jeder Tag und alles, was wir tun.

Möge uns stets Kraft und Weisheit für rechtes Tun gegeben sein, wünscht sich und allen Nachdenklichen…

...mit Grüßen zum Wochenende
Syrdal 

Christine62laechel

Es freut mich unheimlich, lieber Syrdal,

dass ich weder das Ziel, noch den Weg, der ja wichtiger als das Ziel sein sollte, einfach weiß. Bedeutet das etwa eine Hoffnung, oder einen Glauben?

   Ich möchte auch hoffen, dass der liebe Gott - sollte es Ihn geben, entschuldige bitte meinen Zwischensatz - doch bitten würde. Und vergeben...

Mit ganz lieben, obwohl auch ein wenig trotzigen Grüßen
Christine

Syrdal


Hoffnung, Glaube, Zweifel, Gewissheit oder auch nur Unbedarftheit, all dieses und mehr ist bei der kaum überschaubaren Vielfalt der Menschen in sehr unterschiedlicher Ausprägung zu finden. Das für ihn Richtige oder Gültige oder Annehmbare muss schon jeder für sich selbst finden, auch, ob es einen Gott gibt oder nicht ist Sache eines jeden selbst. Aber, liebe Christine, dem Menschen wurde – ob von Gott oder dem Leben oder der Vernunft – die alleinige Verantwortung für seinen Lebensraum gegeben und die hat er wahrzunehmen, ob er will oder nicht. Weder Gott noch das Leben noch die Vernunft werden ihn darum bitten, es ist eine festgeschriebene conditio sine qua non für den Erhalt der menschlichen Existenz!

Möge noch Zeit gegeben sein, um doch noch zur Vernunft zu gelangen,
erhofft – mit abendlichen Grüßen
Syrdal

Manfred36


„Die Natur“ oder „das universelle Geschehen“ oder wie man es auch nennen will, unterhält im offenen chaotischen Regelsystem ein Fließgleichgewicht, dem auch wir unterworfen sind. Es wäre vermessen zu glauben, dass wir (kultur-) evolutionär da ausgebrochen sein könnten. .Für unsere Richtung gibt es keinen Algorithmus, allenfalls Kaschierungs - Algorithmen. Unsere Frage „Wohin?“ kann nur Teilstrecken betreffen.
Gruß von Manfred

Syrdal


Ganz richtig, Manfred, aber selbst auf der beeinflussbaren „Teilstrecke“ ist es dem Menschen heutzutage leider möglich, das „Fließgleichgewicht“ mächtig durcheinander zu würfeln, so dass das universelle Geschehen – zumindest was das Körnchen Erde betrifft – derart ins Trudeln gerät, dass sich die zweibeinige Kreatur nur so wundern würde, falls sie dann dazu noch in der Lage sein sollte...

...deshalb vorher noch rasch einen freundlichen Gruß zu dir von
Syrdal

HeCaro

Lieber Syrdal, 

wohin geht die Reise oder was wird nur werden, ist eine philosophische Frage.  Dabei geht es um die großen Zusammenhänge und deshalb ist sie vom Einzelnen nicht zu beantworten. Wir wissen doch nicht wie sich diese vielen, alle Bereiche betreffenden
Vorgänge entwickeln, die der Mensch so sorglos und ohne die Folgen zu kennen, in Gang gesetzt hat. 

Man darf gar nicht darüber nachdenken,
sonst kann man nicht mehr schlafen 

Liebe Grüße, Carola 

 

Syrdal


Liebe Carola, die Frage des „Wohin“ ist freilich eine Determinante der philosophischen Betrachtung des Mensch-Seins und des menschlichen Waltens. Eine alles umfassende Antwort kann es wohl da kaum geben. Aber doch ist es wichtig, dass ein jeder darüber nachdenkt, zumindest über seinen eigenen Schaffensbereich im Gesamtwirken der menschlichen Gemeinschaft. Wenn dabei ein jeder seine kleine Möglichkeit findet, dem Gemeinwohl nach seinen Kräften zu dienen, sollte es uns um die Erde nicht bange sein. Wenn…! Aber das sehe ich derzeit leider nicht, ganz im Gegenteil. Doch das zu erörtern, würde sicher ein tausendseitiges Buch werden. Das schreibe ich aber erst im nächsten Leben…

...eine freundliche-harmonische Adventszeit wünscht dir
Syrdal  

werderanerin

Die Natur mit all ihren Facetten und Reizen hat ihren festen Weg, der schon seit Millionen von Jahren vollzogen wird. Das hast du wieder mal so wunderbar beschrieben, lieber Syrdal.

Irgendwie hat man den Eindruck, dass eben der Mensch so gar nicht mehr in diese "Reihe" hineinpassen kann...weil er ständig auf der Suche ist, wonach auch immer aber vor allem ist diese, materiell geprägte Welt des Menschen zerstörerisch...man weiß das alles aber kaum Jemand möchte auf etwas verzichten. 

Dieser schöne Planet wird uns Menschen wohl irgendwann einmal einfach abwerfen, wie ein lästiges Insekt, sich kurz schütteln und weiter existieren…

Sehr nachdenkliche und hochaktuelle Zeilen !

Kristine

Syrdal


Dein Eindruck, liebe Kristine, ist leider bittere Realität! Der Mensch hat sich auf übermäßigen Verbrauch der allerdings streng limitierten Ressourcen dieser kleinen Erde orientiert. Er kennt keine Grenzen, betreibt Raubbau an allem und ist dabei, eine dieser Welt nicht verträgliche Überbevölkerung zu er-zeugen. Die Folgen möchte ich hier nicht beschreiben, der Advent steht an…

...feiern wir ihn in noch erhaltener Freude, wer weiß, wie lange noch.

Danke für deine Nachdenklichkeiten und liebe Grüße
Syrdal

indeed

Lieber Syrdal,

so manches Mal kann man mitten aus dem Leben heraus, unvorhergesehen und plötzlich oder auch vorhersehbar an einem gewissen Punkt kommen und sich fragen, wohin wird meine Reise gehen, was ist mein mir vorbestimmter Weg? Wenn man dann kein Vertrauen in seinen Gott hat, ja, diese Menschen haben es schwerer.
Ich habe dieses mehrere Male während meines Lebensweges erlebt und ob man die richtige Entscheidung getroffen hat (was ich für mich glaube), weiß man aber immer erst hinterher.

Du hast es sehr eindrucksvoll in deinem Gedicht geschildert und ich habe sehr gern gelesen.
Mit einem Dankeschön verbunden mit herzlichen Grüßen wünsche ich dir eine schöne Vorweihnachtszeit der Muße und des Wohlbefindens.

Ingrid
.

Syrdal


Die Frage nach dem richtigen Weg müssen wir uns wohl alle immer wieder stellen, erheben sich doch ständig neue Ereignisse und auch Aufgaben, die es zu beachten gilt. Ganz sicher findet man nicht immer sofort die wirklich beste Richtung und man muss ab und an auch Umwege gehen. Doch irgendwann weiß man, den einzig richtigen Weg einzuschlagen. – Ich habe mir schon sehr bald angewöhnt, nicht nervös oder überstürzt zu handeln. Es hat sich bewährt, Entscheidungen reifen zu lassen. Aber richtig: Gottvertrauen bestärkt in allem…

In solcher Erfahrung gehen herzliche Grüße zum schon spürbaren ersten Advents-Wochenende hoch in den Norden von
Syrdal 

Roxanna

Dein Gedicht, lieber Syrdal berührt mich sehr. Du beschreibst wunderbar die Naturordnung, aus der der Mensch längst herausgefallen ist, weil er meint "es besser zu wissen". Ja, wohin geht unsere Reise? Jeder einzelne sollte sich darüber Gedanken machen, ob er sich auf dem "richtigen" Weg befindet.

Danke und herzlichen Gruß
Brigitte

Syrdal


In unseren Tagen, liebe Brigitte, wird die Frage des „Wohin?“ immer dringlicher – für jeden Einzelnen von uns!
Wo stehen wir? Was tun wir? Was wird werden? Was kommt auf uns zu? Was ist noch zu retten? Was hinterlassen wir? – Fragen über Fragen, doch wer hat die allgültige Antwort?

...fragt sehr nachdenklich
Syrdal 


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