Wir leben durch Worte. Stimmt es?


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Kommentare (9)

Pan

Ist schon eine bemerkenswerte Aussage : "Wir leben durch Worte".
Ich kann zustimmen, aber auch empört ablehnen, je nachdem, in welcher Phase des Lebens ich mich befinde. Bin ich in Hochstimmung, werde ich jubelnd zustimmen können. Leide ich unter Depressionen, wird der Skeptizismus die Oberhand behalten.
Spiele ich dieses Thema nun  weiter, (das im Grunde kein eigenes Thema sein kann, sondern erlesene Philosophie!) verlaufe ich mich in eine konstruierte Hypothese! Denn: Gibt es keine Worte, gibt es keine Sprache. Dann aber fehlt ja - naturgemäß - auch die Schrift. Gibt es nun aber keine Schrift, ist es fast unmöglich, Geschichte eines Volkes bzw. der Menschen zu rekonstruieren!
(Das beweisen uns fehlende Schriftzeichen von Völkern, die weder Keilschrift noch Hieroglyphen noch Knotenschrift kannten.)
Wir leben durch Worte?
Nein. Worte leben erst durch uns!
Und der biblische Satz:
"Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort!" hat eine völlig andere Bedeutung, weil es in diesem Zusammenhang ja um das Verständnis des Lebens geht und nicht um irgendeine Religion!

Viel schlimmer ist, dass Worte töten können, sowohl bewusste Worte als auch leichtfertig dahingesagte.
Sie können schärfer als ein Schwert sein und härter als Stahl! Und solche Worte werden in unserem Geist erzeugt und nicht durch irgendwelche Symbole!
Da schließt sich der Kreis, dass wir durch Worte leben - aber ebenso durch Worte sterben können.
Ich als denkender Mensch kann jedenfalls nicht so einfach solch einer manipulativen, vereinfachten These zustimmen! Denn wir leben in einem Zusammenhang zwischen Wort und Tat!
Eines bedingt stets das Andere! Und die Aussage von WurzelFlügel kann ich nur voll unterstreichen: 

»ob Worte mich einkerkern oder befreien entscheide ich«

~Pan~
 

Winterrose

Hallo Shankar,
vielen Dank für deinen Gedankenanstoß.
Wenn man dein Foto betrachtet, dann scheinst du die Lebensfreude in Person zu sein.
Du strahlst so viel Freude aus - das wirkt ansteckend !

Ich habe einiges von Krishnarmurti gelesen und immer wieder über seine Geduld gestaunt, mit der er die vielen unterschiedlichen Fragen des Lebens beantwortet.
So schrieb er auch, dass Liebe ihre eigene Ewigkeit ist, und dass es da wo Liebe ist, keine böse Macht geben kann. Ein weiser Mann !

Ich wünsche dir ein schönes, sonniges Wochenende und sende liebe Grüße zu dir.
Laura
 

werderanerin

Ich sehe das Thema sehr nüchtern (überhaupt so gar nicht meine Natur !) …, Wort gesagt... ist einfach da und für immer bleibend, da kann ich nichts aber auch garnichts zurücknehmen, es wird im Kopf für immer bleiben !

So einfach ist das und deswegen ist das "Wort" für mich , für uns Menschen ganz entscheidend und richtungsweisend  aber vor allem in einem ganz tief drin !



Kristine

Shankar

Wir leben durch Worte, und Worte werden zu unserem Gefängnis. Die Worte sind notwendig, um zu kommunizieren, aber das Wort ist nie die Sache. Das Tatsächliche ist nicht das Wort, das Wort aber wird äußerst wichtig, wenn es die Stelle von dem, was ist, eingenommen hat. Sie können dieses Phänomen beobachten, wenn die Beschreibung statt der Sache selbst zur Realität geworden ist – das Symbol, das wir anbeten, der Schatten, dem wir folgen, die Illusion, an die wir uns klammern. Und so formt das Wort, die Sprache unsere Reaktionen. Die Sprache wird zur zwingenden Macht, und unser Geist wird durch das geformte Wort beherrscht. Die Worte Nation, Staat, Gott, Familie usw. verhüllen uns mit all ihren Assoziationen, und so wird unser Geist zum Sklaven der Wortzwänge.
Krishnamurti

WurzelFluegel

@Shankar  
Wir leben, weil wir leben

Worte können Gedanken sichtbar machen und doch ist Sprache immer nur eine Annäherung ans Wesentliche

doch ob Worte mich einkerkern oder befreien entscheide ich
ob Sprache mein Leben fördert oder zwingt, liegt an mir

der Geist wird durch das geformte Wort beherrscht, ist mMn. eine einseitig verkürzte Sichtweise denn:
Form an sich ist weder positiv noch negativ
die Wechselwirkung von Geist und Wort kennt viele Facetten

die Worte von Krishnamurti sind mMn. in diesem Fall manipulativ 
denn er tut, was er anprangert - er versucht den Geist ein eine ganz bestimmte Richtung zu lenken - die Richtung nennt er selbst: Wortzwänge...

CIMG1971.JPG
wir leben, weil wir leben

WurzelFluegel

 

Manfred36

Natürlich!  Am Anfang war das Wort. Was wir nicht in Bilder und Begriffe gespeichert haben, können wir nicht in Leben umsetzen. 

Rosi65

Hallo Shankar,

Stimmt, denn manchmal kann schon ein einzelnes gesprochenes Wort enorme Auswirkungen haben!
Einmal bei der eigenen Hochzeit gesagt, (oder auch zweimal?😊) kann sich das Leben plötzlich kolossal verändern.

Viele Grüße
  Rosi65
 

lillii

schlag nach bei wiki...

klick auf den link, wiki gibt Antwort.

Du kannst nicht nur ein " Wort " einsetzen , ein wenig mehr dürfte es schon sein,wenn man einen Antwort erwartet

was meinst Du selber ?
allein durch Worte lebt kein Mensch...

Roxanna

Was meinst denn du dazu Shankar?

Roxanna


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