ZAUBER IN SALZBURG



Die Feste Hohe Salzburg wacht über der Stadt Salzburg und nimmt das bunte Treiben der Touristen mit Wohlwollen zur Kenntnis.

Von hier oben aus, sehen die Menschen wie emsige Ameisen aus und bringen Leben in die Straßen der Stadt. Besonders in der berühmten Getreidegasse bilden sie eine homogene Masse, die sich von einem Geschäft, von einem Hotel zum anderen hin bewegt.

Vor dem Hotel „Zum goldenen Hirschen“ sind fast alle Tische besetzt
Der elegante Mann mittleren Alters lässt seinen Blick gelangweilt über die Szene schweifen und da sieht er sie.

Sie hält mit graziöser Hand eine Schale Kaffe, die sie zum Mund führt und wieder absetzt. Ihre langen, schlanken Beine sind übereinander geschlagen und der rechte Fuß wippt auf und ab. Der Saum des leichten Sommerkleides kräuselte sich leicht und leitet den Blick zu der sanft verlaufenden Linie ihres Beines, das in einem bezaubernden roten Riemchenschuh endet.

Der vor ihr stehende Mozart-Kuchen ist noch unberührt. Nun teilt sie das erste Stück mit der Gabel ab und führt diese langsam zum Mund. Ihre kirschroten Lippen öffnen sich erwartungsvoll und schöne weiße Zähne blitzen hervor. Dann schiebt sie das Kuchenstück in den Mund und leckt mit der Zunge den Rest der Sahne von den Lippen ab.
Man kann förmlich sehen, mit welcher Hingabe sie sich dem Genuss hingibt, wie ihr der Kuchen schmeckt. Er zergeht ihr auf der Zunge.

Ihre vollen Lippen wölben sich nun nach vor und sie nimmt einen Schluck Kaffee aus der
Tasse.
Er ist fasziniert von der Art, wie sie langsam und genussvoll das Stück Kuchen aufisst und den Kaffee schlürft. Die ganze Erscheinung des jungen Mädchens bezaubert ihn unendlich.

Nun stützte sie das Kinn auf die rechte Hand und sammelte mit dem Zeigefinger der anderen Hand die noch übrigen Brösel vom Teller und leckte sie vom Finger ab. Es war Genuss pur sie anzusehen und diese Konzentration mitzuerleben, mit der sie sich dem Kuchen widmete.

Er überlegte angestrengt, wie er es wohl schaffen könnte, sie anzusprechen ohne abgewiesen zu werden. Da blickte sie unvermittelt in seine Richtung und er bemühte sich, sein charmantestes Lächeln aufzusetzen.

Sie lächelte zurück!
Der halbe Weg war geschafft, er scheint dem Ziel nahe zu sein.
Er bewegte sich langsam in ihre Richtung, ihr Lächeln wird intensiver und macht ihm Mut.

Nun befindet er sich nur mehr ca. drei Meter von ihr entfernt, als ihm plötzlich ein junger Mann überholt und zwischen ihr und ihm zum Stehen kommt.
Sie steht auf, vertieft ihr Lächeln und die Beiden küssen sich.
Der junge Mann überreicht ihr die rote Rose in seiner Hand und dann schlendern sie Hand in Hand die Getreidegasse hinunter.
Er kann nur mehr ihren bezaubernden Rücken mit einem tiefen Seufzer bewundern. Sein Blick folgt dem Paar mit Wehmut.

Er setzt sich an den nun frei gewordenen Tisch und lächelte über sich selbst.

Die hübsche Serviererin des Hotels steht vor ihm und blickt ihn erwartungsvoll an.

„Was darf ich Ihnen bringen?“

„Bringen sie mir das Gleiche, was auch die junge Dame vorhin bestellt hat!“

So verbindet ihn doch noch etwas mit dem bezaubernden Geschöpf, das er soeben in dem Menschengewirr endgültig aus den Augen verlor.






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Kommentare (4)

joana50
joana50
Mitglied

OH, war dann eiN Missverständnis!
Dann hast du es natürlich richtig erfasst, Lächle )


LG Joana
hafel
hafel
Mitglied

meine bemerkung bezog sich nicht auf das Essen ))
joana50
joana50
Mitglied

hat das Mädchen ja gegessen, er kann nur das Gleiche bestellen, denke ich, oder?

LG Joana
hafel
hafel
Mitglied

Das Gleiche ist nicht das Selbe!!!!!!

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