Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.
 
Anstelle dessen, bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."
 
In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr einziges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können?
 
"Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend. "Die zweite Familie hatte wenig, und du ließt die Kuh sterben." "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel. "Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, sodass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."
 
Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist...

(Verfasser unbekannt)


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Kommentare (3)

Dumba

Liebe Moai,
ich bin sprachlos...

mir ist leider  vor ein paar Tagen
etwas unangenehmes passiert und ich habe dadurch eine Freundin verärgert.

Einer früheren Arbeitskollegin habe ich die Geschichte  erzählt,
sie hat mir geantwortet :

"es sollte so sein.

Die Engel hatten die Hände im Spiel
und haben es für mich *besser* gemacht, als es geworden wäre, so wie geplant.

Ich war total überrascht von diesem Gedanken,

und es ist jetzt sicher kein Zufall, dass ich heute diesen Blog Beitrag finde,
in dem ähnliche Vorgehensweisen der Engel beschrieben werden.

Danke ! 💗

Ela48

Wunderbare Lebensweisheit...
Gruß, Ela

Syrdal

Hallo Moai, dese Geschichte habe ich 2016 in einem Gedicht „verarbeitet“ und hier im ST eingestellt:


Was auch geschieht

Von der Wanderung müde klopften sie an
und baten im reichen Haus um Quartier.
Ein Gästebett gibt’s nicht!“, sprach unwirsch der Mann
doch unten im Keller, dort findet ihr
zwei Pritschen, die sollten euch wohl genügen.“
Dem Hausherrn dankten die beiden Engel,
sie wollten sich mit dem Lager begnügen,
gottlob hatten sie wärmende Flügel.

Oh je, in der Kellerwand klaffte ein Loch
das der Ältere flugs reparierte,
der Jüngere meinte: „Das wundert mich doch,
zumal der Hausmann sich nicht genierte,
uns hier in den feuchten Keller zu weisen.“
Sei ruhig, mein Bruder, bleibe nur still,
die Dinge sind anders, als sie erscheinen
und wie man zunächst sie wohl sehen will.“

Am nächsten Tag gab es ein warmes Quartier
in einer ärmlichen Bauernklause,
Nehmt alsogleich Platz, teilt das Abendmal hier
mit uns in dem bescheidenen Hause,
ruhet zur Nacht in unserem Schlafgemach,
wir werden euch frisch das Bett bereiten,
für uns alle ist Platz unter diesem Dach
und niemand soll in der Kälte leiden.

Der Schlaf war selig, doch am frühen Morgen
waren die Bauern in leidiger Not,
es rannen Tränen aufgrund schwerer Sorgen,
die einzige Kuh im Stall, sie war tot!
Der jüngere Engel war darob verwirrt:
Warum nur musste dieses geschehen,
im Keller dort hast du ein Loch repariert,
doch hier ließest die Kuh du vergehen!“

Auch mich rührt der beiden bitterlich Weinen,
gemach doch, mein Bruder, bleibe ganz still,
die Dinge sind anders, als sie erscheinen
und wie man zunächst sie wohl sehen will. –
Das Loch dort im Keller hab’ ich repariert,
weil sich darinnen ein Goldschatz befand,
ich habe die Höhlung aufs Feinste verschmiert,
dass der Reiche nichts finde in der Wand.“

Der Engel des Todes kam hier in der Nacht,
zu holen des armen Hausmannes Frau,
da habe ich mir ein Geschäft ausgedacht,
gab dafür die Kuh. – Nun siehst du’s genau!“
.................................

Die Dinge sind anders, als sie erscheinen,
oft zeigt sich die Wahrheit erst späterhin,
meist ist sie besser, als wir zunächst meinen,
denn was auch geschieht, es hat seinen Sinn!

© Syrdal 2016
 


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