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Aktuelle Themen Amoklauf in Winnenden

pilli †
pilli †
Mitglied

???
geschrieben von pilli †
als Antwort auf gila vom 12.03.2009, 20:46:17
Ich meine, wir alle reden zu viel über Jugendliche, als mit ihnen.
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gila
geschrieben von gila


und ich meine, das du gila

das gerne meinen darfst; aber dann bitte gilt das nur für dich; gegen dein gewähltes wir , verwahre ich mich energisch!

warum sich hinter dem verallgemeinernden wir verstecken? wenn du der meinung bist, du redest zuwenig mit oder zu viel über jugendliche...

bitte sehr, das kannst du jederzeit ändern?!





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pilli
arno
arno
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von arno
als Antwort auf karl vom 12.03.2009, 20:48:34
Hallo, karl,

im Umfeld des Amokläufers ist die Ursache zu suchen.
Zu dem Umfeld zählen nicht Pistolen, Fernsehen, Fahrrad usw,
sondern Menschen.
Wenn in einer Zeitung veröffentlicht wird, daß eine Lehrerin dem
Amokläufer vor der Klasse mitteilte, daß sie ihm nur noch eine
Beschäftigung in der Müllabfuhr zu traut, hat das was mit Demütigung
zu tun.
Da wird bestimmt noch mehr vorgefallen sein.
Es ist gar nicht so selten, daß vermeintliche Opfer auch die Täter sind.

Viele Grüße
--
arno
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von carlos1
als Antwort auf ehemaligesMitglied65 vom 12.03.2009, 16:04:25
"... sich nicht als den Nabel der Welt zu sehen. Dazu, Niederlagen hinnehmen zu können. Dazu sich frühzeitig Anforderungen zu stellen, z.B. über die Benotung der ebenfalls zu fordernden Leistungen. Dazu, sich selbst zu beherrschen! Dazu, vom Leben nicht selbstverständlicherweise ALLES zu verlangen, weil das Leben auf niemanden gewartet hat, geschweige denn Rücksicht nimmt." meritaton

So ist es. Ein solches Ziel sollte Ergebnis der Erziehung sein. Ein junger Mensch wäre dann in der Lage seine Frustrationen zu ertragen, es hinzunehmen, dass er Niederlagen erleidet. Er wäre bereit und er sollte in der Lage sein seinen Weg weiter zu gehen oder einen anderen Weg zu suchen. Die geringe Frustrationstoleranz heutiger Jugendlicher ist ein großes Problem. Sich Träumen hinzugeben, high zu sein (mit Drogen), Partysaufen, Zigaretten, Internetchats und Killerspiele, vor allem viele Freizeitaktivitäten sind Ersatz auch für Allmachtsphantasien und versagte Anerkennung. Jeder junge Mensch träumt von Erfolgen, von einer wichtigen Rolle im Leben, von einer Position im Beruf, die ihm Ansehen und Geld verschafft und damit Erfolg beim anderen Geschlecht. Versagte Anerkennung wird als Kränkung erfahren, als Beleidigung. Der Auftritt als Rächer ist der nächste Schritt. Das Suchen einer Rolle im Leben ist das Problem, an dem Jugendliche häufig scheitern, vor dem sie Angst haben. Verletztes EGO ist die Folge. Die Erwachsenenwelt macht ihnen das Finden ihrer Rolle schwer. Das sich In-sich-Zurückziehen und das Suchen einer neuen zweiten Identität in einer Traumwelt, weisen auf das verletzte EGO hin. Jugendliche können sich in dieser instabilen Gefühlslage nicht helfen, wollen sich nicht mit der eigenen Rolle aussöhnen und abfinden. Die versagte Anerkennung durch Mitschülerinnen/Mitschüler verbindet diese mit dem potenziellen Täter in Hassliebe. Die Verhätschelung vieler Einzelkinder ist ein Problem in vielen Familien. Muttersöhnchen, die in Abhängigkeit gehalten werden und die gleichzeitig hohem Erwartungsdruck ausgesetzt sind, denen sie nicht gerecht werden können, sind unglückliche und damit gefährdete Menschen. Was fehlt, ist die Erfahrung eines verbindlichen Leistungsstandards und seine effiziente Umsetzung. Da sind auch die Lehrer und Schulbehörden gefragt. Auch die Untrerrichtsgestaltung, die Methodik und Didaktik. Freude an der eigenen Leistung stärkt die emotionale Stabilität. Vor Drill muss die Schule sich hüten, aber Leistung darf sie fordern.

Warum diese Stärkung des Ego bei Jungen nicht gelingt? Es hat viele Gründe. Einzelkindschaft ist immer weiter verbreitet. Dann aber auch die enorme Reduzierung des Leistungsdrucks, obwohl in der Öffentlichkeit der gegenteilige Eindruck entsteht. Junge Menschen erfahren heute nicht mehr, was ernsthaftes Arbeiten in der Schule sein kann. Sie erfahren nicht die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit, obwohl sie sehr leistungsfähig sein könnten. Die Wahrnehmung eines lockeren Freizeitangebots steht im Vordergrund und "gute" Lehrer geben hier nach. Bei harten Anforderungen erleiden Schüler rasch psychische Zusammenbrüche und Paniken.

c.



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carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von carlos1
als Antwort auf dunkelgraf vom 12.03.2009, 19:39:21
"4 Millionen Erkrankte an Depression. Somit ist es eine Massenerscheinung und man kann fragen, warum leiden sie viele an dieser Krankheit in diesem Lande? Weil die Gesellschaft ernsthaft krank ist."Dunkelgraf


Verschiedene Formen der Paranoia sind weit verbreitet, ebenso sind Mio Menschen schizophren ohne es zu wissen. Besondere Verbreitung erfahren Persönlichkeitsstörungen. Auch ich bin nicht nicht mehr ganz gesund, weil ich an der Massenkrankheit Diabetes leide, die ich bis jetzt aber sehr gut im Griff habe. Mein Arzt lobte neulich meinen HBA1C-Wert und meinte das ganz ohne Hintergedanken, da ich ihn schon sehr lange kenne. Bei Lichte betrachtet ist jeder Mensch ernsthaft krank, der sich von einem Arzt ernsthaft untersuchen lässt. Besonders dann, wenn der Arzt einen Privatpatienten vor sich hat.

Dieser letzte Tatbestand weist wiederum auf eine Krankheit der Gesellschaft an sich hin.

c.
silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von silhouette
als Antwort auf carlos1 vom 12.03.2009, 22:36:14
Ob der Hinweis aufs Privatpatiententum in diesem Zusammenhang noch zum Thema passt, wage ich zu bezweifeln.
Ich habe nicht alle Beiträge gelesen, die zwischen Seite 3 und der letzten stehen. Daher vielleicht eine Wiederholung: wie es sich herausstellt, hat das Ganze eine sehr banale Ursache: ein Sportschütze missachtet seine Pflichten und sichert seine Waffen, die er zu Hause haben darf, nicht vorschriftsmäßig, und dies offenbar schon vorher, sonst hätte sich der Knabe nicht so gut damit ausgekannt. Und zweitens merkt er nicht, was im Kopf seines Sohnes abgeht. Am Eltern-Kind-Verhältnis ist etwas gewaltig daneben gegangen. Ein unzureichend gesicherter Waffenschrank in der Wohnung eines Abbrechers einer psychiatrischen Therapie!

So, und als Drittes beklagen wir die gestiegene Aggressivität und die gesunkene Moral der Gesellschaft (stimmt, einmal Bahn fahren wie ich heute und in den ICE-Geschäftsleuteverkehr hineingeraten, reicht schon), und als viertes können wir dann nach dem Staat rufen (bitte nur in dieser Reihenfolge), der es mit ein paar Feigenblattgesetzen richten soll. Oder das Geld für dringende Verbesserungen im Schulsektor aufbringen soll, anstatt es an Hartz-4-Empfänger und Ähnliche zu verschwenden. Oder wie?

Fühl dich damit nicht persönlich angegriffen, weil ich einfach druntergeschrieben habe.
--
silhouette
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von carlos1
als Antwort auf pilli † vom 11.03.2009, 17:27:31
"Ein Tag voller Betroffenheit."

Gestern Abend erhielt ich einen Anruf einer befreundeten englischen Familie aus Madeira. Darauf war ich nicht gefasst. Sie hatten dort gesehen, was hier in Winnenden, Germany abging, wussten, dass wir in direkter Nähe leben und wollten ihr Mitgefühl aussprechen. Ich erzählte ihnen, dass sie sogar bei einem Besuch an dieser Schule vorbeigefahren sind.

Ob die Winnender bereits realisiert haben, dass sie gestern global gesehen das Top-Thema der TV-Berichterstattung waren?

Winnenden wird berühmt bleiben, weil sein Name nun leider für immer mit dem sntsetzlichen Geschehen verbunden sein wird, das Tim. K. angerichtet hat.
c.

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carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von carlos1
als Antwort auf silhouette vom 12.03.2009, 22:50:55
Hallo Silhouette, das Bild von der kranken Gesellschaft stammt nicht von mir. Es soll ausdrücken, dass die bestehende Gesesllschaftsform heilungs- oder erneuerungsbedürftig ist. Die Zustände seien so himmelschreiend, dass die Menschen durch die Zustände sogar erkranken. Depression als Volkskrankheit wurzele in den politischen Verhältnissen. Was ich dazu schrieb versthe ich eher als Glosse, weil es Tatsache ist, dass es viele verbreitete Volkskrankheiten gibt. Ich wollte damit niemand verletzen.

Ich würde zu deinem gerne einen fünften Punkt hinzufügen. Der wäre das Problem Erziehung und Bildung. Du hast es unter der Eltern-Sohn-Beziehung angesprochen. meritaton hat in ihren Beiträgen sehr interessante Dinge darüber gesagt. Die Eltern - wie so häufig - spüren nichts von dem, was ihren Sohn umtreibt. Lässt sich dieser Zustand ändern oder müssen wir damit leben. Woran liegt es?

c.
darklady
darklady
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Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von darklady
als Antwort auf wanderer vom 12.03.2009, 15:09:49

Dein Beitrag zu Dunkelgraf empfinde ich als beleidigend und unsachlich. Gehst Du so immer mit Leuten um, die Deine Meinung nicht teilen?
darklady
darklady
darklady
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Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von darklady
als Antwort auf dutchweepee vom 12.03.2009, 14:40:29

Siehst Du genau hier liegt der Unterschied. Die Munition wird nicht für Kampfeinsätze gebraucht, sondern fürs Training.Ein normaler Schütze, der für Meisterschaften trainiert, braucht minimum jede Woche 500 Schuss aufwärts.
Da Munition nicht gerade billig ist, kauft man größere Gebinde, um einen besseren Preis zu bekommen.Wenn man dann noch davon ausgeht, dass man Munition für unterschiedliche Kaliber braucht, handelt es sich um einen normalen Vorrat.
Es ist mir klar, dass es für Aussenstehende eine große Zahl ist.Aber es ist eben nur eine Zahl.

darklady
darklady
darklady
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Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von darklady
als Antwort auf klaus vom 12.03.2009, 15:30:59
Du redest hier von Sachen, die Du augenscheinlich nicht vestehst.
Was bitteschön soll denn "Waffensucht" sein?
Die Anzahl der Waffen begründet sich darin, dass der Vater Sportschütze und Jäger ist.
Es müssen ihm nicht mal alle Geräte gehören.Sobald man in einem Verein ist,kann man zum Beispiel auch Vereinsgewehre bei sich im Schrank haben, weil der Vereinstresor zu klein ist.
--
darklady

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