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Aktuelle Themen Amoklauf in Winnenden

Medea
Medea
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von Medea
als Antwort auf ehemaliges Mitglied_84475 vom 13.03.2009, 17:35:36
Ja Ursula, ich bin ebenso sicher, daß es Krankenberichte geben wird, aber sind die Ärzte (und wie lange?) auch in einem solchen Fall an ihre Schweigepflicht gebunden?
Du wirst es wissen, ich kann nur raten.

Medea
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Waffenrecht
geschrieben von carlos1
als Antwort auf ehemaliges Mitglied_84475 vom 13.03.2009, 12:21:30
"...man muss diese fehlgesteuerten Menschen nicht noch unterstützen, indem man ihnen bei der Planung und Durchführung ihrer Gewalttaten hilft!

Schusswaffen in Privatwohnungen sind immer eine potentielle Gefahr, und ich verstehe nicht, warum Sportschützen Waffen und Munition mit nach Hause nehmen dürfen bzw. müssen." ursula


Hallo Ursula, es war Fahrlässigkeit eine Waffe außerhalb des Tresors aufzubewahren und illegal dazu. Vielleicht kannte der Junge den Code aber den Code zum Tresor? Die Waffen außerhalb des Privathauses aufbewahren? Im Schützenahus auch noch? Da ergibt sich erst recht ein Sicherheitsproblem. Diese liegen meist außerhalb von Wohngebieten und sind Zugriffen ausgesetzt. Wer an eine Waffe kommen will, erreicht sein Ziel mit einfachen Mitteln.

Hallo Adam. Es überrascht mich nicht, welche Bedeutung dem Thema Waffenrecht hier im Forum in diesem Zusammenhang zugestanden wird. Es ist der Versuch Sicherheit durch §§ zu erreichen. Auf die schnelle Tour, möglichst billig und effektiv. Sicherheit wird aber nur durch Vertrauen unter den Bürgern und Abwesenheit von Aggression gewonnen. So braucht man sich auch nicht mit den Menschen zu befassen und deren Erziehung auseinandersetzen. Umgang mit Menschen, Menschenführung verkommt bestenfalls zur seelenlosen Technik. Der junge Täter aus Weiler zum Stein, Sohn eines wohlhabenden Diplom-Mathematikers mit einer kleinen Firma war ein Hätschelkind, er bekam alle Wünsche erfüllt. Waffenbesitz war seit altersher Zeichen der Wehrbarkeit, der Macht, Statussymbol für den freien Mann. Heute stärkt es das Ego von so manchem Schwächling und Angeber. Dazu zähle ich auch den Vater. Wenn sich die Möglichkeit ergäbe die Hintergründe einer schwäbischen Dorfhonoratiorenfamilie und der geistigen Leere auszuleuchten, dann wäre einiges an Erkenntnis gewonnen.
c.
Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von ehemaliges Mitglied_84475
als Antwort auf Medea vom 13.03.2009, 17:40:41
Hallo Medea,

grundsätzlich gilt die ärztliche Schweigepflicht natürlich auch gegenüber Straftätern und über den Tod hinaus.

Die Schweigepflicht verliert nur dann ihre Gültigkeit, wenn "ein Fall des sog. rechtfertigenden Notstandes gemäß § 34 StGB" vorliegt.

Dass Polizei oder Staatsanwaltschaft im Falle von Tim K. einen solch "rechtfertigenden Notstand" geltend machen können, um Einsicht in die Krankenunterlagen zu erlangen, glaube ich eher nicht (bin aber unsicher), da ja von diesem Mann keine Gefahr mehr ausgeht.

Gruß, Ursula

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sonja47
sonja47
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von sonja47
als Antwort auf maggy vom 13.03.2009, 14:15:05
maggi
ich weise das dritte mal darauf hin, dass der Junge, die
Behandlung von sich aus abgebrochen hatte!
Ärzte, so auch Psychiater, haben sich an ihre Schweigeplicht
zu halten, manches Mal, leider!!----

Die Möglichkeit besteht aber, dass während des Klinikaufenthaltes
und der späteren privaten Behandlung, absolut nichts, auf die
Wahrscheinlichkeit, eines späteren Tötungsdelicktes, hingewiesen
hatte!
In den Kliniken muss jeder Patient, des öffteren Formulare
ausfüllen, wobei die Fragen jeweils so gestellt werden,
damit die Psychiater, den Patienten einschätzen können!
Hier kann jeder Patient aber schummeln, obwohl am Schluss dieser
Formulare jeweils steht, dass für die Wahrheit gebürgt werden muss!
sonja47
sonja47
sonja47
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von sonja47
als Antwort auf ehemaliges Mitglied_84475 vom 13.03.2009, 17:35:36
Du Ursula
So wurde berichtet, hier in der Schweiz orientieren wir uns nun mal
beim SF1 und bei Tele Züri - News!
Könnte ja sein, dass ihr uns Schweizer auch mal, akzeptiert und
unsere Beitäge stehen lassen könnt!
Oder geht dies über Euren Stolz???---

--
sonja47
Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von ehemaliges Mitglied_84475
als Antwort auf sonja47 vom 13.03.2009, 21:03:52
Du Ursula
So wurde berichtet, hier in der Schweiz orientieren wir uns nun mal
beim SF1 und bei Tele Züri - News!
Könnte ja sein, dass ihr uns Schweizer auch mal, akzeptiert und
unsere Beitäge stehen lassen könnt!
Oder geht dies über Euren Stolz???---

--
sonja47


Hallo sonja, ???

Ich habe Deinen Beitrag doch nicht korrigiert, weil Du Schweizerin bist (welch eine abwegige Vermutung!), sondern weil man aus der regulären Krankenhausentlassung des Tim K. schließen kann, dass die Klinikärzte damals nicht erkannt haben (erkennen konnten?), welche Gefahr von dem jungen Mann ausging!

(Übrigens: Ich liebe die Schweiz, habe dort jede Menge Verwandte, die ich häufig und gerne besuche )

Freundliche Grüße in die schöne Schweiz, Ursula

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carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von carlos1
als Antwort auf ehemaliges Mitglied_84475 vom 13.03.2009, 17:35:36

"Mich würde interessieren, warum genau Tim K. stationär eingewiesen wurde (Suizidgefahr? Fremdgefahr?) welchen Eindruck die Klinikärzte von Tim K. bei seiner Aufnahme und bei seiner Entlassung hatten, ob er z.B. über Gewaltfantasien berichtet hat, ob er medikamentös behandelt wurde etc.(müsste alles dokumentiert sein) ... "ursula


Es wird nach Anhaltspunkten gesucht. Wer zu solcher Tat fähig ist, muss früher Anzeichen in dieser Richtung gezeigt haben. Wer zu einer teuflischen Tat fähig ist, muss ein Teufel, ein böser Dämon sein. Muss er wírklich? Wir werden enttäuscht werden, vermute ich. Der junge Täter war ein normaler Junge ohne Auffälligkeiten, hatte eine "normale Entwicklung" genommen, keine Besonderheiten, wird gesagt. Aber da war doch was vor einigen Jahren. Die Peer group der Gleichaltrigen, die so gerne mit Softair-Waffen ballerten, bis sie auseinandergingen. Tim hatte aufgerüstet mit einem Luftgewehr, die Kugeln taten weh. Die Gruppe schloss Tim aus. Da spielte einer nicht mit bei den selbstgesetzten Regeln. Wollte besser sein.

Frage an alle Eltern: Fördert das Herumballern von Jugendlichen mit Softair-Waffen irgendwelche geistigen und körperlichen Fähigkeiten? Bringt sie Jugendliche in ihrer gesitigen und körperlichen Entwicklung voran?

Die Deutsch-und Ethik-Lehrerin an der privaten (!) Kaufmännischen Schule hatte im Januar einen Besinnungsaufsatz vorgegeben: "Verschärfung der Waffengesetze Ja oder Nein." Zur Thematik der Unterrichtseinheit gehörten Einzelthemen wie Computerspiele, Amoklauf in Erfurt und die Reaktion des Staates darauf. Ein solches Thema kann Prävention sein aber auch vielleicht ein Drehbuch liefern.

Tim lieferte in seinem Aufsatz nichts Auffälliges ab. Tenor der Ausführungen war, dass Regeln gesetzt und eingehalten werden müssten. Auf Menschen dürfe man nicht schießen. Das hat er Schwarz auf Weiß nach Aussage der Lehrerin vor wenigen Wochen im Aufsatz als Inhalt abgeliefert. Täuschung? Tarnung? Eher Anpassung, wie die Lehrerin glaubt. Er schrieb das, von dem er glaubte, dass es die Lehrerin lesen will. Hat er sie nicht einmal provozieren wollen mit gegenteiligen Ansichten, weil er die Lehrerin als "hoffnungslosen" Fall ansah? Er, der es doch besser wissen musste, mit einem Waffenarsenal zu Hause im Tresor des Vaters, und mit dem besonderen Gefühl, den der Waffengebrauch einem verlieh? Zumindest war er taktisch geschickt genug. Schließlich musste er sich anstrengen. Den Realschulabschluss hatte er ja noch halbwegs geschafft. Und er musste weiterkommen im Berufskolleg.

Und überhaupt. Der Besuch der Realschule war kein Ersatz für jemand, der das Gymnasium erreichen musste, um später voranzukommen. Hier könnten Konflikte in der Familie stattgefunden haben, Kränkungen geblieben sein. Man denke nur an die Nachbarn.

Tim war kein geborener Mörder, kein Typ des Schwerverbrechers, beileibe kein Dämon. Er litt an einem verletzten EGO und an Minderwertigkeitskomplexen. Der Vater mit einer Firma mit 100 Angestellten in Affalterbach erwartete Leistung. Hatte er aber genügend Zeit? Tim konnte die Leistung wohl nicht bringen. Dann die Schwester, die ihn in den schulischen Leistungen in den Schatten stellte. Eine ständige Mahnung und Herausforderung. Nur die Waffe gab ihm Kraft. Mit ihr war er stark. So ungewöhnlich ist das Verhaltensmuster nicht. Jugendliche schwingen die Fäuste, wenn es innere Konflikte zu bewältigen gilt. Er ballert herum, macht sich die Finger nicht schmutzig. Schusswaffen wie Pistolen sind Distanzwaffen. Übung hatte er gesammelt im Schützenverein und in Counterstrike.

Das leibhaftig Böse sieht anders aus. Alles so "normal".
c.

maggy
maggy
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von maggy
als Antwort auf sonja47 vom 13.03.2009, 20:50:01
sonja, das ist doch bekannt, das er
seine Behandlung abgebrochen hat.
Kam doch durch alle Medien.
Aber es wurde auch gesagt, dass er
die Behandlung wieder beginnen
wollte. Seine Schießerei mit tötlichem
Ausgang in der nahegelegenen Psychiatrie
läßt auch auf einiges schließen.

Ich werde mich aber jetzt nicht mehr an
dieser Diskussion beteiligen.

--
maggy
sonja47
sonja47
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von sonja47
als Antwort auf ehemaliges Mitglied_84475 vom 13.03.2009, 21:48:54
Du Ursula
So wurde berichtet, hier in der Schweiz orientieren wir uns nun mal
beim SF1 und bei Tele Züri - News!
Könnte ja sein, dass ihr uns Schweizer auch mal, akzeptiert und
unsere Beitäge stehen lassen könnt!
Oder geht dies über Euren Stolz???---

--
sonja47


Hallo sonja, ???

Ich habe Deinen Beitrag doch nicht korrigiert, weil Du Schweizerin bist (welch eine abwegige Vermutung!), sondern weil man aus der regulären Krankenhausentlassung des Tim K. schließen kann, dass die Klinikärzte damals nicht erkannt haben (erkennen konnten?), welche Gefahr von dem jungen Mann ausging!

(Übrigens: Ich liebe die Schweiz, habe dort jede Menge Verwandte, die ich häufig und gerne besuche )

Freundliche Grüße in die schöne Schweiz, Ursula

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Liebe Ursula

Gleich oben, habe ich geantwotet, auf den Beitrag von "maggy"

"sonja47 antwortete 13.03.09.20.50 auf maggy"

Dabei teile ich voll und ganz Deine Meinung!
Was die Ärzte betrifft!
Hast Du denn dies gelesen?
Das Dritte, jetzt schon das vierte mal habe ich geschrieben!

Leider wurde hier wieder vom eigentlichen Thema abgewichen,
durch, und über Schützenverein, und Schusswaffe, gelabert!

Wünsche Dir eine gute Nacht und morgen einen schönen Samstag!
Grüsse, Sonja
sonja47
hafel
hafel
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von hafel
als Antwort auf sonja47 vom 14.03.2009, 00:06:45
@ sonja: "Leider wurde hier wieder vom eigentlichen Thema abgewichen, durch, und über Schützenverein, und Schusswaffe, gelabert!"

Was heißt hier "gelabert"??? Das Thema heisst immer noch "Amoklauf in Winnenden" und da gehört der Waffengebrauch nun einmal mit dazu.
--
hafel

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