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Aktuelle Themen Amoklauf in Winnenden

ehemaligesMitglied65
ehemaligesMitglied65
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von ehemaligesMitglied65
als Antwort auf vom 14.03.2009, 11:15:47

--
Karin, auch ich hege Deine provokativen Gedanken.
Ich bin keine Fachfrau, vielleicht haben auch diese Menschen so den einen oder anderen psychischen Defekt davon getragen.
Aber eines hatten sie uns der jetzigen Generation voraus: Ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Damals nannte man das Selbstzucht. Die offenbar verhinderte, dass man seine Befindlichkeiten ballernd auslebte. meritaton
Re: Eltern dementieren psychiatrische Behandlung
geschrieben von ehemaliges Mitglied_84475
als Antwort auf karl vom 14.03.2009, 12:43:56
Hallo hl, hallo Karl,

dass der unsachgemäße (!!) Gebrauch von Psychopharmaka (ebenso wie Drogen und Alkohol) schwere Schäden anrichten kann, ist ja nun wirklich nicht neu. Aber dass solche Medikamente Menschen zu Amokläufern machen sollen, halte ich nun wirklich für Unsinn.

Vielmehr ist es ein Segen, dass es bestimmte Psychopharmaka zur Behandlung von endogenen Depressionen, schizophrenen Psychosen u.ä. gibt: Diese Schwerstkranken können häufig nur mit Hilfe solcher Medikamente ein halbwegs normales Leben führen. Suizide werden verhindert, ebenso die Neigung zu Gewalttaten infolge von Sinnestäuschungen, Wahnvorstellungen etc....

Auch wenn sich herausstellen sollte, dass Tim K. tatsächlich wegen Depressionen medikamentös behandelt wurde, würde dies allein niemals eine solche Tat erklären.

Gruß, Ursula
marianne
marianne
Mitglied

Re: Eltern dementieren psychiatrische Behandlung
geschrieben von marianne
als Antwort auf karl vom 14.03.2009, 12:43:56
hl und Karl,

bitte diese Links noch drin lassen..ich hab jetzt nicht die Zeit, möchte alles lesen.

Der Vater hat anscheinend auch dementieren lassen, dass ein Schießstand im Keller war. Vermutlich kommt es darauf aber nicht mehr an....

Immer noch erschüttert,

Marianne

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marianne
marianne
Mitglied

Re: Eltern dementieren psychiatrische Behandlung
geschrieben von marianne
als Antwort auf karl vom 14.03.2009, 12:43:56
hl und Karl,

bitte diese Links noch drin lassen..ich hab jetzt nicht die Zeit, möchte alles lesen.

Der Vater hat anscheinend auch dementieren lassen, dass ein Schießstand im Keller war. Vermutlich kommt es darauf aber nicht mehr an....

Immer noch erschüttert,

Marianne
sonja47
sonja47
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von sonja47
als Antwort auf carlos1 vom 14.03.2009, 09:19:40
Carlos1
Du schreibst mir aus meinem Herzen!

Es ist in der Tat so, dass was wir Menschen uns täglich ansehen,
mit was wir uns in der Freizeit beschäftigen, dies wird ganz langsam
im Hirn gespeichert!
Ob wir Sport, der unseren Körper und vor allem auch unseren Geist
fit hält, ist nun mal ein sehr grosser Unterschied, zu dem täglichen
ansehen eines Verbrecher-Videos, Gewaltspiele-Spiele!

Carlos1, Du hasst das sehr gut beschrieben, unser Hirn ist ein
Speicherzentrum, es speichert Gedanken, Fantasieen, und
in diesem Fall auch Tötungswünsche!

Mir kommt eben der Vergleich zum Computer, er gibt nur her, was eingegeben wurde, so funktioniert auch unser Hirn!


--
sonja47
sonja47
sonja47
Mitglied

Re: Eltern dementieren psychiatrische Behandlung
geschrieben von sonja47
als Antwort auf karl vom 14.03.2009, 12:43:56
Liebe hl,


deine Links addieren zur Diskussion einen völlig neuen Aspekt, danke.

Auch das hier ist lesenswert:

RITALIN: Drogen für - oder gegen - unsere Kinder ?

--
karl
geschrieben von karl


Danke Karl
Mit diesem Link hast Du ein sehr gutes, aber eben vor allem von
den Psychiater und Psychologen, total verschwiegenes Thema eingestellt!

Die Farmakonzerne schützen sich, in dem sie den Psychofarmakas, sehr
viele Nebenwirkungen zuschreiben, dies ist auf dem Beipackzettel zu lesen!
Denn jede je registrierte Nebenwirkung, muss von den behandelden
Ärzten, umgehend gemeldet werden!
Das Medizinkompendium enthält speziell Seiten frei, für Meldungen
von Nebenwirkungen der Medikamente, welche noch nicht registriert
wurden, darum werden auch die Beipackzettel immer dicker!

sonja47

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carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Pharmakotherapie
geschrieben von carlos1
als Antwort auf pea vom 14.03.2009, 13:10:03
"ja, aber ihr glaubt gar nicht, wie viele wirklich sehr sehr psychisch Kranke in unserer Gesellschaft leben, die ohne psychiatrische Medikamente massenweise weggesperrt werden müssten wegen akuter Eigen- oder Fremdgefährdung!" Zitat anonym bei pea

Jedes Arzneimittel ist Gift. Worauf es ankommt ist die Wirkung, die durch eine möglichst genaue Dosierung erreicht werden soll. Richtig dosiert kann Gift zur Arznei werden, aber ohne Nebenwirkungen geht es nicht.

Ritalin ist kein Heilmittel. Es stellt nur ruhig. Wie fast jedes nicht-naürliches Mittel hat Ritalin Nebenwirkungen, die aber in Kauf genommen werden. Das Problem bei ADS ist aauch die Schulorganisation. Sie sieht vor, dass Kinder im Entwicklungsalter 5 - 6 Stunden, unterbrochen von wenigen Pausen, ruhig sitzen und lernen müssen. Ihr Hirnprogramm aber sagt ihnen, dass sie laufen und rennen müssen, um sich richtig zu entwickeln. Eine verhaltenstherapeutische Behandlung ist für die Kassen zu teuer. Deshalb wird Ritalin verschrieben.

Prozac wird von zig Millionen US-Bürgern eingenommen, ist, glaube ich, auch ohne Rezept in drugstores zu haben. Wenn es die geschilderten Wirkungen haben sollte, würde es bald keine Amerikaner mehr geben, weil sie sich gegenseitig umgelegt hätten. Das Gute an den Psychopharmaka ist, dass sie momentan den Betroffenen helfen können über schwierige Phasen hinwegzukommen. Das Schreckliche an ihnen ist der Massenkonsum. Im Endeffekt bedeuten diese Stimmungsaufheller, dass ein Großteil der Bürger nicht mehr ohne Drogen auskommen will. Wohlgefühl ist käuflich.

meritaton verweist darauf, dass der eine oder andere einen psychischen Knacks davongetragen hat. Wichtig ist zur Bewältigung, dass man weiß, worin der Schaden besteht. Als Kriegskind habe ich Dinge in mir in Erinnerung, die sich in für andere nicht immer erklärbaren Denkweisen bemerkbar machen. Selbstzucht, Selbstdisziplin bei Älteren? so kann man es nennen. Wir haben gelernt anderen nicht auf den Wecker zu gehen, ihnen nicht zur Last zu fallen. Ich halte mich deshalb verantwortlich für das, was ich tue. Diese Einstellung ist zunehmend unmodern. Heute ist es so, dass offen oder unterschwellig die Gesellschaft für das verantwortlich gemacht wird, was geschieht. Wenn ich von der "kranken Gesellschaft" rede, entlaste ich aber den Täter. Das Opfer ist selber Schuld, warum schwänzte es nicht am 11.3. in Winnenden die Schule? Warum soll ich denn nach Motiven des Täters suchen, wenn ihn die Gesellschaft kaputt gemacht hat? Hat er nicht das Recht sich gegen die Ungerechtigkeiten der Gesellschaft zu wehren? Zumindest ist er ein gutes Beispiel für die Verkommenheit der Gesellschaft. Wo aber alle schuldig sind, ist keiner mehr schuldig.

Nach Auskunft der Klinikleitung war der junge Täter in Winnenden 5x im Weißenhof Klinikum. Punkt. Der Vater will nun den leitenden Arzt wegen Verletzung der Schweigepflicht anklagen. Die Besuche erfolgten im letzten Jahr. Standen sie in Beziehung zur Abschlussprüfung in der Schule? Es ist überhaupt nicht selten, dass Depressionen vor solchen Ereignissen auftreten. Ich kenne Fälle, in denen Schüler merh als ein Jahr der Schule fernbleiben müssen und wegen Depressionen behandelt werden. Überforderung führt zur Angst. Angst zur Depression und Erschöpfung. Schuld allein der Gesellschaft, weil nicht die richtige Schulart gewählt wurde?

Ich lese in den Berichten über den Täter viel von seinen Leistungen im Sport (Tischtennis, Armwrestling), seinen Schießkünsten, seinem PC mit den idiotischen Ballerspielen. Wieviele Bücher stehen in den Regalen? Wie wurde der Junge in der Familie gefördert? .... Schweigen.

c.
darklady
darklady
Mitglied

Re: Eltern dementieren psychiatrische Behandlung
geschrieben von darklady
als Antwort auf hl vom 14.03.2009, 11:42:51

Vielen Dank HL für diese sehr informativen Links....auch wenn mir beim lesen dieser Artikel regelrecht schlecht wurde.
darklady
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von eleonore
als Antwort auf vom 14.03.2009, 11:15:47

ich will jetzt mal einen provokativen aspekt in die waagschale werfen:

hatte nicht die sogenannte "kriegsgeneration" noch viel mehr auszuhalten? seelisch und körperlich?

wenn ich meine eltern erzählen liess, frage ich mich heute noch, wie konnte man das ohne schäden

überstehen?

für alles gibt es tausend erklärungen - ist es nicht auch der "überfluss", der die jugendlichen manchmal

so heimatlos - ohne jeglichen halt - macht?


karin2
geschrieben von karin2


@karin,

diese generation hatte, von wem du schreibst, hatten ihre schäden.
viele kriegsheimkehrer sprachen wenig oder gar nicht über ihre erlebnisse.
es war damals nicht usus, mit allem zum doktor zu rennen.
und über psychiatrische oder psychologische behandlungen spricht man heute noch nicht, oder nur verschämt.

leider ist es oft einfacher heutzutage, irgend zappeliges kind oder jugendlichen irgend pillen einwerfen zu lassen, statt über eine sinnvoller beschäftigung nachzudenken.

--
eleonore
Re: Pharmakotherapie
geschrieben von ehemaliges Mitglied_84475
als Antwort auf carlos1 vom 14.03.2009, 21:49:11


...Nach Auskunft der Klinikleitung war der junge Täter in Winnenden 5x im Weißenhof Klinikum. Punkt. Der Vater will nun den leitenden Arzt wegen Verletzung der Schweigepflicht anklagen. Die Besuche erfolgten im letzten Jahr. Standen sie in Beziehung zur Abschlussprüfung in der Schule? Es ist überhaupt nicht selten, dass Depressionen vor solchen Ereignissen auftreten. Ich kenne Fälle, in denen Schüler merh als ein Jahr der Schule fernbleiben müssen und wegen Depressionen behandelt werden. Überforderung führt zur Angst. Angst zur Depression und Erschöpfung. Schuld allein der Gesellschaft, weil nicht die richtige Schulart gewählt wurde?

Ich lese in den Berichten über den Täter viel von seinen Leistungen im Sport (Tischtennis, Armwrestling), seinen Schießkünsten, seinem PC mit den idiotischen Ballerspielen. Wieviele Bücher stehen in den Regalen? Wie wurde der Junge in der Familie gefördert? .... Schweigen.

c.


Hallo Carlos,

in der Zeit der Pubertät bis ins frühe Erwachsenenalter sind junge Menschen außerordentlich labil und auch anfällig für die verschiedensten psychischen Störungen. Und depressive Symptome sind in diesem Alter gar nicht so selten erste Anzeichen einer schizophrenen Psychose! (Endogene Depressionen treten in der Regel erst später auf)
Natürlich können depressive Symptome auch viele andere Ursachen haben, können z. B. Zeichen einer relativen oder absoluten Überforderung sein.

Ob Tim K. tatsächlich psychisch krank war, ist bisher durch nichts bewiesen, und auch die mehrmaligen Kontakte mit der Psychiatrischen Klinik Weinsberg beweisen ohne weitere Informationen gar nichts. Vielleicht wollte der Junge ja nur ein Attest für die Bundeswehr ... alles Spekulationen.

Und was die (unterbliebene?) sonstige innerfamiliäre Förderung betrifft, ist Sport (Schießübungen zählen für mich nicht dazu) doch gar nicht schlecht.
Ansonsten muss man warten, ob bzw. was die Eltern und auch die jüngere Schwester eines Tages berichten. Bisher hat sich außer den Großeltern und einem Großonkel niemand aus der Familie geäußert.

Gruß, Ursula

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