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Aktuelle Themen Amoklauf in Winnenden

old_go
old_go
Mitglied

Re: Pharmakotherapie
geschrieben von old_go
als Antwort auf ehemaliges Mitglied_84475 vom 15.03.2009, 11:06:27
Eure Beiträge und Meinungen zu diesem grässlichen Geschehen
habe ich nicht gelesen,möchte aber meine eigene Meinung hier mitteilen.

Das Geschene ist einfach unvorstellbar grausam und grausig!

Alle Betroffenen haben mein uneingeschränktes Mit-Gefühl in jeglicher Hinsicht!

Was ich aber aufs Schärfste verurteile,sind die
(Entschuldigung) teilweise dämlichen Reden
von Poltikern oder anderen sich dazu "berufen Fühlenden"

Was da in Funk,Fernsehen und Presse aufreisserisch "vermarktet" wird,entbehrt jeglichen Taktgefühls!

Keiner von den Dummschwätzern und ..schreiberlingen kennen die Hintergründe dieser unfassbaren Tragödie!!!!!!

Es wird vermutet,falsche Angaben verbreitet usw......



Noch eine persönliche Anmerkung:

an dem Gymnasium,wo meine Tochter Studiendirektorin ist,wurde 2 Tage nach Winnenden auch ein Schüler in klinische Behandlung in die psychiartrische Abteilung der Gefängnisklinik am Hohen Asperg gebracht,weil auch er plante,ein Blutbad anzurichten.

Es hätte auch meine Tochter treffen können
und darum macht mich das Geschehene in Winnenden auch besonders betroffen!

Ich habe schon öfter erwähnt,dass ich absoluter Pazifist bin!

Und ich sehe in den überall erhältlichen Gewaltvideos,brutalen Fernsehkrimis etc. absolut einen Zusammenhang mit der offenbar zunehmenden Gefühlsroheit --nicht nur junger!--Menschen

Gudrun
die sich ganz sicher in einer Gefahrensituation wehren würde,aber niemals töten würde oder könnte!






carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Pharmakotherapie
geschrieben von carlos1
als Antwort auf ehemaliges Mitglied_84475 vom 15.03.2009, 11:06:27
"Und was die (unterbliebene?) sonstige innerfamiliäre Förderung betrifft, ist Sport (Schießübungen zählen für mich nicht dazu) doch gar nicht schlecht." ursula
Sport ist immer gut. Ich habe nichts Gegenteiliges behauptet. Gibt es aber außer den Sportarten Tischtennis und Armwrestling noch anderes zu erwähnen?

Du hast Recht. Unter dem Begriff Depression werden Störungen zusammengefasst, die mit einer echten Depression nichts zu tun haben. Falsche Diagnosen sind häufig und ebenso falscher Wortgebrauch. Ich glaube nicht an eine echte Depression bei diesem jugendlichen Kraftpaket, auch wenn es heißt, er sei wegen Depression behandelt worden.

Mit schärferen waffenrechtlichen Bestimmungen wird keine Sicherheit erreicht werden. Waffen können jederzeit anderweitig illegal beschafft werden. Die Appelle an mehr Gemeinsamkeit und Miteinander sind richtig, beruhigen, gehen aber ins Leere. Auch wenn die Mehrheit zustimmt, es genügt eine kleine Minderheit von Ausrastern und die Aufmerksamkeit der Presse und Öffentlichkeit gehört ihnen.

Heute aufzuwachsen muss für die junge Generation die Hölle sein. Es mangelt weniger an materieller Zuwendung, aber an Orientierung. Berufs- und Rollenfindung, Qualifikation waren früher einfacher. Erziehung kann scheitern. Das sollte nicht vergessen werden. Die Bedingungen, unter denen Erziehung heute stattfindet, müssen wir kennen. Deshalb ist es gut, darüber sich Geddanken zu machen.
c.
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Pharmakotherapie
geschrieben von carlos1
als Antwort auf old_go vom 15.03.2009, 12:08:22

"Was ich aber aufs Schärfste verurteile,sind die
(Entschuldigung) teilweise dämlichen Reden
von Poltikern oder anderen sich dazu "berufen Fühlenden"

Was da in Funk,Fernsehen und Presse aufreisserisch "vermarktet" wird,entbehrt jeglichen Taktgefühls!

Keiner von den Dummschwätzern und ..schreiberlingen kennen die Hintergründe dieser unfassbaren Tragödie!!!!!!" gudrun_d

Wenn ich dich richtig verstehe, wäre es dir am liebsten, diese Vorgänge würden nicht diskutiert werden. Ein solches Ereignis lässt sich aber nicht verheimlichen und die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf informiert zu werden. Ohne die Information der Presse würde kein Druck auf die Politik entstehen, Vorkehrungen gegen mögliche Wiederholungen zu treffen.

Mit der Informationspolitik, wie sie betrieben wird, besteht aber die Gefahr, dass andere Täter ermutigt werden in ähnlicher Weise zu handeln.

Ein Teil der Wahrheit wird irgendwann ans Licht kommen.

c.

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sonja47
sonja47
Mitglied

Re: Pharmakotherapie
geschrieben von sonja47
als Antwort auf carlos1 vom 15.03.2009, 19:26:08
Sehr junge Menschen mit einer oder mehreren psychischen Störungen!

Wer mag, kann sich mal einloggen bei:

www.depri. ch

Leider kann ich Euch den Link (noch) nicht eingeben!
Entschuldigt, bin noch nicht so weit!
--
sonja47
adam
adam
Mitglied

Todesursache: Sprachlosigkeit
geschrieben von adam
als Antwort auf sonja47 vom 16.03.2009, 00:17:23
Sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht?

Fast täglich begeht ein Kind in Deutschland Selbstmord. Das ist nach Unfällen die zweit-häufigste Todesursache bei Heranwachsenden. Gründe für die Jugendsuizide sind schnell gefunden: Familienprobleme, Schulstress, Angst vor Arbeitslosigkeit, vor Drogensucht und Krieg. Doch die Betroffenen, die in der Dokumentation "Todesursache Sprachlosigkeit" zu Wort kommen, haben die Auseinandersetzung mit Selbstmord anders, viel enger, mit viel persönlicheren Details erlebt.
geschrieben von 3sat


Angesichts der Tragödie von Winnenden schlagen die Emotionen hoch und verdrängen ein Problem der Gesellschaft, nämlich die Verdrängung selbst. Wer in der Gesellschaft keine Verantwortung trägt oder sie nicht tragen kann, wird an den Rand gedrängt, meist ohne Perspektive, dies kurz oder mittelfristig zu ändern. Zu diesen beiseite Gedrängten fühlen sich ganz sicher auch viele Jugendliche zugehörig.

Wenn ich im Zusammenhang mit den Amokläufen an Schulen Worte wie "Mord" oder "Killer" höre, weigere ich mich, das auf einen Jugendlichen (introvertiert, höflich, nett) zu beziehen und ich frage mich, wieviel von der Tat er gegen sich selbst gerichtet hat.

--

adam
Re: Todesursache: Sprachlosigkeit
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf adam vom 16.03.2009, 08:57:38

Wir brauchen Schulen, wo Lehrer wie Schüler achtsam und respektvoll miteinander umgehen, wo es Zeit für persönliche
Gespräche und Raum für Hilfe und Unterstützung gibt.

Übervolle Klassen, gestresste Schüler und Lehrer, entnervte Schulleiter, enormer Leistungsdruck für alle,
Turboabitur und zynische Hinweise auf europäische Standards, ohne sich für die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort
zu interessieren - das schafft eine Schule für wenige: für die Stärksten aller Starken.

Und der "Rest"?

Was spricht denn dagegen, daß in frühesten Jahren, wenn es noch nicht zu spät ist, den Kindern in der Schule in erster
Linie soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz vermittelt werden?

Das ist zehnmal wichtiger als Englisch oder Kenntnisse über die alten Römer.

Es würde sich gesellschaftlich massiv auszahlen.


karin2

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youngster
youngster
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von youngster
als Antwort auf dunkelgraf vom 11.03.2009, 17:15:50
Meine Liebste und ich waren heute in Winnenden auf dem Rathaus und haben uns dort in eines der ausliegenden Kondulenzbücher eingetragen. Es lagen drei solcher Bücher aus in denen die Leute ihre Trauer, ihr Mitgefühl, ihre Anteilnahme zum Ausdruck bringen konnten.

Anschließend sind wir zur Realschule gelaufen und haben uns dort das Blumenmeer, das Kerzenmeer die vielen Beiträge von Eltern, Passanten aber vor allem von Schülerinnen und Schülern angesehen. Uns sind bei diesem Anblick die Tränen gekommen.

Es waren noch eine Reihe von Übertragungswagen der verschiedenen
TV-Sender vor Ort. Eine Unzahl von Trauernden insbesondere viele Schülerinnen und Schüler.
Die Schule ist ja noch auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die betroffenen Realschüler werden zur Zeit in sogenannten Gesprächskreisen die in einer benachbarten Sporthalle stattfinden von Schulpsychologen und Lehrern betreut.

Es war auch für uns ein sehr beeindruckender Besuch an der Trauerstätte, die uns unheimlich mitgenommen hat wenn man dann die vielen Beiträge der Leute ließt und immer wieder die Frage >>warum???

Wir sind dort aber nicht hingegangen um unsere Neugierde zu befriedigen sondern wirklich aus ernster Anteilnahme an dieser schrecklichen Tat
keine 12 km von unserem Wohnort entfernt. Als wir uns das angesehen hatten wurden wir wieder richtig demütig und auf den Boden der auch manchmal schlimmen Tatsachen, die immer mal passieren zurückgeholt.

Das unendliche Leid, welches diese Tat für eine ganzes Schulzentrum, eine ganze Stadt gebracht hat wurde uns unmittelbar bewußt. Neben der betroffenen Realschule gibt es dort eine Hauptschule und ein Gymnasium.


--
youngster
gila
gila
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von gila
als Antwort auf hl vom 11.03.2009, 19:39:14
Das sehe ich auch so
--
gila
gila
gila
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Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von gila
als Antwort auf karl vom 11.03.2009, 22:42:43
Lieber Karl,
ich hatte in diesem thread geschrieben - wir sollten nicht so viel über die Jugendlichen reden, sondern mit ihnen. Leider wurde dieser Beitrag gelöscht.
Hast Du eigentlich etwas gegen mich? Wenn ja, dann sags offen und ehrlich... Ich zumindest hab nix gegen Dich.
--
gila
peter25
peter25
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Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von peter25
als Antwort auf gila vom 16.03.2009, 20:12:34
Gila, dein Beitrag ist doch noch da............schau mal in der "Baumansicht"
peter25

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