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Aktuelle Themen Amoklauf in Winnenden

aurora
aurora
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von aurora
als Antwort auf dunkelgraf vom 12.03.2009, 08:19:12
Mit Entsetzen, Fassungslosigkeit und Ohnmacht mussten wir erneut von einem derartigen Vorgang Kenntnis nehmen.
carlos: weil das sehr berührt, ist es, denke ich, normal, sich darüber Gedanken zu machen und die zu äußern. Denn wir leben doch in Gemeinschaft, und da sollte auch die Kommunikation aufrechterhalten werden.
Wie immer, stellt sich in solchen Situationen die Frage nach dem "Warum"? - und immer, wenn "das Kind in den Brunnen gefallen ist". Natürlich kann kein Außenstehender darüber urteilen, wer Schuld hat oder nicht, und ob das die Nahestehenden können? Ganz bestimmt spielen die Gefühlskälte, Verrohung und als Hauptgrund die maßlose Gier nach materiellem Besitz die größte Rolle, wobei die ideellen Werte auf der Strecke bleiben - aber das ist bekannt und wird immer wieder festgestellt. Es kommt darauf an, dagegen etwas zu tun. Bedenklich für mich ist auch, wie viele Schulkinder Psychopharmaka einnehmen (müssen?), aus meiner Schulzeit ist mir das jedenfalls unbekannt. Und es ist leider heutzutage so, dass die Eltern zunehmend gegen die Schule arbeiten, und die Schule auch in ihren Möglichkeiten zum Handeln aus den untersc hiedlichsten Gründen eingeschränkt ist.
Ich hoffe und wünsche den Betroffenen sehr, dass sie so weit wie möglich mit diesem
Unglück fertig werden, aber das wird wohl nie ganz gelingen....
aurora
Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von klaus
als Antwort auf dunkelgraf vom 11.03.2009, 20:50:33
@dunkelgraf,
"Aber du hast das Problem analysiert?"

Natürlich habe ich das nicht, weil es überhaupt nicht ohne Hintergrundwissen möglich ist.

Du allerdings machst daraus in deiner gewohnten Art ein rein politisches Problem.
Polemik pur - vorbei an den individuellen Besonderheiten dieser und jeder anderen ähnlichen Ausnahmetat.

Der Amokläufer hatte einen normalen 10-klassenabschluss, galt als unauffällig, war also zur Schulzeit kein Fall für den Schulpsychologen und er war auch nicht mehr Schüler dieser Schule, also außerhalb der Einflusses solcher Leute.

Du kennst nicht das häusliche Umfeld, du kennst nicht seine persönlichen Erfahrungen mit seinem Umfeld, du kennst nicht seine Vorlieben, Vorstellungen ...

Du weißt überhaupt nichts von diesem Amokläufer - aber du "kennst" natürlich die Ursachen, weil es dir in dein politisches Konzept passt, ohne jedes Vorwissen, auf alles, was dir nicht passt, einzuschlagen und wie du selbst mehrfach schreibst, das "unmenschliche System abzuschaffen".

Dabei scheint es dir ziemlich egal zu sein, dass der Amokläufer nicht zu den von dir angesprochenen "vielen sozial ins Abseits gestellten jungen Leute" gehörte, die du hier ansprichst.

Das ist genauso schlimm, wie die zu recht von dir angeprangerte Aufwertung dieser Gewalttat durch einen Teil der Medien.
Wobei ich, was die Medienberichterstattung anbetrifft, genau deiner Meinung bin.

Experten( Psycologen..) sagen übrigens, dass es für sie möglich wäre, durch Kontrolle der Internetaktivitäten junger Menschen rechtzeitig Signale zu erkennen und dadurch ev. eine Ausführung der Tat zu verhindern.
Stell dir vor, man würde ein Gesetz beschließen, was das ohne jede gerichtliche Einflussnahme zuließe.
Ich wüsste, wer der schärfste Kritiker wäre !


--
klaus
karl
karl
Administrator

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von karl
als Antwort auf klaus vom 12.03.2009, 09:34:04
ich finde es schon wichtig, nach den gesellschaflichen Ursachen des Amoklaufs zu fragen. Natürlich sind monokausale Erklärungen nicht hinreichend, aber es gibt schon Gemeinsamkeiten zwischen Erfurt und Winnenden (s. Linktipp) und diese sollten uns zu denken geben. Ich betone noch einmal, dass ich das Absenken der Tötungsschwelle durch Killerspiele als eine der Ursachen ansehe. Dies führt nicht bei allen Jugendlichen zu solchen Ausrastern, bei den Labilen aber offensichtlich schon.

Es ist wichtiger zu versuchen zu verstehen, warum dieses Verbrechen geschehen ist als uns jetzt hier in persönliche Angriffe zu verwickeln.
--
karl

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adam
adam
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von adam
als Antwort auf dunkelgraf vom 12.03.2009, 08:19:12
@dunkelgraf

Du schreibst:

Es geht doch hier nicht mehr um eine Einzelerscheinug, es ist schon eine Regelerscheinung, diese häufig auftretenden Amokläufe.


Ein deutliches Nein zu Deinen Ausführungen. Amokläufe in Schulen sind immer noch die Ausnahme. Bezöge man ihre Häufigkeit rein statistisch auf geleistete Unterrichtsstunden, ergäbe sich wahrscheinlich ein besseres Bild als bei Flugzeugabstürzen bezogen auf die Flugstunden. Dein Gesellschaftsbild trifft auf Winnenden nicht zu. Der Ort ist in der Umgebung bekannt als Nadelöhr im Straßenverkehr, aber bestimmt nicht wegen seiner gesellschaftlichen Mißstände. Da ich 30 Jahre in der Nachbargemeinde Kernen gelebt habe, kann ich die Aussagen von carlos bestätigen.

Was meines Erachtens in der Diskussion zu wenig berücksichtigt wird, ist die körperliche Entwicklung der jugendlichen Attentäter. Es sind ausschließlich Jungens, die hier ausrasten. Dies deutet für mich auf eine geschlechtsspezifische Fehlentwicklung hin. Die Pubertät wird meist nur als geschlechtlicher Reifeprozess gesehen, sie ist aber auch begleitet von neurologischen Entwicklungen des Körpers, bei denen es zum "Kurzschluß" kommen kann. Es ist bekannt, daß scheinbar normale Jugendliche in der Pubertät plötzlich völlig atypische Reaktionen zeigen und damit Eltern und Erzieher zur Verzweiflung bringen können. Das ist nichts Neues und schon Homer berichtet in der Iliade von der "Raserei des Ajax" oder der "Wut des Achill". Bei diesen Ausbrüchen von jugendlichen Männern scheint sich eine entwicklungsbedingte Wut über die eigene Unvollkommenheit auf die Umgebung zu verlagern und in Ausnahmefällen kommt es dann zu Amokläufen, wobei Mitschüler und Lehrer ein geradezu irrwitziges, aber logisches Ziel sind.

Eine aktive Beeinflußung von möglichen Tätern vor der möglichen Tat durch Eltern, Lehrer oder Psychologen scheint mir fast unmöglich zu sein, muß aber natürlich durch vermehrte Anstrengungen versucht werden. Passive Maßnahmen erscheinen mir erfolgsversprechender, wie über das Waffengesetz. Was hat ein ganzes Waffenarsenal in einem privaten Haushalt verloren? Die Eltern des jugendlichen Amokläufers von Winnenden werden sich unbequeme Fragen gefallen lassen müssen, ebenso die "Sportschützen" und die Politik.

--

adam
nasti
nasti
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von nasti
als Antwort auf karl vom 12.03.2009, 09:46:57

Gestern eine Psychologin in TV äußerte sich das Wort Amoklaufer ist ein Fehler. Die sogenannte Amoklaufer planen seine Morde, und das meistens ganz sorgfältig. Das heißt –Amok—Wort passt überhaupt nicht- ein Amok ist spontan, wo der Typ sieht rot und handelt spontan, planlos.
Die Technik trägt große Schuld daran das die kranke und schwache Kinder mit die Killerspiele und leider auch Waffen realisieren die Spiele.

Nasti
Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf karl vom 12.03.2009, 09:46:57

Ich sehe das auch so wie Karl. Bei vielen Jugendlichen ist schon die Hemmschwelle sehr gering. Vor allen Dingen bei den
psychisch labilen Menschen kann so ein "Ausraster" dann schnell geschehen, wenn das Waffenarsenal so leicht greifbar
ist. Ich verstehe auch nicht die Eltern, daß sie nicht selbst Angst um ihren Sohn und Tochter hatten, wenn solche
Waffen im Haus sind.

Diese verdammten Computerspiele, die Töten anderer Menschen als "Spiel" sehen - nach dem Motto: wer schlachtet die meisten
Menschen ab - sollten auf der ganzen Welt verboten werden.

Was sind denn das für Menschen, die sich schon allein solche "Spiele" (?) ausdenken?
Schon DA sollte man ansetzen mit einer Beobachtung.

Solange Töten ein SPIEL ist, wird es solche Vorkommnisse immer wieder geben.


karin2

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dunkelgraf
dunkelgraf
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von dunkelgraf
als Antwort auf klaus vom 12.03.2009, 09:34:04
Das ist der Unterschied zwischen uns beiden.
Man kann nicht jedes Individuum isoliert analysieren. Hättest du früher in der Schule aufgepaßt, hättest du gelernt, an alle gesellschaftlichen Fragen klassenmäßig heranzugehen. Dann hättest du eine sicheren Kompaß, um alles zu verstehen und richtig einzuordnen. Aber diese Chance hast du ja nun verpaßt.
Ich bleibe dabei, schuld an solchen Ereignissen ist die Gesellschaft und die unsoziale Politik, die die Mitglieder der Gesellschaft psychisch krank macht.
Die Konsequenz aus diesen Ereinissen wäre, ca. 100 Milliarden € in das Erziehungswesen zu stecken, anstatt mit Milliardenstützen das bankrotte kapitalistische System vor der Weltwirschaftskrise retten zu wollen.
(Ich sage bewußt Erziehungssystem anstatt Bildungssystem, denn die Erziehung hat Vorrang gegenüber der Bildung.)
--
dunkelgraf
rolf †
rolf †
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von rolf †
als Antwort auf dunkelgraf vom 11.03.2009, 17:15:50
Der Begriff Amoklauf verniedlicht die schrecklichen Taten und stellt sie auf eine Stufe mit Sportveranstaltungen.
Natürlich sind sie nicht vergleichbar, aber die Begriffe doch sehr ähnlich.
Außerdem ist es auch sachlich falsch, bei diesen Serienmorden von Amok zu sprechen.

--
rolf
nasti
nasti
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von nasti
als Antwort auf dunkelgraf vom 12.03.2009, 10:10:43
Dunkelgraf,

ich bin nicht kompetent hier etwas sagen, trotzdem frage ich Dich: Warum sind wir keine Mörder geworden, obwohl ich persönlich sah wie die Soldaten in 2. ten. Weltkrieg vor meinen Augen abgeknallt waren?
Unsere LehrerInnen prügelten uns regelmäßig bis Krankenhaus reif, die Manieren und Umgang mit Kindern war höchst brutal, sadistisch und falsch. Das kommunistische System versagte, Mittelalter, Sozial Nationalistische , und alle andere Systems auch, jetzt ist das raub Kapitalistische an der Reihe und genauso wie Römische Imperium welcher errichte die Höhepunkte geht auch unsere System nach diese Muster unter.
Die hochentwickelte Technik ist Schuld an allem, an Arbeitslosigkeit und damit verbundene Frußt. Wir sind wie gut gefutterte Tiere im Zoo, keiner muß kämpfen um überleben, keiner hat Hunger,keiner muss frieren.



Nasti
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von eleonore
als Antwort auf nasti vom 12.03.2009, 10:06:16
herrje nasti,

lies mal erst nach:

Amok (malaiisch: meng-âmok, in blinder Wut angreifen und töten) ist eine psychische Extremsituation, die durch Unzurechnungsfähigkeit und absolute Gewaltbereitschaft gekennzeichnet ist. Die Täter, die in einer solchen Ausnahmesituation Straftaten begehen können, nennt man Amokläufer oder auch Amokschützen, falls sie Schusswaffen gebrauchen, oder Amokfahrer, falls sie Fahrzeuge einsetzen.

Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) versteht man unter Amok „eine willkürliche, anscheinend nicht provozierte Episode mörderischen oder erheblich (fremd-)zerstörerischen Verhaltens. Danach Amnesie und/oder Erschöpfung. Häufig auch der Umschlag in selbst-zerstörerisches Verhalten, d.h. Verwundung oder Verstümmelung bis zum Suizid“.
geschrieben von wiki


es gibt in halbwegs seriöse zeitungen eine menge zur zeit, und alle versuchen zu ergründen, was zu diesen tat geführt hat.
in meinen link sind weiterführende links.


--
eleonore

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