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Aktuelle Themen Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut

sirod49
sirod49
Mitglied

RE: Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut
geschrieben von sirod49
als Antwort auf werderanerin vom 12.06.2019, 12:58:38

Das habe ich auch gar nicht bestritten Erschrocken

Aber lassen wir das …

Ich weiß auch, dass es früher schon Zerstörungswut bei jungen Menschen gab, als es noch keine gefährlichen “Vorlagen” wie Internet und andere schlimme Fernsehfilme gab aber ich glaube nicht, dass ich mit meinen versuchten Erklärungen zu den heutigen Ursachen ganz daneben liege …

sirod 49
 

Bruny
Bruny
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RE: Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut
geschrieben von Bruny
als Antwort auf sirod49 vom 12.06.2019, 13:15:52

Ihr habt beide recht @werderanerin und sirod49. Nur wenn Eltern und evtl. Großeltern genügend Zeit und Geduld mit dem Nachwuchs aufbrungen, konsequent an der Erziehung arbeiten, dann ist die Gefahr, dass die Kinder/Enkelkinder abdriften geringer. Ganz kann man es nicht ausschließen, es genügen oft einflußreiche Freunde und eine stark ausgeprägte Pupertät.
Was mich bei der Zerstörungswut am meisten gestört, ja erschrocken hat, waren die völlig enthemmte Brüllerei und die verzerrten Gesichter. Und genau dies hat mich letztendlich davon abgehalten mich einzumischen. Ich dachte mir, so sieht ein Mensch aus der einen anderen totprügeln kann. Sie waren wie weggetreten und ich machte mich aus dem Staub, ruhig und besonnen aber mit einem sehr mulmigen Gefühl.
Bruny
 

olga64
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RE: Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 12.06.2019, 17:01:08
Ihr habt beide recht @werderanerin und sirod49. Nur wenn Eltern und evtl. Großeltern genügend Zeit und Geduld mit dem Nachwuchs aufbrungen, konsequent an der Erziehung arbeiten, dann ist die Gefahr, dass die Kinder/Enkelkinder abdriften geringer. Ganz kann man es nicht ausschließen, es genügen oft einflußreiche Freunde und eine stark ausgeprägte Pupertät
Bruny
 
Wir sind ja so ziemlich alle kurz nach dem Krieg aufgewachsen. Damals waren die Mütter oft allein mit ihren Kindern, weil die Männer entfallen gefallen oder in Kriegsgefangenschaft waren, bzw. zu nichts mehr zu gebrauchen, wenn der Krieg sie aus dem Leben geworfen hatte.
Wie machten die Mütter es eigentlich damals, uns zu erziehen, uns zu ernähren und uns auf den einigermassen richtigen Weg zu schicken?
Es gelang doch recht gut - wenigstens bei den meisten von uns.
Grosseltern sollten sich nie in die Erziehung der Enkel einmischen; das ist nicht ihre Rolle, es ist die Rolle der Eltern. Erziehung bedeutet auch, dass man Kinder in die Welt der ERwachsenen begleitet - also fordern und fördern.
Kinder sind Eltern anvertraut - nur wenige Jahre; wenn sie flügge werden, entfernen sie sich zu Recht sukzessive und bauen ihre eigene Welt auf. Wenn das Fundament stabil ist, wird das auch gut gehen. Allerdings haben auch Kinder das Recht auf eigene Fehler, da man im günstigsten Falle aus diesen lernen kann, wie wir ja alle wissen. Es sei denn, wir gehören zu den Senioren, die erklären, nie Fehler gamacht zu haben....
Und dann gibt es natürlich noch die oft besonders kinderreichen Familien, wo von vornherein feststeht, dass den Kindern keine erfolgreiche Zukunft geboten werden kann, weil die Familien instabil sind und die Reproduktion teilweise auch als willkommene Einkommensquelle benützt wird (je mehr Kinder, je mehr Kindergeld). Es sollen sich dann andere um die Kinder kümmern: Staat, Arche, Schule usw. Es ist vorprogrammiert, wie das Leben dieser Kinder weitergehen wird. Olga

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Bruny
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RE: Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 13.06.2019, 15:46:25

Großeltern übernehmen hier ganz automatisch die (Mit) Erziehung der Enkel, weil Mütter und Väter arbeiten. 
Man kann auch nicht „unsere“ Zeit mit der heutigen vergleichen. Ich hätte es nicht gewagt das Eigentum anderer zu beschädigen, ich hätte auchbgar nicht im Traum daran gedacht. Wir machten anderen Blödsinn, wie auf dem Weg zur Maiandacht die Hand auf alle Klingelknöpfe zu drücken.
Bruny

olga64
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RE: Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 13.06.2019, 15:56:37
Großeltern übernehmen hier ganz automatisch die (Mit) Erziehung der Enkel, weil Mütter und Väter arbeiten. 
Man kann auch nicht „unsere“ Zeit mit der heutigen vergleichen. Ich hätte es nicht gewagt das Eigentum anderer zu beschädigen, ich hätte auchbgar nicht im Traum daran gedacht. Wir machten anderen Blödsinn, wie auf dem Weg zur Maiandacht die Hand auf alle Klingelknöpfe zu drücken.
Bruny
Wenn Grosseltern sich in die ERziehung ihrer Enkel einmischen, führt dies automatisch zu Problemen mit ihren Kindern und die Leidtragenden sind dann die Enkel. Grosseltern pflegten grossenteils einen völlig anderen ERziehungsstil als dann ihre Kinder, die in den ERziehungsmethoden auch die Defizite der eigenen Eltern nicht wiederholen möchten, was ich sehr richtig finde.
Die Grosseltern müssten pädagogisch schon sehr klug sein, wenn sie dann ihren eigenen Erziehungsstil auch in Frage stellen würden - bei den meisten ist es nicht so. DA wird dann oft und gerne gegen die Schwiegertochter gehetzt, die "die Kinder falsch erzieht" und ähnlich unwürdiges Zeug.
DA auch Grosseltern immer länger "arbeiten" müssen, um ins Rentenalter zu kommen, bzw. in ganz anderen Gegenden leben als ihre Kinder und Enkel, ist eine "Miterziehung" wohl nur Theorie. So leben die Menschen schon mehr.

Ausserdem soll immer erkannt werden, dass die Kindheit nur einen kleinen Bruchteil in der Lebenszeit von Menschen einnimt, wenn diese ein höheres Alter erreichen. WErden also Menschen 80 Jahre alt oder noch älter, macht die Kindheit gerade mal 20% der Lebensheit aus, wenn man sie bei 16 Jahren als beendet betrachtet.
Die meiste Zeit werden Menschen von aussen beeinflusst und nicht innerhalb der Familien.
Ich habe mich übrigens als Kind schon schlimmer in Erinnerung als dass ich auf einen Klingelknopf gedrückt habe. Die vielen Tadel in Familie (bis hin zu Prügelstrafe) und SChule bestätigen mich in meiner Erinnerung. Aber ich war auch noch nie eine Meisterin der Verdrängungs-Strategie. Olga
 
Bruny
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RE: Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 13.06.2019, 16:04:42

Was würden Sie denn dann spanischen Familien vorschlagen? Hier ist es an der Tagesordnung, dass beide Eltern arbeiten müssen um finanziell überhaupt um die Runden zu kommen. Die Enkel sind in der Preschool oder Schule, werden mittags von den Großeltern verköstigt, sind nachmittags wieder schulisch untergebracht und ab 17:00 Uhr wieder bei den Großeltern, bis die Eltern sie abholen. Während der Ferienzeit werden die Enkel ausschließlich von den Großeltern, überwiegend den Großmüttern betreut und erzogen.


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sirod49
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RE: Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut
geschrieben von sirod49

Die Zerstörungswut macht ja nun mal auch nicht an irgendwelchen Ländergrenzen Halt … Erschrocken
Und die verschiedenen sozialen Ursachen in den einzelnen Ländern spielen sicherlich auch eine entscheidende Rolle um sich die Frage zu beantworten, warum machen die das?

Aber ich denke auch hier, dass der negative Einfluss des Internets und der Drogen leider größer wird auf der Welt …Weinen

sirod49
 

werderanerin
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RE: Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf Bruny vom 13.06.2019, 16:17:28

Ich persönlich finde ja solche "Familienmodelle" durchaus recht hilfreich..., nur gibt e sie hier in Deutschland ja so gut wie garnicht mehr.

Ich kümmere mich z.B. auch um meine Enkel, wenn mal Bedarf oder auch der Wunsch besteht aber die Ferienzeit verleben alle Enkel mit den Eltern und da es sich bei uns um eine, schon recht große Patchworkfamilie handelt, können z.b. die sechswöchigen Sommerferien und all die anderen Ferien ganz prima unter den Eltern aufgeteilt werden.

Ich brauche da garnicht "einzuspringen", dies mache aber gerne mal zwischendurch.

Erzogen werden die Kids eben doch von den Eltern und eines ist ein Grundprinzip bei mir, niemals einmischen !!!
Natürlich lasse ich mir nicht auf der Nase rumtanzen aber das würden meine Enkel eh nicht tun, da würde ich sonst schon auch einiges sagen, ganz klar... aber die Erziehung liegt immernoch bei den Eltern und das finde ich auch richtig so !

Kristine

Bruny
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RE: Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut
geschrieben von Bruny
als Antwort auf werderanerin vom 13.06.2019, 18:30:03

Andere Länder andere Sitten, Kristine. Ich finde es ganz hervorragend, wie hier die Nachkommen von der Familie erzogen werden. Abuela und Abuelo während die Kinder im Hause der Großeltern sind und die Eltern wenn die Kinder zu Hause sind. Es wäre ja sehr kontraproduktiv wenn die lieben Enkel bei Oma und Opa alles dürften was sie zu Hause nicht dürfen. Wir haben solch ein Beispiel gleich next door und ich kann nur sagen es funktioniert hervorragend. Natürlich müssen sich Eltern und Großeltern einig sein, dann ist es eine Erziehungsergänzung und keine Einmischung. 
 

olga64
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RE: Aus gegebenem Anlass - Zerstörungswut
geschrieben von olga64
als Antwort auf werderanerin vom 13.06.2019, 18:30:03

WErderanerin - ich stimme Ihnen in vollem Umfange zu.
SEit einiger Zeit bekomme ich ja einiges mit,wie heute junge Familien ihre Kinder erziehen. Meine Nachbarin mit dem kleinen Jonas macht dies nach meiner Beurteilung sehr gut und dürfte auch nicht die einzige sein, die dies so handhabt, da mittlerweile in Deutschland doch ca 75% der Mütter berufstätig sind.
Ausserdem betrachte ich die Nachbarin schon als Expertin; als Lehrerin ist es immerhin ihr Beruf, sich mit Kindern zu beschäftigen und sie hat zu sehr viel mehr Kindern Kontakt als es bei Durchschnittsmüttern der Fall ist.
Die Grosseltern wohnen ca 200 km entfernt. Eine Schwester von ihr wohnt noch weiter weg,  in Dresden. Der Kontakt ist gut; die Grosseltern kommen, wenn dies von den Töchtern gewünscht ist (insbesondere der Opa kommt dann mit WErkzeugkasten, was er gewöhnt ist, bei zwei Töchtern).
Der kleine Jonas in meiner Nachbarschaft ist nun der erste Bub in dieser Familie und der Opa strahlt vor Glück, weil er jetzt mit ihm Fussballspielen kann, seitdem der Kleine etwas sicherer auf seinen Beinen ist und nicht mehr so oft auf den Popo fällt.
Die Mutter gab das Kind Ende letzten Jahres mit ca 1 1/4 Jahren in die Kinderkrippe, wo er sich schnell eingewöhnte und seine Freundschaften pflegt.
Sie unterrichtet seit Anfang des Jahres wieder. Der Bub hat feste Zeiten in der Krippe, wo er auch Mittagessen erhält und ein Schläfchen macht.
Ich finde das richtig, weil gerade Einzelkinder so von früh auf ihr Sozialverhalten trainieren können. Mit drei Jahren kommt er dann in den Kindergarten, wo sich die Kinder auch wieder treffen werden und dann in die Schule usw.
Über den Einsatz von Grosseltern sagt sie, dass der sicher sehr wertvoll sei, aber nicht permanent, da sie und der Kindsvater für die ERziehung zuständig seien und auch Einmischungen nicht akzeptieren würden. Da es kluge Grosseltern sind, halten die sich auch daran, weil ihnen am Kontakt zur Familie viel gelegen ist.

Man sollte sich auch in jedem FAlle hüten, zu erklären, Kinder, die auch ausserhäusig erzogen werden, würden später irgendwelche Probleme bekommen. Das ist nicht so und ein gutes BEispiel haben gerade wir Deutsche, wenn wir die Generationen von Ostdeutschen betrachten ,wo ein völlig anderes ERziehungssystem gepflegt wurde, weil es für die Frauen selbstverständlich war, berufstätig zu sein. Es war ein Fehler, dass wir in Westdeutschland dies viel zu spät anerkannten und immer noch (teilweise bis heute) diese Hausfrauen-Ehe pflegen wollen, die letztendlich zu einer grossen Abhängigkeit von Frauen führt und oft auch in die Altersarmut. Olga


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