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Aktuelle Themen Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?

adam
adam
Mitglied

Re: Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 17.08.2009, 13:22:12
Es mag ja sein, dass Du findest, die Kolonialgeschichte hätte in unseren Köpfen keine Spuren hinterlassen.
geschrieben von karl


@karl

Die Kolonialzeit hat in meinem Kopf keine Spuren hinterlassen, die deutsche schon gar nicht.

Die Neger taten mir schon als Kind leid, so wie sie von einem Karl May in dessen Romanen, gemäß dem damaligen Weltbild, verunglimpft wurden. Ich wußte, daß diese Bild nicht zutraf. Grund: In der Volksschule saß ich zwei Jahre neben einem frankoalgerischen Jungen. Meine Eltern verboten mir den Umgang mit ihm (er wurde nicht zu meinem Geburtstag eingeladen), was mich aber nicht kümmerte. Wir Kinder nannten ihn "Bimbo" und er war unser Freund.

Was mich weiter gegen die Ablehnung meines Freundes aufbrachte, waren die rassistischen Äußerungen meines Großvater, der stolz von sich sagte, daß er immer Nationalsozialist war und es immer bleiben würde und etwas später (als ich den Zusammenhang begriff), verstärkte meiner Mutter diese Ablehnung, die bei Menschen, die sie nicht mochte, immer auf die "typische, jüdische Nase" hinwies.

Dies und andere Gründe führeten schließlich zum Bruch mit meinen Eltern. Ich habe heute keinen Kontakt mehr zu ihnen.

Soviel zum Thema Adam, Rassismus und Muttermilch.

--

adam
longtime
longtime
Mitglied

Re: Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?
geschrieben von longtime
als Antwort auf karl vom 17.08.2009, 13:22:12
Karls Anliegen ist es, eindeutig und und unschwer erkennbar, nicht, Rassismus-Vorwürfe loszuwerden, sondern kulturkritische, historische und psychologische Erkenntnisse anzuregen.

Dass allein der Begriff "Psychoanalyse" Vorurteile und Widerstände und Ängste auslöst, ist hier im ST wieder ein Musterbeispiel für Missverständnisse, die in Personen und in ihrem Bildungsverständnis beruhen.

PSA kann nur auf freiwilliger Basis gelingen, nur an und mit und von Personen, die Ahnungen, Träume oder Symptome als durch und in ihrer Lebensgeschichte bedingt vermuten, sich dem stellen und daran arbeiten wollen; und einen Therapeuten als "Seelenführer2 akzeptieren können oder veruchsweise wollen.

Institutionen, gar ganze Kulturen und historischen Zeiträume psychoanalytisch zu verändern - daran ist man schon vor 50 Jahren gescheitert, als ein Philosoph die "Psychoanlyse der Schule" exerzierte.
(Nicht erst heute sieht man den Unsinn des schulischen Terrors von "Pädagogen", des Mobbings, der Auslese, der psych. Störungen bei Schülern und Lehrern, ... der Amok-Fälle... - und der Hilflosigkeit von Lehrern als Systemvertretern, die sich nicht selbst als Teil des Problems erkennen udn verantwortlichlassen wollen.)

Die bürgerlichen, rechthaberischen Konventionen der Eigenbehauptung lehnen PSA als obszön oder pornografisch ab... - das produziert Unwillen usw.

Schon Martha Freud, ja: Sigmund F.s Frau, hat ausgetrückt, dass sie, wenn sie ihren Mann nicht kennen würde, seine Analyse als "obszön" ablehnen würde.

Ich will jetzt hier nicht den weiblichen Anteil an der unsinnigen Diskussion aufzählen und bewerten ... - aber allgemein ist schon die Einstellung zu Sexualität und den eigenen Verdrängungsmechanismen Teil des Gelingens eines solchen Themas und möglicher Einsichten.

Karls Frage-Versuch ist interessant, führt hier im ST wie bei hundert anderen Themen aber zu immer gleichen Widerständen und Entgleisungen.

(Daran nehme ich seit langem nicht mehr teil...)


--
longtime
schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf karl vom 16.08.2009, 10:58:42
Lieber Karl, ich meinte, dieses Thema sei endlich vom Tisch. Hattest du nicht selber den Wunsch geäussert, dass dem so sein solle?

--
schorsch

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schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf peter25 vom 16.08.2009, 12:06:55
eko, wo du Recht hast, da solltest du auch Recht bekommen.....

--
schorsch
karl
karl
Administrator

Re: Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?
geschrieben von karl
als Antwort auf longtime vom 17.08.2009, 14:06:01
Danke longtime,


immerhin gibt es jetzt schon zwei, die wenigstens mein Anliegen verstehen.
--
karl
ehemaligesMitglied65
ehemaligesMitglied65
Mitglied

Re: Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?
geschrieben von ehemaligesMitglied65
als Antwort auf schorsch vom 17.08.2009, 14:35:40
eko, wo du Recht hast, da solltest du auch Recht bekommen.....

--
schorsch


--
hm, eko, peter...?

Zum Thema:
Ich versuche die ganze Zeit, meine Familie und meine kindlichen Erfahrungen mit dem Kolonialismus in Verbindung zu bringen.
Es gelingt mir nicht. Weder lag auf unserem Dachboden "kolonialistische" Literatur, noch haben meine Eltern die doch längst vergangenen Kolonien erwähnt, noch wurde dreartiges in der Schule besprochen.

Vielleicht, weil Deutschland ohnehin nur ganz kurz und dann auch nur wenige Kolonien hatte?

Ich denke, derartiges Gedankengut konnte sich in unserem Volk nicht festsetzen, Gott sei Dank, wenigstens das nicht.

Die sonstigen Kolonialmächte, die noch bis nach dem zweiten Weltkrieg "Kolonialherren" waren, könnten allenfalls Probleme haben. Vielleicht.

longtime, was du mit dem besonderen weiblichen Anteil an der unsinnigen?(das Thema wurde doch von Karl eingestellt) Diskussion meinst, erschließt sich mir nun gar nicht!
Aber das beruht sicher nur auf mir und auf meinem Bildungsverständnis

meritaton

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karl
karl
Administrator

Re: Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?
geschrieben von karl
als Antwort auf ehemaligesMitglied65 vom 17.08.2009, 15:00:24
Nun, longtime oder war es Adam, hat auch Karl May erwähnt. Es geht ja nicht um eine Verbindung der Eltern zum Kolonialismus. Auch meine Eltern hatten damit nichts am Hut. Es geht auch keineswegs nur um elterlichen Einfluss, sondern um den Einfluss der gesamten kulturellen Umwelt, in der wir aufgewachsen sind. Menschen anderer Rassen wurden noch zur Kaiserzeit wie exotische Tiere in zooähnlichen Gehegen gehalten. Habt Ihr das gewusst? Haltet Ihr das für normal? Wieviel Generationen ist das her? Das war zur Zeit unserer Urgroßmütter, solange her ist das nicht!

Die erfolgreichen Menschenschauen fielen in die Hochphase des europäischen Kolonialismus vor dem Ersten Weltkrieg, eine Epoche, in der Kaiser Wilhelm II. für Deutschland einen "Platz an der Sonne" forderte. Die meisten Zeitgenossen, wie auch Hagenbeck selbst, empfanden die Ausstellung von exotischen Menschen neben exotischen Tieren nicht als anstößig - schließlich waren sie fest von der Überlegenheit des "weißen Mannes" überzeugt. Noch bis 1931 führten Carl Hagenbecks Söhne die Völkerschauen fort, erst in den dreißiger Jahren löste das Kino als Ort für Exotik die Inszenierungen ab.
geschrieben von Quelle


Diese Haltung steckte damals in den Tagezeitungen, im Theater, in den Köpfen. Solche gesellschaftlichen Vorstellungen verschwinden nicht über Nacht. Sie sind immer noch da und wenn man sie tot schweigt werden sie noch länger da sein. Der nickende Neger wird noch immer gefertigt, siehe Link.
--
karl
eko †
eko †
Mitglied

Re: Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?
geschrieben von eko †
als Antwort auf karl vom 17.08.2009, 15:13:39
Zitat karl:

" Sie sind immer noch da und wenn man sie tot schweigt werden sie noch länger da sein."

Ach nee, tatsächlich? Und Du, karl, meinst, mit solchen Threads wie diesem hier etwas bewirken zu können?

Meinetwegen!

Eines aber sage ich Dir ganz klipp und klar:

Ich lasse mich von niemandem in irgendeine rassistische Ecke drängen und mir Sachen unterstellen, die nicht wahr sind!

Und ich wiederhole mich hier nocheinmal:

Meine Aversion gegenüber einem Menschen wie abdu hat absolut nichts mit seiner Herkunft zu tun, sondern einzig und allein seine feindselige, beleidigende Art, zu schreiben ist es, was mich an ihm stört.

--
eko
ehemaligesMitglied65
ehemaligesMitglied65
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Re: Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?
geschrieben von ehemaligesMitglied65
als Antwort auf karl vom 17.08.2009, 15:13:39

Diese Haltung steckte damals in den Tagezeitungen, im Theater, in den Köpfen. Solche gesellschaftlichen Vorstellungen verschwinden nicht über Nacht. Sie sind immer noch da und wenn man sie tot schweigt werden sie noch länger da sein.
--
karl[/quote]

--



Sicher, möglich ist es...

Allerdings ist das nun wirklich lange her. Dass das noch in den Köpfen der übernächsten und weiterer Generationen sitzen soll?
Wenn es nicht per Schule und/oder Elternhaus weitergegeben wurde, das "Kolonialgefühl"?

Übrigens, das nickende "Neger"kind habe ich seinerzeit als ausgesprochen niedliches Menschenwesen empfunden, für dessen Wohlergehen ich gerne einen meiner wenigen Groschen gab.
Nie im Traum hätte ich es deswegen als minderwertig empfunden.
Ist das die Kehrseite des Gebens, den Beschenkten dafür zu verachten?

Ich glaube, Kinder sind anderen Rassen gegenüber ohnehin sehr unbefangen. Siehe Adam. Man muss sie schon indoktrinieren, um sie zu Rassisten zu machen.

Und ehrlich gesagt, Karl May, den ich natürlich gelesen habe, hat das sicher nicht geschafft. Im Gegenteil, die exotischen Menschen haben mich fasziniert und die Indianer waren in meinen Augen ohnehin die edleren Menschen


meritaton
hugo
hugo
Mitglied

Re: Braucht Europas Seele eine Psychoanalyse?
geschrieben von hugo
als Antwort auf longtime vom 17.08.2009, 14:06:01
ja longtime,,das sehe ich auch so: "Karls Anliegen ist es, eindeutig und und unschwer erkennbar, nicht, Rassismus-Vorwürfe loszuwerden, sondern kulturkritische, historische und psychologische Erkenntnisse anzuregen."

da hat er mal wieder voll ins Schwarze getroffen,,

,"UNSERE" Zurückgebliebenheit, das Unverständnis gegenüber Reaktionen und Kritiken aus afrikanischer Sicht und sein Versuch dahinter zu steigen warum "WIR" so niveaulos "UNSEREN" niedrigsten Instinkten freien Lauf lassen (karl wird das niemals so hart formulieren wie es hugo hier tut) und "UNS" z.B absolut Kritikunfähig, lernunfähig, beratungsresistent ,,zeigen ,,sagt mir das "WIR" eigentlich alle in Behandlung auf solche eine Couch gehören.

dazu passen auch die hier als Reaktion spontan gezeigten Ohnmachtsanfälle einiger User.

In diesem Zusammenhang und bei diesem Thema nicht den Vorwärtsgang einzulegen und sinnvoll und kreativ mitzudenken sondern sich ausschließlich aufs Meckern zu verlegen,,
bedeutet für mich: "Wer sich Verteidigt klagt sich an"

und wer karl dafür anklagt der,,,ok ich sags jetzt lieber nicht, hier gibts Leute die vor einer geschenkten Pflaume wie vor einer Atombombe zittern weil sie allerwärts Geister sehen,,

zurück auf die Couch:
nun ist mir nur noch nicht klar mit welchem Grad Härte (von kuschelweich, superweich über normal bis knall-, und stahlhart) diese Skala ausgestattet sein sollte,,*g*

--
hugo

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