Aktuelle Themen Broder vs. Augstein

ehemaligesMitglied67
ehemaligesMitglied67
Mitglied

Broder vs. Augstein
geschrieben von ehemaligesMitglied67
Broder wirft Augstein Antisemitismus vor.
Cooper differenziert zwischen berechtigter Kritik an Israel und Antisemitismus. Erstellt auf die drei „D“ ab: Dämonisierung, Doppelmoral und Delegitimierung.

Broder zitiert Dieter Bohlen: Mach einem Bekloppten klar, dass er ein Bekloppter ist."
Dazu Broder : „Noch schwieriger ist es, einem Antisemiten klar zu machen, dass er ein Antisemit ist.“

Auch ich sehe die Grenze zum Antisemitismus überschritten, wenn Israels die Schuld an allen Problemen in die Schuhe geschoben wird und die Existenz Israels als Quelle allen Übels dargestellt wird.
Der Antisemitismus als Gewitter in der Wolke des Antizionismus. So sinngemäß Amery.
Im Falle Augstein stellt sich die Frage, ob man nur Antisemit ist, wenn man es sein will oder ist man es auch, wenn man so argumentiert?
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Broder vs. Augstein
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf ehemaligesMitglied67 vom 08.01.2013, 14:28:48
@pecado:
Diese beiden folgenden Links erklären besser, was da gerade vor sich geht und wo Du Dich meiner Meinung nach irrst:

SPON: Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-ONLINE-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Die Erklärung liegt in den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie.

SPON: Jeder Kritiker Israels muss damit rechnen, als Antisemit beschimpft zu werden. Das ist ein gefährlicher Missbrauch des Begriffs. Im Schatten solch falscher Debatten blüht der echte Antisemitismus.

Es ist einfach unglaublich was da passiert!
Mich freut nur sehr, dass DER SPIEGEL zum angeblichen "Antisemiten" Jacob Augstein steht.
ehemaligesMitglied67
ehemaligesMitglied67
Mitglied

Re: Broder vs. Augstein
geschrieben von ehemaligesMitglied67
als Antwort auf dutchweepee vom 08.01.2013, 14:55:01
ich weiß nicht ob es sinnvoll ist, ausgerechnet den Spiegel jetzt als aufklärenden Link zu präsentieren. Es gibt auch links mit ganz anderen Aussagen.

Anzeige

dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Broder vs. Augstein
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf ehemaligesMitglied67 vom 08.01.2013, 15:01:45
Israel ist eine Besatzungsmacht. Und es verhält sich wie eine Besatzungsmacht. Der New Yorker Politikwissenschaftler Peter Beinart hat im April dem "Stern" gesagt:

Innerhalb seiner international anerkannten Grenzen ist Israel eine Demokratie. Dort gilt die Unabhängigkeitserklärung von 1948, die allen Bürgern vollständige Gleichheit sozialer und politischer Rechte ohne Ansehen von Rasse, Religion und Geschlecht zusichert. Anders in den besetzten Gebieten: Dort stehen Millionen Menschen unter israelischer Herrschaft, die keinen Anspruch auf diese Rechte haben, weil sie nicht Staatsbürger Israels sind.
ehemaligesMitglied67
ehemaligesMitglied67
Mitglied

Re: Broder vs. Augstein
geschrieben von ehemaligesMitglied67
als Antwort auf dutchweepee vom 08.01.2013, 15:03:56
"Israel ist eine Besatzungsmacht" ist eine einseitige Schuldzuweisung, wenn man den Grund für die Besetzung wegläßt:
Es wurde mehrfach mit dem Ziel seiner Vernichtung angegriffen.
Natürlich kann man die aktuelle Besatzungspolitik kritisieren.Um solche Kritik gehts aber bei Broder vs. Augstein nicht.

hier rnochmal Grundätzliches zu diesem Thema:

http://www.barbarafritz.net/amery
Re: Broder vs. Augstein
geschrieben von marina
Der Broder ist eine üble Dreckschleuder. Er verfolgt jeden Israel-Kritiker mit einer krankhaften und absolut fanatischen Vehemenz, jede noch so berechtigte Kritik an diesem Staat ist natürlich immer nur antisemitisch, zu allem Überfluss überzieht er Kritiker seiner eigenen ehrwürdigen Person permanent mit Prozessen, er ist nicht nur ziemlich bekloppt, sondern leider auch gefährlich.
Ich empfehle zur besseren Information den Link von Ahrendt, s. u.
Auch dieser Linkbetreiber wird permanent von Herrn Broder attackiert und musste sich erst vor kurzem in einem Rechtsstreit gegen ihn wehren, m. W. lief es auf einen Vergleich hinaus.

Armer Broder! Er tut mir schon fast leid in seinem Verfolgungswahn, . Wie kann man sich das Leben nur so schwer machen?

Sogar Salomon Korn (hier nachlesbar: Antisemitismusvorwurf)hat Augstein verteidigt, das will immerhin etwas heißen, denn so ohne Weiteres verteidigt der Zentralrat der Juden nicht die Kritiker Israels, ganz im Gegenteil.

Anzeige

Re: Broder vs. Augstein
geschrieben von marina
als Antwort auf marina vom 08.01.2013, 17:28:25
Hier noch ein Zitat von Moshe Zuckermann, ein sehr renommierter israelischer Historiker und nicht etwa ein deutscher Antisemit:
Das, was man sich mit der Einstufung von Jakob Augstein als einen Antisemiten geleistet hat, ist dermaßen idiotisch, dass man darüber eigentlich nur noch – freilich angewidert – lachen kann. Es hat aber sein Gutes, was geschehen ist. Es wurde höchste Zeit, dass das miese Unwesen, das diverse Diffamierer im deutschen Diskurs mit dem Antisemitismus-Vorwurf betreiben, endlich als das vorgeführt wird, was es ist: als perfide ideologische Praxis zur Abfertigung und Zurichtung politischer Feinde. Dass es diesmal jemanden getroffen, der nicht zu den „üblichen Verdächtigten“ gehört, ist, so besehen, ein günstiger Fall. Plötzlich verteidigen ihn Leute, die in dieser Hinsicht selbst einiges auf dem Kerbholz haben.
[. . . ]
Es geht doch schlicht darum, dass Israel-Kritik in Deutschland mit Antisemitismus gleichgesetzt wird, und zwar ganz unabhängig davon, was Israel tut, wie es in Israel zugeht, wohin seine Politik steuert, und welches Leid sie zeitigt. Jene, die meinen, Israel dabei durch den Antisemitismus-Vorwurf verteidigen zu sollen, scheren sich kein bisschen um Israel. Israel als Realität interessiert sie gar nicht, sondern lediglich als Projektionsfläche zur Verarbeitung eigener identitärer Defizite. Mit Augsteins Argumenten will man sich dann gar nicht auseinandersetzen – er muss zum Antisemiten werden, damit die eigene Unzulänglichkeit im Verhältnis zu Israel nicht zur diskursiven Disposition gestellt wird.
geschrieben von Moshe Zuckermann
ehemaligesMitglied67
ehemaligesMitglied67
Mitglied

Re: Broder vs. Augstein
geschrieben von ehemaligesMitglied67
als Antwort auf marina vom 08.01.2013, 17:41:27
ach ja Zuckermann, ein denkbar schlechter Zeuge.
Zuckermanns Kritik an der Israelischen Politik mündet doch in der Exculpation der gewaltätigen Feinde Israels und erklärter Antisemiten.

Ich frage mich warum Augstein relativ moderat auf Broder reagiert, während unbedeutende Foristen so unter die Gürtellinie gehen. Du bist doch mit Deiner Aussage "Dreckschleuder" genau das, was du Broder vorwirfst.
karl
karl
Administrator

Re: Broder vs. Augstein
geschrieben von karl
als Antwort auf ehemaligesMitglied67 vom 08.01.2013, 18:43:30
Augstein hat in der Tat sehr moderat reagiert und dabei auch meine Meinung getroffen. Er hat dem Simon-Wiesental-Zentrum seinen Respekt für die vergangene Arbeit ausgesprochen und gleichzeitig bedauert, dass es nun der Sache, die es vertreten hat, dadurch schadet, dass es den Begriff "Antisemitisch" verwendet, um Kritik an israelischer Politik zu geißeln.

Meiner Meinung nach werden hierdurch die Opfer rassistischer Brutalität noch im Nachhinein verhöhnt, denn nun sollen sie instrumentalisiert werden, um neues Unrecht zu rechtfertigen. Damit ist niemandem gedient, das erfreut nur die wirklichen Antisemiten.

Karl
nerida
nerida
Mitglied

Re: Broder vs. Augstein
geschrieben von nerida
als Antwort auf karl vom 08.01.2013, 18:57:13
Broder hat schon immer auf den Antisemitismus der Linken hingewiesen.
Die grassesten Beispiele findete man ja bei den Beteiligungen der RAF bei Flugzeugentführungen (Entebbe)

Augstein verpackt seinen Antisemitismus geschickt in einer ausgefeilten Wortwahl. Seine Gentlemanattitüden täuschen auch nicht darüber hinweg, dass er eher zur Fraktion "treibt die Juden ins Meer" gehört und nicht zu denen, die die Realität eines Staates Israel anerkennen, aber nicht blind für all die Unrechtmässigkeiten und auch Unmenschlichkeiten sind, die durch diese problematischen Verhältnisse entstehen.

Interessant ist ja auch, dass Augstein als Kolumnist der Nachfolger von Broder bei dem Spiegel ist.

Anzeige