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Aktuelle Themen Das Sündenbock-Prinzip

panda
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Das Sündenbock-Prinzip
geschrieben von panda
Unabhängig von der biblischen Herkunft des Begriffs " Sündenbock "( Lev.16 , 1-28) hat sich dies umgangssprachlich , in einem etwas anderen Sinn , so durchgesetzt , daß wohl Jeder weiß , was damit gemeint ist.

Im täglichen Leben , z.B. zwischen Frau und Mann , fängt das schon an.
Wenn Frauen von " Typisch Mann " sprechen , und damit Vieles halt auf die männliche Struktur schieben können , so gilt das umgekehrt genauso. Nicht nur an Stammtischen heißt es dann " was soll man schon von einer Frau anders erwarten..".
Aber Das ist vielleicht noch das Harmloseste .

Wenn eine Gruppe mit einem Fehler , einer Schuld , nicht fertig wird , sich nicht dazu bekennen will , schaut man sich einen Sündenbock aus.in der Regel trifft das dann den aktuell Schwächsten , Unbeliebtesten , den Außenseiter.

In der größeren Gesellschaft , in einer Nation , wird's richtig gefährlich.Wenn schwere Mißstände und Probleme Unruhe im " Volk " schaffen , suchen sich manche Machthaber gern eine Gruppe , eine Minderheit aus , der sie das dann in die Schuhe schieben können.
Ob das mal jeweils die andere , minderheitliche Religion war , die Fremden , oder die " Abartigen " , mit etwas teuflischem Geschick ließ sich schnell ausmachen , wer wohl am Geeignesten war.
Was früher mal die Juden ,dann die Migranten , könnten bald die Roma werden.

Aber auch ganz privat macht es doch , am Fernseher z.B , einen höllischen Spaß , sich über Den oder Die ( wenn mal wieder jemand Mist gebaut hat ) abzulästern und sich dann solidarisch wohlzufühlen ( denn , Gott sei Dank , ist man selbst ja soo nicht..)
Ein Prinzip , das sich bewährt hat , und wohl noch lange unter Menschen zum guten Brauch zählen wird.
Sind wir nicht ALLE froh , daß es Sündenböcke gibt ?
olga64
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Re: Das Sündenbock-Prinzip
geschrieben von olga64
als Antwort auf panda vom 04.02.2014, 15:35:23
Im ersten Teil Ihres Beitrages betrifft es wohl dumme Vorurteile, wenn ganze Bevölkerungsgruppen und Nationen diskreditiert werden.
Im 2. Teil beanstanden (?) Sie die Lästereien,für die das TV teilweise ja als Programm provoziert. Da geben dann oft sog. Promis Grund, um sich lächerlich zu machen (und kassieren dafür Honorare). Warum soll man (oder frau) darüber nicht lästern und lachen dürfen? Dies ist ja oft der Sinn solcher Sendungen.
Ansonsten denke ich,dass jeder beginnen kann, solch schändliche Systeme zu ändern - dies dürfte effizienter sein als zu hoffen, die ganze Gesellschaft zum Besseren ändern zu können. Das klappt nämlich nicht - eine der wenigen Gewissheiten im Leben. Olga
Medea
Medea
Mitglied

Re: Das Sündenbock-Prinzip
geschrieben von Medea
als Antwort auf panda vom 04.02.2014, 15:35:23
Ja Panda,
Sündenböcke und Prügelknaben haben sich die Gesellschaften
geschaffen, um Frust, Ärger, Hass, Minderwertigkeitskomplexe etc.
abzureagieren - das ist in allen Kontinenten so.
Schon bei den Kleinen im Kindergarten sind derartige Dinge
zu beobachten, das setzt sich oft in den Schulen oder im
Beruf fort.

Das Leben für die Betroffenen kann zur Hölle werden.
Der Suizid erscheint manches mal als einziger Ausweg.

M.

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Re: Das Sündenbock-Prinzip
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Medea vom 04.02.2014, 16:24:25
Wenn ein jeder für seine Fehler einstehen und die Schuld nicht auf andere abwälzen würde, dann hätten wir die Probleme nicht
panda
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Re: Das Sündenbock-Prinzip
geschrieben von panda
als Antwort auf olga64 vom 04.02.2014, 16:04:13
Im ersten Teil Ihres Beitrages betrifft es wohl dumme Vorurteile, wenn ganze Bevölkerungsgruppen und Nationen diskreditiert werden.
Im 2. Teil beanstanden (?) Sie die Lästereien,für die das TV teilweise ja als Programm provoziert. Da geben dann oft sog. Promis Grund, um sich lächerlich zu machen (und kassieren dafür Honorare). Warum soll man (oder frau) darüber nicht lästern und lachen dürfen? Dies ist ja oft der Sinn solcher Sendungen.
Ansonsten denke ich,dass jeder beginnen kann, solch schändliche Systeme zu ändern - dies dürfte effizienter sein als zu hoffen, die ganze Gesellschaft zum Besseren ändern zu können. Das klappt nämlich nicht - eine der wenigen Gewissheiten im Leben. Olga

Könnte es sein , daß ich da etwas mißverstanden wurde ?
Im " zweiten Teil " beanstande ich das gar nicht ! Habe ich nicht geschrieben ," daß wir ALLE froh sind , Sündenböcke zu haben ? "
da schließe ich mich doch ein....Eine Gesellschaft BRAUCHT Sündenböcke ,das ist eine uralte kultur-geschichtliche Erkenntnis , die ich wohl als Letzter versuchen werde zu ändern.
Bezweifeln möchte ich lediglich , wir könnten " uns zum Besseren bewegen ".Da bin ich zu sehr fröhlicher Skeptiker , um das zu glauben....
olga64
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Re: Das Sündenbock-Prinzip
geschrieben von olga64
als Antwort auf panda vom 04.02.2014, 17:15:43
Es ist immer gefährlich, für ALLE zu schreiben oder zu sprechen. Ich für meinen Teil brauche keine Sündenböcke - wenn ich sündige, weiss ich sehr gut, mir dies selbst anzulasten.
Auch für Dinge, die in meinem Leben nicht so rund laufen oder liefen, griff ich lieber zum Mittel der persönlichen Korrektur als es irgendjemand anzulasten. Aber ich habe es mir noch nie sehr leicht gemacht - dieses Leben.
DA ich aber auch gerne lache und lästere, mache ich dies über das TV, wenn es Leute gibt ,die sich für ein kleines Honrorar zum Deppen machen.
Allerdings würde ich auch nie versuchen, ganze Gesellschaften ändern zu wollen - wenn ich etwas änderungswürdig empfinde, mache ich dies bei mir selbst. Olga

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panda
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Re: Das Sündenbock-Prinzip
geschrieben von panda
als Antwort auf olga64 vom 04.02.2014, 17:20:05
@ Olga ..

Kann ich Ihnen , als doch gebildete Userin , mal drei Fragen stellen ?

1.Was ist die Haupt-Gefahr für eine Demokratie ?

2.Wer trägt die Hauptschuld an der Euro-Krise ?

3.Wer trägt die Haupt-Schuld an der Unterdrückung der Frauen ?

Für die Beantwortung wäre ich Ihnen sehr dankbar. Wenn , dann aber bitte immer nur eine Antwort ( oder - " weiß ich nicht " , oder --" mehrere Faktoren " , die Sie dann aber nicht aufzählen müßen ).

Wenn Sie nicht antworten wollen ....auch gut !
panda
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Re: Das Sündenbock-Prinzip
geschrieben von panda
Zu den meisten politischen , bzw. zeitgeschichlichen Problemen haben viele Menschen eine relativ klare Meinung darüber, wer , ihrer Ansicht nach , dafür verantwortlich ist.

Eigentlich sollte man das doch nur denken , wenn klare Beweise hierfür vorliegen .Aber für Viele ist es wichtig , einen Sündenbock benennen zu können ( auch ohne zweifelsfreie Anhaltspunkte ) , weil es für sie immer noch erträglicher ist , einen " Schuldigen " zu kennen , als mit der Unsicherheit zu leben.
mane
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Re: Das Sündenbock-Prinzip
geschrieben von mane
als Antwort auf panda vom 04.02.2014, 21:59:40
Niemand will gerne schuldig sein und es dient der persönlichen Entlastung, einen Sündenbock als Ersatz zu bestrafen. Statt selbst die Verantwortung zu übernehmen, wird ein Verantwortlicher für die eigenen Fehler gesucht. So muss man sich nicht mit den wahren Ursachen befassen.
panda
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Re: Das Sündenbock-Prinzip
geschrieben von panda
als Antwort auf mane vom 05.02.2014, 09:01:44
Mane , Genau....

Wenn wir verfolgt haben , wie BP Wulff mit seinen " schweren Verfehlungen " , wie jetzt Lanz und Schwarzer ( als weibliches Pendant zu Hoeneß ) daß das ALLES Schurken sind , erregt das unser Gerechtigkeitsgefühl ( egal , ob wir dann Partei dafür oder dagegen nehmen ).

Wichtig ist nur , daß ein ( medialer ) Pranger existiert , und wir stellen fest , es gibt bei uns doch noch ein Gefühl , daß alles mit rechten oder eben nicht mit rechten Dingen zugeht !

Wenn dann , wie im Falle dieses bedauernswerten Harry Wörz aus Pforzheim , oder aber eines jetzt privaten C. Wulff herauskommt , daß es wohl Justiz-Opfer gegeben hat ,---- dann bedauern wir das natürlich...und weil wir im Grunde alle gute Menschen sind , machen wir dann aus dem SÜNDENBOCK einen MÄRTYRER !

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