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Aktuelle Themen Der Bau der Berliner Mauer war richtig!

ehemaligesMitglied35
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Der Bau der Berliner Mauer war richtig!
geschrieben von ehemaligesMitglied35
sagt ein Drittel der Berliner

Jeder dritte Berliner findet Mauer nicht falsch Berlin (dpa) - Den Bau der Berliner Mauer vor 50 Jahren hält ein gutes Drittel der Berliner nach einer Umfrage nicht für falsch.

Die Forsa-Erhebung im Auftrag der "Berliner Zeitung" ergab, dass 10 Prozent der Befragten den Mauerbau "voll und ganz richtig" finden, weitere 25 Prozent teilweise für richtig.

Forsa hatte gefragt, ob es aus damaliger Sicht richtig gewesen sei, am 13. August 1961 die Mauer zu bauen, um die Massenabwanderung von Fachkräften aus der DDR zu stoppen und die DDR zu stabilisieren.

Besonders weit verbreitet ist die Verteidigung der Mauer unter früheren Ost-Berlinern, nur 41 Prozent halten sie für falsch. Dagegen lehnen 69 Prozent der früheren West-Berliner und 75 Prozent der seit 1990 zugezogenen Hauptstädter den Bau der Mauer vollkommen ab.


Bei GMX gefunden.

Die spinnen, die Berliner!
wolfgang
wolfgang
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Re: Der Bau der Berliner Mauer war richtig!
geschrieben von wolfgang
als Antwort auf ehemaligesMitglied35 vom 03.08.2011, 19:18:31
zitat: "Die spinnen, die Berliner!" (FritzR) - wer spinnt? das eine drittel der berliner, das meint, dass die mauer ok war? oder die zwei drittel der berliner, die meinen, dass die mauer nicht ok war? ich bitte um aufklärung.

--
Wolfgang
loretta †
loretta †
Mitglied

Re: Der Bau der Berliner Mauer war richtig!
geschrieben von loretta †
als Antwort auf ehemaligesMitglied35 vom 03.08.2011, 19:18:31


Ich gehöre zu den 69%. Dies zur Info. Es war mir wichtig, dies kund zu tun, da ich derartrigen "Blödsinn" noch nie vorher gehört habe. Ich kenne keinen einzigen Berliner, der froh war, dass seine Stadt geteilt und Familien getrennt wurden. tztztz......

loretta

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hugo
hugo
Mitglied

Re: Der Bau der Berliner Mauer war richtig!
geschrieben von hugo
als Antwort auf ehemaligesMitglied35 vom 03.08.2011, 19:18:31
Besonders weit verbreitet ist die Verteidigung der Mauer unter früheren Ost-Berlinern, nur 41 Prozent halten sie für falsch.
geschrieben von FRITZ


na endlich stimmt hugos Meinung mal mit jener, der überwiegenden Mehrzahl der Ostberliner überein,,,kommt und kam selten genug vor. *g*

ausgehend davon das wir Deutschen die Teilung Deutschlands selber verschuldeten, sind wir also auch ursächlich für alles was sich anschließend bezüglich des Kalten Krieges und des Eisernen Vorhanges abspielte in gewissem Maße mit verantwortlich, auch wenn uns das nicht gefällt und viele das nicht mehr wahrhaben wollen und die Schuld mehr und mehr von sich weisen (z.B dem DDR-Regime den Mauerbau allein aufhalsen)

Für die Siegermächten waren wir eine zwar teilweise brauchbare aber oft auch lästige Manövriermasse, da hilft auch das ganze schöne drumherum Geschwafel von Freundschaft und Partnerschaft nicht,,denen war das eigene Hemd viel näher als,,,

und als es endlich zum Mauerbau kam war deren Betrübtsein eher ein Freudensprung.

Ich müsste lügen, sollte ich große Betroffenheit zum Geschehen des 13. August zeigen.
1. waren die Berliner(Hauptstädter)nicht besonders beliebt in meinem Umfeld
2. war mir klar das wir wegen der offenen Grenzen ausgeblutet wurden
3. hatte ich keine privaten Kontakte mit und in Westberlin
4. Gingen mir die Leute auf den Keks welche sich durch die offene Grenze ungeheure Vorteile und Bereicherungen auch auf meine Kosten einheimsten.
5. störte es mich das solche Leute nach prahlten und mit ihrer "Cleverness" angaben (im Westen arbeiteten im Osten wohnten und billigst einkauften usw.)

Also so entsetzlich das im Einzelfall für Betroffene Familien auch war (das will ich gerne zugestehen das es zu familiären Härtefällen, ja zu Katastrophen kam), den damaligen Umständen entsprechend hatten die Pankower Planer wohl keine andere Wahl.

Keine Mauer hätte zu viel schlimmeren Konsequenzen führen können.

Den Mauerbau verstand sogar Egon Bahr (wenn es anfänglich auch einen Schock auslöste,so sein Credo)als ein brutales Zeichen für das Scheitern der Konfrontationspolitik.
Der Bau der Berliner Mauer wurde zur Geburtsstunde der Ostpolitik. Und „Wandel durch Annäherung”

Die Mauer sicherte zwar auch vorübergehend das Machtgefüge der Honeckerregierung, ließ die Stasi noch größere, schlimme Blüten treiben, konnte jedoch nicht verhindern -sondern nur verzögern- das sich die DDR-Wirtschaft in immer größere Probleme manövrierte, die letztendlich im Zusammenspiel mit den Vorgängen in Moskau, zum Mauerfall führte.

was man der DDR Regierung ankreiden kann/muss ist die Tatsache das so leichtfertig Tote an der Grenze in Kauf genommen und nicht versucht wurde mit modernen Mitteln Grenzdurchbrüche anderweitig zu verhindern.
(ich glaub darüber haben wir schon mal diskutiert)

hugo



hobbyradler
hobbyradler
Mitglied

Re: Der Bau der Berliner Mauer war richtig!
geschrieben von hobbyradler
als Antwort auf hugo vom 03.08.2011, 20:41:50
Als im Westen Aufgewachsener macht mich dein Beitrag sehr betroffen. Für mich hatte sich der Aufstand des 17. Juni ins Gedächtnis eingeprägt. Vom Mauerbau sind mir die vielen Fluchtbilder, z.B. Agnes Bernauer Str., in Erinnerung. All die späteren Jahre dachte ich es geht euch um die Freiheit.

Wie sich jemand eine Mauer wünschen kann, sprengt meine Vorstellungskraft.

Ciao
Hobbyradler
loretta †
loretta †
Mitglied

Re: Der Bau der Berliner Mauer war richtig!
geschrieben von loretta †
als Antwort auf hobbyradler vom 03.08.2011, 21:24:23


Lieber hobbyradler, danke.

Obwohl du Bayer bist, wenn ich nicht täusche, sprichst du mir aus der Seele.

Für manche Zeitgenossen ist man manchmal geneigt, sich fremd zu schämen.

loretta

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mulde
mulde
Mitglied

Re: Der Bau der Berliner Mauer war richtig!
geschrieben von mulde
als Antwort auf hobbyradler vom 03.08.2011, 21:24:23
Für den Hobbyradler
Nur eine Richtig stellung!
eine Agnes Bernauer Str in Berlin gibt es nicht!
Dafür aber eine "Bernauer Str" nach einer ,östlich gelegenen Stadt (fast schon ein Vorort von Berlin.
nichts für ungut
meint mulde

Anmerkung
Vor dem Mauerbau bedingt durch den Geldumtausch konnte viele
W-Berliner im Osten billig einkaufen.
Zum Beispiel ein Brot Ost 1 Mark mit Westgeld bezahlt 1:3
40, Pfennig
Oder
einmal Haare schneiden 0,80 Pfenige West!
Bei aller Kritik sollte man aber auch das mal bedenken
und in diese Seite mit einbeziehen!
Denn das waren keine einzelne nein das war Gang und gebe!
eben durch den Wechselkurs der zuletzt bis 1:8 illegal war
alles hat eben mehere Seiten.
Re: Der Bau der Berliner Mauer war richtig!
geschrieben von Mareike
als Antwort auf hobbyradler vom 03.08.2011, 21:24:23
Als Nicht-Berlinerin und Deutsche erst durch Heirat 1968, gebürtige Niederländerin und Nachkriegskind (1946 geb.) möchte ich anmerken, dass es durchaus wichtig und richtig ist, sich zu vergegenwärtigen, dass man immer ein einseitiges Bild der Geschichte hat. Ein jeder ist geprägt von dem, was selbst erlebt wurde und von dem, was Eltern und Erzieher vermittelt haben. Dennoch kann der Horizont erweitert werden, wenn man bereit ist sich andere Meinungen und Lebensgeschichten anzuhören. Ich habe in den vergangenen 43 Jahren vieles überdenken müssen.....

Gruss
Mareike
hugo
hugo
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Re: Der Bau der Berliner Mauer war richtig!
geschrieben von hugo
als Antwort auf hobbyradler vom 03.08.2011, 21:24:23
Wie sich jemand eine Mauer wünschen kann, sprengt meine Vorstellungskraft (hobbyradler)

hm ja, hobbyradler, das kann ich einerseits nachvollziehen andererseits gibts mir auch zu denken.

Nun will ich nicht lang und breit über die Bedeutung bzw den Unsinn von Mauern sinnieren die es in den letzten tausend Jahren der Menschheit zu tausenden gab. Ich will hier auch nicht nach Deinen Bedenken zu Mauern in Korea, USA-Mexiko oder Israel usw fragen, das sind andere Beispiele.

Wie wärs denn damit: Die Besonderheit der Berliner Mauer ist die Tatsache das hier eine Großstadt geteilt wurde,,(denn normale Grenzen zwischen Staaten unterschiedlicher Systeme gabs und gibts ja genug, mitsamt den dortigen Problemen usw,)


Berlin war ein gewaltiges Politikum,,,eine Ausnahmesituation mit außergewöhnlichen Bedingungen die zu außergewöhnlichen Ergebnissen führte.

Mal nur in eine Richtung gedacht welche Du wohl nicht parat hast: Stell Dir vor, damals gings den DDR Propagandisten u.a. darum den Westen ein zu holen, ja zu überholen bezüglich der wirtschaftlichen Stärke und Leistungsfähigkeit.

Rein theoretisch -also stells Dir mal vor- das wär soweit gekommen,,,dann wär passiert was immer dann passiert wenn es zwischen zwei naheliegenden Staaten ein Wohlstandsgefälle gibt,,die Wessis wären zu hunderttausenden gen Osten getürmt,, ich spinne jetzt mal nicht weiter, kannste selber machen,,*g*

der Osten hätte keinen "antifaschistischen Schutzwall" benötigt sondern ??

Nicht alle Wessis wären als politische Flüchtlinge hier angekommen sondern ??

Geh mal von Deiner Gesinnung aus das (ich vermute mal)Die Freizügigkeit ein Menschenrecht ist, das keiner speziellen Rechtfertigung bedarf.
Also auch die Fluchtmotive keine Rolle spielen sollten,,,aber das ist rein theoretisch, in der Praxis sieht das anders aus, ich erinnere an Lampedusa.

nun zurück zum Ausnahmefall "Berliner Mauer"

was hälst davon wenn ich sie als das Eingeständnis der Niederlage des sozialistischen Systems bezeichne, im Wettbewerb mit dem Kapitalismus chancenlos zu sein ?
Was würdest Du solch einem chancenlosem Regime ans Herz legen und raten, was in dieser Situation zu tun sei ohne kurzfristiges Kollabieren zu riskieren?

So gesehen reicht sicher auch Deine Vorstellungskraft, solch eine Mauer zumindest mit einem weinendem und einem lächelndem Auge zu sehen, oder ?

die damalige Hauptsaufgabe der Mauer war sicher -so meine Wahrnehmung- durch Beendigung der Massenflucht den Vasallen Moskaus in ruhigeres Fahrwasser zu geleiten,,um es etwas salopp zu umschreiben.

Noch einen 17 Juni oder Ungarn 1965 wünschte sich wohl damals kein Ossi.

was meinste was Kennedy dazu bewog zu sagen: "lieber eine Mauer in Berlin als ein dritter Weltkrieg" ??

ich denke der wusste wovon er sprach,,leider -so sollte Honecker sicher gedacht haben- hat ihm Kennedy dafür nicht gelobt, ausgezeichnet oder gar zum Friedensdingsdapreis vorgeschlagen *g*

ja heute können wir darüber Späße machen, damals war mirs nicht ganz geheuer. Wir lagen als Oranienburger Artillerieregiment bei Parchim/Schwerin/Lübthen an der Westgrenze und bewachten ein Pionierregiment welches unter strengster Geheimhaltung, Betonfundamente für sowjetische Raketenrampen fertigte,, oder sollten das schon Mauersegmente werden ?,,,als Sonntag in aller Frühe die Lokalredakteure der Schweriner Zeitung mit dieser Neuigkeit vom Mauerbau auftauchten uns erste Statements von uns abforderten *g*

hugo


Gizella
Gizella
Mitglied

Re: Der Bau der Berliner Mauer war richtig!
geschrieben von Gizella
Meiner Meinung nach ist der Bau der Berliner Mauer Geschichte. Eine Diskussion, ob der Mauerbau richtig war und wer da vor wem mauerte (und es evtl. bis heute noch macht) bringt im Nachhinein doch nichts, ist wohl auch wenig sinnvoll. Ich finde, man sollte lieber nach vorne schauen und versuchen, die Schrammen, die durch den Mauerbau entstanden sind, verheilen zu lassen.

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