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Aktuelle Themen Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW

hafel
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Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW
geschrieben von hafel

Nun haben in letzter Minute Grüne und SPD in Baden Württemberg einen gemeinsamen Weg im umstrittenen Bahnprojekt "Stuttgart21" gefunden. Die Lösung ist ein Volksentscheid. Es war wohl in der Tat ein eigener Stresstest der beiden Koalitionäre, die zu diesem Thema unterschiedlicher Meinung waren. Die SPD sieht wohl mit diesem Volksentscheid ihre Glaubwürdigkeit in diesem Magakonflikt hergestellt.

Es ist aber auch für die Grünen eine sehr große Hürde, denn in den anderen Landesteilen von BW wird der Bahnkonflikt bei weitem nicht mehr so heiß diskutiert, wie in Stuttgart selber.

So ist die Volksabstimmung für Oktober geplant. Und der neue Ministerpräsident versicherte dabei im TV: "Wenn es ein Ergebnis gibt, dass z. B. Stuttgart21 gebaut werden soll, so werden wir uns an so ein Ergebnis halten". Was auch sonst? Was wäre sonst so ein Volksentscheid wert?

Um das geplante Projekt Stuttgart21 zu verhindern, müsste sich die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen für den Ausstieg des Landes entscheiden. Das wären etwa 2,5 Millionen Bürger. Damit sollte dann der gesellschaftliche Konflikt um das Bahnprojekt endgültig beendet werden.

Angemerkt werden sollte jedoch noch, dass Grüne uns SPD nicht bereit sind, eine eventuelle Kostensteigerung bei den derzeit 4,1 Milliarden EURO taxierten Bahnprojekt mitzutragen. Sollte der Geißlersche-Stresstest ergeben, dass kostspielige Nachbesserungen nötig sind, wird die Landesregierung kein neues Geld dafür bereitstellen.
Dagegen glaubt Bahnchef R. Grube an die Realisierung des umstrittenen Projekts und drohte mit Regressforderungen von 1,5 Milliarden Euro bei einem Scheitern.

In der Tat sind die Kostenexplosionen ein Teil der "Gretchenfrage". Das milliardenteure Bahnprojekt birgt womöglich mehr Kosten und Baurisiken als von der Bahn bisher zugegeben wird. Die Zeitschrift "Stern" hatte in einem Dosier 121 Risiken aufgelistet, wovon 48 davon zusätzliche Kosten von über 1,2 Milliarden Euro verursachten könnten. Das würde den Kostenrahmen von 4,5 Milliarden deutlich überschreiten.

Kommt noch der tückische Baugrund hinzu. Deshalb fand sich bisher auch bei den Ausschreibungen keine Firma bereit einen Tunnel bei Stuttgart - Cannstadt zu bohren. Diese Bohrarbeiten in den schlupfrig - lockeren Untergrund sind hochkompliziert und müssten unter dem Fabrikgelände von Daimler gebohrt werden.

Wie überall im Leben, gibt es auch hier ein Restrisiko - und wer will das schon tragen?

Hafel
olga64
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Re: Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW
geschrieben von olga64
als Antwort auf hafel vom 21.04.2011, 11:46:30
Dieser geplante Volksentscheid betrifft nur die Landeskosten - BW kann ja keinen bundespolitischen Volksentscheid initiieren.
Prost Mahlzeit - diese 2.5 Mio Leute müssen die erst mal schaffen. Ich lebte ja lange in BW und habe dort immer noch Freunde in verschiedenen Städten. Dieser Bahnhof interessiert niemand in Freiburg, Karlsruhe und schon nicht mehr in Göppingen. Und Stuttgart hat ca 600.000 Einwohner (die nicht alle abstimmen dürfen, z.B. die kleinen Kinder). Also dürften auch die Ulmer kein grosses Interesse an diesem Entscheid haben.
Ausserdem ist die Strecke Stuttgart-Ulm davon ausgenommen.
Man versucht jetzt ja, das Quorum zu drücken, bzw. wegzubekommen. Dazu benötigt man aber die CDU und die FDP - ob das so einfach ist? Dazu kommt, dass bis Oktober noch viel Wasser den Neckar runterfliesst und das Interesse weiter erlahmen wird.
Wenn es doch klappt, freue ich mich schon heute auf das Gezeter der Demonstranten, wenn der Entscheid nicht nach ihrem Gusto ausfällt und sie gemäss des MP dann akzeptieren würden.Olga
eko †
eko †
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Re: Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW
geschrieben von eko †
als Antwort auf hafel vom 21.04.2011, 11:46:30
Deshalb fand sich bisher auch bei den Ausschreibungen keine Firma bereit einen Tunnel bei Stuttgart - Cannstadt zu bohren. Diese Bohrarbeiten in den schlupfrig - lockeren Untergrund sind hochkompliziert und müssten unter dem Fabrikgelände von Daimler gebohrt werden.


Tja, hafel, wenn man sich schon zu Wort meldet, dann sollte man sich aber auch in der Materie auskennen, denn:

Es heißt nicht Stuttgart-Cannstadt, sondern Stuttgart - Bad Cannstatt. Und das Fabrikgelände von Daimler befindet sich in...........Stuttgart-Untertürkheim.

Was nun ?

Auch der "Stern" ist nicht allwissend !


e k o

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hafel
hafel
Mitglied

Re: Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW
geschrieben von hafel
als Antwort auf eko † vom 21.04.2011, 19:50:45
@ Eko:

Wenn Dir schon zur Sache nichts Besseres einfällt als hier den einfältigen Oberlehrer zu spielen, ist das schon sehr traurig. Es wird immer trauriger Deine Beiträge zu lesen. Woran mag das nur liegen?

Dennoch schönes Eier suchen

Hafel
eko †
eko †
Mitglied

Re: Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW
geschrieben von eko †
als Antwort auf hafel vom 21.04.2011, 19:58:18
Was willst Du eigentlich, hafel? Bist wohl beleidigt, dass ich sachliche Dinge richtiggestellt habe?

Ich habe durchaus zur Sache geschrieben, aber wenn Du Dich schon so weit aus dem Fenster hängen willst, dann muss es auch "Hand und Fuss" haben und nicht nur Nachgeplappere irgendeines Zeitungsfritzen, der auch nichts weiß!

Geh mal in Dich beim Ostereier suchen.

Ich werde jetzt eine Wanderung in meinem schönen Schwarzwald machen.


e k o
wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW
geschrieben von wolfgang
volksentscheid hin oder her - s21 ist sowieso tot. teuer. vorteilhaft nur für die vom bau direkt profitierenden immobilienhengste und baulöwen. ich begrüße den entscheid. man sollte nicht immer nur von demokratie reden, sie muss gelegentlich auch praktiziert werden. besser wäre es alledings, wenn so ein regionales ereignis auch nur in der region zur abstimmung stünde. stuttgart den stuttgartern!

--
Wolfgang

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hafel
hafel
Mitglied

Re: Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW
geschrieben von hafel
als Antwort auf eko † vom 22.04.2011, 10:34:59
Na lieber Eko: Dein korrigierender Beitrag war wieder ein "echter Eko", so wir ihn hier alle kennen.

Deine "hochsachlichen Korrekturen" sagten zur Sache sehr wenig aus, außer dass Du dann ersatzweise in der Orthografie rumgestochert und gesucht hast. Das ist etwas billig.

Beleidigt bin ich nie für sachliche Korrekturen. Nur was Du machst sind Kindermätzchen.

Im Übrigen hatte ich hier zwar den Stern zitiert, kann man aber diese Faktenlage auch aus x -anderen Medien entnehmen. Mir sind diese Meinungen letztendlich immer noch sachlicher, als die Meinung eines Users, der nur aus Nibelungentreue die Meinung einer einzigen Partei akzeptiert. Also um mit Deinen Worten zu antworten: „das Geplappere eines CDU -Fritzen ist mir "gar nie nicht" wichtig und Meinungsrelevant.

Ich wünsche Dir eine schöne Osterwanderung, vielleicht triffst Du dabei ja den Osterhasen? Wer weiß es?

Hafel
hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Re: Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW
geschrieben von hinterwaeldler
Trotz aller Unkerei, das S21 ebissl aus den Tagesthemen verschwunden ist, gibt es einen entscheidenden Einwand: "Das Ergebnis der Landtagswahl". Dort wurde das eigentliche Votum gesprochen und es gab 1 Mio Überläufer aus der großen Partei der Nichtwähler zu den Wählern. Dies ist es was die Regierung im fernen Berlin fürchtet. Der bundesweiten Nichtwählerschaft wurde vorgeführt, das sie mit Wahlen etwas verändern können.

Was die Medien in den vergangenen Wochen vermeldeten und praktizierten, war eine bewusste Ruhigstellung der Menschen in BW und ganz Deutschland. Noch übler war, das sie (Springer-Verlag!) mit Fingern auf angebliche Streitigkeiten während der Koalitionsverhandlungen zwischen Rot und Grün zeigten. Sicher gab es Meinungsunterschiede und Zweifel um den Weg zur Verhinderung von s21. Meines Wissens gab es jedoch niemanden der das Ziel in Frage stellte!

AFAIK ging es doch nur darum, ob eine Plebiszit in Stuttgart oder in ganz BW stattfinden soll. Oder? (fragt der Schwabe wenn ihm nichts mehr einfällt). Bei uns im südlichsten Zipfel von BW ist man sich schon bewusst, das ein Ausbau und die Reaktivierung der vormals vorbildlichen Gäubahnen Auswirkungen auf den ganzen Süden BWs besitzen würde. Immerhin benötige ich von Hinterwaldhofen (Bahnhof 300m) bis nach Stuttgart ebenso lange wie von Stuttgart nach den großen Städten Mitteldeutschlands. Das ist nicht hinnehmbar.

An dieser Situation würde sich durch s21 nichts ändern. Im Gegenteil, denn die Umsteigemöglichkeit würde sich weiter verringern. Hinzu kommt das Angebot der SBB, einen Teil der Gäubahn zu aktivieren und eine IC-Strecke zwischen Basel und St. Gallen über Konstanz-Radolfzell einzurichten und täglich mit zwei Zugpaaren zu bedienen. Das mag im fernen Stuttgart und noch weiter im Norden etwas seltsam klingen, aber es wäre auch eine große Erleichterung für uns.

Also sind wir nach wie vor auf das Auto angewiesen. Trotzdem fehlen noch immer ca 15 km ausgebaute B33, die eine Verbindung zwischen den beiden BAB-Netzen von DE und CH realisieren. Die Schweizer haben sogar eine große Zollstation in Konstanz aufgebaut und grüßen täglich mit dem rechten Mittelfinger über den großen Ententeich.

Kaum ein Mensch aus dem Süden BWs benutzt den Flughafen in Stuttgart oder den ausbaufähigen in Friedrichshafen. Wir fliegen ab Zürich. Auch das ist das Ergebnis der Verkehrspolitik der Landes-CDU.

Keiner der Hinterwäldler wünscht sich in Wirklichkeit das Öchsle mit 20 km/h auf 750cm-Gleisen als Haupverkehrsverbindung zurück. Aber eine ordentliche Fernverbindung ist von Nöten. Genau das hat die CDU-Regierung gemeinsam mit der Bahn in den vergangenen 25 Jahren nicht nur erfolgreich verhindert, sondern sogar aktiv stillgelegt (Motto: Die Bahn kann nicht an jeder Milchkanne halten).

Das beste Beispiel habe ich vor meiner Haustür. Die ursprünglich 2-zweigleisige Hauptstrecke wurde stillgelegt, danach zum Teil durch eine CH-Gesellschaft für den Nahverkehr reaktiviert und vor drei Jahren hat die Bahn die Pachtverträge nicht erneuert. Vergangenen Herbst wurde ein Teil des Gleisbettes erneuert und verstärkt, weil man den Kies aus Schwackenreute in s21 bzw. der Neubaustrecke nach Ulm benötigt.

Die Wähler und Wiederwähler BWs haben auch nicht die blutigen Gesichter von Stuttgart vergessen. Wer auf Kinder und alte Menschen, also die Schwächsten der Gesellschaft, einprügelt, sie mit Wasserwerfern rücksichtslos bekämpft und mit Pfefferspray "behandelt", nur weil sie eine andere politische Meinung besitzen, hat nicht die geringste Chance s21 zu verwirklichen. Aktuell erinnert es ein wenig an die gegenwärtigen Auseinandersetzungen in einigen Ländern des Nahen Ostens und den dazugehörenden Kommentaren in der Presse (womit wir wieder beim ersten Absatz meiner Ausführungen wären).

Das Gedächtnis inkl. Erinnerungsvermögen der Hinterwäldler funktioniert noch.

olga64
olga64
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Re: Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW
geschrieben von olga64
als Antwort auf wolfgang vom 22.04.2011, 10:48:03
[quote=wolfgang]volksentscheid hin oder her - s21 ist sowieso tot.

--
Wolfgang[/quote
]

Weshalb ein Volksentscheid, wenn S 21 sowieso tot ist? Wo steht dies nun geschrieben, Wolfgang - oder fantasieren Sie mal wieder? Sie scheinen auch nicht berücksichtigt zu haben,dass Baden Württembergs Volksentscheid nicht für das Bundesprojekt S 21 abstimmen kann, sondern nur für den Landesentscheid. Bin schon gespannt, wie die sparsamen Schwaben dann mit der finanziellen Forderung der Deutschen Bahn umgehen werden, die anfallen wird, da Verträge gebrochen werden. Ein weiterer Volksentscheid? Ist dies dann gelebte Demokratie? Olga
eko †
eko †
Mitglied

Re: Der eigene Stresstest, der neuen Landsregierung von BW
geschrieben von eko †
@ hafel, wolfgang und Hinterwäldler:

Mal etwas deutlicher und rustikal:

So blöd müsste ich grad noch sein, um mich an Eurem Stammtischgelabere weiterhin zu beteiligen.

Die Bayern-Olga schreibt ja manchmal doch recht gescheites Zeug.

Zu glauben, S21 wäre tot, so etwas rauszuhauen ist nicht viel mehr als Phantastereien.

Ich kanns abwarten!

Sollen sie doch ihre Volksabstimmung machen, sie werden schon sehen, was dabei herauskommt. Solange nichts entschiedem ist, ist es sowieso kalter Kaffee, darüber zu diskutieren.


e k o

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