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Aktuelle Themen Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel

sittingbull
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Re: Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel
geschrieben von sittingbull
als Antwort auf circe vom 05.10.2014, 11:31:21
Es war meine Heimat und für mich war sie eigentlich normal!


das wird es wohl eher treffen , als das "Guido Knopp´sche" dauerfeuer des
antikommunismus .

@ dutch

nicht zu vergessen , dass gute , echte malzbier ... mit bügelverschluss
in grob zusammengenagelten holzkisten .

heute würden die gentrifizierenden "Hipster-Spinner" auf dem
Prenzlauer Berg ... für soviel originale "Urigkeit" richtig kohle
abdrücken .

sitting bull
nerida
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Re: Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel
geschrieben von nerida
als Antwort auf sittingbull vom 05.10.2014, 12:04:58
[quote=circe]

nicht zu vergessen , dass gute , echte malzbier ... mit bügelverschluss
in grob zusammengenagelten holzkisten .


stimmt, nach diesem Malzbier war ich als Jugendliche auch total verrückt.

Mir hat es als Kind und Jugendliche bei meinen Verwandten sehr gut gefallen. Mich störten die kaputten Straßen und der sichbare Verfall der Häuser nicht die Bohne.
Die leeren Regale in den HO-Läden und das Kaufhaus mit den staubigen knarrenden Holzböden waren für mich exotisch.
Meine Mutter hat mir zwar immer schicke Sachen zum anziehen eingepackt, aber die trug dann in der Zeit meine Kusine und ich ihre, weil mir Klamotten ziemlich egal waren.

Ich wurde dann auch von einem sehr freundlichen Herren von der Gemeinde besucht, der mich sehr herzlich in der DDR begrüßte um mir dann von den Errungenschaften dieses Landes zu erzählen. Ich hab eine einigermaßen gute Erziehung genossen und zudem war der Typ ja recht nett, also nickte ich zustimmend und sah ihn mit Kaninchenaugen an (Kaninchen schlafen mit offenen Augen).

Nur mein Kusin, der Jungmann und mein heimliches Idol, der meckerte und sagte klipp und klar und sehr laut, dass er "sobald es ihm irgendwie möglich ist, aus diesem Arbeiter-und Bauernstaat verschwindet und dass ihm das alles in diesem Staate mächtig ankotzt". Nachher bekam er übelst Ärger mit seinen Eltern.

Er blieb, denn er fand seine große Liebe und hat sich eingerichtet im System. Gemeckert hat er immer, soviel ich von meiner Tante weiss.
Er kam auch nicht gleich nach dem Fall der Mauer und als er uns dann einige Zeit später besuchte, wollte erst mal zum Frankfurter Flughafen.
Ich fuhr ihn hin, aber dort wollte erst mal allein sein. Er erzählte mir, daß es das schlimmste war, dieses eingesperrt sein. Er wollte nie mehr in den Westen, denn er hat sich sein Leben mit Familie und Beruf dort eingerichtet. Er wollte reisen und immer wieder zurückkommen.
Als er es dann konnte, war seine Frau schon sehr, sehr krank und allein wollte er dann auch nicht mehr. Aber seinen Kinder steht jetzt die Welt offen.

Meine Tochter, die als Kamerafrau die Welt kennt, war erst vor kurzem in der Uckermark wandern und sie ist begeistert von Land und Leute.

Wir müssen uns einfach besser kennenlernen.
Re: Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel
geschrieben von sirod49
als Antwort auf morgensonne vom 04.10.2014, 21:42:42

---
hallo sittingbull,
ist schon seltsam. Meine Tante wohnt in Gera - nach dem Mauerfall habe ich sie besucht. Ihre Wohnung war mehr als erbärmlich. Finanziell ging es ihr auch nicht gut. Jetzt hat sie zwar ein kleine aber sehr schöne Wohnung - bekommt Witwenrente und ihre eigene Rente. Sie hat mehr Rente als mein Mann, obwohl sie doch nie etwas in unsere Rentenkasse eingezahlt hat. Ihr ging es nie so gut, wie nach dem Mauerfall. Es gibt auch Wessis, die hartz4 bekommen oder eine zu kleine Rente haben. Schieb nicht alles auf den Mauerfall. So Typen wie Du, die nur nörgeln,
sorgen doch dafür, dass manch einer meint, man hätte die Mauer noch höher bauen sollen. Aus deinen Kommentaren hier im St lese ich oftmals heraus, dass du ein sehr unzufriedener Mensch bist.
Lächle lieber mal. Morgensonne

fett von mir - sirod49

Hallo Morgensonne,
kannst du mir bitte einmal erklären, was du meinst,
wenn du von “unsere Rentenkasse” sprichst?

Was denkst du denn, wo das Geld nach der Wende geblieben ist, was uns (ich meine uns aus der ehemaligen DDR) doch auch abgezogen wurde. Das wurde nachgewiesen im Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung und musste von uns doch zur Rentenberechnung vorgelegt werden.

Ich denke doch mal, das dieses Geld mit in die wie du sagst “Unsere Rentenkasse” eingeflossen ist.

Außerdem konnte auch der/-diejenige bei uns damals einen Beitrag in die freiwillige Zusatzrentenversicherung einzahlen, wenn eine bestimmte Einkommenshöhe vorhanden war und das waren nicht wenige. Damit hat sich dann die Rente noch zusätzlich erhöht. Und das alles soll nicht gerecht sein, wie du meinst?

Ich freue mich, wenn du mir eine Erklärung dazu gibst, damit auch ich wieder lächeln kann.

sirod49

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sittingbull
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Mitglied

Re: Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel
geschrieben von sittingbull
als Antwort auf morgensonne vom 04.10.2014, 21:42:42
Aus deinen Kommentaren hier im St lese ich oftmals heraus, dass du ein sehr unzufriedener Mensch bist.


ich bin sehr unzufrieden mit den zuständen im hier und heute ...
das stimmt zweifellos .
aber ich bin kein trauriger mensch ...

sitting bull
circe
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Re: Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel
geschrieben von circe
als Antwort auf sirod49 vom 05.10.2014, 13:02:52
jawohl, wir sind eine "Neidgesellschaft"! Und wenn einer mehr Rente bekommt gönnt man es niemanden, auch wenn es die eigene Verwandtschaft ist! Noch ärger ist es in den Mietshäusern, in welchen lauter Rentner wohnen, welche viel Zeit haben. Da ist von Altersweisheit nicht viel zu spüren. Und das finde ich, war "früher" auch nicht so schlimm. Da wusselten die meisten auf fast den gleichen Level herum! Sozusagen den Erbärmlichkeitslevel! Aber es wurden noch Hausfeste und allerhand vorgeschriebene Gemeinsamkeiten erledigt. So etwas ist nicht mehr! Gottdeidank???!!!
Monja_moin
Monja_moin
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Re: Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel
geschrieben von Monja_moin
So schlecht wie allgemein immer wieder zu lesen stehen die "Ostrentner" gar nicht da.
Ich habe einen Artikel in der Frankfurter Rundschau gefunden, zwar schon 2 Jahre alt, dort kann nachgelesen werden wie die Ostrente berechnet wurde.
Frankfurter Rundschau 2012 - Ostrenten/Westrenten:

Auch im Westen gibt es sehr viele, die von einer sehr kleinen Rente leben müssen.
Das wird durch den immer mehr werdenden Niedriglohnsektor noch mehr werden, leider ...

Monja.

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Tina1
Tina1
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Re: Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel
geschrieben von Tina1
als Antwort auf dutchweepee vom 05.10.2014, 11:26:49
"Mit einem einheitlichen Verkaufspreis subventioniert wurden hauptsächlich Dinge des täglichen Bedarfs. Außer den Grundnahrungmitteln u. der Miete war vieles überteuert. "

...das hatte ich in meinem Kommentar geschrieben, ich weiß also nicht was deine Antwort soll? dutch ich kenne diese Preise und sie sind im Vergleich zu heute natürlich sehr niedrig. Was aber normal war bei dem Verdienst von damals. Zum Leben gehört aber nicht nur "Essen und Trinken". Menschen brauchen z.b. auch Kleidung die sehr teuer war, z.b. ein Wintermantel 300 M. das war die Hälte meines Lohnes.
Mein Kommentar bezog sich außerdem auf einen Kommentar wo es darum ging warum die Frauen mit arbeiten gehen mussten.
Aber damit konnten wir leben, da gab es schlimmeres, nämlich die
Unfreiheit!
Es gab natürlich auch einiges Gutes zu Heute, auch das möchte ich betonen.
Tina
aurora
aurora
Mitglied

Re: Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel
geschrieben von aurora
als Antwort auf anjeli vom 04.10.2014, 23:29:13
Hallo Angeli, dazu muss ich unbdingt was sagen, zu Deiner Behauptung, dass man sich in der eigenen Wohnung "nicht normal unterhalten konnte". Weißt Du überhaupt, was das bedeutet hätte??? ES GAB NORMALES LEBEN - AUCH IN DER DDR!!! Ich habe einige Jahre in einem Plattenbau gewohnt und denke, dass ich deshalb besser als Du über unsere damaligen Lebensverhältnisse Bescheid weiß. Ich und meine Familie - wir haben uns GANZ NORMAL UND AUCH ÜBER VIELES, WAS UNS NICHT GEFIEL, UNTERHALTEN - und wir leben noch!
es grüßt aurora
anjeli
anjeli
Mitglied

Re: Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel
geschrieben von anjeli
als Antwort auf aurora vom 05.10.2014, 22:18:54
Hallo Aurora... natürlich kennst du dich in vielen Dingen besser aus... als ich... ich habe nur drei Jahre in der ehemaligen DDR gelebt und dass unmittelbar nach der Wende...

Ich hatte viele Kontakte und kannte viele Menschen... die mir sehr viel erzählt haben... ich habe mich gerne mit den Menschen unterhalten über ihr Leben...

Von der Hellhörigkeit des Plattenbaus konnte ich mich selbst überzeugen... denn ich hatte eine Wohnung in der Prager Straße... in dem Haus wohnte auch Henry Maske... der kann das bestimmt auch bezeugen...

die Häuser waren so eng aneinander gebaut... so dass ich dem aus dem sechsten Stock im Nachbarhaus, welches nur 4 Stockwerke hatte... den Menschen auf dem Tisch sehen konnte... ohne Fernglas...

ich war total überrascht... als Schüler mit erzählten... dass sie mal einen Brand bei uns am Haus mit dem Fernglas beobachtet haben... und auch in meine Wohnung gesehen haben... aber ich wäre nicht da gewesen...

Aurora... warum habt ihr eigentlich... eure Fernseher leiser gestellt... wenn zu einer bestimmten Uhrzeit eine bestimmte Werbung im Westfernsehen ertönte... wenn doch alles nicht so schlimm war...

Mir wurde auch erzählt... dass es sehr viele Alkoholiker gab... die regelmäßig zur Arbeit abgeholt werden mussten...

Ich hatte eine Wohnung von der Wohnungsbaugesellschaft... und von den Mitarbeitern erfuhren wir... wie viele Mieter überhaupt keine Miete bezahlt hätten... und wie viele im Rückstand waren.. mein Chef und ich... wir konnten uns vieles nicht vorstellen...

Ich kann mir durchaus vorstellen... dass bei dir alles ganz anders war... als bei den anderen Leuten...

bei mir war auch alles anders... denn ich habe keinen Sekt getrunken... denn unser erste Mitarbeiterin vertrat die Meinung... dass Wessies jeden Tag Sekt nicht trinken... sondern saufen...
(Originalton)

anjeli
ana
ana
Mitglied

Re: Der Tag, als vor 25 Jahren die Mauer fiel
geschrieben von ana
als Antwort auf dutchweepee vom 05.10.2014, 11:26:49
dutchweepee,

kurze Nachfrage:
Du führst keine Obst-und Gemüse auf,wie war die Versorgung damit gewesen?

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