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Aktuelle Themen "Der Tod ist höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens."

carlos1
carlos1
Mitglied

Re: "Der Tod ist höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens."
geschrieben von carlos1
als Antwort auf vom 08.10.2011, 18:46:06
„seine biografie kann jeder nachlesen.
als mensch kennt ihn dadurch sicherlich trotzdem niemand.
jedenfalls kein außenstehender.
und hier hatte wohl niemand persönlich mit ihm kontakt, oder??? „ karin2


Niemand muss persönlichen Kontakt mit Jobs gehabt haben und kann trotzdem, wie eleonore im Einleitungsthread, seine Leistung als Unternehmer erwähnen, zumindest eine Ahnung davon haben. Es gibt Informationen, aus denen wir Schlüsse ziehen können. Ins innerste Innenleben eines Menschen finden wir damit nicht. Auch unsere engsten Freunde kennen wir nur als Außenstehende.


Diese Leistung, die mit seiner Lebensphilosophie zusammenhängt, zeigt sich im unternehmerischen Erfolg, in seiner Fähigkeit bittere Niederlagen wegzustecken, sich mit seinen Produkten selbst in Frage zu stellen und Neues zu versuchen, was die bisherigen eigenen Produkte alt aussehen lässt (Eleonore hat auf die Itunes hingewiesen, die einen bisher nicht dagewesenen Erfolg im Geschäftsleben darstellen). So etwas tun Besessene, Visionäre, Veränderer. Kritiker lachten, weil er nur miese 99 cent pro Song bei den Itunes verdienen würde. Was sie nicht sahen, war der Zugriff auf 200 und mehr Mio Kreditkarten und die Möglichkeit auch Bücher, CDs etc zu verkaufen. Das war der Weg zum Informationshighway, den Al Gore in den 90ern anvisierte.

Jobs verdiente als CEO einen symbolischen Dollar im Jahr Er hatte ein Vermögen von 7-8 Mrd USD, was dem Erfolg von Apple unter seiner Führung wesentlich zuzuschreiben ist. Auf jeden Fall ist die Risikobereitschaft, die er mit der „Kannibalisierung“ eigener sehr erfolgreicher Produkte beschritt, sehr ungewöhnlich in einer heutigen Landschaft mit äußerst mittelmäßigen Managern, die sich dauernd absichern durch Meinungsumfragen, Marktforschung, die zwar erfolgreich Universitätsabschlüsse vorweisen können, aber dauernd Unternehmensberater ins Haus holen müssen, Millionen im Jahr als Lohn einstreichen, und bei Versagen noch mit zig Mio abgefunden werden. Jobs war auch wiederholt ein Versager, aber er hat gelernt daraus, ist wieder aufgestanden nach dem Fall. Das macht ihn als Mensch interessant und nötigt mir Respekt ab. Vor allem deshalb weil er persönlich Verantwortung übernahm.

2003 oder 2004 wusste er um seine todbringende Krankheit. Er blieb im Unternehmen, bis es nicht mehr ging. Im August dieses Jahres war es so weit.

Über den Tod sprach er in Stanford vor Studenten bereits 2005. Den Tod vor Augen, mit dem Unternehmen auf einer außergewöhnlichen Erfolgsspur, sagte er:

„Das Bewusstsein, dass ich in nicht allzu ferner Zeit tot sein werde, ist das wichtigste Werkzeug, das mir bei den großen Entscheidungen in meinem Leben geholfen hat.“ …. . „Fast alles - alle Erwartungen von außen, aller Stolz, alle Furcht vor Peinlichkeiten oder dem Scheitern, fallen im Angesicht des Todes weg.“ Zitat nach Stuttgarter Zeitung, 7.Okt. 2011, Seite 3 Artikel von A. Geldner


Seine Schlussworte im Stanford-Vortrag waren der Bibel der amerikanischen Gegenkultur entnommen, ein Zitat aus dem „Whole Earth Catalogue“:

„Bleibe hungrig, bleibe ein Narr.“ Zitat a.a.O.







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