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Aktuelle Themen Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde

olga64
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Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde
geschrieben von olga64

In Bottrop steht er derzeit vor 'Gericht. Er war als Mäzen und Spender dort wohlgelitten. Er führte eine renommierte Apotheke in 3. Generation.
Jetzt wurde bekannt, dass er in seiner Apotheke Medikamente für Tumorpatienten in grossem Umfange so zusammenpantschte, dass der "Mehrwert" in Form von vielen Millionen Euro bei ihm verblieb.
Teilweise waren die Medikamente ohne jeden Wirstoff, bzw. mit Kochsalz hergestellt.
Es ist dem Buchhalter und der Labormitarbeiterin dieser Apotheke zu verdanken ,dass die ganze SAche aufgeflogen ist. Beide verloren ihre Jobs.
Der Buchhalter eruierte akribisch die Rohstoffein- und ausgänge (in der REzeptur) und kam auf Unregelmässigkeiten in grossem Stil. Zuerst fand er keinen Ansprechpartner, der sich dafür interessierte  - dann ermittelte die Staatsanwaltschaft doch und erhob Anklage.
Es ist ein Drama für die Hinterbliebenen, die ihre Angehörigen durch Krebs verloren haben. Ob nun dies durch die unwirksamen Medikamente beschleunigt oder forciert wurde, muss nun der Prozess feststellen. Es dürfte schwierig werden, da mittlerweile viele Tote verbrannt werden und damit nachträgliche Obduktionen nicht mehr sehr ertragreich sein dürften.
Der Apotheker baute sich dafür ein schönes Haus, wo er auf einer Rutsche vom Badezimmer direkt in seinen Pool plantschen konnte. Bei einem Ertrag in zweifacher Millionenhöhe konnte er dies sicher aus seiner Portokasse bezahlen.
Er betrog auch die Krankenversicherungen finanziell umfangreich. Ob er die Forderungen jemals zurückbezahlen kann, ist unwahrscheinlich.
Auch seine Zulassung wird er verlieren. Wenn er den Knast dereinst mal verlassen wird, könnte er aber vermutlich im Ausland weiterwirken, wo man dies sicher oft anders beurteilt.
Was sind das nur für Menschen oder Bestien? Kranke Menschen nicht unterstützen, sondern billigend ihren Tod in Kauf nehmen?
Wegen Mordes kann er vermutlich nicht angeklagt werden ,da dafür die Merkmale fehlen dürften. Es bleiben also Betrug und versuchte Tötungen; darauf stehen m.W. mindestens 10 Jahre Knast. Olga
 

karl
karl
Administrator

RE: Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde
geschrieben von karl
als Antwort auf olga64 vom 14.11.2017, 18:13:52

Wir sahen gestern die Sendung bei Markus Lanz. Dort ging es nicht nur um einen Apotheker, sondern um ein großflächiges mafiöses Netzwerk aus Onkologen - Apothekern - Pharmavertretern. 

Bei uns in Freiburg gibt es m. W. eine Universitätsklinik-interne Apotheke. Die lebensrettenden Medikamente für die Hochdosischemotherapie wurden vor der Stammzelltransplantation meiner Frau vor 17 Jahren vor Ort gemixt und zusammengestellt. Wir sind extrem dankbar allen Beteiligten. 

Der große Schaden der durch die aufgedeckten kriminellen Machenschaften in Bottrop angerichtet wurde, liegt nicht nur in der Vergangenheit bei den geschädigten Patienten, sondern er wird sich auch schädlich für längere Zeit auf das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient auswirken. Er wird deshalb auch noch viele zukünftige Opfer fordern und Quacksalbern Zulauf bescheren. 

Es muss sich an den Strukturen etwas ändern. Derzeit fehlt die Transparenz, weshalb der Korruption und der Bestechung wie der Erpressung Tür und Tor geöffnet ist. Ärzte sollten keine Apotheke mehr empfehlen dürfen und diese müssten öfters unangemeldet überprüft werden. 

Karl

Edita
Edita
Mitglied

RE: Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde
geschrieben von Edita
als Antwort auf karl vom 17.11.2017, 08:01:25

Ich habe das gestern auch angeschaut, es ist einfach entsetzlich, und dank des Onkologen Dr. Fritz konnte diese mafiöse Mafiastruktur im Chemotherapie-Geschäft "nachgewiesen" werden, aber das war schon vor fast 2 Jahren, und was ist von politischer Seite seither geschehen? Nichts!
 


Und einen Monat nach Veröffentlichung wird der Onkologe bedroht, ganz nach Mafia-Manier, und der Gesetuzgeber .....? Unternimmt nichts!
Bis jetzt nichts .....
 


Edita
vertritt schon sehr lange die Meinung - nur ein kranker Mensch ist ein guter, weil lukrativer, Patient!

 

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werderanerin
werderanerin
Mitglied

RE: Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf karl vom 17.11.2017, 08:01:25

Habe gestern auch diese Sendung gesehen und war nur entsetzt...man kann garnicht so schlecht denken, wie es wohl an der "Tagesordnung" ist, kranke Menschen zu betrügen.

Es zeigt wieder mal, dass die Kontrollen zumindest dieser 200 Apotheken absolut nicht ausreichend sind. Solange sich alles nur ums Geld dreht, wird sich wohl kaum etwas ändern...wo bleibt eigentlich die Moral dieser Ärtze, Apotheker...hatten sie nicht mal den den Beruf ergriffen, um zu helfen ?

Kristine 

Bruny
Bruny
Mitglied

RE: Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde
geschrieben von Bruny
als Antwort auf werderanerin vom 17.11.2017, 10:40:30

Ich bin schon lange kein Idealist mehr wenn es um das Skrupellose im Menschen geht. Wäre er anders, hätten wir nicht dieses weltweite Elend zu beklagen. Ein Apotheker nutzt die Möglichkeit die sich ihm bietet genauso wie jeder andere der nur auf seinen finanziellen Vorteil bedacht ist. Dass es dabei um todkranke Menschen geht, wird ihn genauso wenig bedrücken wie diejenigen die für Not und Leid auf der Welt mut- und böswillig sorgen. Ich frage mich eher, warum es zugelassen wird. Jede Imbissbude wird kontrolliert, vermutlich weil sie von Menschen mit niedriger Bildung geführt werden. Unser System setzt also voraus, dass Menschen mit hohem Bildungsniveau die besseren Menschen sind. Anders kann ich mir nicht vorstellen, warum keine laufenden Kontrollen stattfinden.
Mich können Menschen nicht mehr desillusionieren.
Bruny

digi
digi
Mitglied

RE: Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde
geschrieben von digi

Wo immer Behörden ihre Finger im Spiel haben, wird es Bestechung und Unredlichkeit geben.
- Gesundheitsfond mit unkontrollierbarem Zahlungsverkehr, staatlich verordnet.
- BER mit unendlichen weiteren 'Sondervereinbarungen' (jetzt wird über 'Erweiterungen' nachgedacht, bevor der Laden jemals ans Netz kam), da kann weiter vertuscht und geschanzt werden.
- Dieselskandal.
- In Stuttgart wird auch über eine Erhöhung der Kosten nachgedacht.
Ich könnte zwar weitermachen, aber ich habe keine Lust mehr dazu.
Warum in aller Welt sollte da nicht auch eine 'Steuerung der Medien' noch drin sein; Beiträge dafür werden ja zwangsweise erhoben.

Es ist nur traurig, dass es in DE so weit kommen konnte, zu einer total überwachten Gesellschaft.
Aber -auch ich mache mir keine Illusion- Geld verdirbt halt den Charakter (zB Schlecker, zB AirBerlin, ...).
Gutes im Menschen? Ist wohl die Ausnahme derer vom Rohen Stein.


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werderanerin
werderanerin
Mitglied

RE: Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf Bruny vom 17.11.2017, 11:44:02

Solange maßlose Geldgier im Spiel ist, machen Menschen wohl alles dafür...bin weit vom Idealismus entfernt, wundere mich schon lange nicht mehr über unmenschliches, kaltes Verhalten Einiger..., dennoch hat mich vor allem schockiert, dass dies in Bottrop kein "Einzelfall" war sondern regelrecht organisiertes Verbrechen dahinter steckt...man meint, in Deutschland ist alles unter Kontrolle, weit gefehlt, auch hier wird "der kleine Mann angepisst" wegen Kleinigkeiten..., vor den großen, sorgsam vertuschten Verbrechen schließt man lieber die Augen...zum k...


Kristine

Edita
Edita
Mitglied

RE: Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde
geschrieben von Edita
als Antwort auf digi vom 17.11.2017, 13:12:09


Es ist nur traurig, dass es in DE so weit kommen konnte, zu einer total überwachten Gesellschaft.
Aber -auch ich mache mir keine Illusion- Geld verdirbt halt den Charakter (zB Schlecker, zB AirBerlin, ...).
Gutes im Menschen? Ist wohl die Ausnahme derer vom Rohen Stein.
Digi - ich finde zwischen "überwachter Gesellschaft" und kontrolliertem Geschäftsgebaren und Geschäftsablauf liegen Welten, darum muß der einzelne Bürger noch lange nicht observiert werden!
In einer Demokratie müssen bestimmte, die Gesellschaft und den einzelnen Bürger betreffende Dinge zur Sicherheit einer Kontrolle standhalten können, sonst werden Korruption und Mißbrauch Tür und Tor geöffnet, man sieht es ja hier! Jede Würstchenbude, jede Gaststätte, jede Baustelle wird wegen Verdacht auf unlauteren Geschäftsgebahrens auf Deibel komm raus kontrolliert, und im Gesundheitswesen, in dem es außer um öffentliche Gelder auch noch um Leben und Tod geht, ist das wurscht???

Edita
olga64
olga64
Mitglied

RE: Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde
geschrieben von olga64
als Antwort auf karl vom 17.11.2017, 08:01:25
Der große Schaden der durch die aufgedeckten kriminellen Machenschaften in Bottrop angerichtet wurde, liegt nicht nur in der Vergangenheit bei den geschädigten Patienten, sondern er wird sich auch schädlich für längere Zeit auf das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient auswirken. Er wird deshalb auch noch viele zukünftige Opfer fordern und Quacksalbern Zulauf bescheren. 

Es muss sich an den Strukturen etwas ändern. Derzeit fehlt die Transparenz, weshalb der Korruption und der Bestechung wie der Erpressung Tür und Tor geöffnet ist. Ärzte sollten keine Apotheke mehr empfehlen dürfen und diese müssten öfters unangemeldet überprüft werden. 

Karl

geschrieben von karl

Es erinnert etwas an die unlauteren Machenschaften bei Transplantationen; seitdem hier viele aufgeflogen sind (auch hier ging es um Geldgier oft bei Ärzten und Chirurgen) spenden die Menschen noch weniger Organe als sie es früher schon taten. Im Gegenzug erhalten noch weniger Patienten diese lebensverlängernden Organe und müssen vermutlich vorzeitig sterben.

Natürlich muss sich an den Strukturen etwas ändern; das sagen wir ja immer und hören es auch so, wenn solche Dramen bekannt werden (vorher ahnte ja sicher keiner, dass es so etwas überhaupt gibt). Unangemeldete Kontrollen sind sicher wichtig; aber es müssen auch die Medikamente, die an die Ärzte für die todkranken Patienten gehen, einer Qualitätsprüfung unterzogen werden (diese ist in produzierenden Betrieben in jeder Branche seit Jahrzehnten üblich). Das bedeutet natürlich auch, dass die Prüfer eine Beurteilung der Medikamente auch vornehmen können; also eine entsprechende Ausbildung und Fachwissen darüber haben. VErmutlich müssten es Onkologen und/oder Pharmazeuten sein. Der Aufbau einer solchen Kette dauert sicher auch wieder einige Zeit und ist, wie immer wenn Menschen involviert sind, vermutlich auch nicht frei von Fehlern, die dann passieren werden.
Es wird hier auch wieder "auf Deutschland geschimpft und die Strukturen, die hier vorliegen". Aber wer sagt uns denn, dass dies in anderen LÄndern nicht ebenso oder noch schlimmer ist und diese evtl. erst jetzt durch unsere Vorfälle aufgeschreckt werden?
Noch weiss keiner, ob diese Mafia "nur" in Deutschland angesiedelt ist, bzw. wie gross die REimporte waren und sind, von denen ja ebenfalls gesprochen wird.
Die ermittelnden Behörden in NRW haben m.E. viel zu spät reagiert; es muss aufgeklärt werden ,warum das so war und wer dadurch geschützt werden sollte. Olga

Bruny
Bruny
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RE: Ein Apotheker, der mit Pantschen zum Millionär und Mörder wurde
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Edita vom 17.11.2017, 16:10:13

Ja Edita, ich glaube wir sind uns alle einig, dass in diesen Bereichen strengste Kontrollen ein absolutes MUSS sind. Die Geldgier kennt weder Grenzen noch Empathie. Und der geldgierige Mensch kennt nur ein Gebot, nämlich wenn es ihn finanziell ganz hart trifft. 
Bruny


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