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Aktuelle Themen Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.

adam
adam
Mitglied

Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.
geschrieben von adam

Kohlendioxid heizt die Atmosphäre auf, Sprays zerstören die Ozonschicht, giftige Metalle und unzerrottbares Plastik vergiften das Wasser der Kontinente und der Meere. Alles Kettenreaktionen, in Gang gesetzt vom Menschen. Und, als wolle man die Zerstörungsmechanismen vervollkommnen, sind in Regionen der Erde, die für Menschen besonders gut geeignet sind, Atomkraftwerke positioniert, die im Katastrophenfall wie ein Beschleuniger der Zerstörung wirken, nicht nur die Umwelt unbewohnbar machen, sondern auch im Menschen selber, sein Erbgut bis zur Unfruchtbarkeit verstümmeln können.

Die Menschheit treibt ihrem Untergang entgegen, sie ist unbelehrbar. Es ist eine Frage der Zeit, vielleicht noch von einigen Generationen, bis das Ökosystem kippt und die Erde für Säugetiere unbewohnbar wird. Der Mensch ist ein Säugetier, das zusätzlich dafür sorgt, sich auch vom Erbgut her nicht weiter vermehren zu können.

Schuld trägt die Maßlosigkeit der Menschheit nach einem Lebensstil, der auf dem Verbrauch von Energie beruht. Die Gier der Menschheit nach Energie ist eine selbstzerstörerische Sucht, vergleichbar mit der Sucht nach Nikotin und Alkohol. Der Konsument weiß, daß ihm die Befriedigung seiner Sucht Wohlsein nur vorgaukelt und die Konsequenz Krankheit und vorzeitiger Tod ist.

Jeder weiß, daß die Therapie eines Suchtkranken nur durch die Befreiung von der Sucht erfolgreich sein kann. Also muß die Menschheit von ihrer Sucht nach Energie befreit werden. Das selbstzerstörerische Rad muß zurück gedreht werden. Nicht die Suche nach neuen Möglichkeiten, die Energiesucht zu befriedigen, ist die Lösung, sondern das Zurückfahren des Energieverbrauchs auf ein Maß, das für die Natur verträglich ist und damit dem Leben auf unserem Planeten für die Zukunft eine Chance gibt. In letzter Konsequenz bedeutet das: Die Menschheit muß sich gesund schrumpfen, nicht nur für sich selbst, sondern in Verantwortung für alles Leben auf der Erde.

Die Menschheit steckt in einer Sackgasse. Fangen wir an, das Rad zurück zu drehen.

--

adam


silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.
geschrieben von silhouette
als Antwort auf adam vom 16.03.2011, 11:09:32
Genau das habe ich soeben beim Thema Atomausstieg geschrieben. Willkommen in einem noch sehr kleinen Club!
adam
adam
Mitglied

Re: Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.
geschrieben von adam
als Antwort auf silhouette vom 16.03.2011, 11:14:45
Silhouette,

ich wollte den letzten Absatz noch ändern in: Die Menschheit hat das Leben auf der Erde in eine Sackgasse geführt., um die Verantwotung noch deutlicher zu machen.

--

adam


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silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.
geschrieben von silhouette
als Antwort auf adam vom 16.03.2011, 11:24:14
Oder: die Menschheit hat sich selbst in eine Sackgasse geführt und sich dabei von einer Unmenge Verführern leiten lassen.
hafel
hafel
Mitglied

Re: Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.
geschrieben von hafel
Es ist schon so, dass der Mensch sich an den Regeln der Natur orientieren muss; -sie zu verstehen und vor allem auch zu akzeptieren. Es ist eben ein Fehler, sich auf Technologien und deren (Rest-)Risiken einzulassen, die dann in bestimmten Situationen nicht mehr beherrschbar sind. Es sind eben immer die Risiken, an die wir nicht denken.

Noch wissen wir nicht, ob diese Katastrophe die schlimmsten Erwartungen noch übertrifft. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls nicht auszuschließen. Das Schlimme und Grausame dabei ist, dass es kaum noch in der Hand des Menschen liegt, hier etwas zu beeinflussen. Die eingeleitenden Gegenmaßnahmen nehmen zunehmend ab. Das Ausmaß einer radioaktiven Verwüstung wird von den Naturkomponenten Wind und Niederschlag bestimmt, wo der Mensch keinen Einfluss hat. Wir können nur noch Ohnmächtig zusehen und hoffen.

Wir sollten uns von der Gelassenheit der Japaner nicht täuschen lassen und sie gar Gefühlskalt bezeichnen, wie ich gestern in einem Interview gehört hatte. Gerade dieses Volk hat unter Beweis gestellt, mit welcher Kraft und Beharrlichkeit sie schwere Krisen bestanden hat. Ich hoffe sehr, dass sie es auch dieses Mal schaffen.

Die Japaner benötigen jetzt unsere Hilfe und unser ehrliches Mitgefühl. Keinesfalls benötigen sie besserwisserische Ratschläge, wie ich gestern in einer Nacht-Talk-Show vom CSU-Huber gehört hatte: "Wir haben die besseren AKW’s" und "das hätten die Japaner auch vorher wissen können". Überheblicher geht es nicht mehr!

Ich denke, in Deutschland haben wir nicht den geringsten Anlass zum Hochmut. Ich bin mir sehr sicher, dass wir die Schadensbegrenzung des Unglücks in Tschernobyl nicht halbwegs so gelöst hätten, denn niemand hätte hier die Bundeswehr als "Kamikaze" zum Todeskommando eingesetzt. Das ging nur in einem totalitären Staat.

Die Welt wird erst sicherer, wenn in allen Staaten die Einsicht wächst, dass mit Technologien, die nachhaltige Risiken haben (dazu gehört auch die Gen-Technik) die eigenen Grenzen klar erkannt werden. Dazu müssen wir in unserem eigenen Handeln Vorbild sein, wollten wir andere überzeugen. Der Mensch muss begreifen, dass er Naturgesetze nicht außer Kraft setzen kann.

Hafel

Re: Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf adam vom 16.03.2011, 11:09:32

Ich teile deine Einschätzung und die Sicht auf den einzig möglichen anderen Weg,
aber Voraussetzung dafür ist die Befreiung aus der Wirtschaftsdiktatur in der wir stecken.

Wir sehen es am Herumeiern von Merkel und Co. -
natürlich sind sie NICHT unabhängig vom Diktat der Wirtschaft.
Langsam bröckelt aber die Kosmetik, mit der uns dies verschleiert wird.

Die Auswirkungen der Wirtschaftsdiktatur mit dem Streben nach mehr Profit als einzigem Credo
machen den Menschen dem Menschen zum Feind.
Bekannt unüberschaubare Folgen müssen (einstmals?) die Betroffenen tragen.

Das Prinzip der verbrannten Erde ist doch nicht erst seit Japan bekannt -
verlassene Erdölbohrlöcher, die vor sich hinsprudeln - nicht nur im Nildelta,
abgeholzte Regenwälder usw,
mit Chemikalien verseuchte Erde, die nur überdeckt wird, wenn überhaupt.

Der Moloch beutet aus und zieht weiter, ohne sich um die Folgen zu kümmern
(die anscheinend mit heutigen Techniken nicht in den Griff zu bekommen sind,
respektive deren Beseitigung den Gewinn unattraktiv schmälern würde).

Wir sehen in den Diskussionen, welchen Argumenten die Gläubigen des sogenannten Fortschritts aufsitzen.
Es geht in der Regel um Angstmache - vor Arbeitsplatzverlust, Bequemlichkeitverlust, Machtverlust usw.

Wären die Gründe sauber, müssten wir nicht ständig angelogen und fehlinformiert werden.

Sorella


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miriam
miriam
Mitglied

Re: Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.
geschrieben von miriam
In diesem Rahmen, möchte ich das Thema etwas weiterfassen und auch über die Umweltgifte kurz schreiben - denn auch diese verändern dramatisch unsere Umwelt.
Letztendlich geht es auch dabei um die Unbelehrbakeit der meisten Menschen.

Ein Blick in die Rote Liste der gefährdeten Biotope, wäre m.E. für uns alle eine wichtige Angelegenheit. Nirgends sonst wird besser dokumentiert, wie viel hierzulande und natürlich auch in anderen Teilen der Welt, durch Menschenhand bzw. materiellen Interessen, zerstört wird.

Vor einigen Jahren gab es noch fast 700 so genannte Lebensraumtypen (Biotopen) in Deutschland, davon werden nun etwa 75% als akut gefährdet betrachtet. Artenschutz wäre eigentlich eines der höchsten Gebote um unser Leben inmitten dieser Artenvielfalt, nicht zu gefährden.

Wenn ich nun den Menschen im Mittelpunkt gestellt habe, entspricht dies immer weniger meiner Überzeugung.
Aber ich weiß, dass nur die Aussicht, dass es uns selber in unserer Substanz betreffen wird, das einzige Argument sein kann, welches unter Umständen sich als wirksam erweisen könnte.

Was Umweltgifte alles verursachen können – das wäre ein sehr langes und erschreckendes Kapitel, welches man hier nur schwerlich im Detail erläutern könnte.

Und so belasse ich es bei einem einzigen Beispiel – hoffend, dass auch dieses ein bisschen Alarm auslösen kann:

Man hat festgestellt, dass durch Umweltgifte ein seltsames Phänomen bei den Kaulquappen stattfindet: die männlichen Kaulquappen – werden zu Frosch-Weibchen.
Nachdem man in natürlichen Gewässern in Schweden das Verschwinden der männlichen Frösche festgestellt hat, hat man das Phänomen experimentell im Labor nachvollzogen.

Im Labor stellte man dann fest, dass Schadstoffe auf die Kaulquappen ähnlich wirken wie das Geschlechtshormon Östrogen – also die Entwicklung weiblicher Frösche verursacht.

Miriam

olga64
olga64
Mitglied

Re: Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.
geschrieben von olga64
als Antwort auf vom 16.03.2011, 12:29:33
Wir sehen in den Diskussionen, welchen Argumenten die Gläubigen des sogenannten Fortschritts aufsitzen.
Es geht in der Regel um Angstmache - vor Arbeitsplatzverlust, Bequemlichkeitverlust, Machtverlust usw.

Wären die Gründe sauber, müssten wir nicht ständig angelogen und fehlinformiert werden.

Sorella



Ich finde es unrichtig, wenn Menschen nicht ernst genommen werden, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Dieser Wunsch ist essentiell und hält die Finanzierung unseres Staates (auch des überbordenden Sozialhaushaltes) am Laufen. Heute hat jeder die Möglichkeit, der es möchte,sich so umfassend zu informieren wie es in der Menschheit nie der Fall war. Aber es liegt wohl in der Natur der Menschen,dass diese verdrängen, bzw. überhaupt nicht interessiert sind. Wie könnte es sonst sein, dass anscheinend viele Diskutanten erst jetzt erfahren,dass die Nachbarstaaten von Deutschland sehr viel mehr AKW`s besitzen und auch bei Abschalten der eigenen sie dieses Risiko eines Gau nicht minimieren können.
"Frau" sollte also vorsichtig sein mit allzu prosaischen GEgenargumenten für den status quo unseres Lebensstandards. Olga
Re: Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf olga64 vom 16.03.2011, 16:19:31

Ich finde es unrichtig, wenn Menschen nicht ernst genommen werden, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben. ...


Unbestritten sollten Menschen ernst genommen werden, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben.
Das ist aber nicht der Punkt, den ich meine,
sondern:
dass mit dieser Angst manipuliert wird.

Zunächst mal ist es zum Beispiel so, dass durch die industrielle Entwicklung viele Arbeitsplätze verloren gingen und gehen.

Zur Zeit gehört es zu den simpelsten Druckargumenten, dass leider Arbeitsplätze verloren gehen,
wenn auf Forderungen eingegangen werden muss.
Es gibt zig Beispiele dafür, dass die Arbeitsplätze kurz danach trotzdem verschwanden.

Das schüren der Angst funktioniert hervorragend,
selbst Leute, die schon längst keinen Arbeitsplatz mehr brauchen, lassen sich bluffen.

Sorella
uki
uki
Mitglied

Re: Energie, die Sucht und die Unbelehrbarkeit.
geschrieben von uki
Bei diesen Überlegungen sollten auch die Möglichkeiten der Einsparung von Energie durchdacht werden. Nein, nicht nur das, es sollte auch jeder dazu bereit sein dafür kleine Opfer zu bringen.

Dazu gehören auch Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen,
keine Spritfresser zu fahren,
Wäsche an der Luft und nicht im Elektrotrockner trocknen zu lassen,
Heizung nicht auf 25 Grad stellen.
Andersherum, Heizung 1-2 Grad runter stellen.
Zimmer nicht ungenutzt beheizen.

Flugreisen einschränken.
Keine künstlich angelegten Skipisten.
Unnötige elektrische Werbungen.

Es gibt bestimmt noch viele andere Beispiele.

Ich höre schon die Gegenargumente; aber doch keine Geschwindigkeitsbegrenzungen, die bringen eh nichts und wo, auf welchen Streckenabschnitten kann denn schon mal das geliebte Autochen ausgefahren werden und so fort.

Reklamebeleuchtung, die ist doch nachts, dann ist sowieso Strom im Überfluss da.
Sonst noch Gegenargumente oder Pro Argumente?

-uki-

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