Aktuelle Themen Frühchen

youngster
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Frühchen
geschrieben von youngster
So früh schon ein Zankapfel

Stuttgart - Für die Versorgung von Frühchen mit einem Gewicht unter 1250 Gramm gilt ab April 2009 eine so genannte Mindestmenge: Hat die Klinik nicht mindestens zwölf Fälle pro Jahr, darf sie die extremen Frühchen nicht aufnehmen.

Kommt ein Kind mit weniger als 1250 Gramm auf die Welt, gilt es als extremes Frühchen. Für die Versorgung dieser Kinder hat der Gemeinsame Bundesausschuss aus Krankenhäusern, Ärzten und Krankenkassen im Dezember 2008 die so genannte Mindestmenge beschlossen. Das heißt: Kliniken müssen mindestens zwölf dieser Frühgeborenen pro Jahr behandeln, sonst dürfen sie die Fälle wegen mangelnder Erfahrung nicht mehr annehmen.
Christian Poets, ärztlicher Direktor der Neonatologie der Kinderklinik in Tübingen, erklärt, warum es so schwierig ist, extreme Frühchen zu betreuen. "Man muss sie wie ein rohes Ei behandeln. Es gibt tausend Kleinigkeiten, auf die man achten muss." Es komme darauf an, Medikamenten- und Nahrungsmenge peinlich genau zu dosieren. Außerdem müssten der Flüssigkeits- und Wärmehaushalt der Kinder ständig überwacht werden. "Kleine Störungen können große Auswirkungen haben." Die Erfahrung von Ärzten und Krankenschwestern spiele daher eine große Rolle. "Studien belegen: Werden extreme Frühchen in einem Krankenhaus versorgt, das weniger als 35 solcher Fälle pro Jahr behandelt, dann ist ihr Sterberisiko um 80 Prozent höher als das jener Kinder, die in Krankenhäusern mit 40 oder mehr Fällen pro Jahr zur Welt kommen", so Poets. Deswegen ist die ab April geltende Mindestmenge von zwölf Frühchen für den Professor auch nur ein erster Einstieg. "Das kann noch nicht der Endpunkt sein."

So sieht das auch Mathilde Maier, die Vorsitzende des Landesverbands früh- und risikogeborener Kinder Baden-Württemberg. "Die Mindestmenge von zwölf ist ein Unding!", empört sie sich. Diese Zahl sei für Eltern ein Schlag ins Gesicht; wenn man bedenke, dass Kliniken, um eine Knieprothese einsetzen zu dürfen, mindestes 50 Eingriffe pro Jahr durchführen müssen. "Es ist doch überall so, dass man, um etwas gut zu können, es regelmäßig tun muss", sagt Maier.

Kathrin Brenner

Quelle StN: 24.02.09

Gott sei Dank ist ja heute die medizinische Wissenschaft so weit solche Frühchen mit dem minimalen Geburtsgewicht zu versorgen,zu behandeln und letzt endlich als gesunde Babys heranwachsen zu lassen.

Wie ist eure Meinung als Eltern bzw. Großeltern zu diesem Thema? Seit ihr auch der Meinung dass eine gewisse Erfahrung zu der Behandlung und Versorgung von Frühchen neben der medizinischen Ausstattung unbedingt notwendig ist. Frühchen nur in ein Krankenhaus wo möglichst 40 pro Jahr behandelt und versorgt wurden?

M.E. sollte man sich dann schon eine Klinik aussuchen wo auf diesem schwierigen Gebiet entsprechende Erfahrung da ist. Ob es unbedingt 40 Fälle p/a sein müssen glaube ich allerdings nicht.

--
youngster
rolf †
rolf †
Mitglied

Re: Frühchen
geschrieben von rolf †
als Antwort auf youngster vom 24.02.2009, 10:49:03
Wieviel Seiten hat die StN eigentlich, nur damit ich schon mal weiß, wieviel da noch kommt. Ist die Veröffentlichung eigentlich durchs Copyright gedeckt, hast du dich da schlau gemacht?
--
rolf
moritzz
moritzz
Mitglied

Re: Frühchen
geschrieben von moritzz
als Antwort auf youngster vom 24.02.2009, 10:49:03
ein für Senioren wirklich sehr wichtiges Thema!
Man kommt aus dem Kopfschütteln kaum noch heraus
***LOL***
_____
moritzz

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eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Frühchen
geschrieben von eleonore
als Antwort auf moritzz vom 24.02.2009, 11:23:25
ob dass auch für katzen und hunde frühgeburten gilt??

jesses, arno und youngster........dat ist too much :o))))
--
eleonore
Re: Frühchen
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf moritzz vom 24.02.2009, 11:23:25
na, moritzz, da würdest du wohl anders drüber denken, wenn deine familie betroffen wäre?

ich denke schon, daß es ein wichtiges thema ist. meine jedoch, daß diese frühchen unbedingt

in eine fachklinik gehören, die genügend erfahrung in dieser beziehung besitzt.

bei der betreuung gerade dieser "nochnichtfertig-kinder" können schwerwiegende fehler fürs ganze

leben gemacht werden, wenn die betreuung nicht 100%ig ist.


karin2
pea
pea
Mitglied

Re: Frühchen
geschrieben von pea
als Antwort auf eleonore vom 24.02.2009, 11:36:20

jesses, arno und youngster........dat ist too much :o))))



Grins, Asyl für (fast) alle...

Der ST ist doch tolllerant!



--
pea

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old_go
old_go
Mitglied

Re: Frühchen
geschrieben von old_go
als Antwort auf vom 24.02.2009, 11:39:43
Aus meinem beruflichen Erfahrungsschatz kann ich berichten:

es war 1949 während meiner Ausbildung.

In die Säuglings-und Kinderklinik wurde ein Zwillingspäärchen gebracht.

850 und 1200 Gramm leicht.

Hightec-Medizin gab es damals nicht..
Ein kleiner Raum wurde schon vor Eintreffen der Winzlinge vorbereitet.

2 Körbchen mit Wärmflaschen richteten wir,warme Strahler über Wickeltisch und Badewännchen Windeln und Wäsche wurde natürlich auch vorgewärmt.
Sauerstoffflaschen vereit gestellt.

Und,als die kleinen "Mäuse" kamen,waren die Glasscheiben des kleinen Babyzimmers gedrängt voll mit neugierigen Gesichtern!!

3 Monate wurden sie aufs liebevollste und nach allerbestem können und damaligem Wissenstand gepflegt!
Die kleine,zierliche Mutter brachte jeden Tag die Muttermilch.
und stand immer wieder staunend vor der Scheibe.
Auch der Vater war eher schmächtig.
Die Mädchen glichen sich so sehr,dass wir sie nur an den Armbändchen auseinander halten konnten.
In diesen 3 Monaten bekamen sie durch Schlüssellochinfektion des angrenzenden Krabbelzimmers die Masern.
Haben sie gut überstanden,Gottseidank!
Nachdem die überglücklichen Eltern die Babys nach Hause holen konnten,
haben wir ihre Entwicklung fast 2 Jahre mit verfolgen können.Denn 2x monatlich besuchten sie uns.
Sie sind ganz gesunde Menschlein geworden!

Mein drittes Kind war auch ein Frühchen,Geburtstgewicht: 1350 gr.
Er wurde ein stattlicher Mann mit einer "lichten" Höhe von 1,84,
in den ersten 3 Lebensjahren war er sehr anfällig für Bronchitiden und Lungenentzündungen,aber dann wuchs er zu einem gesunden Jungen heran,der sich von normal Geborenen nicht mehr unterschied.

Mehr habe ich zu den geplanten -meiner Meinung nach-blödsinnigen Plänen nicht zu sagen!

Mit den ausgeklügelten Versorgungsmöglichkeiten heute ist es doch ungleich leichter,frühgeborene Kinder zur völligen Reife behütend zu versorgen!

Gudrun
old_go
old_go
Mitglied

Re: Frühchen
geschrieben von old_go
als Antwort auf old_go vom 24.02.2009, 12:15:13
Moritzzzzzzzzzzzz

<ein für Senioren wirklich sehr wichtiges Thema!
Man kommt aus dem Kopfschütteln kaum noch heraus


Na,schaust du nie über deinen Tellerrand?

Also,ich finde,dass so ein Thema durchaus auch in einem Seniorenforum diskutiert werden kann!

Denn die Folgen solch blödsinniger Bestimmungen könnten unsere Kinder,Enkel oder Urenkel treffen!

Man muss doch als alter -pardon- älterer Mensch nicht nur an sein Wohlergehen denken!

Gudrun
ruth
ruth
Mitglied

Re: Frühchen
geschrieben von ruth
als Antwort auf old_go vom 24.02.2009, 12:15:13
Vor nahezu 50 Jahren wurden meine Zwillinge (1350 und 1700 Gramm) geboren. Es waren meine ersten Kinder und erst nach der Geburt des ersten Mädchens wurde festgestellt "da kommt noch eins".
Ultraschall gab es nicht und die Klinik (ich entband damals in Zürich) hatte keinen Brutkasten.
Beide Kinder nahm ich auf eigene Verantwortung heim. Die Kleinere nach 8 Tagen auf Anraten meines Arztes, nachdem sie auf der Säuglingsstationkein Gramm an Gewicht zunahm, die Grössere sofort mit meinem Austritt nach 6 Tagen.
Milch für beide hatte ich nicht, also musste zugefüttert werden. Die Produkte damals waren von Dr.Wander. Die Betreuung war während drei Monaten rund um die Uhr erforderlich. Eine alle 2 Stunden, die andere alle 3.
Beide gediehen (trotz meiner Unerfahrenheit) und entwickelten sich normal.

Als ich mein drittes Kind auf die Welt brachte, merkte ich erst, wie "einfach" ein normalgewichtiges Baby zu pflegen ist und bin davon überzeugt, dass es gerade deshalb gut war, meine Zwillinge als ersten Familienzuwachs zu bekommen.
--
ruth
Re: Frühchen
geschrieben von ehemaliges Mitglied_84475
als Antwort auf youngster vom 24.02.2009, 10:49:03
Hier der Originaltext eines Artikels aus dem "Deutschen Ärzteblatt" vom 18.12.2008, in dem sich die Bundesärztekammer gegen "Mindestmengen" in der Frühgeborenen-Versorgung ausspricht (Hervorhebung durch mich):

"Bundesärztekammer gegen Mindestmengen in der Frühchen-Versorgung

Berlin – Als „Irrweg“ hat der Vorsitzende der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer (BÄK) und Berliner Kammerpräsident Günther Jonitz Mindestmengen bei der Betreuung von Frühgeborenen bezeichnet. „Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sollte sich von den Versorgungsnotwendigkeiten leiten lassen und nicht von fragwürdigen Mindestmengenregelungen, die die flächendeckende Versorgung der Patienten gefährden“, sagte er anlässlich einer Plenumssitzung des G-BA.

Obwohl dieser 2005 ganz bewusst keine Mindestfallzahlen festgelegt habe, berate er diese nun doch wieder und zwar als Instrument zur Zentralisierung der Versorgungslandschaft.

„Es kann nicht sein, dass Mindestmengen allein deshalb eingeführt werden, weil der gewünschte Zentralisierungseffekt nicht eingetreten ist. Eine zentral festgelegte, direkte oder indirekte Mindestmenge würde die regionale Versorgungsrealität ignorieren, ohne dass vom G-BA eine entsprechende Folgenabschätzung veranlasst wird. In strukturschwachen Bundesländern könnte dies dazu führen, dass gar kein Zentrum mehr zur Versorgung von Neugeborenen mit besonders kritischen Geburtsgewichten zur Verfügung steht“, kritisierte Jonitz.

Hintergrund: Der G-BA hatte 2005 eine Vereinbarung zur Neugeborenen-Versorgung mit dem Ziel beschlossen, die Qualität der Versorgung nach verbindlichen Kriterien zu gewährleisten.

Damit sollte eine dem Risikoprofil der Kinder angepasste Versorgung und eine Verringerung der Sterblichkeit von Frühgeborenen mit besonders niedrigem Geburtsgewicht erreicht werden. Ursprünglich war auch die Festlegung von Mindestmengen geplant gewesen. Es gab aber keine Belege für einen Zusammenhang zwischen Fallzahl und Qualität, deshalb hatte der G-BA 2005 keine Mindestmengen festgelegt.
© hil/aerzteblatt.de"


(Im Linktipp ist der Artikel direkt anklickbar)

Meine Meinung: Bei der Regelung der Frühgeborenenversorgung sollte die Qualität den Ausschlag geben und niemals allein die Fallzahlen!
--
ursula

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