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Aktuelle Themen Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ... (Vorsicht: Bild!)

niederrhein
niederrhein
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Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ... (Vorsicht: Bild!)
geschrieben von niederrhein
Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ...
ein kleiner Lektürehinweis zur deutschen Geschichte

Wie titelt der aktuelle SPIEGEL (Nr. 50, 10.12.2007):

http://community.seniorentreff.de/storage/pic/userbilder/a30f1d57825f100a5a9ba38c76fffe20/berthasbilderarchivnr.8/34978_1_Berthas_Bilderarchiv_Nr._8.jpg[/img]


Kenner/innen der deutschen Geschichte, vornehmlich der Jahre 1917/18 bis 1925 wußten ja schon lange von der Zusammenarbeit der Reichswehr, also dem militärischen Restbestand, den der Versailler Vertrage (vornehmlich auf Betreiben der Franzosen) den Deutschen nach dem verlorenen Krieg zugestanden hatte, mit der Roten Armee, deren Aufbau etc. von den deutschen Offizieren getätigt wurde, worauf der Reichswehr gestattet wurde, auf russischem bzw. sowjetischem Boden ihre Rüstungsforschung und Rüstungsvorhaben (Luftwaffe!) voran- und weiterzutreiben, wovon natürlich auch die Rote Armee profitierte.

Nun erfährt das interessierte Publikum, daß – so in der Titelzeile des SPIEGEL – „Kaiser Wilhelm II. Lenins Oktoberrevolution finanzierte“. (Daß die Deutschen damals eifrigst an einer Revolution im zaristsichen interessiert waren und dies auch durch andere „Dienstleistungen“ förderten, war bzw. ist bekannt ... aber die Finanzierung – wiederum ein [i]kleines Novum
.

Ob diese kleine Aufklärung jetzt alle strammen und vor allem antikommunistischen Konservativen goutieren? Hätte sich das Konrad Adenauer träumen lassen?
Welch ein Treppenwitz ... ausgerechnet jener Staat, jenes Land, der sich wie kaum ein zweites Land antikommunistisch gebärdete und gebärdet (Roland Koch zieht heute noch mit antikommunistischen Parolen – so in der FAZ und SZ – in den hessischen Wahlkampf), auf dessen Boden die Kernwaffendichte in den 50er und 60er Jahren so dicht war wie vermutlich sonst nirgends auf der Welt und der in einem „heißen Krieg“, nach einem erfolgreichen „Kalten Krieg“, restlos atomar pulverisiert worden wäre (ehemalige Offiziere der BW bzw. NVA müßten doch an bundesdeutschen AMZ-Übungen bzw. dem NVA-Pendant teilgenommen haben?), dessen Politik in der Phase des Dritten Reiches rund ein Drittel dieses riesigen Landes zerstört und über 20 Millionen Russen (Soldaten, Zivilisten etc.) getötet und ermordet hatten ... dieses Land bzw. dessen damalige Regierung sollen die russische Revolution finanziert haben? Ein klein wenig absurdes Theater ...

Mal sehen, was es zu diesem Sachverhalt noch en detail zu erfahren gibt! (Die FAZ wird jetzt eifrig ihre Rechercheure und Experten bemühen ...)


Zu lebenslangem Lernen allzeit bereit

Die Bertha
vom Niederrhein
nasti
nasti
Mitglied

Re: Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ... (Vorsicht: Bild!)
geschrieben von nasti
als Antwort auf niederrhein vom 10.12.2007, 16:18:28

Es ist genauso eine absurde Theorie wie der Mythos der „okkulten Macht“ wo ist behauptet das alles mit allem Miteinander in Verbindung stehe, dass sich die Initiationen östlicher und westlicher Lehren /bewusst oder unbewusst/ die Erfüllungsgehilfen eines „transzendenten“ Plan seien.

Das ich über alles liebe die Schöne Architektur vor allem Gotik, stehe immer wie liebesbetrunkene dort und zufällig finde ich in Berliner Grafik Geschäft ein edles goldenes Papier, bestelle ich mit Mühe 100 Stück davon, keine Ahnung warum. Danach bedrucke ich mit verschiedenste Farben und Methoden die goldene Papiere und sehe ich ganz verrückte beflügelte Gestalten dort, danach viel von meinem Regal ein schwarzes Buch auf Erde, ich staune, habe ich von viele Jahren als Geschenk bekommen 2 Exemplar „Geheimgesellschaften und Geheimbünde“, blättere ich die Bücher und kippe ich fast um!!! Die gleichen Gestalten fliegen auf verschiedenste weise und verschiedensten okkulten Kulturen wie inj Buch in meinem goldenen Papier. Und gerade hat mich diese Tage eine Schamanin belagert in Atelier, ich wünschte Sie weg zu haben und überhaupt mit ganze okkulten Misst gar nichts zu tun haben!!!!!, ich möchte nur zeichnen und nichts mehr.

Das Buch liegt von mir geöffnet und ich lese das Text über Lenin von Berta, gucke ich in mein Buch—dort /liegt beim PC/ steht---„Die schwarze Hand“ Lenin und China.

Und wieder das Phänomen—alles mit allem zusammenhängt,:
Die „Schwarze Hand „, eine serbische Geheimorganisation, die die Föderation der Südslawen an den Gränzen des Königreichs Serbien gewaltsam durchsetzen vollte, gründete Zellen aus nur drei Mitgliedern…..“

Wahrscheinlich hatte Lenin Aufbau und Hierarchie der revolutinären Kräfte, die im Oktober 1917 siegen sollten, von den russischen antizaristischen Geheimgesellschaften übernommen.

Nasti

„Alles steht miteinander in Verbindung.“

nasti
nasti
Mitglied

Re: Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ... (Vorsicht: Bild!)
geschrieben von nasti
als Antwort auf nasti vom 10.12.2007, 17:05:09
Ja, und fast vergessen das zuzuschreiben. Die meiste Geld hatten immer und ewig die Geheimgesellschaften, angeblich die ernste sehr kostspielige Gotische Kirchen waren mit die Tempels Ritters finanziert.
Warum sollte auch Lenin davon nicht profitieren? *g*


Nasti



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karl
karl
Administrator

Re: Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ... (Vorsicht: Bild!)
geschrieben von karl
als Antwort auf niederrhein vom 10.12.2007, 16:18:28
Hallo Bertha,


das ist ein spannender Spiegelartikel. Gut dass ich das noch gesehen habe, bevor ich mit meiner Auszeit beginne. Ich werde mich mit Lesestoff versorgen lassen. Auf den ersten Blick scheint mir das wenig mit Verschwörungstheorien etc. zu tun zu haben, sondern das scheint eine historische Analyse der tatsächlichen Entwicklung von damals darzustellen..

--
karl
angelottchen
angelottchen
Mitglied

Re: Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ... (Vorsicht: Bild!)
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf niederrhein vom 10.12.2007, 16:18:28
...zu mindest wusste ich aus meiner Schulzeit Chile, dass Guillermo II de Alemania (Willhelm II) dafür ,massgeblich gesorgt hat, dass Lenin zusammen mit anderen Revolutionären per Zug von der Schweiz zurück nach Russland reisen konnten - und der "Marxistischen Bibliothek" ist zu entnehmen "dass deutliche Hinweise vorliegen, daß Lenin sogar Gelder der deutschen Regierung zur Finanzierung der bolschewistischen Propaganda bekommen hatte. Lenin hat sich nie dazu geäußert. Der Anführer der Bolschewiki war kein Moralist sondern knallharter Utilitarist. Für ihn zählte einzig das Ziel der Weltrevolution. Hierfür war er bereit, auch jeden innerimperialistischen Widerspruch auszunutzen und sich sogar die deutsche OHL zum kurzfristigen taktischen Verbündeten zu machen. Selbst Kerenski erkannte: "Natürlich war Lenin kein gewöhnlicher deutscher Agent im üblichen Sinn des Wortes. Er sah nur sein bürgerliches Vaterland nicht als sein Vaterland an und fühlte sich ihm gegenüber in keiner Weise verpflichtet."

Lenins Strategie ging auf. Im November 1917 hatte seine Partei, die Bolschewiki, die Mehrheit der russischen Arbeiter hinter sich. Gestützt auf diese Massenbewegung wird die Provisorische Regierung verjagt und die Arbeitermacht errichtet. Das Deutsche Reich bekam im März 1918 im Vertrag von Brest Litowsk wie geplant einen Separatfrieden mit Rußland. Lenin konnte sich den extrem harten Konditionen des Friedensvertrages unterwerfen, der den Deutschen weite Teile des Landes zuerkannte, weil er auf die Revolution in Deutschland vertraute.

Noch vor der Oktoberrevolution glaubte Kaiser Wilhelm II. über Lenin: "Es ist aus mit ihm." Doch im November 1918 war es stattdessen aus mit dem Kaiser. Lenin, der ehemalige Emigrant aus der Schweiz, den die deutsche Regierung nur als Marionette betrachtete, stand an der Spitze eines revolutionären 160-Millionen Volkes. Und Wilhelm II., Symbolfigur des preußischen Militarismus, wurde nach russischem Vorbild von roten Arbeitern und Soldaten ins Exil nach Holland verjagt. Hierauf hatte Lenin vertraut, als er den Pakt mit dem Teufel einging.

Bereitgestellt mit Dank vom Verfasser und Genossen Nick Brauns.
++quote end++von www.marxistische-bibliothek.de
--
angelottchen
adam
adam
Mitglied

Re: Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ... (Vorsicht: Bild!)
geschrieben von adam
als Antwort auf niederrhein vom 10.12.2007, 16:18:28
Grüß Dich niederrhein,

den Artikel werde ich noch lesen. Soviel weiß ich aber schon jetzt: Retrospektiv betrachtet, ist in der Geschichte keine Absurdität unmöglich!
Schon Arminius lernte das Soldatenhandwerk bei den Römern und schlug dann Varus vernichtend!

--

adam

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schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ... (Vorsicht: Bild!)
geschrieben von schorsch
als Antwort auf niederrhein vom 10.12.2007, 16:18:28
Hoffen wir doch einfach, dass das deutsche Volk (nicht nur die Linken oder die Rechten!) aus der Vergangenheit die richtigen Lehren gezogen hat...

--
schorsch
ehemaligesMitglied451
ehemaligesMitglied451
Mitglied

Re: Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ... (Vorsicht: Bild!)
geschrieben von ehemaligesMitglied451
als Antwort auf niederrhein vom 10.12.2007, 16:18:28
Parallelitäten verschobener Feindbilder sind, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtigkeit, unübersehbar:

Hitler-Stalin-Pakt
USA- Taliban,Bin Laden,Saddam Hussein

Die Diskrepanz zwischne der Realpolitik hinter den Kulissen und der offiziellen Propaganda sind eigentlich ein alter Hut.

Wer weiss, welcher Erkenntnisse zukünftig noch ins Haus stehen,wenn die heutigen Archive
erst geöffnet werden.

donaldd
nasti
nasti
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Re: Ganz aktuell: Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ... (Vorsicht: Bild!)
geschrieben von nasti
als Antwort auf nasti vom 10.12.2007, 17:20:02

Die Antwort für diese Ereignis mit Lenin bekam ich alleine von meinem schwarzen buch als Antwort , obwohl ich mich für die Politik nicht interessiere. Vielleicht gerade
deswegen.
Die Bemühungen so pragmatisch erfahren was dabei die Wahrheit war, werden alle scheitern.
niederrhein
niederrhein
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Nur Chuzpe oder schon Bösartigkeit?
geschrieben von niederrhein
als Antwort auf ehemaligesMitglied451 vom 11.12.2007, 09:47:57
Parallelitäten verschobener Feindbilder sind, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtigkeit, unübersehbar:

Hitler-Stalin-Pakt
USA- Taliban,Bin Laden,Saddam Hussein
geschrieben von donaldd


Dank für die Erinnerungshinweise ... bloß verblüfft ist man schon immer wieder. Nicht zuletzt auch über deren Chuzpe, immer wieder solche Lügen etc. zu produzieren.

Meine historisch-politische Sozialisation vollzog sich anhand solcher Beispiele und Erkenntnisse ...
Interessanterweise scheint aber dennoch die Masse einer/der Bevölkerung gegen dergleichen nmicht immun zu sein.
(Wenn ich allein daran denke, was alles vor dem irak-Krieg geschrieben worden ist ... hinterher hat sich die Wirklichkeit als viel schlimmer erwiesen, als die Skeptiker und Kriegsgegner formuliert haben.)

Die Bertha
vom Niederrhein



P.S. Ich werde diese Problematik in (m)einer Zusammenfassung zur Zeitzeugenschaft noch einmal aufgreifen.

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