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Aktuelle Themen Gefahrenzulage für Lehrer?

ehemaligesMitglied65
ehemaligesMitglied65
Mitglied

Re: Gefahrenzulage für Lehrer?
geschrieben von ehemaligesMitglied65
als Antwort auf arno vom 19.03.2009, 13:20:12


Wenn Schüler und Lehrer wissen, daß möglicherweise die Unterrichtsstunde
per Video aufgenommen wird, diszipliniert das alle Beteiligte sehr.
Und wenn sich herumspricht, daß diese Videos bezüglich des Verhaltens
ausgewertet werden, diszipliniert das noch mehr.
Auf Elternsprechtagen kann über das Video den Eltern das flegelhafte Verhalten ihrer Kinder gezeigt werden.
Die Unterrichtsqualität der Lehrer läßt sich auch per Video
analysieren und verbessern.
[/b]

Viele Grüße
--
arno
geschrieben von arno


Also, ich glaube nicht, dass ein harter Kern von Schülern sich vom Gedanken an die Videostunde beim Elternsprechtag abgeschreckt fühlt. Weil die Eltern gerade der Problemschüler genau die sind, die Elternsprechtag noch nicht mal buchstabieren können.
Wer Angst vor Mami und Papi hat, z.B. weil die sich kümmern und notfalls schulunterstützende unangenehme Maßnahmen treffen, braucht keine Videos, um sich zusammen zu reißen.
Allenfalls könnten die Lehrer an sich arbeiten, was ja für die Unterrichtsqualität in der Tat von Vorteil sein könnte. --
meritaton
carlos1
carlos1
Mitglied

Anonymisierung der Täter, um mediale Aufmerksamkeit zu verhindern
geschrieben von carlos1
als Antwort auf rello vom 19.03.2009, 11:01:26
"Hast Du auch schon einmal in Erwägung gezogen, dass Aufzeichnungen, die rüpelhaftes Benehmen von Schülern zeigen, viele zur Nachahmung anregen?
Die vielen Attentatdrohungen per Internet nach den Amokläufen an Schulen sprechen da eine deutliche Sprache.
Aber so ist es nun einmal, die Sensationsgier des Plebs will gestillt werden, koste es, was es wolle." rello
--

Ein wichtiger Aspekt. Die Welle der Nachahmungstäter beweist dessen Realitätsnähe. Hinzu kommt, dass die mediale Wirklichkeit es dem potenziellen Täter ermöglicht, seine erträumten Allmachtsphantasien auszuleben, Berühmtheit durch eine aberwitzige mörderische Tat zu erlangen, im Gedächtnis der Nachwelt sogar noch als Held gefeiert zu werden.

In einem offenen Brief mehrerer Opfer des Amoklaufs von W. an den Bundespräsidenten und die Kanzlerin u.a.findet sich deshalb auch die Aufforderung den Namen des Täters in der Öffentlichkeit nicht mehr zu nennen, um mit ihm nicht ein Vorbild für Nachfolgetäter entstehen zu lassen.

Aus dem Offenen Brief von fünf Eltern getöteter Schülerinnen (s. angegebener Link):
"Wir wollen, dass der Name des Amokläufers nicht mehr genannt und seine Bilder nicht mehr gezeigt werden. Am aktuellen Beispiel von Winnenden zeigt sich, dass die derzeitige Berichterstattung durch unsere Medien nicht dazu geeignet ist, zukünftige Gewalttaten zu verhindern. Auf nahezu jeder Titelseite finden wir Namen und Bild des Attentäters. Diese werden Einzug finden in unzählige Chatrooms und Internet-Foren. Eine Heroisierung des Täters ist die Folge.

Bei Gewaltexzessen wie in Winnenden müssen die Medien dazu verpflichtet werden, den Täter zu anonymisieren. Dies ist eine zentrale Komponente zur Verhinderung von Nachahmungstaten."
[/indent]c.
Re: Anonymisierung der Täter, um mediale Aufmerksamkeit zu verhindern
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf carlos1 vom 21.03.2009, 10:48:14
es wurde auch festgestellt, dass die amokläufer am abend vor der tat, eine ausführliche darstellung des kommenden ins internet eingestellt haben. somit können diese einträge nicht gelöscht werden.

jugendlichen gehen im netz gezielt auf suche. die medien ebenfalls. von daher dürfte ein verschweigen von name und bildern nicht möglich sein.
--
plumpudding

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carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Anonymisierung der Täter, um mediale Aufmerksamkeit zu verhindern
geschrieben von carlos1
als Antwort auf vom 21.03.2009, 10:53:05
"es wurde auch festgestellt, dass die amokläufer am abend vor der tat, eine ausführliche darstellung des kommenden ins internet eingestellt haben. somit können diese einträge nicht gelöscht werden.

jugendliche gehen im netz gezielt auf suche. die medien ebenfalls. von daher dürfte ein verschweigen von name und bildern nicht möglich sein."
plumpudding

Genau, das ist das Problem. Das Problem muss benannt werden. Sind wir dem Internet und dessen Nutzung oder auch anderen Medien hilflos ausgeliefert? Muss in fast jeder Kinderstube ein Fernseher und ein PC zum Surfen stehen? 70% der Kinderzimmer in Deutschland haben ein Fernsehgerät. Die Eltern können beruhigt ihren Interessen nachgehen. Die Jugend ist ruhig gestellt. Wenn nicht, helfen vielleicht auch Psychopharmaka.

c.

Re: Anonymisierung der Täter, um mediale Aufmerksamkeit zu verhindern
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf carlos1 vom 21.03.2009, 11:09:27
ja charlos sind wir!

ich habe vor ca. 20 jahren mal eine kollegin gefragt, was ihre damals 8jährige tochter zu weihnachten bekommt und bekam zur antwort einen fernseher. ich kann mich noch gut an mein erstaunen erinnern.

ich frage mich oft, wie wir es geschafft haben erwachsen zu werden ohne diesen ganzen mist!
--
plumpudding
rolf †
rolf †
Mitglied

Re: Anonymisierung der Täter, um mediale Aufmerksamkeit zu verhindern
geschrieben von rolf †
als Antwort auf vom 21.03.2009, 12:11:10
Ganz einfach, was man nicht kennt, vermißt man nicht.
--
rolf

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arno
arno
Mitglied

Re: Anonymisierung der Täter, um mediale Aufmerksamkeit zu verhindern
geschrieben von arno
als Antwort auf carlos1 vom 21.03.2009, 11:09:27
Hallo, carlos1,

die Medien Internet und Fernseher sind Bestandteile des
täglichen Lebens!
Kinder lernen schon sehr früh mit diesen Medien umzugehen.
Das ist auch richtig so!

Der Umgang mit Waffen, das Anschauen von Gewaltvideos, Fernsehberichte
über Kriegsgreuel, usw. sind nicht der Anlaß für einen Amoklauf!

Die Motivation für einen Amoklauf hat immer damit zu tuen, daß der
Umgang mit der eigenen Aggressivität nicht beherrscht wird oder
erlernt worden ist.
Das ist aber ein sehr wichtiges pädagogisches
Schulziel, daß sehr oft nicht vermittelt wird.


Darüber sollte mal gesprochen werden!

Viele Grüße
--
arno
Re: Anonymisierung der Täter, um mediale Aufmerksamkeit zu verhindern
geschrieben von klaus
als Antwort auf arno vom 21.03.2009, 15:21:34
@arno,
"Der Umgang mit Waffen, das Anschauen von Gewaltvideos, Fernsehberichte
über Kriegsgreuel, usw. sind nicht der Anlaß für einen Amoklauf!
Die Motivation für einen Amoklauf hat immer damit zu tuen, daß der
Umgang mit der eigenen Aggressivität nicht beherrscht wird oder
erlernt worden ist.
Das ist aber ein sehr wichtiges pädagogisches
Schulziel, daß sehr oft nicht vermittelt wird."


Ich bin mir sicher, dass für viele Kinder die Schule der einzige Ort ist, wo ihnen der richtige Umgang mit - wie du schreibst - "der eigenen Aggressivität" vermittelt wird.
Natürlich ist es ungeheuer schwierig, in einem Verband von 25-30 unterschiedlichen Charakteren wirksam zu werden.
Haupterziehungsträger ist nach wie vor die Familie .

Dass du solche Dinge, "wie Umgang mit Waffen, das Anschauen von Gewaltvideos, Fernsehberichte
über Kriegsgreuel..." völlig aus der Liste der "Anlässe" für solche Gewalttaten, wie Amokläufe... streichst, ist ein schwerer Fehler, der Lösungen verhindert.

Leider gehen bei dir alle Ursachenermittlungen und Lösungsvorschläge in die gleiche Richtung.
Du schiebst persönliche Antipahien vor und negierst, dass es sich hier um sehr komplexe Probleme handelt.
Das ist realitätsfern, wenig hilfreich und dient wahrscheinlich deiner eigenen "inneren Beruhigung".
--
klaus
arno
arno
Mitglied

Re: Anonymisierung der Täter, um mediale Aufmerksamkeit zu verhindern
geschrieben von arno
als Antwort auf klaus vom 21.03.2009, 16:31:28
Hallo, klaus,

Leider gehen bei dir alle Ursachenermittlungen und
Lösungsvorschläge in die gleiche Richtung.
Du schiebst persönliche Antipahien vor und negierst, dass es sich
hier um sehr komplexe Probleme handelt.
Das ist realitätsfern, wenig hilfreich und dient wahrscheinlich deiner eigenen "inneren Beruhigung".


ein andere Antwort habe ich von Dir nicht erwartet.
Du schiebst angeblich komplexe Probleme als Ursache für
die Freisetzung von Aggression vor, um die Ursachen
verschleiern zu können!
Dabei können schlimmste Aggressionen ganz einfach und
nicht komplex hervorgerufen werden!
Komplexe Probleme sind für die Schul-Pädagogen unlösbar.

Die Hauptaufgabe aller Pädagogen ist die Anpassung der
ihnen vertrauten Kinder an unsere Gesellschaft.
Eltern können für diese Aufgabe weniger in die Pflicht
genommen werden. Die Facharbeit erfolgt durch pädagogisch
geschultes Fachpersonal. Zur Facharbeit gehört auch das
Erlernen, wie man mit der Aggression umzugehen hat!

Viele Grüße
--
arno
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Anonymisierung der Täter, um mediale Aufmerksamkeit zu verhindern
geschrieben von carlos1
als Antwort auf arno vom 21.03.2009, 15:21:34
"
...die Medien Internet und Fernseher sind Bestandteile des
täglichen Lebens!
Kinder lernen schon sehr früh mit diesen Medien umzugehen.
Das ist auch richtig so! Arno

Fernsehen wird konsumiert. Konsum ist kein Wert an sich. Immer muss gefragt werden: Welcher Konsum ist gut? Wir verschlingen auch nicht jede Nahrung. Jugendliche verbringen täglich fast 4 Stunden vor dem Fernseher. Da kommt anderes zu kurz. Die reale Welt wird übver die Sinne erfahren. Wir riechen sie, ertasten sie, be"greifen" sie. Kinder müssen rennen, zusammen Sport treiben, auf Bäume klettern können, sie müssen Tiere anfassen können, Regen auf der Haut spüren. Wieviel davon vermittelt ein Bildschirm?

Der Umgang mit dem PC ist sehr schnell erlernbar. Der Erwerb eingehender Kenntnisse über Betriebssystem und dessen vielfältige Funktionen und der richtige Gebrauch von Anwendungssoftware wie Word, Excel etc bedarf längerer Übung ist aber erlernbar. Bei wie vielen Jugendlichen ist das der Fall? Wichtiger als der Umgang mit der Technik und deren richtiger Gebrauch ist die Kenntnis darüber, wofür die Technik gebraucht wird. Wozu dient sie uns? Wenn du für eine bessere Aufklärung über Medien plädierst, stimme ich sofort zu. Dann haben wir ein Fach Medienkunde an der Schule. Warum nicht? Schließlich gibt es auch Sexualkunde.

Technik und Wissenschaft bestimmen unser Leben. Deshalb so früh wie möglich. Aber nicht ausschließlich.

"Der Umgang mit Waffen, das Anschauen von Gewaltvideos, Fernsehberichte
über Kriegsgreuel, usw. sind nicht der Anlaß für einen Amoklauf." arno


Wer hat denn das behauptet? Eine labile Psyche kann dadurch aber sehr wohl beeinflusst werden. Eine Erziehung kann auch scheitern. Der Amokläufer Wagner, der in Winnenden 1913 mehrere Menchen tötete, kannte kein Fernsehen, keine Kriegsgreuel und keine Gewaltvideos.

"Die Motivation für einen Amoklauf hat immer damit zu tun, daß der
Umgang mit der eigenen Aggressivität nicht beherrscht wird oder
erlernt worden ist.
Das ist aber ein sehr wichtiges pädagogisches
Schulziel, daß sehr oft nicht vermittelt wird." arno


Das hat etwas mit Moral, Ethik und Werten zu tun. Dazu gehört auch der Respekt vor dem Gesetz und den Rechten und Meinungen anderer. Das ist Bildungsziel aller Schularten, besonders auch in Religion und Ethik, aber längst nicht nur da. In jeder Gemeinschaft sind Regeln einzuhalten und dabei ist das Vorbild gefragt und zwar aller Erwachsenen. Die Jugend wird nicht an der Pforte abgegeben und dann wieder als fertiges sozial gestaltetes und ausgebildetes Produkt einer "Erziehung" abgeholt. In einer modernen Fleischfabrik kommt auf der einen Seite die Sau rein und auf der anderen Seite die Wurst raus. Kinder bestehen auch aus Fleisch, aber doch sind sie was anderes. Lies mal bei Karl Marx nach. Er war ein wunderbarer Vater seiner Kinder. Mit 6 Jahren konnte eine Tochter seitenlang Shakespeare zitieren. Homer war Standard im Hause Marx. Bei dir auch? Zur Nachahmung empfohlen. Die Wissenschaft käme dabei zu kurz oder die Technik oder der Computer? Absurd. Erst so können diese Werkzeuge sinnvoll genutzt werden. Alle Anlagen im Menschen entfalten, nur so wird er schöpferisch. Nimm doch den Marx mal ernst. Schöpferische Menschen haben Phantasie.

Einen freundlichen Gruß an dich
c.

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