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Aktuelle Themen Herzlichen Glückwunsch, Israel!

baerliner
baerliner
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Re: Herzlichen Glückwunsch, Israel!
geschrieben von baerliner
als Antwort auf jo vom 08.05.2008, 13:47:17
Im gestrigen Handelsblatt las ich einen einseitigen Artikel unter der Überschrift


Existenzangst im Gelobten Land
Israel wird in vierzig Jahren nicht mehr als jüdischer Staat existieren, wenn die Koexistenz mit den Palästinensern misslingt

Leider ist der Bericht nur Abonnenten zugänglich.

Deshalb ein kurzer Auszug:

Die Frage, ob "der Staat Israel vielleicht nur eine Episode in der jüdischen Geschichte" sei, reflektiert zum Beispiel der Schriftsteller A. B. Jehoshua. Die Zukunftsangst, die darin zum Ausdruck kommt, scheint auf den ersten Blick absurd. Die Wirtschaft floriert, sie belegt mit Branchen wie Diamanten, High Tech, Generika und Rüstungsgütern weltweit Spitzenpositionen. Militärisch ist das Land stark, es verfügt (vermutlich) über nukleare Waffen und damit über ein ultimatives Abschreckungspotenzial mit Zweitschlagskapazität.

Und doch: Das Fundament Israels ist schwächer, als es scheint. Nichts reflektiert das besser als das wohlgemeinte Wort von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Knesset im März: "Die Sicherheit (Israels) ist für mich niemals verhandelbar." Womit sie indirekt zu verstehen gab, dass seine Sicherheit keineswegs gewährleistet ist. Der Terror, dem Israel immer wieder ausgesetzt ist, das Säbelrasseln aus Teheran, Beirut, Gaza und Damaskus vermitteln der Bevölkerung das dumpfe Gefühl, am Abgrund zu leben.

......


Selbst Regierungschef Ehud Olmert gibt mitunter Apokalyptisches zu Protokoll. Vor einem halben Jahr mahnte er vor den Folgen, sollten die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern scheitern. Dann würde es zu einem Kampf um gleiche Rechte kommen, sagte Olmert in einem Zeitungsinterview, in dem er auf das zahlenmäßige Verhältnis von Juden und Arabern anspielte: "Sobald das geschieht, ist der Staat Israel am Ende."

Olmerts düstere Prophezeiung stützt sich auf Prognosen von Demografen. Die jüdische Mehrheit zwischen dem Mittelmeer und dem Jordanfluss werde bis ins Jahr 2040 dahinschmelzen, sagen sie voraus. Acht Jahre vor dem hundertsten Geburtstag des Staates werden die Araber in der Mehrheit sein, das ergeben Modellrechnungen des führenden Demografen Israels, Sergio Della Pergola. Die radikal-islamische Hamas reduziert die nüchterne Statistik auf die griffige Kurzformel: "Die palästinensische Gebärmaschine arbeitet ununterbrochen" - und sie weiß, dass dies ihre wirksamste Waffe gegen Israel ist.
geschrieben von Handelsblatt vom 13.5.08



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baerliner
karl
karl
Administrator

Nur hehre Worte???
geschrieben von karl
als Antwort auf silhouette vom 13.05.2008, 20:28:43
hallo silhouette,


ich bin dir sehr dankbar, dass du hier aus der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel zitiert hast:

„Der Staat Israel wird sich der Entwicklung des Landes zum Wohle aller seiner Bewohner widmen. Er wird auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden im Sinne der Visionen der Propheten Israels gestützt sein. Er wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten.“
geschrieben von Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel


Unbeabsichtigt wird dies wohl durch das Zitat von baerliner konterkariert:

Selbst Regierungschef Ehud Olmert gibt mitunter Apokalyptisches zu Protokoll. Vor einem halben Jahr mahnte er vor den Folgen, sollten die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern scheitern. Dann würde es zu einem Kampf um gleiche Rechte kommen, sagte Olmert in einem Zeitungsinterview, in dem er auf das zahlenmäßige Verhältnis von Juden und Arabern anspielte: "Sobald das geschieht, ist der Staat Israel am Ende."
geschrieben von baerliners Zitat aus dem handelsblatt


Olmert sagt also nichts weniger, als dass der Staat Israel am Ende sei, wenn er die Worte in seiner Unabhängigkeitserklärung ernst nehmen würde. Das will ich nicht glauben, denn dies würde bedeuten, dass Olmert das israelische Staatswesen auf dem Prinzip der Ungleichheit aufgebaut sieht und dies kann auf Dauer nicht gut gehen. Apartheit hat in Südafrika verloren, Apartheit wird auch im Nahen Osten nicht gewinnen. Wenn die israelische Führung nicht umdenkt, dann wird sie ihr Volk und uns mit ins Verderben reißen.


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karl
silhouette
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Mitglied

Re: Nur hehre Worte???
geschrieben von silhouette
als Antwort auf karl vom 14.05.2008, 22:45:37
Wenn die israelische Führung nicht umdenkt, dann wird sie ihr Volk und uns mit ins Verderben reißen
geschrieben von karl

Wenn man an die demographischen Hintergründe dieser Ängste (oder Angstmachereien?) denkt, dann haben wir eigentlich jede Menge Anlass, auch mal vor der eigenen Tür zu kehren. Hier wird zwar nicht geschossen, aber ein vernünftiger, respektvoller, lockerer, souveräner Umgang mit unseren, vermutlich ebenso gebärfreudigen Minderheiten wäre in unserem ureigenen Interesse.

Kein Nachgeben gegenüber Unverschämtheiten, aber eine Normalität, die ihnen Normalität erlaubt. Wenn sie dabei mitmachen....
Wunschdenken?

Als ich vorhin diese Äußerungen von Olmert gelesen habe, ist mir plötzlich der Gedanke gekommen, in Israel könnte es ja, genau wie in jedem anderen Land, Wahlkampfreden, Populismus, Scharfmacherei geben. Oder ist das abwegig?

Olmert machte allerdings seine Aussage für den Fall, dass die Friedensverhandlungen scheitern. Also meint er, sie dürfen nicht scheitern, wenn es zu keiner Katastrophe kommen soll.

Der "Zaun", der die deutlichen Züge einer Mauer trägt, ist bereits Apartheid.

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jo
jo
Mitglied

Re: Nur hehre Worte???
geschrieben von jo
als Antwort auf karl vom 14.05.2008, 22:45:37
Hallo Karl,
Dann würde es zu einem Kampf um gleiche Rechte kommen, sagte Olmert in einem Zeitungsinterview, in dem er auf das zahlenmäßige Verhältnis von Juden und Arabern anspielte: "Sobald das geschieht, ist der Staat Israel am Ende.“
geschrieben von baerliners Zitat aus dem Handelsblatt

Vielleicht bin ich ja nur zu müde nach einem langen Tag, aber wenn ich mir das Zitat anschaue, ist mir nicht klar, welches zahlenmäßige Verhältnis von Juden und Arabern gemeint ist: das im Staat Israel oder das in der gesamten arabischen Welt da unten?
Im Artikel steht zwar, dass sich Olmerts düstere Vision auf Prognosen von Demografen stützt; und die beziehen sich auf eine Region vom Jordan bis zum Mittelmeer. Dennoch fehlt mir der direkte und dokumentierte Bezug Olmerts zu genau diesen Prognosen.

Noch ein kurzer Gedanke:
Olmert sagt also nichts weniger, als dass der Staat Israel am Ende sei, wenn er die Worte in seiner Unabhängigkeitserklärung ernst nehmen würde.
geschrieben von karl

Richtig. Allerdings habe ich den Eindruck, dass viele Staaten am Ende wären, würden sie die Worte ihrer Unabhängigkeitserklärung oder ihrer Verfassung ernst nehmen.

--
jo
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Nur hehre Worte???
geschrieben von eleonore
als Antwort auf jo vom 15.05.2008, 00:18:20
@jo,

israel hat bis heute keine geschriebene verfassung, nur einen entwurf.
diese konnte man lange zeit auf der HP der israelische botschaft lesen, jetzt nicht mehr.

Der Staat Israel hat keine geschriebene Verfassung.



--
eleonore
Medea
Medea
Mitglied

Re: Nur hehre Worte???
geschrieben von Medea
als Antwort auf silhouette vom 14.05.2008, 23:03:05
"Gebärfreudige Minderheiten" scheint auch für mich das Stichwort zu sein.
Bei durchschnittlich sechs bis acht Kindern (in den arabischen Familien wohl keine Seltenheit) werden Demographen hochgerechnet haben, wann die Israelis zur Minderheit in ihrem eigenen Staat werden. Vielleicht ist Olmerts Aussage so zu verstehen?



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schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Nur hehre Worte???
geschrieben von schorsch
als Antwort auf karl vom 14.05.2008, 22:45:37
Die Vergangenheit zeigt doch, dass noch jede Unterdrückung irgend einmal zu Ende ist. So wird es eben auch mit der Unterdrückung in Israel irgend einmal zu Ende gehen. Leider wird sich das Blatt wohl dann wenden.....

.....und die Unterdrückten werden zu Unterdrückern!

--
schorsch
karl
karl
Administrator

Re: Nur hehre Worte???
geschrieben von karl
als Antwort auf Medea vom 15.05.2008, 06:56:46
Mit Verlaub,


"gebärfreudige Minderheiten" ist menschenverachtendes Vokabular, ebenso wie die Formulierung "Gebärmaschinen", die oben der Hamas in den Mund gelegt wurde (von welchem Übersetzer?).

Der Gebrauch von solchen Formulierungen offenbart eine frauen- und menschenfeindliche Gesinnung. Erschüttert bin ich immer wieder, wenn selbst Frauen (gedankenlos?) solche Begriffe übernehmen.
--
karl
silhouette
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Re: Nur hehre Worte???
geschrieben von silhouette
als Antwort auf karl vom 15.05.2008, 08:43:48
Moment mal, Karl, da haust du die Falsche. Der Ausdruck stammt von mir. Dass islamische Frauen einen Haufen Kinder zur Welt bringen, ist kein Geheimnis. Das kannst du in Deutschland auch beobachten. Gebärfreudig ist ein uralter Ausdruck, der im Zusammenhang mit dem weiblichen Körperbau gebraucht wird. Und zwar nach meiner Kenntnis ironisch, und nicht menschenverachtend. Dass nach der Freude der islamischen Frauen an dieser Angelegenheit weniger gefragt wird, dürfte klar sein.

In der Chemie gibt es den Ausdruck "reaktionsfreudig". Nenn es gedankenlos, so eine Wortverbindung zu übernehmen, und ich bitte um Entschuldigung.

Ich verspreche dir, bei meinen zukünftigen Beiträgen mir mehr Gedanken zu machen. Aber wundern tut es mich manchmal schon, wie leicht die eigentlichen Aussagen eines Beitrags wegen eines Wortes untergehen.

Es liegt immer noch an diesem speziellen Thema.
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silhouette
pilli †
pilli †
Mitglied

grübel...
geschrieben von pilli †
als Antwort auf silhouette vom 15.05.2008, 09:11:13
Dass islamische Frauen einen Haufen Kinder zur Welt bringen, ist kein Geheimnis.


dieses geheimnis dürfte auch frauen bekannt sein, die eventuell keine kinder möchten?

nur weil es mehr als zwei sind, darf für kinderreichtum der begriff: "...einen Haufen..." gewählt werden? auch kinder sind menschen, die nicht zu "einem Haufen" werden!


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pilli

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